DE10041309C2 - Beschichtungsvorrichtung und Verfahren zum Beschichten mit einem pulverförmigen Formentrennmittel - Google Patents
Beschichtungsvorrichtung und Verfahren zum Beschichten mit einem pulverförmigen FormentrennmittelInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung und ein Verfahren zum beschichten
einer Hohlraumfläche mit einem pulverförmigen Formentrennmittel beim Gießen
und insbesondere beim Druckgießen.
Formentrennmittel zur Verwendung beim Druckgießen lassen sich grob in
wasserlösliche Formentrennmittel und ölige Formentrennmittel unterteilen.
Da ölige Formentrennmittel Probleme hinsichtlich ihrer Entflammbarkeit und
der Verschlechterung der Arbeitsumgebung durch Rauch, etc., mit sich bringen,
werden wasserlösliche Formentrennmittel häufiger verwendet als ölige
Formentrennmittel. Jedoch besteht bei wasserlöslichen Formentrennmitteln
das Problem der Betriebskosten und der Kosten für Einrichtungen zum Behandeln
von Abwasser nach der Verwendung. Jedoch steigt das Qualitätsniveau gegossener
Produkte gegenwärtig an. Aus diesem Grund wird in jüngerer Zeit in zunehmendem
Maße ein pulverförmiges Formentrennmittel verwendet, das die Kosten der
Behandlung von anfallendem Abwasser eliminiert und eine bessere Formtrennfähig
keit hat.
Das pulverförmige Formentrennmittel besteht im allgemeinen aus einem
anorganischen Pulver wie Graphit, Talkum, etc., und einem organischen Pulver
wie Wachs, Harz, Metallseife, etc., um das Haften des anorganischen Pulvers
an der Hohlraumoberfläche zu verbessern. Das pulverförmige Formentrennmittel
breitet sich in die Umgebungsluft aus und beeinflußt dabei die Arbeitsumgebung
nachteilig, wenn das pulverförmige Formentrennmittel bei geöffneter Form
auf die Hohlraumoberfläche aufgesprüht wird, wie es bei der Verwendung
von öligen und wasserlöslichen Formentrennmitteln der Fall ist. Pulverförmiges
Formentrennmittel wird daher bei geschlossener Metallform verwendet.
Bisher wurde das pulverförmige Formentrennmittel aus einem Rohr des
Schmelzeninjektionsbereichs über eine Rinne in einen Hohlraum eingebracht.
Jedoch hatte dieses Verfahren das Problem, daß ein qualitativ hochwertiges
Gießprodukt aufgrund der folgenden Unzulänglichkeiten nicht hergestellt werden
konnte.
- 1. Da das pulverförmige Formentrennmittel an der Innenseite des Rohres und der Rinne anhaftet, kann es vorkommen, daß zu wenig Formentrennmittel in den Hohlraum gelangt und daß Gießmaterial dort an den Wänden anhaftet.
- 2. Das pulverförmige Formentrennmittel lagert sich um die Rinne ab, und behindert den gleichmäßigen Fluß der Schmelze, so daß die Schmelze sich nicht vollständig in den Hohlraum verteilt, woraus eine ungenaue Form und Größe des Gießprodukts resultieren.
- 3. Das an der Innenseite des Rohres und der Rinne haftende pulverförmige Formentrennmittel fließt zusammen mit der Schmelze und vermischt sich mit dieser, so dass das pulverförmige Formentrennmittel zur Ursache innerer Fehler des Gießprodukts wird.
DE 27 24 705 A1 zeigt ein Verfahren zum Aufbringen eines Schutzanstriches auf
eine Form, wobei der Schutzanstrich mittels eines Unterdruckes aufgebracht
wird. Die Gegenseite des Formhohlraumes wird mit einer Kammer verschlossen,
die den Unterdruck erzeugt. Nun wird der Schutzanstrich an dem Formhohlraum
zerstäubt und vom dem Unterdruck in die Form gesaugt bis er in die Form ein
dringt. Anschließend werden Kammer und Form getrennt und die Form kann für
die Gussfertigung benutzt werden. Nachteilig ist, dass die Form aus einem porö
sen Stoff wie Formsand bestehen muss. Die Handhabung ist kompliziert, da die
Form jedes Mal mit der Kammer zur Erzeugung des Unterdrucks verbunden wer
den muss und das Formentrennmittel über der offenen Form zerstäubt werden
muss.
