Tor mit Rahmen
Die Erfindung betrifft ein Tor mit Rahmen und an den Lagerstellen wirkenden Betätigungseinrichtungen, wobei das Tor um eine in der einen Hälfte des Tores liegende Drehachse verschwenkbar ist, wobei die Drehachse durch aus dem Tor ragende Bolzen definiert ist.
Die bekannten Aufhängevorrichtungen für ein Tor, welches zum Beispiel ein Garagen- oder ein Werkstattor sein kann, sind so konstruiert, dass durch Gegengewichte oder Zugfedern über Schwenkarme oder Seilzüge das Tor verschwenkt wird. Es müssen besondere Führungsschienen für das Teil des Tores vorgesehen werden, welches in die Garage oder in die Werkstatt verschwenkt wird. Diese bekannten Konstruktionsteile sind rechts und links und oberhalb vom Torrahmen angebracht und beanspruchen viel Platz innerhalb der Garage oder der Werkstatt.
Der grosse Platzbedarf wird dadurch berücksichtigt, dass der Torrahmen in einem Abstand von 40 bis 80 cm von den Seitenwänden oder von der Decke entfernt angebracht werden muss.
Infolge dieses Nachteils muss die eigentliche Torfläche wesentlich kleiner gewählt werden, als die räumlichen Abmessungen der Garage oder der Werkstatt es zulassen würden. Ein weiterer Nachteil liegt in dem Gefahrenmoment der sich im freien Raum bewegenden Gegengewichte, Seilzüge und Federn. Das Gestänge für die Gegengewichte bewegt sich beim Verschwenken des Tores nach Art einer Schere, wodurch schon mancher Unfall, besonders bei Kindern, entstanden ist. Die Unfallgefahr liegt auch in der weitläufigen Bewegung der Gegengewichte. Zur Vermeidung solcher Unfälle wurden die Seilzüge mit Gegengewichten oder mit Zugfedern vorgeschlagen.
Die Praxis ergab jedoch, dass bei nicht ordnungsgemässer Führung der Seilzüge, welche durch vorschriftswidrige Bedienung des Öffnens und Schliessens des Tores entstehen kann, die Seilzüge im Laufe der Zeit schadhaft werden und die Gegengewichte herunterfallen oder die Zugfedern infolge ihrer starken Federkraft sich selbständig machen und durch die Garage oder Werkstatt fliegen. Es ergaben sich auch dadurch Unfälle, dass besonders Kinder ihre Finger in die gespannten Zugfedern steckten.
Die Erfindung hat die Aufgabe, diese Unfälle zu vermeiden.
Darüberhinaus soll mit der Erfindung eine Aufhängevorrichtung in kompakter Bauweise geschaffen werden, so dass fast kein sogenannter verlorener Raum vorgesehen werden muss. Die erfindungsgemässe Aufhängevorrichtung kann direkt auf die Leibung des Mauerwerkes angeschlagen werden. Dies bedeutet sowohl eine bessere Ausnützung der zur Verfügung stehenden Maueröffnung, als auch eine vereinfachte Planung zum Beispiel für den Architekten, der nicht mehr die speziellen Masse, wie zum Beispiel Abstände von den Seitenwänden und der Decke zur Leibung, berücksichtigen muss, welche Masse von Typ zu Typ der Tore verschieden sind.
Die Erfindung ist dadurch gekennzeichnet, dass jeder der in zwei gegenüberliegenden Teilen eines Torrahmens geführten Bolzen in einer mit einem flüssigen oder gasförmigen Druckmittel gefüllten Bewegungseinrichtung gelagert ist, die im entsprechenden Teil des Torrahmens untergebracht ist und beim Verschwenken des Tores die Drehachse parallel verschiebt, wobei in der Nähe eines jeden Bolzens eine Verbindung zwischen dem auf der einen Seite der Drehachse liegenden Teil des Tores und dem auf der anderen Seite der Drehachse liegenden Teil des Torrahmens vorgesehen ist, welche Verbindung den Abstand der beiden Teile konstant hält beim Verschwenken des Tores.
Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird anhand der Zeichnungen näher erläutert. Es zeigen:
Fig. 1 und 2 im Querschnitt und im Grundrissdarstellung die in das Mauerwerk eingebaute Aufhängevorrichtung,
Fig. 3 und 4 in teilweiser Schnittdarstellung die beweglichen Teile der Aufhängevorrichtung.
