Verfahren und Vorrichtung zum Verkleinern des lichten Querschnittes von Schornsteinen bzw. Schornsteinzügen Neuere Erkenntnisse in dem Bau von Schornstei nen haben ergeben, dass eine grosse Anzahl der beste henden Schornsteine ihre Aufgabe hinsichtlich eines einwandfreien und richtigen Zuges nicht bzw. nicht mehr erfüllen. Dies liegt in erster Linie daran, dass die häuslichen Feuerstätten in den letzten Jahren eine sprunghafte Entwicklung genommen haben, die jedoch in ihrem Aufbau und in ihrer Konstruktion ohne Rücksicht auf die bestehenden Schornsteine entwickelt worden sind.
Auf der anderen Seite werden in bestehende Häu ser heute im Zuge der modernen Entwicklung mehr und mehr Ölheizungen eingebaut, die wiederum ihren eigenen Gesetzen unterworfen sind und die mit Rück sicht auf ihren Bau auch nicht ohne weiteres an beste hende Schornsteine angeschlossen werden sollten. Es wird heute als durchaus zulässig angesehen, z. B. an einen bestehenden Schornstein einen ölbeheizten Kes sel oder mehrere anzuschliessen, wobei allerdings dann die Frage der Dimensionierung des Schornsteinquer schnittes gegenüber den in einem Gebäude herzustel lenden notwendigen Wärmeeinheiten unberücksichtigt geblieben ist.
Heiztechnisch gesehen, lässt sich dies wie folgt zusammenfassen: Eine moderne Feuerstätte hat einen wesentlich höheren Wirkungsgrad als frühere Feuerstätten, und der Wirkungsgrad liegt im allgemei- nen bei 80 bis 85 % im Gegensatz zu 50 bis 60 % bei alten Öfen.
Bei einem so veränderten Wirkungsgrad sind sowohl die Abgastemperaturen als auch die Ab gasmengen wesentlich geringer als früher. Bleibt aber beim Anschliessen moderner Feuerstätten an einen bestehenden Schornstein dieser Schornstein in seinem Querschnitt unverändert, so ergeben sich daraus erheb liche Heizschwierigkeiten und insbesondere auch Ver- sottungen an den Innenwandungen der Schornsteine. Diese Mängel lassen sich nur dadurch beseitigen, dass der Wirkungsgrad des Schornsteins mit dem Wirkungs grad der Feuerstätte bzw. der Feuerstätten in,
Einklang gebracht wird. Da nun die modernen Feuerstätten (Herde, Öfen, Ölheizungen usw.) einheitlich nach modernen Gesichtspunkten entwickelt worden sind, bleibt als einzig mögliche Veränderung diejenige, an dem Schornstein selbst Veränderungen vorzunehmen., insbesondere mit dem Ziel, den Druck im Schornstein so zu erhöhen, dass die Abgase die Schornsteinmün dung schneller erreichen.
Wesentlich für die Lösung des Problems ist weiterhin, dass die Abgase in jedem Fall .ins Freie gelangen, bevor sie den Taupunkt errei chen, da anderenfalls an der Innenwandung der Schornsteine Feuchtigkeitsablagerungen und die vorge nannten Versottungen eintreten.
Zwar könnte man den Druck im Schornstein theoretisch durch Erhöhung der wirksamen Schornsteinhöhe steigern, jedoch hat diese Erhöhung der Schornsteine aus baupolizeilichen Grün den ihre Grenze, und ausserdem wäre die Anordnung solcher hoch über den Dächern von Häusern vorste henden Schornsteine unschön und würde ausserdem eine Gefahr beim Reinigen der Schornsteine bilden. Daher sind für die Höhe der Schornstein über Dach höhe bestimmte und nicht überschreitbare Grenzen festgesetzt.
Aus dieser Erkenntnis heraus ergibt sich das Pro blem, in Anpassung an die Feuerstätten moderner Aus führung mit erhöhtem Wirkungsgrad die Schornstein querschnitte zu verkleinern. Der Lösung eines solchen Problems treten jedoch Schwierigkeiten entgegen, da gemauerte oder aus Fertigteilen bestehende Schorn steine entweder quadratischen oder rechteckigen Quer schnitt mit waagerechten Lagern und senkrechten Stossfugen oder mindestens Lagerfugen aufweisen.
