AT97903B - Verfahren zur Abscheidung von Mikroorganismen aus Flüssigkeiten. - Google Patents

Verfahren zur Abscheidung von Mikroorganismen aus Flüssigkeiten.

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  • Separation Of Suspended Particles By Flocculating Agents (AREA)

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  Verfahren   zur Abscheidung yon Mikroorganismen aus FlÜssigkeiten.   



   Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Abscheidung von Mikroorganismen aus Flüssigkeiten und beruht grundsätzlich auf der neuen Erkenntnis, dass es eine Anzahl   von Mikroorganismen   gibt, welche an sich zur Ausflockung neigen und beim Ausflocken andere in der Flüssigkeit schwebende, nicht oder unvollkommen flockende Mikroorganismen mit zum Ausflocken zu bringen vermögen. Um also, aus   einer Flüssigkeit, in welcher sich bereits Mikroorganismen   befinden, oder in der solche gezüchtet werden, eine Ausflockung vorzunehmen, setzt man gemäss der Erfindung in irgend einem Stadium des Fabrikationsganges die Ausflockungsmikroorganismen zu.

   Selbstverständlich dürfen für die Zwecke der Ausflockung nur unschädliche Mikroorganismen verwendet werden, d. h. solche, welche die Eigenschaften der auszuflockenden Mikroorganismen bzw. der diese enthaltenden   Flüssigkeit seib. st nicht   in irgend einer unerwünschten Weise beeinträchtigen können. 



   Das Verfahren ist mannigfache   Anwendung fähig und kann   insbesondere dort überall mit Nutzen angewendet werden, wo man bisher Mikroorganismen nur mittels komplizierter mechanischer Verfahren aus Flüssigkeiten abzuseheiden vermochte. Es ist deshalb insbesondere für die Hefefabrikation geeignet, um die sogenannten staubigen oder nicht ausreichend flockigen Hefen unter Ausschluss von Zentrifugen u. dgl. aus der   Züchtungsflüssigkeit   bzw. später aus der Waschflüssigkeit abzuscheiden. Daneben kann es allgemein in vielen Fällen verwendet werden, in denen Flüssigkeiten von   Trübungen   infolge der Anwesenheit von Mikroorganismen befreit oder Bakterienkulturen niedergeschlagen und gewonnen werden sollen. 



   Flockige Hefen sind in der Industrie bereits bekannt, teils als an sich flockige Rassen, teils als sogenannte flockenkranke Hefen, d. h. mit   schädlichen   Mikroorganismen infizierte Hefen. Die an sich flockigen Rassen verlieren im Betrieb bald die   Flockungsfähigkeit,   die   flockenkranken liefern   eine minderwertige Hefe ohne befriedigende Haltbarkeit und von verminderter   Gärkraft. Demgegenüber ermöglicht   die Erfindung, die Ausflockung betriebssicher und dauernd herbeizuführen, ohne dass wertvolle Eigenschaften herabgesetzt oder zerstört werden, bei Hefe z. B. Haltbarkeit und Gärkraft. Wir haben nämlich 
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 bestehen, das sind Bakterien, welche keine oder nur geringe Spuren   flüchtiger   Säure zu erzeugen vermögen.

   Diese Flockenmilchsäurebakterien bewirken gleichfalls das Absetzen der Hefe, beeinträchtigen dagegen nicht wie die bei den sogenannten flockenkranken Hefen vorhandenen Pilze die Lebensfähigkeit oder die Wirksamkeit der Hefe. Es besteht also, soweit die Hefefabrikation in Frage kommt, die Erfindung in der technischen Anwendung der Erkenntnis, dass man durch den bewussten Zusatz ganz bestimmter Mikroorganismen eine Flockung ohne irgend eine Beeinträchtigung der wertvollen Eigenschaften der Hefe herbeiführen kann. 



   Der Zeitpunkt der Zugabe der Ausflockungsorganismen regelt sich je nach den besonderen Betriebs-   verhältnissen.   Beispielsweise kann man die Ausflockungsorganismen mit der Anstellkultur in die Nähroder Züchtungsflüssigkeit einsäen und nach Massgabe der Züchtung selbst laufend mit fortzüchten. Man kann auch erst, nachdem der Züchtungsprozess der auszuflockenden Mikroorganismen bereits mehr oder minder lang fortgeführt ist, die   Ausflockungsmikroorganismen   beigeben.

