Verbundbremse für Personen- und Güterzüge. Die Erfindung betrifft eine mit einem Zweikammer- und einem Einkammerbrems zylinder ausgerüstete Verbundbremse und soll ermöglichen. dass die Verbundbremse so wohl in Personen-, als in Güterzügen benutzt werden kann. Die Bremse besitzt ein Rück schlagventil im Steuerventil, das in eine Lei tung eingeschaltet ist, die vorn Totraum des Zweikammerbremszylinders einerseits nach dem Arbeitsraum des Einkammerbremszylin ders und anderseits nach der Aussenluft führt.
Gemäss der Erfindung ist. eine Umschalt vorrichtung in der vorgenannten Leitung zwi schen dem Hauptsteuerschieber des Steuer ventils und dein Rückschlagventil angeord net, und ferner ist sie in eine Leitung ein geschaltet, die von dem Arbeitsraum des Ein kammerbremszylinders nach der Auslassöff nung zur Aussenluft und in eine Leitung, die von dem Rückschlagventil nach der Auslass öffnung zur Aussenluft führt, wobei sie derart beschaffen und einstellbar ist, dass der Tot raumauslass zur Aussenluft behufs Bremsung von Güterzügen und leeren Güterwagen ge schlossen werden kann.
Die den Erfindungsgegenstand in Ausfüh rungsbeispielen darstellende Zeichnung ver anschaulicht in Fig. 1 und ? das Verbund steuerventil riebst Umshaltvorrichtung -und Rückschlagventil in zwei verschiedenen senk- reclltei! Schnitten längs der Kanäle 1?, 10 in Fig. 9 in der Stellung für Personenbremsung; Fig. 3 und 1 dagegen veranschaulichen die Lage der Umschaltvorrichtung für Be nutzung; der gleichen Bremse in Güterzügen; Fig. 5 und 6 zeigen ähnliche Schnitte wie Fig. 1 und 2, jedoch an einem Verbundsteuer ventil nur für Güterwagen, wobei die Um schaltvorrichtung und das Rüchschlagventil für beladene Wagen eingestellt .sind; Fig. 7 und 8 stellen einen senkrechten Schnitt durch die Umschaltvorrichtung dar, wenn dieselbe für Güterwagen in unbeladenem Zustande eingestellt ist;
Fig. 9 veranschaulicht sche matisch die Gesamtanordnung der Verbund bremse, bestellend aus Verbundbremszylin dern mit Bremsgestänge, Steuerventil und Umschaltvorrichtung im Schnitt.
Das Verbundsteuerventil 3 ist, wie Fig. 9 zeigt, bei. L an die durck@ehende Haiiptle:- tun-- und durch Leitung F an den Einkam merbremszylinder B1 angeschlossen.
Der Steuerkolben k des Steuerventils ,1 teilt den Innenraum des Gehäuses in die mit der Leitung L in Verbindung stehende Steuer schieberkammer I und in die mit letzterer durch die Füllnut k' in Verbindung stehende Steuerschieberkammer II. In der letzteren be findet sieh der Hauptsteuerschieber g, der als Schleppschieber ausgebildet ist und auf des sen Rücken sieh der mit dem Kolbenstangen rahmen starr verbundene Hilfsschieber h be findet. Die beiden Schieber dienen als Ab- schlussorgane sowohl für die stufenweise Bremsung, als auch für das stufenweise Lösen.
Die Steuerschieberkammer II ist durch das Rohr E mit dem Steuerbehälter C und der Arbeitskammer IV' des Zweikammer bremszylindern B, verbunden. Die Kolben stange des Kolbens in im Einkammerbrems zylinder B1, sowie die Kolbenstange der bei den Kolben l,, Z, im Zweikammerbremszylin der B., sind bei p, bezw. mit. den Hebeln q, o des Bremsgestänges verbunden. Die Hebel q, o sind durch die Stange y', verbunden. welche durch ihren Fortsatz r1 ;in dem bei. c gelagerten Hebel s angreift. An den beiden Hebeln s, q ist das beiderseitige Bremsge stänge t, u angeschlossen.
In dem über das Steuerventil führenden Verbindungskanal zwischen dem Totraum '6' der Zweikammerbremse und dem Einkammer bremszylinder B, ist ein. federbelastetes Rück schlägventil i und eine aus einem Hahn be stehende Umschaltvorrichtung H (Fig. 1 und 5) eingeschaltet, deren Einstellung es ermög licht, die Verbundbremse sowohl in kurzen (Personen-), als in langen (Güter-) Zügen bei letzteren sogar unter Berücksichtigung des Ladegewichtes zu verwenden.