Durch diese Bauart und durch diese Querschnittsform ist eine erhebliche Druckminderung die Folge, dies umsomehr, als strömungstechnisch gesehen ein eckiger Querschnitt zu Wirbelströmen und damit zu einer Ver ringerung der Strömungsgeschwindigkeit der Abgase Veranlassung gibt. Ausserdem treten in solchen Schornsteinen nicht unerhebliche Reibungen auf, die sich aus den Unebenheiten der Fugen ergeben, wäh rend sich in den Ecken um die zumeist runde Abgas säule herum abwärtsfallende kalte Luftsäulen befinden.
Es ist ein Verfahren bekannt, um in einem beste henden Schornstein bzw. Schornsteinzug eine Quer schnittsverminderung zu erreichen, indem in den Schornstein ein zylindrischer Körper eingebracht wird und von oben her um diesen zylindrischen Körper Be tonmasse gegossen wird, dann gewartet wird, bis sich rings um den eingesetzten Körper die Masse verfestigt hat, dann der Mittelkörper um ein Stück nach oben gezogen und so der Schornstein mit einer Betonaus kleidung versehen wird, die einen Schornstein mit kreisförmigem Querschnitt belässt. Abgesehen davon, dass ein solches Verfahren ausserordentlich zeitrau bend ist, hat es den Nachteil, dass der sich verfesti gende Beton porös ist und somit eine glatte Innenwan dung nicht erzielt werden kann.
Ein weiteres behelfs- mässiges Verfahren zum Auskleiden von Schornsteinen besteht darin, unter Verwendung eines Gummikissens auf die Innenseite des Schornsteines eine oder mehrere Lagen Putz aufzubringen.
Hierbei muss jedoch der Nachteil in Kauf genommen werden, dass alle Quer schnittsunebenheiten praktisch beibehalten werden, fer ner dass der Beton verhältnismässig rauh bleibt. Aus- serdem besteht der Nachteil, dass das Aufbringen einer Mehrzahl von Putzlagen auf einem fertigen Beton stets eine unverhältnismässig schlechte Bindung zwischen den einzelnen Lagen zur Folge hat und daher die Ge fahr des Abplatzens einer oder mehrerer Putzschichten besteht. Schliesslich lassen sich durch diese Methoden nur geringfügige Querschnittsverkleinerungen unter Aufrechterhaltung der bisherigen Querschnittsform er reichen.
Die Erfindung bezweckt, die Nachteile dieser be@ kannten Verfahren zu beheben. Sie betrifft ein Verfah ren, um bei fertigen Schornsteinen bzw. Schornsteinzü gen den lichten Querschnitt nachträglich wirksam zu verkleinern.
Dieses Verfahren zeichnet sich dadurch aus, dass in den Schornstein auf dem Boden ein Formkörper aufgesetzt wird, dessen Querschnitt etwa dem neuen verkleinerten lichten Querschnitt des Schornsteines entspricht, eine Füllmasse in Form einer erdfeuchten Betonmasse eingebracht wird, die den Zwischenraum zwischen dem Formkörper und der Innenwandung des Schornsteines ausfüllt, diesem Formkörper eine Rüttel bewegung in seitlicher Richtung erteilt wird, so dass seine Seitenwandungen eine Verdichtung der eingegos senen, ihn umgebenden Betonmasse vornehmen, dann der Formkörper unter Fortsetzung der Rüttelbewegung nach oben gezogen und weitere Betonmasse seitlich des Formkörper eingegeben wird,
bis das obere Ende des Schornsteines erreicht ist.
Die Erfindung betrifft auch eine Vorrichtung zur Durchführung des erfindungsgemässen Verfahrens. Dieselbe zeichnet sich dadurch aus, dass der Formkör per mit einem Träger eines elektrischen Unwuchtmo- tors verbunden ist.
