Verfahren zum automatischen Steuern von Jacquardkaartenschlagmaschinen. Das Schlagen von Jacquardkarten ist so wohl auf der Klaviaturschlagmaschine, als auf der Semperschlagmaschine eine zeit raubende und mühsame Arbeit.
Die vorliegende. Erfindung bezweckt, das Schlagen vollständig automatisch zu gestal ten. Hierzu wird gemäss dem vorliegenden Verfahren zum automatischen Steuern einer Jacquardkartenschlagmaschine diese direkt mittelst der Patrone gesteuert. Um dies zu ermöglichen, wird die Patrone besonders prä pariert. Die Präparierung kann beispiels weise darin bestehen, dass die Felder der Pa trone teils unbemalt gelassen, teils mit einem farbigen Anstrich versehen sind, der dem Papier der Patrone in den bestrichenen Fel dern eine grössere mechanische Festigkeit ge gen Durchstossen verleiht, oder darin, dass ent weder die bemalten oder dann die unbemalten Quadrate der Patrone durchstochen sind, um die Patrone zur Steuerung von pneumatischen Einrichtungen zu verwenden.
Es können auch die einen Vierecke der Patrone mit einer Sub= stanz bemalt sein, die ihnen eine verschiedene elektrische Leitfähigkeit gibt gegenüber den unbemalten. Diese Verschiedenheit wird dann zum Steuern von elektrischen Mechanismen verwendet, die ihrerseits zum Beispiel die Klaviatur der Klaviaturschlagmaschinen oder die Platinen der Semperschlagmaschine in die gewünschte Stellung bringen.
Auf der beiliegenden Zeichnung sind, bei spielsweise, zwei Einrichtungen schematisch dargestellt, die zur Ausübung des Verfahrens nach der Erfindung dienen @ können. Bei der in Fig. 1 dargestellten Einrichtung wird die Patrone a auf ihrer ganzen Breite von der Rolle b über zwei Stiftenräder c und<B>d</B> auf die Rolle e aufgerollt. Ihr Weg geht durch die Spalte f der Einrichtung, wo sie an einem Stempel g vorbeikommt, der durch ein Ge wicht<I>da</I> periodisch veranlasst wird, gegen die Patrone zu schlagen.
Zu diesem Zwecke wird der Stempel g, der mit einer Nase<I>i</I> gegen einen beweglichen Anschlag k sich stützt, nach periodischem Aufheben des Gewichtes Z durch das Rand m, durch den Anschlag k frei gegeben und durch das Gewicht h nach links bewegt.
Die Patrone ist vorher, wie in Fg. 2 ge zeigt, mit einem Anstrich bemalt worden., der der Patrone örtlich eine grössere rizechanische Festigkeit gegen Durchstossen verleiht. Diese Arbeit ist keine Mehrarbeit. Statt gewöhn licher schwarzer Farbe wird zum Beispiel ein Lack aufgetragen, der die notwendige Bieg samkeit besitzt, um aufgerollt werden zu können, und dem bemalten Viereck eine zirka. fünfmal grössere Festigkeit gegen Durch stossen gibt 21s den unbemalten.
Das Abfüllen der Patrone durch den Stempel <I>g</I> geschieht vor einer Öffnung<I>n,</I> die in einen von Abspülluft für Papieraus schnitte durchzomenen Kanal mündet, in wel chem Stangen o enden, deren Bewegung nach links einen Kontakt p schliessen. Dieser Kon takt ist mit einer Kraftquelle und einem Elektromagneten q in Serie geschaltet, wel eher Magnet einen einen Schlagstempel be einflussenden Schieber einer Klaviaturschlag- maschine bekannter Art betätigt.
Die Ein richtung arbeitet folgendermassen: Die Patrone wird schrittweise geschaltet, so dass je das folgende Viereck vor den Schlag stift g gelane#t. Bei jeder Einstellung der Patrone wird letztere durch das Gewicht h #reranlasst, gegen die Karte zu schlagen. Trifft nun der Stempel g auf eine bemalte Stelle, so ist seine Kraft nicht gross genug, um die Patrone zu durchlochen. Der Kontakt p wird nicht geschlossen, der Schieber der Klaviaturschlagmaschine nicht verstellt und infolgedessen die Karte nicht gelocht.
Trifft der Stempel g auf eine unbemalte Stelle, so "enügt die Kraft des Gewichtes h, um ihn durch die Patrone hindurch zu treiben. Das ausgestanzte Stück fliegt durch den Kanal t weg, der Stempel g trifft dann auf den Stift o, der seinerseits den Kontakt schliesst, was die Verstellung des Schiebers zur Folge hat. Die Karte wird dann gelocht. Die Rolle m dreht sieh dann im umgekehrten Sinne des Pfeils und lässt das Gewicht 1 fallen. Letz teres ist schwerer als das Gewicht h und bringt den Stempel mit der Nase i hinter den Anschlag k zurück.
Zweckmässigerweise ist für jedes Viereck der ganzen Breite der Patrone je ein gewichts- beeinflusster Schlagstift samt Kontakt etc. vorgesehen. Man wird dementsprechend zweckmässig eine Klaviaturschlagmaschine bauen, die ebenfalls die ganze Breite der Karte schlagen kann, um so im nämlichen Arbeitsvorgang ein Lochen auf der ganzen Breite der Jacquardkarten zu erhalten.
In Fig. 3 ist eine andere Einrichtung ebenfalls schematisch dargestellt, die eine auf eine andere Weise präparierte Patrone be nutzt. Letztere ist in Fig. 4 dargestellt. Die bemalten Stellen der Patrone werden von Hand mittelst gröberer Nadel gelocht. Die Patrone wird gleich wie beim vorigen Beispiel durch Rollen veranlasst, sich in einem Spalt zu bewegen, wo die Löcher der Patrone vor Kanäle r zu liegen kommen, deren Ab sperrung oder Freigebung sie dann besorgen.
In jedem Kanal r befindet sich ein Kol ben, dessen Stange einen Kontakthebel be tätigt, der auf die gleiche Weise, wie anläss lich des vorigen Beispiels beschrieben, durch Elektromagnet auf eine Platine einer Semper- schlagmaschine wirkt.
Nach jedem schrittweisen Bewegen der Karte wird ein Schlitten s durch ein Ex zenter hin- und hergeschleppt. Dieser Schlit ten kommt auf die Patrone zu liegen, und in diesem Moment wird ein in seinem Innern ausgebohrter Kanal mit einer Druckluftquelle in Verbindung gebracht. Ist nun die Pa trone gelocht, so kann diese Pressluft durch das Loch hindurch auf den Kolben r wir ken und den. Kontakt p schliessen. Wo die Patrone ganz ist, sperrt sie den Luftzutritt, so da.ss der Kontakt p nicht geschlossen wird.
Es kann auch, wie erwähnt, die Patrone mit einer Substanz bearbeitet sein, derart, dass ihre Vierecke verschiedene elektrische Widerstände aufweisen, je nachdem sie be strichen oder nicht bestrichen sind. Die Pa trone wird dann in einen elektrischen Strom kreis eingeschaltet und durch ähnliche Me chanismen bewegt wie diejenigen, die in Fig. 1 angegeben sind. Die Verschiedenheit der örtlichen elektrischen Widerstände erlaubt dann ohne weiteres bei geeigneter Spannung ein Steuern der Magnete q.