CH412552A - Verfahren zur Herstellung von weissem Holzschliff - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von weissem HolzschliffInfo
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Description
Verfahren zur Herstellung von weissem Holzschliff Schon lange ist man bestrebt, einen weissen Holzschliff mit besonders hoher Festigkeit herzustel len. Das konnte man bisher nur bei der Herstellung von sogenanntem Braunschliff erreichen. Bei diesem Verfahren wird das Holz vor dem Schleifen bei Tem peraturen von etwa 160 bis 180 C mehrere Stunden lang mit Dampf behandelt. Wie der Name schon be sagt, wird das Holz dabei dunkelbraun. Der aus einem solchen Holz gewonnene Braunschliff kann nur beschränkt verwendet werden.
Man hat auch schon vorgeschlagen, das Holz vor dem Schleifen mit heissen sauren Lösungen zu be handeln, z. B. mit Lösungen von schwefliger Säure, Sulfiten, Bisulfiten oder Hydrosulfiten. Hierbei wird das Holz ähnlich wie bei dem Dämpfprozess mehrere Stunden bei höherer Temperatur unter Druck ge kocht. Der Zweck dieses Arbeitens war es, die Festigkeitseigenschaften zu erhöhen, ohne dass der Schliff eine braune Farbe besitzt.
Man konnte aber nur kleine Verbesserungen erzielen, weil eine gleich- mässige Tränkung des Holzes mit diesen Lösungen nicht möglich ist, insbesondere des Kernholzes; Nadelholz lässt sich nur von der Stirnseite auf 1 bis 3 cm Länge imprägnieren. Bei Laubholz dringt dage gen die Imprägnierflüssigkeit nur von der Längsseite etwa 1 cm tief ein, von der Stirnseite überhaupt nicht. Gemäss dem Stande der Technik wird das Impräg nieren mit sauren Chemikalien dadurch verbessert, dass man das Holz mit Schnitten und Bohrlöchern versieht.
Es wird hierbei auf die schon bekannte Tat sache verwiesen, dass man Holz selbst unter Zuhilfe nahme besonderer Massnahmen mit alkalischen Lösungen nicht tränken kann. Durch die starke Quellung des Holzes wird das Eindringen der Imprägnierflüssigkeit sowohl von der Stirnseite wie von der Längsseite aus verhindert. Daher muss man, wenn man Holz mit Alkalien tränken will, es vorher besonders sorgfältig zerklei nern. Bisher gelang es nicht, ganze Holzrollen von beispielsweise 1 m Länge und einer Dicke von bei spielsweise 5 bis 50 cm<I>,</I> mit Alkalien ganz gleichmäs- sig zu tränken.
Auch die Anwendung höherer Tem peraturen führte nicht zum Erfolg. Es zeigte sich vielmehr, dass mit der Erhöhung der Temperatur die Quellung verstärkt und damit die Durchdringung ver ringert wird.
Es wurde nun überraschenderweise gefunden, dass man ein Eindringen wässriger alkalischer Lösungen in Holz ermöglicht, wenn man Lösungen verwendet, die gleichzeitig Oxydationsmittel enthal ten. Im Einzelnen ist es noch nicht geklärt, wie diese Oxydationsmittel wirken. Vielleicht setzen sie die Quellfähigkeit der Holzfaser herab. Jedenfalls gelingt es auf diese Art, Holz mit wässrigen Lösungen von Alkalien, wie Natronlauge, Kalilauge oder Natrium- carbonat, gleichmässig und sehr tief zu imprägnieren.
Durch die Oxydation im Innern des Holzes entsteht hierbei gleichzeitig eine Temperaturerhöhung von 20 bis 50 C.
Die vorliegende Erfindung betrifft demnach ein Verfahren zur Herstellung von weissem. Holzschliff mit besonders hoher Festigkeit und ist dadurch ge kennzeichnet, dass man entrindetes Holz mit einer wässrigen alkalischen Lösung, die ein Oxydations mittel enthält, tränkt und das so vorbehandelte Holz schleift.
Ein besonderer Vorteil des erfindungsgemässen Verfahrens besteht darin, dass der aus so vorbehan deltem Holz erzeugte Schliff sehr hell ist und gleich zeitig eine besonders hohe Festigkeit besitzt.
Nach dem Verfahren der Erfindung ist es bei spielsweise möglich, Fichtenholz oder Pappelholz mit Lösungen zu tränken, die auf 100 Teile Holz etwa 1 bis 6 Teile Ätznatron enthalten. Das so behandelte Holz hat im Innern keine dunklen Teile und kann daher in üblicher Weise zu Holzschliff verarbeitet werden.
