CH98546A - Verfahren zur Abscheidung von Hefen aus Flüssigkeiten. - Google Patents
Verfahren zur Abscheidung von Hefen aus Flüssigkeiten.Info
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Description
Verfahren zur Abscheidung von Hefen aus Flüssigkeiten. Die Heferassen; welche in den Fabriken, in denen Hefe hergestellt oder gewonnen wird, z. B. in den Presshefefabriken, Brenne reien und andern Hefefabriken, verwendet oder gezüchtet werden, haben im allgemeinen einen "staubigen" Charakter, d. h. die Zellen schweben einzeln in der Flüssigkeit und sin ken nicht oder nur sehr langsam zu Boden. Infolgedessen ist man, so besonders bei der Presshefefabrikation, genötigt, zur Abschei dung der gewonnenen Hefen aus den vergo renen Flüssigkeiten oder aus den Waschwäs sern Zentrifugen zu benützen, was mit gro ssen Verlusten an Hefe und grossem Kraft-, Zeit- und Arbeitsaufwand verbunden ist. Man ist daher, z.
B. in der Pressbefefabrikation, dazu übergegangen. "Floekenheferassen" zu züchten, die sich infolge des Zusammenbal lens der einzelnen Zellen zu Boden setzen und ohne Anwendung einer Zentrifuge abge schieden werden können. Ausser diesen an sich flockigen Hefen kennt man in der Pra xis weiter eine Ausflockung von Hefe, die, wie festgestellt wurde, auf einer Erkrankung der Hefe durch Verunreinigung mit Infek tionspilzen beruht. Solche Hefen bezeichnet man deshalb direkt als "flockenkranke" Hefen.
Die -an sich flockigen Rassen verlieren nun Lm Betrieb bald die Flockungsfähigkeit, die flockenkranken liefern eine minderwertige Hefe ohne befriedigende Haltbarkeit und von verminderter Gärkraft. Demgegenüber er möglicht die Erfindung, die Ausflackung von Hefe betriebssicher und dauernd herbeizu führen, ohne dass wertvolle Eigenschaften, z. B. Haltbarkeit und Gärkraft der Hefen herabgesetzt oder zerstört werden.
Es wurde nämlich festgestellt, dass es Mikroorganismen gibt, die eine Ausflockung der Hefen herbei zuführen vermögen, ohne eine schädigende Wirkung auf idie Hefe auszuüben, so dass man eine Flackung selbst der staubigen He fen herbeizuführen vermag und eine Hefe von tadelloser Haltbarkeit und Gärkraft erhalten kann. Das vorliegende Verfahren beruht. demnach darauf, dass man den Flüssigkeiten, in denen sich die Hefe befindet, unschädliche Ausflockungsmikroorganismen zusetzt.
Im Falle der Presshefefabrikation bestehen diese Ausfockungsmikroorganismen zweckmässig aus unschädlichen Flockungsbakterien, wel che keine oder nur geringe Mengen flüchtiger Säuren oder anderer Hefegiftstoffe zu er zeugen vermögen, wie z. B. Milchsäurebak terien. Diese unschädlichen Flockungsbak terien bewirken, sofern sie der Hefe zugesetzt werden, das Zusammenballen und Absetzen der Hefe, ohne dabei, wie die bei den soge nannten flockenkranken Hefen vorhandenen Pilze, die Lebten sfiihigheit oder die der Hefe durch Erzeugung von für die Hefe giftigen Stoffen zu beeinträchtigen. Der Zeitpunkt der Zugabe der Aus- floekungsmikroorganismen regelt sich je nach ,den besonderen Betriebsverhältnissen.
Bei spielsweise kann man die Ausflochungsmi- kroorganismen mit der Anstellkultur in die Nähr- oder Züchtungsflüssigkeit einsäen und nach Massgabe der Züchtigung selbst laufend mit fortzüchten. Man kann auch, erst nach dem der Züchtungsprozess der auszuflocken den Hefen bereits mehr oder minder lang fortgeführt ist, die Ausflockungsmirkroorga- nismen beigeben.
