AT141269B - Verfahren zur Herstellung von Heil- und Impfstoffen. - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Heil- und Impfstoffen.

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AT141269B
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   <Desc/Clms Page number 1> 
 



  Verfahren zur Herstellung von   Heil- uud Impfstoffen.   



   Es wurde gefunden, dass man neuartige wertvolle   Heil- und Impfstoffe erhält. wenn   man auf Aufschwemmungen solcher Bakterien, für deren Bekämpfung der Impfstoff bestimmt ist, eiweissverdauende bakterielle Fermente einwirken lässt, bis kein Eiweiss mehr in der Aufschwemmung gefunden wird, und die so erhaltenen Flüssigkeiten von festen Partikeln befreit. z. B. durch Zentrifugieren und Filtrieren. 



   Es kann zweckmässig sein, die Fermente in der   Bakterienaufschwemmung   durch   fermentbildende   Bakterien zu erzeugen. So kann man beispielsweise auf flüssigen   Nährboden,   in welchen pathogene Bakterien aufgeschwemmt sind, die fermentbildenden Bakterien züchten. Die in der Aufsehwemmung befindlichen pathogenen Bakterien werden hiebei durch die lösend wirkende Fermente bildenden Bakterien in Lösung gebracht, worauf die Reste der lösenden Bakterien abgetrennt werden. Unter den pathogenen Bakterien, mit deren Hilfe auf diese Weise Impfstoffe hergestellt werden können, seien erwähnt : Bazillen der Coli-, Typhus-, Ruhrgruppe,   Cholera-und Pestbazillen. ferner Eitererreger   wie Staphylokokken und der Erreger des Abortus Bang. 



   Für die Aufschwemmungen der Bakterien werden die pathogenen Bakterien von den zur Züchtung verwandten flüssigen oder festen Nährböden getrennt, beispielsweise durch Abschleudern oder Abschwemmen. Man nimmt für   die Aufschwemmung einfach zusammengesetzte, eiweissfreie Nährboden.   wie sie beispielsweise in dem Lehrbuch der   Bakteriologie''von   Dr. Ludwig Heim, 1898, S. 95 oder "Handbuch der experimentellen   Bakteriologie"von Kolle   & Hetsch, 1930, Band III, S. 931 beschrieben sind. Der Nährboden, in dem die pathogenen Bakterien gezüchtet werden, bevor sie abgetrennt und aufgeschwemmt werden, kann in bekannter Weise in jedem besonderen Fall den betreffenden pathogenen Bakterien, die für die Herstellung des Impfstoffes verwandt werden, angepasst sein.

   Die Nährböden müssen neutral bis alkalisch sein ; sie müssen einen pH-Wert von beispielsweise 7'0-8'0 oder eine noch mehr alkalische Reaktion haben, gemäss den Bedingungen, die zur Züchtung der in jedem besonderen Fall angewandten pathogenen Bakterien notwendig sind. Diese Bedingungen sind beispielsweise aus den oben angeführten Veröffentlichungen zu ersehen. Wenn man die pathogenen Bakterien filtriert oder abzentrifugiert und dann in einer Nährlösung, wie sie oben beschrieben worden ist, aufschwemmt. werden sie entweder getötet oder sie verlieren zum mindesten die Fähigkeit, weiter zu wachsen oder sich zu vermehren. 



   Die nach dem Verfahren erhältlichen Produkte sind eiweissfrei, klar und wasserhell, sie dienen als Ausgangsmaterial zur Herstellung der   gewünschten Verdünnungen.   Sie können sowohl zur peroralen ab auch zur parenteralen Immunisierung verwendet werden. Sie sind für die Diagnose sowie für die Prophylaxe und Therapie von Krankheiten verwendbar. 



   Man hat bereits Fermente erzeugende Bakterien zusammen mit pathogenen Bakterien gezüchtet, wobei die pathogenen Bakterien durch die Fermente erzeugenden Bakterien allmählich unterdrückt werden (D. R. P. Nr. 525485, Schweizer Patent Nr. 114845 und Nr.   114853).   Es besteht jedoch bei den so erhaltenen Produkten die Gefahr, dass sie nicht dauernd therapeutisch verwendbar sind. Ferner hat man bereits isolierte Enzyme, vorzugsweise tierischer Herkunft, auf Bakterienkulturen einwirken lassen (D. R. P. Nr. 547183).