Dabei ist nach einer Ausführungsform des Verfah- rens der Erfindung die Möglichkeit gegeben, den eine Rüttelbewegung erhaltenden Formkörper vom Boden bzw. vom unteren Schachtende kontinuierlich oder dis kontinuierlich nach oben zu bewegen und zugleich von oben her die Betonmasse od. dgl. einzugeben, die dann unter langsamer Aufwärtsbewegung des rüttelnden Formkörpers gegen die Innenwandung des Schorn steins gedrückt und hier durch den seitlichen Rüttel druck des Formkörpers schnell verfestigt und innen mit einer glatten Wandung versehen wird.
Nach einer Ausführungsform des Verfahrens der Erfindung kann der eine Rüttelbewegung ausführende Formkörper zugleich als Leitkörper für die an die In nenwandung des Schornsteins zu bewegende Beton masse dienen, indem der Formkörper mit Leitflächen für die Betonmasse versehen wird. Nach einer einfa chen Ausführungsform der Erfindung kann der Leit- körper als einfacher Kegel ausgebildet werden, der an seinem nach unten gerichteten Ende in den Mantel des Formkörpers übergeht.
Nach einer praktischen Ausführungsform des Ver fahrens der Erfindung kann als Rüttelkörper ein im wesentlichen zylindrischer Körper verwendet werden, der einen mit Unwucht versehenen Elektromotor oder Gasmotor trägt, durch den dem Formkörper mit einer gewünschten Frequenz die Rüttelbewegungen erteilt werden, um in Abhängigkeit von der Grösse des Schornsteins oder der Art und der Qualität der Beton masse eine gewünschte Festigkeit in dem schliesslichen fertigen,Betoneinsatz zu erreichen.
Nach einer weiteren Ausführungsform des Verfah rens der Erfindung wird vorgezogen, den die Unwucht antreibenden Motor als Elektromotor auszubilden, wobei die Stromzufuhr vom unteren Ende des Schorn steins her vermittels eines Stromkabels erfolgt, das an ein Kraftnetz oder ein Lichtnetz angeschlossen wird, wobei natürlich das Kabel eine der Länge des Schorn steins entsprechende Länge haben muss.
Nach einer Ausführungsform der Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens kann der Formkörper als einfacher Mantel aus Metall oder einem Kunststoff mit aufgesetztem Verteilerkegel ausgebildet sein. Dieser Formmantel kann mit dem Unwuchtkörper auswech selbar verbunden sein, um so unter Verwendung des gleichen Trägers des Unwuchtmotors bzw. seines An triebs Formmäntel verschiedenen Querschnitts und verschiedener Grösse ansetzen zu können, dergestalt,
dass ein und derselbe Formkörper mit Unwuchtmotor unter Auswechslung des Formmantels für die Herstel lung von Schornsteinen mit verschieden .grossem Quer schnitt verwendet werden kann.
Dabei wird zweckmässig der Formkörper mit dem Unwuchtmotor vermittels einer Winde durch den Schornstein gezogen und vom Schornsteinkopf her oder auch vermittels einer anderen seitlichen im Schornstein angeordneten Öffnung mit Material gefüllt, wobei dann das Material von oben laufend auf den Rüttelkörper fällt und durch die Leitflächen gegen die Wandung,des Schornsteins gleitet.
Durch die neue gewählte Querschnittsfläche und die vorzugsweise runde Querschnittsform und das ent standene wärmedämmende Betonfutter werden die Abgastemperaturen kaum einem Abfall unterworfen, und der Druck im Schornstein erhöht sich dadurch ausreichend, so dass er selbst bei niedrigen Eintritts temperaturen der Abgase noch voll funktionsfähig ist. Auch Versottungen treten bei Abgasen mit geringem Taupunkt (Abgase aus mit Öl gefeuerten Öfen) nicht mehr auf.
Auch bereits versottete Schornsteine können nach dem Verfahren der Erfindung erhalten bleiben, indem die neue Schale einen neuen Schornstein bildet, während das angegriffene Mauerwerk nur noch den Mantel bildet. Dadurch wird der Versottungsvorgang selbst .gestoppt, so dass das versottete Mauerwerk nun mehr austrocknen kann.