Je nach dem Fabrikations zweig kann man die ausgeflockten Hefen, welche gewöhnlich mit den Ausfloekungs- mikroorganismen gemischt sind, der unmit telbaren weiteren Verarbeitung oder Verwen dung zuführen, bezw. einen Teil davon als Anstellkultur für einen neuen Fabrikations gang weiter verwenden.
Beider Anwendung auf Press- oder Bäk- kerhefe vollzieht sich das Verfahren bei spielsweise wie folgt: Die mittelst an sich bekannter Methoden gezüchteten, zur Ausflockung dienenden, un- sehädlichen Milchsäurebalikterien werden den zur Hefezüchtung dienenden Würzen vor oder beim Anstellen der Hefe oder auch erst in einem späteren Stadium der Hefezüchtung in angemessenen Mengen zugesetzt. Handelt es sieh unm Lufthefefabrikation, so wird nach dem Ausreifen der Hefe die Luft abgestellt. Es setzt sich die Hefe unter der Wirkung der Flockungsbakterien quantitativ zu Boden, so dass sich jede Anwendung einer Zentrifuge erübrigt.
In gleicher Weise können die Flok- kungsbakterien zur Anwendung gelangen, wenn es sich darum handelt, die Hefen zu waschen und sie aus dem Waschwasser wie der zu gewinnen. Die Floekungsbakterien werden in diesem Falle dem Waschwasser zugesetzt. Die abgeschiedenen Hefen können entweder ohne weiteres gepresst und verkauft oder als Stehhefe weiter verwendet oder an derweitig verarbeitet werden.
Die, Unterscheidung unschädlicher Flok- kungbakterien von den die Flockungskrank- heit der Hefen hervorrufenden Pilze durch das Mikroskop ist nur dem Gleübten möglich. da diese schädlichen Mikroorganismen in der Gestalt nur geringe Unterschiede voneinan der aufweisen. Der Erfinder hat die Gruppen der unschädlichen Ausflockungsmikroorga nismen genau studiert. Es ist gelungen, eine Reihe von in diese Gruppe fallenden Orga nismen nach Art und Wirkung zu kennzeich nen. Die durch sie abgeschiedenen Hefen zeigten noch nach 38-tägiger Aufbewahrung eine tadellose Beschaffenheit und normale Backzeit.
Die für die Zwecke der vorliegen den Erfindung geeigneten Organismen tragen in der Sammlung von Mikroorganismen-Rein- kulturen ,des Institutes für Gärungsgewerbe zu Berlin die Nummern 41i-4s. Gegenüber den unter Anwendung der mechanischen Ab seheidung mittelst Zentrifugen gewonnenen Hefen erhält man nach dein vorliegenden Verfahren ein sehr helles Hefematerial.
Es hat sich nämlich vezeigt, dass alle Schwebe stoffe, selbst Bakterien anderer Arten, wel che in der die Hefe enthaltenden Flüssigkeit vorhanden sind, von dem Flockungsv organg nicht miterfa.sst werden, so dass mit dem Ver fahren gleiehzeitib eine Reinigungswirkung verbunden ist.
Diese Reinigungswirkung ruft die helle Farbe der nach dem Verfahren gewonnenen Hefe hervor und trägt mit zu der sehr gro ssen Haltbarkeit,der Hefe bei.
Das Verfahren lässt sieh auch auf .die Ab- scheidun.g von Hefe aus denie T.lefewasch- w.asser anwenden.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH Verfahren zur Abscheidung von Hefe aus Flüssigkeiten durch Ausflockung, dadurch gekennzeichnet, dass man den Flüssigkeiten unschädliche Ausfloekungsmikroorganismen zusetzt. UNTERANSPRÜCHE 1. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die Ausflockungsmi kroorganismen unschädliche Flockungs bakterien sind, welche keine oder nur ge ringe Mengen von flüchtigen Säuren oder andern Hefegiftstoffen zu erzengen ver mögen. 2. Verfahren nach Patentanspruch und Un teranspruch 1, gekennzeichnet dadurch, dass die Flockungsbakterien Milchsäure bakterien sind. 3.Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass man die in den Fa- brikationsprozess eingeführten Ausflok- kungsmikroorganismen im Hefefabrika- tionsprozess selbst laufend weiter ver wendet.
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