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Verfahren zur Gewinnung von Alkohol aus vergorener Sulfitablauge Vergoren,-,
Sulfitablauge hat man schon in zwei-oder mührstufigen Anlagen eingedampft. D'e-
Brüden, dne aus dien Eindampfkörpern der einzeln-ii Stufen abströrnten, wurden kondensiert,
und es wurden d.*Z Kondensate einer Destillierkolonnie zugeführt, in der der Alkohcl
aus den Kodiensaten wurde. Hierbei erhielt man groß-- Kondensatmengen mit niedrigen
Alkoholkionzentrationen, deren Aufarb-,-itung eitnen entsprechend umfangreichen
und kostspieligen Betrieb der Destillierkolonne erfordert,-n.
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Auch ist bekamit (deutsche Patentschrift 564 876),
bei dem Abtreiben
des Alkohols aus vergerener Sulfitablauge auf höhere Alkoholkonzentrationen im alkoholhaltigen
Kondensat zu arbeiten. Hierbei wurde die vergorenie Sulfital)lauge zunächst durch
eine Destillationskolonne geschickt, aus der sie in den ersten Apparat einer mehrstufigen
Eindampfanlage gu#ialigt#2. Die Brüden dieses Eindampfapparates wurden zum Beheizen
der De-stilli#erkolr-nne verwendict, und es dienten die alkoholhaltigen Brüden,
die aus der Destillierkolonne abzogen, als Heizmittel im zweiten Apparat der Eindaimpfanilage,
in desen Heizkörper sie kondensierten. Das Kondensat wurd,-- in be-
kannter
Weise weiter konzentri-urt. Bei dieser Arbeit.-;-weise läßt es sich nicht vermeiden,
daß sich starke Ansätze, besonders in der D.estillie#rkolc;,linte und in d,-,n ersten
Eindampfapparaten bilden, die erhebliche Betriebsst#rungen verursachen. i# Die Erfindung
hat zum Ziel, diese Betriebsstörungen auszuschalten, außerdem die benutzte Apparatur
einfacher zu gcst-#ilten und dabei ein Kondensat mit ho,h--in Alkcholgehalt zu gewinnen
sowie die Wirtschaftli,chkeit dies Verfahrens zu verbessern. Im Verfä,hren ge-mäß
der Erfindung wird für das Eindampfen der Sulfitablauge ebenfalls eine mehrstufige
Eitnd#atill)fanlage verwendet. Doch sind erfindungsgemäß in dem Eindampf apparat,
in welchem die alkoliolhaltige, Sulfitablauge zuerst eintritt, eine entsprechende
Anzahl von Kolonnenböden vorgesehen, über die die vergorene Sulfitablauge, die zweckmäßig
vorgewärmt ankommt, geführt wird, bevor sie im Eindampfapparat konzentriert wird.
Die bei der Konzentration tutstehenden Dämpfe, die im Gegenstrom zur Sulfitahlauge,
durch den Kolonnenteil des Eindarnpfapparates gehen, treten auf den Kolonnenböden
mit der Sulfitahlauge in innige Berührung und treiben aus der Sulfitablauge den
Alkohol ab. Die Brüd#e#n, die aus dem Kolonnenteil dies Eindampfapparates abgezogen
werden, werden kondensiert. Das Kondensat wird ein-er Destillieranlage zugeführt.
in der konzentrierter Alkohol gewonnen wird.
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Die beiden ersten Apparate der Eindampfanlage werden erfindungsgemäß
so ausgebildet, daß sie abwechselnd in Betrieb sein kö,nnen, Sie werden also beide
mit Kolonn,#n-, z. B. Glockenböden, ausgestattet. Das hat den Vorteil, daß
der Betrieb nicht unterbrochen werden muß, wenn der erste Ei-ndampfapparat außer
Betrieb gesetzt wird, um z. B. gereinigt zu werden. In diesem Falle wird der zweite
Apparat als erste Stufe geschaltet. Vorteilhaft wird so gearbeitet, daß der Alkohol
schon in der jeweils ersten Eindampfstufe vollständig aus der Laugie entfernt wird..