Nach einer Ausführungsform des Verfahrens der Erfindung ist es weiterhin möglich, auch nicht senk- recht hochgeführte Schornsteine oder Schornsteine, die im Verlauf ihres Weges eine Abschrägung aufweisen und sich dann senkrecht wieder fortsetzen, mit einer Auskleidung gemäss der Erfindung zu versehen. Dies kann auf eine einfache Weise erreicht werden, indem an den Stellen, an denen der Schornstein beginnt, schräg zu laufen, in .das Mauerwerk ein Loch herge stellt und provisorisch eine Rolle eingeführt wird und ebenfalls eine entsprechende Öffnung an derjenigen Stelle hergestellt und eine Rolle eingebracht wird, an der der schräggeführte Schornsteinquerschnitt wieder in den senkrechten Schornstein übergeht.
Dadurch wird der die Rüttelbewegungen ausführende Formkör per bis zur Schrägabweichung in senkrechter Richtung wirksam geführt und wird weiterhin durch die beiden Rollen in der Schräglage geführt. Dies kann beispiels weise dadurch_unterstützt werden, dass an dem Hinter ende des Rüttelformkörpers ein Seil, ein Kabel o. dgl. angebracht wird, durch dessen Gewicht der Formkör per auch bei Hindurchbewegung durch einen schräg gerichteten Zug in etwa zentrisch geführt wird. In der Praxis hat sich jedoch herausgestellt, dass eine solche zentrische Führung in dem schräg verlaufenden Ab schnitt des Schornsteins nicht unbedingt erforderlich ist.
Wesentliche Funktion der Rolle ist, dass der zu rüttelnde Formkörper während seiner Aufwärtsbewe gung durch die Rolle bzw. Rollen zentrisch geführt wird.
In der beigefügten Zeichnung ist eine Ausführungs form der Erfindung beispielsweise zur Darstellung ge bracht.
Fig.1 zeigt einen Teillängsschnitt durch einen Schornstein mit einer Vorrichtung gemäss der Erfin dung.
Fig. 2 zeigt einen Querschnitt nach Linie 2-2 der Fig. 1.
Mit 3 ist allgemein ein Schornstein bezeichnet, der an seinem unteren Ende durch einen Verschluss in üblicher Weise zugänglich ist. Von oben her wird ver mittels eines Zugseiles 4 ein allgemein mit 5 bezeichne ter Formkörper eingelassen, der bei 6 an seinem oberen Ende kegelförmig zuläuft und bei 7 mit dem Zugseil 4 verbunden ist. Am Boden des Formkörpers 5 ist ein mit 8 bezeichnetes Stromkabel angebracht, das zu einem Netzanschluss führt. 9 bezeichnet allgemein das einzubringende bzw. eingebrachte Füllmaterial.
Der Formkörper 5 besteht aus einem Formmantel mit einem eingebauten Unwuchtmotor, der über das Stromkabel 8 mit elektrischer Energie gespeist wird und der bei seiner Rotationsbewegung eine Rüttelbe wegung des Formkörpers 5 verursacht.
Der Formkörper 5 wird zu Beginn des Arbeitsvor ganges am Boden des Schornsteininneren angeordnet, und von oben her wird Füllmaterial, insbesondere in der Form einer Betonmischung eingelassen, die den Formkörper 5 allseitig umgibt und die durch die Rüt telbewegung allmählich verfestigt wird. Unter allmähli cher Aufwärtsbewegung .des Formkörpers 5 wird weite- res Füllmaterial kontinuierlich oder diskontinuierlich eingelassen, bis der gesamte Schornsteinquerschnitt mit dem Füllmaterial ausgefüllt ist.
Dadurch wird dann ein neuer Schornstein mit verringertem Querschnitt herge stellt, der vorzugsweise, wie bei 10 in Fig. 2 angedeutet ist, kreisförmigen Querschnitt hat, der jedoch auch einen anderen, ovalen o. dgl., Querschnitt annehmen kann, sofern dies gewünscht sein sollte.