Verfahren und Vorrichtung zum Ausmauern der oberen Hälfte von Drehrohröfen Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Ausmauern der oberen Hälfte von Drehrohröfen grossen Durchmessers mittels eines der Gewölbeform angepassten, jedoch etwas kleineren Lehrbogens, bei dem Keilsteine ver wendet werden.
Die Ausmauerung von Drehrohröfen erfolgt nor malerweise durch ringförmiges Verlegen und Ver mauern von Keilsteinen, deren Keilform dem jeweili gen Ofendurchmesser entspricht. Während die Verle gung der unteren (liegenden) Hälfte des Ringes auf einfache Weise erfolgen kann, muss die obere (hän gende) Hälfte des Ringes während der Verlegung dem Ausmauerungsfortschritt entsprechend nachgestützt werden, bis der Schlusstein eingebracht ist.
Mit dem Einbau und der Verkeilung des Schlussteins ist dann das Ringmauerwerk freitagend und die Stützvorrich tung kann abgebaut werden.
Für die Ausmauerung der oberen Hälfte ist man bei Öfen kleineren Durchmessers bisher so vorgegan- gen, dass nach der unteren Hälfte des Rin ges durch ständiges Abstützen und Verkeilen mit Bal ken oder Stangen gehalten und geschlossen wurde.
Für Drehrohröfen bis zu etwa 4 Meter Durchmes ser fand die Schraubenwindemethode Anwendung. Bei diesem Verfahren wird der liegende Teil des Ringes in normaler Weise bis etwa über die Hälfte des Niveaus der Ofenachse hochgezogen. Dieser Ringabschnitt wird anschliessend durch eine horizontal gelegte Schrauben winde festgespannt, die die obersten Steine der unteren Ringhälfte beidseitig an den Ofenmantel presst.
Dann erfolgt im allgemeinen eine Vierteldrehung des Ofens und die Verlegung eines weiteren Viertelrin ges in liegender Stellung, worauf dieser Ring durch eine weitere Schraubenwinde festgespannt wird. Nach einer erneuten Vierteldrehung kann auch das letzte Viertel des Ringes in liegender Stellung belegt und der Ring geschlossen werden. In manchen Fällen wird mit drei Schraubenwinden und Drehungen um jeweils 120 gearbeitet, um eine grössere Sicherheit bei der Aus mauerung zu erzielen.
Bei Ofendurchmessern über 4,5 m ist ein Drehen des Ofens während der Ausmauerung aus Stabilitäts gründen nicht mehr sicher genug. Ausserdem ist die Handhabung von Schraubenwinden dieser Dimension schwierig. Die Ausmauerung derart grosser Drehöfen .wurde daher so vorgenommen, dass zunächst die Steine im unteren Teil des Ofens in normaler Weise verlegt wurden und anschliessend oberhalb des Nive aus der Ofenachse eine Plattform mit einem Lehrbogen angebracht wurde. Zwischen dem Lehrbogen und der Innenseite der Ausmauerung verblieb dabei nur ein Abstand von wenigen Zentimetern.
Die Verlegung der Steine erfolgte dann in Fortsetzung des liegenden Halbringes durch Verkeilen der Steine über dem Lehr bogen, wobei Keile in den Zwischenraum zwischen dem Lehrbogen und der Innenseite der Ausmauerung getrieben wurden. Bei einer verbesserten Form dieses Verfahrens erfolgte das Andrücken und Festhalten der Steine durch Bogenabschnitte, die über Schrauben axial verstellbar sind oder durch Schrauben selbst.
Ein solches Montagegerät, auch Brickcontracter genannt, ermöglicht eine sicher Ausmauerung grosser Drehöfen ohne Bewegung des Ofens, ist aber in der Handhabung umständlich, da eine Vielzahl von Schrauben angezo gen und gelöst werden muss. Zudem erfordert dieses Montagegerät ein erhebliches Gewicht und ein verstell bares Lehrgerüst für jeden Ofendurchmesser.
Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zu- grunde, diese Nachteile des bekannten Ausmau- erungsverfahrens zu vermeiden und ein Verfahren und eine Vorrichtung anzugeben, mit denen die Ausmaue- rung auf einfache Weise in kurzer Zeit mit leicht trans portierbaren Geräten durchgeführt werden kann.
Das erfindungsgemässe Verfahren ist dadurch ge kennzeichnet, dass auf den Lehrbogen dicht nebenein ander eine Reihe von aufblasbaren Luftkissen aufge legt wird und dass die Keilsteine der Reihe nach in den Zwischenraum zwischen den Luftkissen und den Ofen- mantel eingeschoben und durch Aufblasen des jeweils unter den Steinen befindlichen Luftkissens an den Ofenmantel angepresst werden.
Eine vorteilhafte Vorrichtung für dieses Verfahren ist gekennzeichnet durch eine Anzahl dicht nebenein ander angeordneter, an der unteren Seite mittels Gurt bändern verbundener aufblasbarer Luftkissen zur Auf lage auf den Lehrbogen.
Vorteilhaft sind die Luftkissen mit lösbaren Rück schlagventilen und einem Anschluss für einen Druck luftschlauch versehen.
Die Länge der Luftkissen ist vorzugsweise so be messen, dass sie der Länge der Keilsteine entspricht, während die Breite der Luftkissen sich über mehrere Steine erstrecken kann.
In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel des Gegenstandes der Erfindung dargestellt, und zwar zeigt: Fig. 1 einen Querschnitt durch einen ausgemauer ten Drehrohrofen mit Lehrbogen und darauf angeordne ten Luftkissen; Fig. 2 einen Ausschnitt aus der Ausmauerung in perspektivischer Ansicht, und Fig.3 die erfindungsgemässe Vorrichtung für das Andrücken der Steine mit den Luftkissen.