Das in einer Büchse geführte Rückschlagventil z besitzt eine Längsbohrung 1.1, und in dieselbe mün dende Bohrung 13 und 16, von denen ersteren (13) bei gehobenem Ventil über der genann ten Büchse mit einem Kanal 6 des Verbund steuerventils in Verbindung stehen, während bei gesenktem Rückschlagventil die Bohrun- gen 16 mit einem zur Umschaltvorrichtung führenden Kanal 15 kommunizieren.
Die Umschaltvorrichtung H ist in zwei hintereinanderliegenden Ebenen mit je zwei Bohrurigen. bezw. Kanälen versehen, von denen die einen mit dem Kanal 12 und die andern mit dem Kanal 10 in Verbindung ge bracht werden können. Fig. 1, 3, 5 und 7 zei gen einen durch diejenigen Bohrungen der Umschaltvorrichtung H gelegten Schnitt, welche mit dem Kanal 12 in Verbindung tre ten, während Fig. 2, .1, 6 und 8 einen parallel zu vorgenanntem Schnitt gelegten Schnitt durch die Umschalt=vorrichtung darstellen, bei welchem die Bohrungen der Umschaltvor richtung mit dem Kanal 10 verbunden sind, bezw. den Kanal 10 mit der Aussenluft ver binden.
Die Bohrungen für den Kanal 12 kreuzen sich; nach Fig. 1. und 3 ist die eine dieser Bohrungen am einen Ende verengt, während nach Fig. 5 und 7 beide Bohrungen auf der ganzen Länge gleichen Durchgangs querschnitt haben. Zur Steuerung der Kanäle 10 und 15 besitzt der Umschalthahn nach Fig. \? und 1 einen die Hälfte des Querschnit tes einnehmenden Kanal 10' und eine einer- ends verjüngte Bohrung 10", welche den Ka nal 10 mit der Aussenluft verbindet, wenn der Kanal 15 abgeschlossen ist. Nach Fig. 6 und 8 besitzt der Umschalthahn für den Kanal 10 zwei sich gegenüberliegende Nuten 17, 17', welche durch eine an ihrem einen Ende verjüngte Bohrung 18 miteinander in Verbin dung stehen.
In der Füll- und zugleich Lösestellung (Fig. 9) ist der Arbeitsraum IV der Zwei kammerbremse nebst Hilfsluftbehälter C durch das Rohr E und über die Kammer Il, Füllnute Ir' und Kammer I mit der Hauptlei tung L, der Totraum V dagegen über Lei tung D und Kanäle 5, d, 3, 2, 1 im Steuer ventil -1 mit der Hauptleitung L verbunden, ivälirend die Druckkammer III des Einkam inerbremszylinders B, durch das Rohr F und die Kanäle 6, 7, B. 9, 1.0 im Steuerventil < l und über die Auslassöffnung im Umschalt hahn H mit der Aussenluft verbunden ist.
In der nicht gezeichneten Bremsstellung des Steuerventils steht bei gehobenem Rück schlagventil der Totraum I' auf den. Wege 1). 5, 4, 12, L: Umschalthahn IL, H Kanäle 14, 13 im Rückschlagventil i (Fig. 1). Kanal (3 und Rohr F finit der Druckkammer<I>111</I> des Einkammerbremszylinders Bl, bei gesenktem Rückschlagventil dagegen durch die Bohrun gen 16, denselben Kanal 1.5 (Fig. 1) und die Öffnung im Umschalthahn H (Fig. 2) mit der Aussenluft in Verbindung.
Die Wirkungsweise der beschriebenen Verbundbremse ist folgende: Wird zwecks Einleitung einer Bremsung eine Druckminderung in der Hauptleitung vorgenommen. so bewegt der in der Kammer 11 herrschende Hilfsbehälterdruck den Kol ben k so -reit nach links. dass die Füllnut Y verschlossen wird und der finit dem Kolben k gehende Abstufungsschieber h die Verbin dung der Kanüle 2, 4 des Hauptsteuerschie bers g, also der Leitung L mit dein Totraum V aufhebt.
Wird der Druck in der Leiture -r noch weiter vermindert, d. h. der Kolben k und der Schieber y noch mehr nach links ver schoben, so wird der Totraum V über das Rohr D, Kanäle 5, 4. 11, 12 Umschalthahn H mit dem Rücksclagventil i verbunden, so dass die aus dem Totraum kommende Luft vorerst das Rückschlagventil i anhebt. durch die innere Höhlung 14 und die obern Bob rungen 13 und den Kanal 6, sowie das Rohr F zum Einkammerbremszylinder strömt, bis sich der Druck zwischen dem Totraum und dem Einkammerbremszylinder ausgeglichen hat.
Alsdann schliesst sich das Rückschlag ventil i wieder, und die noch im Totraum ver bleibende Luft strömt nunmehr durch die untern Bohrungen 16 des Ventils i und den Kanal 15, sowie den Kanal 10' des Umschalt hahnes (Fig. 2) ins Freie. Der Umschalthahn ist also durch seinen einen Durchgang (Fig. 1) in den Kanal 12 und durch seinen andern Durchgang (Fig. 2) in den Kanal 15 derart eingeschaltet, dass er beide Kanäle zugleich beherrscht.