Es ist die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Gießvorrichtung und ein
Verfahren zum Beschichten mit pulverförmigem Formentrennmittel zu schaffen,
mit denen die genannten Probleme gelöst werden und auch bei Verwenden eines
pulverförmigen Formentrennmittels ein qualitativ hochwertiges Gießprodukt er
zeugt werden kann.
Die Aufgabe wird erfindungsgemäß mit einer Vorrichtung mit den Merkmalen des
Anspruchs 1 und einem Verfahren mit den Merkmalen des Anspruchs 2 gelöst.
Im Folgenden wird die Erfindung anhand eines Ausführungsbeispiels unter Be
zugnahme auf die zugehörigen Zeichnungen näher beschrieben.
Es zeigen
Fig. 1 einen vertikalen Schnitt durch eine Gießmaschine mit dem erfindungs
gemäßen Beschichtungsmechanismus.
Fig. 2 eine Schnittdarstellung in Richtung der Pfeile II-II der Fig. 1.
Fig. 3 eine Schnittdarstellung eines Verbindungsbereichs zwischen einem Pul
verzufuhrkanal und einer Tasche.
Fig. 1 zeigt einen vertikalen Schnitt durch eine Gießmaschine mit einer erfin
dungsgemäßen Beschichtungsvorrichtung. Diese Gießmaschine besteht aus
einer Metallform 1, einer Schmelzenzuführeinrichtung 2, einer Saugeinrichtung 3,
und einer Pulverzuführeinrichtung 4. Die Beschichtungs
vorrichtung besteht aus der Saugeinrichtung 3 und der Pulverzuführeinrichtung
4.
Die Metallform 1 weist eine feststehende Form 11 und eine bewegbare Metallform
12 auf. Wenn beide Metallformen 11 und 12 zusammengesetzt sind, werden
an der Stoßfläche der beiden Formen ein Hohlraum 13, einen Angußkanal
14 und eine große Zahl von Taschen 15 gebildet. Fig. 2 ist eine Schnittdarstellung
entlang den Pfeilen II-II und zeigt, daß im vorliegenden Fall neun Taschen
15 um den Hohlraum 13 ausgebildet sind.
Die Schmelzenzuführeinrichtung 2 weist ein Rohr 21, das durch die feste Metallform
11 verläuft, und einen Kolben 22 auf, der in dem Rohr 21 derart gleitet, daß
von einer Zuführöffnung 23 in das Rohr 21 zugeführte Schmelze von der Spitze
221 des Kolbens 22 geschoben und über den Angußkanal 14 in den Hohlraum
13 zugeführt wird.
Die Saugeinrichtung 3 ist mit einer Vakuumpumpe 31 und einem Vakuumtank
32 versehen, um so den Druck im Hohlraum 13 über einen mit der Tasche
15 verbundenen Vakuumkanal 33 zu verringern. Mit dem Bezugszeichen 34
ist ein Vakuumabsperrventil bezeichnet.
Die Pulverzuführeinrichtung 4 ist derart ausgebildet, daß sie das pulverförmige
Formentrennmittel aus einer Pulverausgabevorrichtung 41 über Pulverzuführkanäle
42 in die Taschen 15 verbringt. Der Pulverzuführkanal 42 ist mit der Tasche
15 über ein zwischen ihnen angeordnetes Umschaltventil 5 verbunden, wie
Fig. 3 zeigt. Der Pulverzuführkanal 42 ist im vorliegenden Fall mit jeweils zwei
Taschen 15 verbunden, wie in Fig. 2 dargestellt. Fig. 3(A) zeigt den Zustand,
in dem das Umschaltventil 5 geöffnet ist, und Fig. 3(B) zeigt das Umschaltventil
5 im Schließzustand. Eine Zuführöffnung 421 am vorderen Ende des Pulverzuführ
kanals 42 mündet in einer Ventilkammer 51, die derart ausgebildet ist, daß
sie bei Vorwärtsbewegung des Umschaltventils 5 mit der Tasche 15 verbunden
ist, und bei der Rückwärtsbewegung des Umschaltventils 5 von der Tasche
15 getrennt ist. Die Vor- und Rückwärtsbewegung des Umschaltventils 5 werden
durch einen pneumatischen oder hydraulischen Zylindermechanismus 6 bewirkt.