Gemäss Fig. 1 ist der Torrahmen 1, dessen einer Seitenteil 16 in senkrechter Lage gezeichnet ist, in die Leibung des oberen und des unteren Mauerwerkes 2 der Garage oder Werkstatt eingebaut. Auf jeder Seite befindet sich der senkrechte Seitenteil des Torrahmens, in welchem je eine Bewegungseinrichtung 3 angeordnet ist. Jede Bewegungseinrichtung, welche eine Kolben-Zylindereinheit sein kann, weist einen Kolben 4 auf, welcher durch ein gasförmiges oder flüssiges Druckmedium bewegbar ist. Das obere Ende der Kolben 4 ist zu einem Lager 5 ausgebildet, welches die beiden die Drehachse 15 des Tores definierenden Bolzen 6 aufnehmen. Das Lager 5 ist in diesem Ausführungsbeispiel als Schale dargestellt. In der Schliesstellung fluchtet das Tor 7 mit dem Torrahmen 1.
Sobald das Tor 7 an seinem unteren Ende nach links gezogen bzw. verschwenkt wird, verschieben die Bewegungseinrichtungen 3 mittels ihrer Kolben 4 die Bolzen 6 der Drehachse in Pfeilrichtung parallel nach oben. In der Fig. 1 ist oberhalb der Drehachse des Tores 7, dessen Teil mit 71 bezeichnet ist, eine Verbindungslasche 8 vorgesehen, in welche zum Beispiel eine Stange 10 angelenkt ist.
Das andere Ende der Stange 10 ist in der Lasche 9 angelenkt, welche am Seitenteil 16 des Torrahmens 1 unterhalb der Drehachse befestigt ist. Der untere Teil ist mit 17 bezeichnet. Infolge der parallelen Verschiebung der Drehachse des Tores 7 nach oben und des Einhaltens eines konstanten Abstandes zwischen dem oberen Teil 71 des Tores und dem unteren Teil 17 des senkrechten Torrahmens liegt das Tor im geöffneten Zustand in der Nähe des oberen Mauerwerkes 2. Im geöffneten Zustand ist die Stange 10 nur sehr wenig nach rechts ausgelenkt. Wie später noch näher beschrieben, sind die Verbindungslaschen 8, 9 so angeordnet, dass die Stange 10 nicht in die lichte Weite der Toröffnung ragt. Die Bewegungseinrichtungen 3 sind so ausgebildet, dass das Tor 7 sich allein öffnen kann. Die Bedienungsperson braucht lediglich das Tor einige cm aus der Schliesstellung zu bewegen.
Die Dimensionierung der Bewegungseinrichtungen 3 erfolgt entsprechend den Gewichten der Tore. Das selbständige Öffnen des Tores 7 ist besonders dann von Vorteil, wenn im Winter ein Teil desTores zugeschneit ist und die Toröff nung unter Schneelast vollzogen werden soll.
In der Fig. 2 ist der Grundriss der Einfahrt für eine Garage gezeigt. Der Torrahmen 1 kann direkt in die Leibung des Mauerwerkes 2 eingefügt werden. Der dick gezeichnete Torrahmen schliesst mit der Vorderkante des Mauerwerkes 2 ab. In den Seitenteilen 16 des Torrahmens 1 sind die Bewegungseinrichtungen 3 symbolisch dargestellt. Die Seitenteile umgeben die Bewegungseinrichtungen vollkommen, so dass deren bewegliche Konstruktionsteile nach aussen nicht in Erscheinung treten.
Jeder der Seitenteile 16 des Torrahmens 1 hat die Grundrissmasse von zum Beispiel 5 x 5 cm. Dies bedeutet die Breite eines normalen Türstockes, wobei zusätzlich eine Bewegungseinrichtung vorgesehen ist. Bei den bekannten Aufhängevorrichtungen handelt es sich dagegen um wesentlich grössere Abmessungen, wobei die sich bewegenden konstruktiven Teile zusätzlich einen sogenannten verlorenen Raum beanspruchen.
