Verfahren zum Schmelzen, Reinigen und Entlüften von Honig Wegen der Temperaturempfindlichkeit des Honigs wird beim üblichen Schmelzen von Honig häufig eine Schädigung des Honigs herbeigeführt. Es wurde bereits ein Verfahren zum Schmelzen von Honig vorgeschlagen, bei dem eine Schädigung des Honigs durch Beachtung bestimmter Schmelztemperaturen und -zeiten vermieden werden soll. Es hat sich indessen gezeigt, dass Honige mit sehr niedrigem Wassergehalt mit dem erwähnten Verfah ren nicht klar geschmolzen werden können, sondern trübe bleiben.
Bei sehr wasserarmen Honigen, wie sie im Handel häufig auftreten, gelingt es zudem nicht, die schlecht schmelzenden Bestandteile des Honigs bei der maximal zulässigen Temperatur innerhalb der für diese Honige höchstzulässigen Zeiten einwandfrei zu schmel zen. Im Hinblick auf die Reinigung des Honigs von Schmutzteilen ist es jedoch zweckmässig, sämtliche Ho nigsorten möglichst leicht fliessbar zu verschmelzen, so dass der Honig ohne Schwierigkeiten durch ein feinma schiges Sieb gegeben werden kann. Schliesslich aber ist ein klar geschmolzener Honig eine Forderung des Han dels, da sich klare Honige leichter verkaufen lassen als trübe.
Bei den bisher bekanntgewordenen Verfahren ist es weiterhin nachteilig, dass es bei niedrigen Temperaturen nicht gelingt, die im Honig fein verteilten Luftbläschen restlos zu beseitigen. Die Beseitigung dieser Luftbläschen ist erforderlich, da der Honig sonst auch aus diesem Grunde nicht klar werden würde. Man hat bereits vorgeschlagen, die Luftteilchen durch Evakuieren des Honigs zu beseitigen. Versuche haben jedoch gezeigt, dass es bei zähflüssigen Honigen und niedrigen Tempera turen nicht gelingt, die Luftbläschen ausschliesslich durch Evakuieren zu entfernen.
Der Erfindung liegt nun die Erkenntnis zugrunde, dass das Schmelzen des Honigs grundlegend dadurch verbessert werden kann, dass man den Wassergehalt des zu verarbeitenden Honigs erhöht. Der Zusatz von Fremd wasser ist jedoch im Hinblick auf gesetzliche Vorschrif ten nicht möglich.
Gemäss der Erfindung soll nun das Schmelzen, Reinigen und Entlüften von Honig in der Weise erfolgen, dass dem Honig das durch Vakuumverdampfung von bereits geschmolzenem und gereinigtem Honig erhaltene Destillat zugesetzt und die Mischung bei einer Tempera tur, die noch keine Schädigung des Honigs hervorruft, einige Stunden gerührt wird, wonach die Lösung gesiebt und ihr im Vakuum soviel Destillat entzogen wird, dass der Honig wieder den ursprünglichen Wassergehalt auf weist.
Der Honig lässt sich durch die Behandlung nach dem erfindungsgemässen Verfahren ohne Verwendung von Fremdwasser in einen leicht flüssigen Zustand bei ver- hältnismässig niedrigen Temperaturen versetzen, so dass er sowohl ohne Schwierigkeiten durch ein feinmaschiges Sieb gegeben und von mechanischen Beimengungen gereinigt als auch von sehr feinen Luftbläschen befreit, das heisst also in einen klarflüssigen Zustand versetzt werden kann.
Eine nach dem Verfahren gemäss der Erfindung arbeitende Anlage wird anhand eines in der Abbildung dargestellten Ausführungsbeispieles näher beschrieben. Das Schmelzen des Honigs erfolgt in einer Schmelz- und Löseeinrichtung bekannter Bauart. So ist in der Abbil dung ein Schmelzkessel 1 dargestellt, der von einem Warmwassermantel 2 beheizt wird. In ihm befindet sich ein Rührer 3. Über eine Rohrleitung 4 wird dem Schmelzkessel laufend Honigdestillat zugesetzt. Der Zu satz des Honigdestillates kann auch absatzweise erfolgen. Es hat sich als günstig erwiesen, im Schmelzkessel eine Beheizungstemperatur von zirka 46 C möglichst nicht zu überschreiten, damit eine Schädigung des Honigs vermie den wird.
Die Lösezeit, die bei dieser Temperatur erforderlich ist, bis sämtliche schwer löslichen Bestand teile des Honigs in Lösung gegangen sind, ist in der Weise vom Wassergehalt des Honigs abhängig, dass bei einem Wassergehalt des Honigs von etwa 16 Gewichts prozent es ohne Schädigung des Honigs praktisch nicht möglich ist, alle Bestandteile zu lösen. Erhöht man hingegen den Wassergehalt um zirka 2 bis 5% durch Zusatz von Honigdestillat, so gehen sämtliche schwer löslichen Bestandteile des Honigs bereits innerhalb weni ger Stunden in Lösung über, ohne dass eine Schädigung des Honigs eintritt.