Für Personenzugbremsung (Fig. 1 und 2) wird der Umschalthahn in die aus Fig. 1 und '? ersichtliche Stellung eingestellt, in -welcher die weitere Bohrung des Hahnes 11 mit dein Kanal 12 verbunden ist. Die von dem Tot raum des Bremszylinders über den Steuer- schieber g in den Kanal 1.2 gelangende Luft strömt daher ungehindert zum Rückschlag ventil i und weiter in den Einkammerbrems zylinder. Ebenso kann bei dem nachher er folgenden Schliessen des Ventils i die noch im Totraum zurückgebliebene Druckluft un gehindert ins Freie entweichen, da der Hahn H auch für den Kanal. 15 einen grossen Durch gang freilässt.
Bei der Stellung des Hahnes H für Güter zugbremsung dagegen lässt das Hahnlkücken (Fig. 3) nur eine enge Bohrung für den Durchtritt der Luft aus dem Totraum über das Rückschlagventil i nach dein Einkammer-, bremszylinder frei, so dass der Bremsdruck, den. Bedürfnissen der Güterzugbremsung ent sprechend, nur langsam ansteigt. Ausserdem wird der -Fanal 1.5 durch den Hahn 11 (Fig. -l) abgesperrt, so dass die im.
Totraum des Zweikammerzylinders nach Schluss des Ven tils i noch. eingeschlossene Luft nicht ins Freie entweichen kann. .Hierdurch wird die bei Personenzügen mögliche, höchste Brems- iVirkiing wesentlich vermindert, da der Zwei- kaminerzyIinder nicht oder mir in geringem Masse zur Wirkung kommt.
Da auch die Art des Löseres der Bremse aus denselben Rücksichten für beide Zug -arten verschieden gestaltet werden muss, und zwar für Personenzüge schnell, für Güter- ziige dagegen langsamer, so ist der 1Umschalt- hahn in der beschriebenen Gestalt zum ra schen oder langsamen Lösen der Bremse ge eignet.
Der über den Steuerschieber führende Auspuffkanal 10 des Einkammerzylinders ist in der Stellung des Umschalthahnes für Personenzugbremsung mit dem weiterer. Ka- i@al 10' desselben verbunden (Fig. 2), tväli- rend er in der Stellung des Hahnes für Gü- tcrzugbremsung Ti-. 4) durch die entere Bohrung 1.0" ini Halmkücken stark gedrosselt wird.
Um nun dasselbe Steuerventil insbeson dere für Güterzüge verwendbar zu machen. bei welchen die Berücksichtigung des Lade gev-iehtes erforderlich ist, sind gemäss Fig. 5 bis 8 das beschriebene Hahnkücken H und das beschriebene Rückschlagventil r, ersetzt, in Gier Weise, dass das für Güterwagen be stimmte Rückschlagventil die erforderlichen Drosselöffnungen für die Verbindung des Tot raumes des Zweikammerzylinders mit dem Einkammerzylinder und der freien Luft ent hält, und dass der Umschalthahn mit anders gestalteten Durchbrechungen versehen ist. dagegen bei leeren \Vagen (Fig. 7 und 8) die ins Freie führende Öffnung (Fig. 6) auch ab zusperren gestattet.
Die Öffnungen 13 und 16 (Fig. 5) 1111 Rückschlagventil i sind derart verengt, dass die Überströmung von Druckluft aus dem Totraum des Zweikammerbremszylinders über den Kanal 12 nach dem Einkammer zylinder, bezw. in die Aussenluft den Erfor dernissen der Güterzugbremse entsprechend gedrosselt wird. Der Hahnkegel H ist für seine beiden Stellungen (Fig. 5 und 7) ohne Verengungen für den Kanal 12 ausgeführt Die Bohrung 15 führt. über die eine Nute 17' des Hahnkückens ins Freie, ist also beim be ladenen Wagen (Fig. 6) geöffnet, während bei unbeladenem Wagen der Umschalthahn so eingestellt ist, dass die Bohrung 15 (Fig. 8) geschlossen ist. Bei unbeladenem Wagen kommt demnach nur der Einkammerbrems zylinder voll zur Wirkung.
Die vom Aus puffkanal 10 ins Freie führende Öffnun (Fig 6 und 8). ist in beiden Fällen im Hahn kegel gedrosselt.
Der Hahnkegel H könnte für seine beiden Stellungen (Fig. 5 und 7) entsprechend dem Hahnkegel H in Fig. 1 und 3 des Verbund steuerventils für Personenwagenbremsung mit Verengungen für die aus Kanal 12 durch strömende Druckluft ausgeführt sein.