Die Pulverausgabevorrichtung 41 ist derart ausgebildet, daß sie das pulverförmige
Formentrennmittel aus einem Behälter 411 mittels eines in einem Ausstoßrohr
412 strömenden Zuführluftstroms ansaugt und zuführt.
Die mit dem zuvor beschriebenen Beschichtungsmechanismus versehene
Gießmaschine wird wie im folgenden dargelegt betrieben.
Wie in Fig. 1 dargestellt, werden die beiden Metallformen 11 und 12 geschlossen
und die Spitze 221 des Kolbens 22 befindet sich in Richtung des Hohlraums
gesehen vor der Schmelzenzuführöffnung 23. Die Saugeinrichtung 3 wird
in diesem Zustand zum Verringern des Drucks im Hohlraum 13 betrieben.
Das Umschaltventil 5 ist, wie in Fig. 3(A) dargestellt, geöffnet, während der
Druck im Hohlraum 13 verringert wird, und die Pulverzuführeinrichtung 4
wird in diesem Zustand betrieben. Auf diese Weise wird das pulverförmige
Formentrennmittel über die Pulverzuführkanäle 42 und die Taschen 15 in den
Hohlraum 13 eingebracht, um auf die Innenfläche des Hohlraums 13 aufgebracht
zu werden. Wenn die vorgesehene Menge des pulverförmigen Formentrennmittels
zugeführt wurde, wird die Pulverzuführeinrichtung 4 angehalten und das
Umschaltventil 5 geschlossen, um den Betrieb der Saugeinrichtung 3 anzuhalten,
wie in Fig. 3(B) dargestellt. Anschließend wird der Kolben 22 rückwärts bewegt,
um Schmelze über die Schmelzenzuführöffnung 23 in das Rohr 21 fließen
zu lassen, und der Kolben 22 wird vorwärtsbewegt, um die Schmelze durch
den Angußkanal 14 in den Hohlraum 13 zu bringen. Nach dem Gießen werden
die beiden Metallformen 11 und 12 geöffnet, um das Gießprodukt zu entnehmen.
Da das pulverförmige Formentrennmittel bei dem beschriebenen Vorgang
über die Taschen 15 in den Hohlraum 13 verbracht wird, werden die folgenden
Effekte erzielt.
- 1. Eine Tasche 15 hat ein kleines Volumen und ist nahe dem Hohlraum 13 angeordnet. Aus diesem Grund ist die Menge des über die Tasche 15 ausgegebenen pulverförmigen Formentrennmittels bei der Ausgabe in den Hohlraum 13 sehr gering, wobei nahezu die gesamte Menge in den Hohlraum 13 ausgegeben wird. Daher wird dem Hohlraum 13 eine ausreichende Menge des pulverförmigen Formentrennmittels geliefert, so daß ein Festsitzen des Gießprodukts verhindert werden kann.
- 2. Da das pulverförmige Formentrennmittel nicht an der Innenseite des Rohrs 21 und dem Angußkanal 14 anhaftet, wird die Schmelze ungestört in den Hohlraum 13 geleitet. Es wird daher eine ausreichende Menge an Schmelze in den Hohlraum 13 eingebracht, so daß die Form und die Größe des Gießprodukts genau erhalten bleiben.
- 3. Da das pulverförmige Formentrennmittel nicht am Inneren des Rohres 21 und dem Angußkanal 14 haftet, kann das pulverförmige Formentrennmittel nicht in der Schmelze eingeschlossen werden. Somit verursacht es keine inneren Defekte des Gießprodukts.
- 4. Selbst wenn überschüssiges pulverförmiges Formentrennmittel an der Fläche des Hohlraums 13 haftet, wird das überschüssige Trennmittel zusammen mit vorheriger verschmutzter Schmelze und Gas an die Taschen 15 ausgegeben. Auf diese Weise bleibt die normale Wirkung des Formentrennmittels erhalten.