In der Fig. 2 ist eine weitere Einbaumöglichkeit des Torrahmens 1 gestrichelt gezeichnet. Es soll hiermit nur angedeutet werden, dass der Torrahmen 1 in Nischen zwischen der Seitenwand und der Aussenwand eingebaut werden kann, wobei die Tiefe der Nischen nicht mehr als 5 cm betragen muss. Wenn diese Nischen ein grösseres Mass aufweisen, so ist dies nicht kritisch, wie auf der linken Seite des gestrichelt gezeichneten Torrahmens 1 der Fig. 2 dargestellt ist. Wenn auch in der Fig. 2 die Verbindungslaschen 8, 9 mit der Stange 10, welche auch ein Stahlseil sein kann, nicht besonders eingezeichnet sind, so wird darauf hingewiesen, dass auch in diesem Falle der Verbindungsmechanismus nicht in die lichte Weite der Toröffnung hineinragt.
Eine Unfallgefahr für irgend welche Personen ist beim Öffnen oder Schliessen des Tores 7 ebenfalls nicht vorhanden, da die Auslenkung der Stange oder des Seiles 10 von der Schliesstellung zur Öffnungsstellung des Tores 7 nicht mehr als angenähert 35O beträgt. Dies bedeutet auch, dass die Lagerstellen zwischen der Stange bzw. des Seiles und den Verbindungslaschen 8, 9 im Laufe der Betriebsjahre praktisch nicht abgenutzt werden können, da die Bewegung zwischen diesen Teilen zu gering ist.
In der Fig. 3 ist ein Seitenteil 16 des Torrahmens 1 dargestellt In diesem Seitenteil enthält die Bewegungseinrichtung 3 zum Beispiel zwei übereinander angeordnete Kolben-Zylindereinheiten. Der Kolben 4 der unteren Kolben-Zylindereinheit stösst auf die untere Fläche des zum Beispiel einen quadratischen Querschnitt aufweisenden Seitenteils 16 auf. Der Kolben 4 der oberen Kolben-Zylindereinheit enthält das als Schale ausgebildete Lager 5 zur Aufnahme des Bolzens 6 des Tores 7. Zwischen der Lagerschale 5 und dem Bolzen 6 befindet sich eine Lagerschicht 11 aus hartem Kunststoff, so dass das Lager wartungsfrei ist. Auf dem äusseren Ende des Bolzens ist ein Kugellager 12 angeordnet, dessen Wirkungsweise im Zusammenhang mit der Fig. 4 näher besprochen wird.
In jeder der Kolben-Zylindereinheiten ist ein gasförmiges oder flüssiges Druckmedium vorgesehen, welches den Kolben 4 aus der Zylindereinheit bewegt, sobald das Tor 7 zum Torrahmen 1 ausgelenkt wird. Die beiden Bewegungseinrichtungen 3 sind in den Seitenteilen 16 des Torrahmens 1 so untergebracht, dass lediglich ein Schlitz für die Bewegung des Bolzens 6 vorgesehen ist. Alles andere der Seitenteile des Torrahmens ist geschlossen. Der obere Teil des Torrahmens ist in bekannter Weise mit den Laschen 111 am Mauerwerk 2 befestigt. Am oberen Teil 71 des Tores 7 ist die Lasche 8 befestigt, welche das eine Ende der Stange 10 aufnimmt. Wie bereits beschrieben, befindet sich am unteren Teil 17 des Torrahmens 1 die Lasche 9 zur Aufnahme des anderen Endes der Stange bzw. des Seiles 10.
Der Abstand zwischen den Laschen 8, 9, das heisst die Länge der Stange bzw. des Seiles 10, kann in weiten Grenzen variiert werden. So ist zum Beispiel die Verbindungslasche 8 in der Fig. 3 am obersten Ende des Tores und in der Fig. 1 etwas tiefer angesetzt.
Da in der Fig. 3 zwei Kolben-Zylindereinheiten in jedem Seitenteil 16 des Torrahmens 1 vorgesehen sind, befindet sich zwischen diesen beiden Einheiten eine Hülse 13, welche das ordnungsgemässe Verschieben der beiden Einheiten während des Öffnens oder Schliessens des Tores 7 gewährleistet. Selbstverständlich kann in jedem Seitenteil 16 auch eine einzige Kolben-Zylindereinheit als Bewegungseinrichtung 3, wie in der Fig. 1 gezeigt, verwendet werden. Zur besseren lllustrierung ist in der Fig. 3 das Schloss 14 am unteren Ende des Tores angedeutet.
In der Fig. 4 ist die Draufsicht auf die Lagerung zwischen einem Seitenteil 16 des Torrahmens 1 und dem Tor 7 gezeigt.