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Man erhält also aus der ersten Stufe ein, Kondensat, da,s die Ges-amtmenge
des zu gewinnenden Alkohols enthält. Di,2 Konzentration des Alkohols im Kondiensat
richtet sieh dabei nach der Zahl der Eindampfstufen und der Konzentration der eintretenden
ve#rgorenren Sulfitabl#a-uge.
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Die Wärme der aus dem erst-en Eindampfapparat abziehenden Brüden sowie
der Brüden der folgenden Apparate, wenn mehr als zwei Eindanipfapparate vorhanden
sind, wird in bekannter Weise für die Verdampfung in den folgenden Stufen ausgenutzt.
Auch die Wärme des aus der Destillierkolonne abziehtenden. entgeisteten Kondensats
kann im Verfahren selbst, z. B. zur Vorwärmung der ankommenden vergorenen Sulfitahlange
verwertet werden. In der glei,chen Weise können andere heiße Flüssigkeiten, die
im Verfahren gemäß der Erfindung entstehen, ausgenutzt werden.
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Zur weiteren Erläuterung der Erfindung diene die Zeichnung, in der
schematisch und beispielsweise eine Anlage zur Ausführung des neuen Verfahrens gemäß
der Erfindung dargestellt ist.
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Die vergorene alkoholhaltige, Sulfitablauge, die durch die Leitung
i ankommt, fließt zunächst durch die Vorwärmer 2, 3, 4 und 5 und gelangt
dann durch die Leitung 6 in den Einda,mpfkörper 7. Dieser besteht
aus
i-,inem Verdampf erraum 8 und einem Kolonnenteil
9,
der mit einer geeignetep-Zahl, z. B. fünf bis zehn, vorzugsweise
sieben bis acht Kolonnenböden ausgestattet ist. Die Sulfitablauge fließt über die
Kolonnenböden und durch den Verdampferraum. 8 abwärts und gelangt zur Pumpe
io. Von dieser Pumpe wird sie durch das H,2'-'zsvstem i i und die Leitung 12 in
den Verdampf erraum 8 zurückgeführt. Sie wird also durch di--,sen Teil der
Apparatur im ständfigien Umlauf gehalten. Dadurch, daß das Heizsys'iem ii genügend
tief unterhalb des Verdampferraumes 8 angeordnet wird, kann durch Drosselorga-ne
in der XJM1aUflleitlll-lg 12 od. digl. Maßnahmen zweckmäßig dafür gesorgt werden,
daß im Ileizsystem I I keine Dampf- oder Gasentwicklung aus der erhitzten
Lauge stattfindet. In ähnlicher Weise können auch vorteilhaft die folgenden Eindampfstufen
eingerichtet sein. Dem Heizsystem ii wird dur-ch die Leitung 13 Frischdampf als
Heizmittel zugeführt. Das Frischdampfkondensat fließt durch die Leitung 14 ab und
dient als Heizmittel im Vorwärmer 5, den es .durch die Leitung
15 verläßt, um z. B. als Kesselspeisewasser oder für ähnliche Zwecke weiterverwendiet
zu werden. Die im Verdampferraum 8 entstehenden Brüden treten im Kolonnentell
9 des Eindumpfapparates 7 mit der frisch zugeführten Latige in innige
Berührung und treiben den Alkohol aus der Lauge aus. Die Brüden strömen oben aus
dem Kolcimenteil 9
du-roh die Leitung 16 in das Heizsystem 17 der nachfolgenden
Verdampferstufe, deren Verdampfkörper :-27 in der gleichen Weise ausgebildet ist
wie der Verdampfkörper 7 und der zweckmäßig ebenfalls mit einem Kolonnenteil
28 und einem Verdampferra,11111 29 ausgestattet ist.
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Im Heizsystem 17 entsteht ein Kondensat, das praktisch die
gesamte Menge des in der vergorenen Sulfitablaugge enthaltenen Alkohols enthält.