Vergleichstests zwischen dem erfindungsgemäßen Beschichtungsverfahren
und einem herkömmlichen Beschichtungsverfahren wurden konkret unter
den folgenden Bedingungen durchgeführt. Die Ergebnisse sind in der Tabelle
1 dargelegt.
Gießmaschine: 350-Tonnen Kaltkammer-Druckgießmaschine vom horizontalen Typ
Schmelzenmaterial: ADC-12 Aluminiumlegierung für Druckguß
Gießprodukt: Automobilteile
Pulverförmiges Formentrennmittel: Handelsübliches Produkt aus Graphit, Talkum und Polyethylenwachs
Dauer des Zuführens des pulverförmigen Formentrennmittels: 0,5 Sekunden
Hohlrauminnendruck beim Zuführen des pulverförmigen Formentrennmittels: 650 mmHg
Gießvorgänge: 250
Gießmaschine: 350-Tonnen Kaltkammer-Druckgießmaschine vom horizontalen Typ
Schmelzenmaterial: ADC-12 Aluminiumlegierung für Druckguß
Gießprodukt: Automobilteile
Pulverförmiges Formentrennmittel: Handelsübliches Produkt aus Graphit, Talkum und Polyethylenwachs
Dauer des Zuführens des pulverförmigen Formentrennmittels: 0,5 Sekunden
Hohlrauminnendruck beim Zuführen des pulverförmigen Formentrennmittels: 650 mmHg
Gießvorgänge: 250
Wie sich aus der Tabelle 1 ergibt, kann ein qualitativ hochwertiges Gießprodukt
mittels des erfindungsgemäßen Verfahrens erzielt werden.
Das Trennmittel wird von einer Seite der feststehenden Metallform 11 in den
zuvor beschriebenen Beschichtungsmechanismus eingebracht, jedoch kann
es auch von der bewegbaren Metallform 12 her eingebracht werden. Die Art
der Zuführung kann beliebig nach der Form des Gießprodukts gewählt werden.
Da, wie bereits erwähnt, das Formentrennmittel erfindungsgemäß durch die
Taschen zugeführt wird, können die folgenden Effekte erreicht werden.
- 1. Es kann eine ausreichende Menge des Formentrennmittels in den Hohlraum eingebracht werden, so daß ein Festsetzen des Gießprodukts verhindert werden kann.
- 2. Die Schmelze kann in ausreichender Menge in den Hohlraum eingebracht werden, so daß eine genau Form und Größe des Gießprodukts erreicht werden.
- 3. Das Einschließen von Formentrennmittel in der Schmelze kann verhindert werden, so daß innere Fehler des Gießprodukts verhindert werden können.
- 4. Überschüssiges pulverförmiges Formentrennmittel auf der Hohlraumoberfläche kann in die Tasche ausgegeben werden, so daß die normale Wirkung des Formentrennmittels bewahrt bleibt.
Claims (2)
1. Vorrichtung zum Aufbringen eines pulverförmigen Formentrennmittels auf
eine Hohlraumoberfläche beim Gießen, mit einer Saugeinrichtung (3)
zum Verringern des Drucks in dem Hohlraum (13), dadurch gekennzeich
net, daß die Hohlraumoberfläche in einer Metallform (1) ausgebildet ist
und daß der Mechanismus eine Pulverzuführeinrichtung (4) zum Zuführen
des pulverförmigen Formentrennmittels zu einer in der Metallform (1)
ausgebildeten und mit dem Hohlraum (13) verbundenen Tasche (15)
aufweist, wobei das pulverförmige Formentrennmittel über die Tasche
(15) dem Hohlraum (13) während des Betriebs der Saugeinrichtung (3)
zugeführt wird.
2. Verfahren zum Aufbringen eines pulverförmigen Formentrennmittels auf
eine Hohlraumoberfläche beim Gießen, dadurch gekennzeichnet, daß die
Hohlraumoberfläche in einer Metallform (1) ausgebildet ist und daß das
pulverförmige Formentrennmittel durch eine in der Metallform (1) ausge
bildete Tasche (15) in den Hohlraum (13) eingebracht wird, während ein
Absaugen im Hohlraum (13) erfolgt.
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