Der Seitenteil 16 ist über die Lasche 111 am Mauerwerk 2 der Garage oder der Werkstatt befestigt. Im Tor 7 ist der Bolzen 6 befestigt, welcher seitwärts in den Torrahmen 1 mit vorzugsweise quadratischem Grundriss hineinragt. Um den Bolzen 6 ist die Lagerschicht 11 aus Hartkunststoff angeordnet. Unterhalb dieser Lager schicht befindet sich die in Fig. 3 ausführlich gezeigte Lagerschale 5, welche am Kolben 4 der Bewegungseinrichtung 3 angebracht ist. Das aus der Kunststoffschicht 11 herausragende Teil des Bolzens 6 enthält das Kugellager 12. Das Kugellager hat ein gewisses Spiel innerhalb des Seitenteils 16.
Wenn bei dem Verschwenken des Tors 7 die Drehachse nach oben oder nach unten verschoben wird, verhindert das Kugellager 12 das Auftreten von grösseren Reibungskräften. Am unteren Teil 17 des Torrahmens 1 sind die Lasche 9 und am oberen Teil 71 des Tors 7 die Lasche 8 befestigt. Beide Laschen stehen in Verbindung mit der Stange oder mit dem Stahlseil 10. Aus der Fig. 4 geht weiterhin hervor, dass für die Unterbringung des Torrahmens nur ein sehr geringer Platz nötig ist.
Wenn auch die Aufhängevorrichtung im Zusammenhang mit den Figuren so beschrieben wurde, dass der Öffnungs- bzw.
Schliessvorgang des Tores 7 nach oben oder nach unten vor sich geht, so ist diese Aufhängevorrichtung so konstruiert, dass das Tor 7 seitwärts geöffnet bzw. geschlossen werden kann. In diesem Fall sind die beiden gegenüberliegenden Teile 16 des Torrahmens 1, in welchen die Bewegungseinrichtungen 3 angebracht sind, oben und unten in der Offnung des Mauerwerkes vorgesehen. Hierbei werden die Bolzen 6 des Tores 7 allseitig vom Lager 5 des Kolbens 4 der Bewegungseinrichtung 3 umfasst, so dass das Tor ordnungsgemäss aufgehängt ist und während des Öffnens und Schliessens richtig geführt werden kann. Die Verbindung zwischen den Laschen 8, 9, welche, wie bereits erwähnt, an den auf den beiden Seiten der Drehachse liegenden Teilen 17, 71 des Torrahmens 1 und des Tores 7 befestigt sind, besteht aus der Stange oder aus dem Seil 10.
Die Seilverbindung ist nicht kritisch, da während des Öffnens und Schliessens des Tores 7 nur Zugkräfte auftreten. Der Abstand der beiden Teile 17, 71 soll beim Verschwenken des Tores 7 konstant bleiben.
Der Torrahmen kann auch in einer schrägen Stellung bzw.
Anordnung in die Maueröffnung eingesetzt werden. Es ist auch daran gedacht, dass das Tor in eine Bodenöffnung - in waagrechter Anordnung - einsetzbar ist, welche Bodenöffnung zum Beispiel in einer Lagerhalle vorgesehen ist. Der Schliess- und Öffnungsvorgang ist bei schräger und waagrechter Anordnung des Torrahmens 1 der gleiche wie bereits im Zusammenhang mit der senkrechten Anordnung beschrieben wurde. Auch in diesem Fall kann als Verbindung zwischen den beiden Laschen 8, 9 anstelle der Stange auch ohne weiteres ein Seil 10 verwendet werden, da nur Zugkräfte während des Verschwenkens auftreten
Abschliessend wird darauf hingewiesen, dass die Aufhängevorrichtung infolge ihrer kompakten Bauweise nicht nur am Mauerwerk, sondern auch an anderen Baumaterialien angeschlagen werden kann.
Wegen der kompakten Bauweise der Aufhängevorrichtung wird das Tor so an das Mauerwerk bzw. an andere Baumaterialien angeschlagen, dass kein Mauersturz wie bei den bekannten Aufhängevorrichtungen notwendig ist. Ausserdem ist durch die besondere Konstruktion der Aufhängevorrichtung gewährleistet, dass das Tor eine weiche Führung wäh- rend des Offnungs- und Schliessvorganges hat. Dies bedeutet, dass das Tor nicht zuschlagen kann, wenn zum Beispiel bei einem dieser Vorgänge das Tor der Bedienungsperson aus der Hand gleiten sollte.