Sobald sich im Schmelzkessel sämtliche Bestandteile des Honigs gelöst haben, wird der gesamte Inhalt gemäss dem Ausführungsbeispiel diskontinuierlich über eine Siebeinrichtung 5, in welcher Schmutzteile beseitig wer den, in einen beheizbaren Vorratsbehälter 6 abgelassen. Von diesem fliesst der Honig über eine Rohrleitung 7 kontinuierlich zu einem Vakuumverdampfer B. Soweit es aus örtlichen Verhältnissen erforderlich ist, kann zwi schen dem Vorratsbehälter 6 und dem Vakuumverdamp fer 8 eine Förderpumpe vorgesehen werden.
Als Vakuumverdampfer wird am besten ein Dünn schichtverdampfer mit kurzer Verweilzeit verwendet, dessen Mantel durch eine Warmwasserheizung beheizt wird. Der Warmwassereintritt erfolgt bei 9, der Warm wasseraustritt bei 10. Der auf die Ausgangskonzentration eingedampfte Honig wird mittels einer Pumpe 11 zu einem Lagerbehälter 12 abgepumpt. Es genügt, wenn in dem Dünnschichtverdampfer eine Honigdestillatmenge in der Grössenordnung von 2 bis 5Q/o des durchgesetzten Honigs abgedampft wird, um einen einwandfreien Löse vorgang zu erzielen.
Die in dem Dünnschichtverdampfer 8 abgedampften Brüdendämpfe werden in einem wassergekühlten Kon densator 13 niedergeschlagen. Das Kühlwasser tritt bei 16 ein und fliesst bei 17 ab. Die austretende Luft sowie das Honigdestillat werden mit einer Vakuumpumpe 14 abge pumpt und das Luft-Wasser-Gemisch zu einem Entlüf- tungsgefäss 15 gebracht, aus welchem die Luft durch eine Austrittsleitung 18 ins Freie entweicht, während das Honigdestillat über die Rohrleitung 4 zurück zum Schmelzkessel 1 gelangt.
Das Abdampfen des Brüdenkondensates aus dem Honig erfolgt in dem Dünnschichtverdampfer bei einem Vakuum von zirka 40 Torr. entsprechend einer Siedetem peratur des Honigs von zirka 45 C.
Das Honigdestillat besteht in der Hauptsache aus Wasser. Es enthält jedoch ausserdem wertvolle Aroma stoffe, die gemäss der Erfindung im Hinblick auf die Rückführung des gesamten Destillates nicht verlorenge hen. Die Durchführung des erfindungsgemässen Verfah rens unter Zugabe von Fremdwasser verbietet sich also nicht nur im Hinblick auf gesetzliche Vorschriften, sondern ist wegen der entsprechenden Aromaverluste nicht ratsam, da bei Verwendung von Fremdwasser für die Honigschmelze das Destillat zusammen mit den Aromastoffen abgelassen werden müsste. Hierdurch wür den ausserdem auch Wärmeverluste entstehen.
Die bei der Vakuumverdampfung des geschmolzenen Honigs gleichzeitig abgeschiedenen, im Honig enthalte nen Luftbläschen werden durch die Dampfbildung mit aus dem Honig herausgeführt und entweichen aus dem Entlüftungsgefäss 15 über die Rohrleitung 18 ins Freie.
Bei der erstmaligen Inbetriebsetzung der gesamten Apparatur beginnt man, wie bereits erwähnt, zweckmäs- sig mit einem Honig von relativ hohem Wassergehalt, damit die für den Kreislauf erforderliche Honigdestillat menge erzeugt werden kann, die verhältnismässig gering ist. Notfalls kann jedoch ein kleiner Lagervorrat an Honigdestillat in dem Entlüftungsgefäss 15 gesammelt werden. Nach Durchsatz der ersten Honigcharge durch die Gesamtanlage können dann wasserarmere Honige durch die Apparatur geschickt werden.
Im Dauerbetrieb wird bei der beschriebenen Arbeitsweise der Wasserge halt in dem verarbeiteten Honig stets der gleiche sein, wie in dem frisch ankommenden Honig, da sich die zum Schmelzen erforderliche Honigdestillatmenge lediglich innerhalb der Apparatur im Kreislauf befindet, so dass an der Gesamtwasserbilanz des Honigs zwischen Ein- und Austritt in die Apparatur keine Änderung auftritt.
Das erfindungsgemässe Verfahren bietet nicht nur bei wasserarmen Honigen, sondern auch bei wasserreichen Vorteile. Bei letzteren kommt nämlich trotz niedriger Temperatur eine einwandfreie Entlüftung des Honigs in dem Vakuumverdampfer durchaus zustande, wobei sich durch das im Vakuumverdampfer erzeugte Honigdestillat in der Schmelzeinrichtung eine wesentliche Abkürzung des Schmelz- und Lösevorganges ergibt.