   Alle auf diese Weise hergestellten Impfstoffe scheiden jedoch nach kurzer Zeit   Niederschläge   aus, in denen ein wirksamer Stoff enthalten ist. 

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 Beispiele : 
1.   100 g feuchte Typhusbazillen   werden mit   500     cm3   eines einfach zusammengesetzten Nährbodens (z. B. neutralisierte und filtrierte Lösung von 15 g Mononatriumphosphat, 20 g Monokaliumphosphat, 3 g Magnesiumsulfat und 25 g Asparagin in 51 destilliertem Wasser)   aufgeschwemmt   und mit Bazillus mesentericus geimpft. Nach   15tägiger   Bebrtitung ist das Filtrat eiweissfrei und biuretnegativ.

   Die Flüssigkeit wird nun durch Zentrifugieren und anschliessende keimfreie Filtration von allen festen Partikeln befreit und dient als   Stammlösung für   die gewünschten Impfstoffe. 
 EMI2.1 
 einfach zusammengesetzten Nährbodens (z. B. neutralisierte und filtrierte Lösung von 15   g Mononatrium-   phosphat, 20 g Monokaliumphosphat, 3 g Magnesiumsulfat und 25 g Asparagin in   51   destilliertem   Wasser k   aufgeschwemmt, auf einen pH-Wert von 7-6 eingestellt und mit Bazillus mesentericus beimpft. Nach zirka 14tägiger Bebrütung ist das Filtrat eiweissfrei und biuretnegativ. Die Flüssigkeit wird nun durch Zentrifugieren und keimfreie Filtration von allen festen Partikelchen befreit und dient als   Stamm lösung-   für die gewünschten Wasserhellen Impfstoffe. 



     3.   100 g feuchte Pestbazillen werden mit   500     c eines einfach   zusammengesetzten Nährbodens (z. B. neutralisierte und filtrierte Lösung von 5 g   Natriumchlorid,   2 g Natrium oder   Kaliiimbipliosphat,     4 g Asparagin   oder asparaginsaures   Xatrium, 6 g Ammoniumlactat   in 11 destilliertem Wasser) auf- 
 EMI2.2 
 14tägiger BebrÜtung ist das Filtrat eiweissfrei und biuretnegativ. Die Flüssigkeit wird nun durch Zentrifugieren und keimfreie Filtration von allen festen Partikelchen befreit und dient als Stammlösung für die gewünschten wasserhellen Impfstoffe. 



   4.100 g feuchte Typhusbazillen werden mit 500 cm3 eines einfach zusammengesetzten Nährbodens 
 EMI2.3 
 sulfat, 2 g Dikaliumphosphat, 6 g Ammonlactat in 11 destilliertem Wasser) aufgeschwemmt, auf einen pH-Wert von   7'2   eingestellt und mit Bazillus mesentericus beimpft. Nach zirka 14tägiger   Bebrütung   ist das Filtrat eiweissfrei und biuretnegativ. Die Flüssigkeit wird nun durch Zentrifugieren und keimfreie Filtration von allen festen Partikelchen befreit und dient als   Stammlösung   für die gewünschten wasserhellen Impfstoffe. 



   5.   100 g feuchte Cholerabazillen   werden mit   500 cl3   eines einfach zusammengesetzten Nährbodens (z. B. neutralisierte und filtrierte   Lösung-von     0#5 g Natriumchlorid, 2 g Kaliumbiphosphat,   
 EMI2.4 
 von   8'0   eingestellt und mit Bazillus   mesenterieus   beimpft. Nach zirka 14tägiger   Bebrütung   ist das Filtrat   eiweissfrei   und biuretnegativ. Die Flüssigkeit wird nun durch Zentrifugieren und keimfreie Filtration von allen festen Partikelchen befreit und dient als Stammlösung für die gewünschten wasserhellen Impfstoffe.

Claims (1)

  1. PATENT-ANSPRUCH : Verfahren zur Herstellung von Heil-und Impfstoffen, dadurch gekennzeichnet, dass man auf Aufschwemmungen solcher Krankheitserreger, für deren Bekämpfung der Heil-und Impfstoff bestimmt ist, Bakterien, welche eiweissverdauende Fermente erzeugen, wachsen lässt und die so erhaltenen Lysate in üblicher Weise auf Heil-und Impfstoffe verarbeitet.
AT141269D 1931-10-29 1932-08-27 Verfahren zur Herstellung von Heil- und Impfstoffen. AT141269B (de)

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