Es wird durch die Leitung 18 mittels der Pumpe ig der Destillierkolonne 20 ZUgefÜh,rt,
die in bekannter Weise ausgebildet ist und der der konzentrierte Alk-ohol bei 21
entnommen wird. Das entgeistete Kondeensat, das durch die Leitung 22 abfließt dient
zunächst als Heizmittel im Vorwärmer 4. Sodann kann das l#Zondensat zur weiteren
Ausnutzung durch die Leitung 23 in den Heizkörper 24 der riachgeschalteten
Eindampfstufe 32
gegeben werden. Es verläßt die Anlage durch die Leitung
25, nachdem es gegebenenfalls zusammen mit den Brüdenkondensaten aus den
Stufen 32 bzw. 33 und vorteilhaft unter Führung durch, das Heizsystein
37,
noch als Heizmittel in den VorwärMern 3 und 2 gedient hat.
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Die Brüden, die aus dem zweiten Ein,dampfapparat durch die Leitung
26 abströmen-, enthalten keinen Alkohol mehr. Sie werden in bekannter Weise
als Heizmittel für eine folgende Verdampferstufe im Heizkörper 24 ausgenutzt, der
noch eine oder mehrere weitere Stufen 32, 33 usw., die in bekannter Weise
ausgebildet sind und betrieben werden, nachgeschaltet sein können. Die folgenden
Eindampfstufen sind eben,-fa-Ils mitUmwälzpumpen 4o, 41, 42 und dazugehörigen Urnlaufleitungen43,44,45
ausgestattet. Durch dieLeitung 46 gelangen die Brüden der Stufe 32 in das
Heiz.-sYstem 37 der Stufe 33, deren Brüden durch die Leitun- 47 einem
(nicht gezeichneten) Kondensator zugeführt werden. Aus dem Kreislauf jeder S,tufe
wird Sulfitablauge durch die Leitungen 5o, 5 1 und 52 von einem Heizkörper
einer vorhergehenden Stufe zum Heizkörper einer folgenden Stufe abgezweigt. Die
konzentrierte Sulfitablatige wird aus dem HeizkGrper 37 der letzten Stufe
durch die Leitung 53 abgeführt. Wird der Apparat 7 z. B. zur Reinigung
außer Betrieb genommen, so wird die Lauge aus der Leitung 6
über die Leitung
3o dem zweiten Eindampfapparat 27
zugeführt, der nunmehr als Antriebsapparat
arbeitet. Das Kondensat des Heizsysteins --14, das den abgetriebenen Alkohol enthält,
fließt jetzt durch die Leitunglen 31 und, -18 in die Destillierkolonne 2o und wird
dort weiterverarbeitet. Der Destillierkolonne wird das Heizmittel, z. B. Wasserdampf,
durch die Leitung 35
zugeführt.
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Beispiel Durch die Leitung i treten in die beschriebene Anla-ge ständlich
58 54o kg Lauge, welche vorher bereits teilweise eingedampft und anschliteßend
vergoren wurde, ein. Der Alkoholgeliaft beträgt hier etwa, 2%. Nachdem die Lauge
durch das System der Vorwärmer 2, 3, 4 und 5 auf etwa i i o'
C erwärmt worden ist, wird sie über den Kolonnenaufsatz 9 des Verdampfkörpers
7 in den Verdampferraum 8 gegeben. In diesem Verdampferratim werden
stündlich bei etwa 120' C 15 6oo kg Wasser abgedampft. Diese Brüden
treiben im Kolonnenaufsatz 9 aus der entgegenkonimenden Lauge den gesamten
Alkohol bis auf einen Restgehalt von o,oill/o ab, so daß das im Heizkörper
17 anfallende Kondensat einen Alkoholgehalt von 7,7 % hat. Diese 15
6oo kg Kondensat mit einer Temperatur von etwa 120' C werden in der
DestillierkOllOnne 2o bei einem dem Gemisch entsprechenden Dampfdiruck zum weiteren
Abdestillieren und Konzentrieren des Alkohols behandelt.
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Das in der Destillierkolonne 2o anfallende entgeis,tete Kondensat
wird zur weiteren Ausnutzung durch die Leitung 22- über den Vorwärmer 4 und durch
die Leitung 2-3 in den Heizkörper 24 gegeben.