   Je nach dem Fabrikationszweig kann man die ausgeflockte Mikroorganismen, welche gewöhnlich mit den   Ausflockungsmikroorganismen   gemischt sind, der unmittelbaren Weiterverarbeitung oder Verwendung zuführen, bzw. einen Teil davon als   Anstellkultur   für einen   neuen Fabrikationsgan ? weiter verwenden.   

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   Bei der Anwendung auf Hefe vollzieht sich das Verfahren wie folgt : Die mittels an sich bekannter Methoden   gezüchtete     Flockenmilchsäurebakterien   werden den zur   Hefezüchtung   dienenden Würzen vor oder beim Anstellen mit Hefe oder auch erst in einem späteren Stadium der Hefezüchtung in angemessenen Mengen zugesetzt. Das Verfahren vollzieht sich im übrigen nach den Regeln der Lufthefefabrikation. Sobald die Hefe ausgereift und die Luft abgestellt ist, setzt sich die Hefe unter der Wirkung der   Floekenmilchsäurebakterien   quantitativ zu Boden, so dass sich jede Anwendung einer Zentrifuge 
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 handelt, die Hefe nach der endgültigen Abscheidung nochmals zu waschen und sie aus dem Waschwasser wieder zu gewinnen.

   Die   Floekenmilchsäurebakterien   werden in diesem Falle dem Waschwasser zugesetzt. 



  Die abgeschiedene Hefe kann entweder ohneweiters   gepresst   und   als Bäckerhefe   verkauft oderals Stellhefe weiter verwendet werden. 



   Die Unterscheidung der schädlichen von den   unschädlichen   Milchsäurebakterien durch das Mikroskop ist nur dem Geübten möglich, da diese Bakterienarten in der Gestalt nur geringe Unterschiede von einander aufweisen. Wir haben die Gruppen der Flocken bildenden Mikroorganismen genau studiert, und es ist uns gelungen, eine Reihe von in diese Gruppen fallenden Organismen nach Art und Wirkung zu kennzeichnen. Diese Organismen tragen in der Sammlung von   Mikroorganismenreinkulturen   des Institutes für Gärungsgewerbe zu Berlin die Nummern 4h-4s. 
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 stehend etwas ausführlicher beschriebene Herstellung oder Verarbeitung von Bäckerhefe beschränkt. Es lässt sich auch auf solche Fabrikationen anwenden, bei denen es sieh weniger um die Gewinnung von Hefe, als um die Erzeugung von klaren Flüssigkeiten handelt.

   Man kann auf diese Weise z. B. klares   obergangs   Bier herstellen oder sonstige, schwer zu klärende Flüssigkeiten vollständig klar machen. 



  Daneben lässt sich das Verfahren allgemein überall da zur Konzentrierung von Mikroorganismen verwenden, wo diese zum Zusammenballen und Absetzen gebracht werden sollen, beispielsweise in der gesamten biologischen Technik, auch soweit sie auf medizinisch-bakteriologisehem Gebiet liegt. 



   PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Verfahren zur Abscheidung von Mikroorganismen aus Flüssigkeiten durch Ausflockung, dadurch gekennzeichnet, dass man der Flüssigkeit an sich zur Ausflockung neigende Mikroorganismen zusetzt.

Claims (1)

  1. 2. Die Anwendung des Verfahrens nach Anspruch 1 auf die Abseheidung von Hefe aus der Gäroder Waschflüssigkeit.
    3. Verfahren nach Anspruch 2, gekennzeichnet durch den Zusatz von unschädlichen Flockenmich- säurebakterien.
    4. Verfahren nach Anspruch 1 bis 3, gekennzeichnet durch den Zusatz von Flockungsbakterien, welche keine oder nur geringe Mengen von flüchtigen Säuren zu erzeugen vermögen.
    5. Verfahren nach Anspruch 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass man die in den Fabrikationsprozess eingeführten Flockungsmikroorganismen im Fabrikationsprozess selbst laufend weiter verwendet.
    6. Verfahren nach Anspruch 2 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die mittels der unschädlichen Flockenmilchsäurebakterien ausgeschiedene und mit diesen noch vermischte Hefe als Stellhefe verwendet wird.
AT97903D 1921-07-05 1921-07-05 Verfahren zur Abscheidung von Mikroorganismen aus Flüssigkeiten. AT97903B (de)

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