In Fig. 1 ist der Ofenmantel mit 1 bezeichnet, der mit keilförmigen Formsteinen 5 ausgemauert ist, die im oberen Teil im einzelnen erkennbar dargestellt sind. Diese Formsteine sind mittels des Lehrbogens 4, auf den mit Gurtbändern 3 eine Reihe von Luftkissen 2 aufgelegt ist, an den Ofenmantel angepresst worden, bis der Ring in der dargestellten Weise vervollständigt ist. Der Lehrbogen 4 ist auf einer Arbeitsbühne 6 ab gestützt, die etwas unterhalb der Ofenachse in den Ofen eingesetzt ist.
In Fig.2 ist in perspektivischer Darstellung der Einbau der keilförmigen Formsteine 5 näher darge stellt. Durch die bereits aufgeblasenen Luftkissen 2 sind die vier darüber liegenden keilförmigen Form steine schon an den Ofenmantel 1 angepresst. Die neu einzusetzenden Formsteine 5A ruhen auf einem nicht aufgeblasenen Luftkissen 2A, das sich über die Gurt bänder 3 auf einem Balken des Lehrbogens 4 abstützt.
Diese eingeschobenen Formsteine werden durch Auf blasen des Luftkissens 2A über ein Rückschlagventil 7 an den Ofenmantel angepresst, und vervollständigen dann die Ausmauerung. Anschliessend werden weitere Formsteine in den Zwischenraum zwischen das näch ste, noch nicht aufgeblasene Luftkissen und den Ofen mantel 1 eingeschoben und durch Aufblasen an den Ofenmantel angepresst, und dieses Verfahren wird fortgesetzt, bis die Ausmauerung vollständig durchge führt ist.
In Fig. 3 ist die Anordnung der Luftkissen 2 auf den Gurtbändern 3 näher dargestellt. Wie aus dieser Zeichnung ersichtlich, liegen die Luftkissen mit gerin gem Abstand parallel nebeneinander, wobei sie eine Tiefe oder Länge besitzen, die der Länge der verwen deten keilförmigen Formsteine entspricht. Die jeweils bis zum äusseren Rand der Unterseite reichenden Gurtbänder ermöglichen ein einfaches Auflegen der Kissenreihe auf den Lehrbogen, auf dem sie gegebe nenfalls auch befestigt werden können.
Dabei ist es möglich, die gleichen Kissenbänder für Öfen verschie denen Durchmessers zu verwenden, so dass es speziel ler Montagegeräte für die jeweilige Ofengrösse nicht bedarf. Der bei dem erfindungsgemässen Verfahren verwendete Lehrbogen kann in einfacher Weise aus Holz oder aus Leichtmetall hergestellt sein und braucht nicht genau mit der beabsichtigten Wölbung der Ofen mauerung übereinzustimmen, weil ein gewisser Spiel raum von den Luftkissen überbrückt werden kann.
Die Luftkissen sind vorteilhaft mit Rückschlagventilen ver sehen, über die zum Aufblasen Luft eingelassen und später auch wieder abgelassen werden kann.
Die erfindungsgemässe Ausmauerung wird daher wie folgt vorgenommen: Nachdem die untere Hälfte des Ausmauerungsrin- ges in üblicher Weise ausgelegt worden ist, wird eine im Niveau der Ofenachse befindliche, über Rollen, Schienen oder ähnlichem verschiebbare Arbeitsbühne 6 mit dem Lehrbogen 4 eingebracht. Übjr die gesamte Länge des Lehrbogens 4 wird das Luftkissenband mit den flexiblen Gurten 3 und dem darauf angeordneten Luftkissen 2 aus elastischem Material aufgelegt.
die Luftkissen werden zunächst nur so weit mit Luft ge füllt, dass zwischen den auf ihnen verlegten Steinen (siehe 5A in Fig. 2) und der Innenseite des Mantels ein Spalt von wenigen Zentimetern verbleibt. Nach dem Verlegen einer bestimmten Anzahl von keilförmigen Formsteinen 5 - in der Zeichnung 2 -, die sich nach der Grösse des Luftkissens richtet, wird der Luftdruck so weit erhöht, dass die verlegten Steine durch die Volumenvergrösserung der Luftkissen an den Ofen mantel gepresst und dort festgehalten werden.
Auf diese Weise kann der Ring, von beiden Seiten kom mend, geschlossen werden.
Da die Luftkissen in Sekundenschnelle gefüllt wer den, wird eine beträchtliche Zeitersparnis gegenüber dem Anziehen der Schraubenwinden von Hand erzielt. Da die erfindungsgemässe Vorrichtung aus den durch die Gurtbänder zusammengehaltenen Luftkissen be steht, ist sie leicht transportierbar, und es brauchen keine grossen Stahlteile für die Montage mitgebracht werden, wie bei dem oben erwähnten Brickcontractor. Der bei dem erfindungsgemässen Verfahren verwendete Lehrbogen für die Auflage der Luftkissen kann in jeder Betriebstischlerei hergestellt werden, ohne dass es dabei auf grosse Genauigkeit ankommt. Ausserdem können die Luftkissengurte bei Öfen beliebigen Durchmessers verwendet werden,
da sie sich der jewei ligen Krümmung des Lehrbogens anpassen. Statt eines einfachen Lehrbogens kann bei dem erfindungsgemäs sen Verfahren natürlich auch in bekannter Weise ein auf den jeweiligen Ofendurchmesser einstellbares Lehr gerüst verwendet werden.