Um die Zeit für eine vollständige Imprägnierung von unzerkleinerten dicken Holzrollen oder Knüp peln zu verkürzen, kann man das Holz mit senkrecht zu seiner Achse verlaufenden dünnen Einschnitten oder Bohrungen versehen. Ein weiteres Mittel zur Verkürzung der Imprägnierungszeit ist das Arbeiten unter Druck.
Es hat sich ferner überraschenderweise gezeigt, dass zwar bei Nadelholz ein Eindringen der Impräg nierflüssigkeit vorzugsweise von den Stirnseiten her stattfindet. Bei Laubholz findet die Durchtränkung in überwiegendem Masse von den Längsseiten aus statt. Daher ist es bei solchen Hölzern zweckmässig, die Rolle vor der Imprägnierung zu spalten.
Als Oxydationsmittel im Sinne der Erfindung kommen in erster Linie anorganische Peroxyde, z. B. Wasserstoffperoxyd oder Natriumperoxyd, in Be tracht. U. U. kann man auch Kaliumpermanganat verwenden. Die Imprägnierlösungen können die übli chen Stabilisierungsmittel, wie Magnesiumsulfat, Wasserglas oder Polyphosphat enthalten.
Nach dem Verfahren der Erfindung getränktes Holz benötigt zum Schleifen erheblich weniger Kraft als ungetränktes Holz.
<I>Beispiel I</I> 1000 kg Fichtenrundholz wurde nach der Entrin- dung mit 1,5 mm breiten Einschnitten bis zur Mitte des Holzes im Abstand von 5 cm versehen. Dieses Holz wurde dann in einen Druckkessel gegeben und mit einer 5 o/oigen Ätznatronlösung, die 2,5 /o H.02, bezogen auf das trockene Holzgewicht, enthielt, bei einer Anfangstemperatur von 20 C und einem Druck von 10 atü 3 Stunden imprägniert. Der Druck wurde mittels einer Pumpe während der Reaktions zeit bei 10 atü gehalten.
Nach 1 Stunde betrug die Temperatur in dem Kessel 30 C und am Ende der Reaktionszeit 45 C. Die überschüssige Lösung wurde dann abgelassen und das Holz aus dem Kessel genommen. Nach 24 Stunden wurde dieses Holz in üblicher Weise in einem Stetigschleifer verschliffen. Im Vergleich zu einem Schliff aus dem unbehandel ten gleichen Holz, bei dem die Reisslänge bei einem Mahlgrad von 65 SR 2 200 m betrug, war die Reiss- länge bei dem Schliff aus dem vorbehandelten Holz bei einem Mahlgrad von 36 SR 5 800 m.
Der Kraft- bedarf war um 30 % geringer bei dem vorimprägnier- ten Holz.
<I>Beispiel 2</I> <B>1000</B> kg Fichtenholz, das in derselben Weise ent rindet und vorbehandelt wurde wie bei Beispiel 1, wurde mit einer Sodalösung, die 2,5 % Kaliumper- manganat, bezogen auf das atro Holzgewicht, ent hielt, 3 Stunden bei 10 atü imprägniert. Die Anfangs temperatur der Lösung betrug 22 C, die Endtempe- ratur 40 C.
Auch bei diesem Holz wurde eine voll kommen gleichmässige Durchdringung und nach dem Schleifen auch die gleiche Qualitätsverbesserung wie bei Beispiel 1 erzielt.
<I>Beispiel 3</I> 1000 kg Pappelholz wurde nach der Entrindung in der Längsrichtung gespalten und dann in den Druckbehälter gegeben. Dort wurde das Holz mit einer 3 ohigen Ätznatronlösung, die mit einer 2,5 o/oigen Natriumperoxydlösung vermischt war, 3 Stunden bei einem Druck von 9 atü imprägniert. Das Holz war nach dieser Zeit vollkommen gleichmässig durchtränkt und wurde nach 24 Stunden verschliffen.
Die Reisslänge des nicht vorbehandelten Holzschlif fes betrug bei 68 SR 1500 m, nach der Vorbehand- lung des Holzes bei einem Mahlgrad von nur 34 SR 5 400 m. Die Einsparung an Kraft betrug bei dem mit Alkali imprägnierten Holz 50 0/0.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH Verfahren zur Herstellung von weissem Holz schliff mit besonders hoher Festigkeit, dadurch ge kennzeichnet, dass man entrindetes Holz mit einer wässrigen alkalischen Lösung, die ein Oxydations mittel enthält, tränkt und das so vorbehandelte Holz schleift. UNTERANSPRÜCHE 1. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch ge kennzeichnet, dass man zum Tränken eine Lösung verwendet, die als Oxydationsmittel ein Peroxyd ent hält. 2. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch ge kennzeichnet, dass das Holz bei gewöhnlicher Raum temperatur, jedoch unter Anwendung von mehr als 5 atü Druck, imprägniert wird. 3. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch ge kennzeichnet, dass das gewählte Holz vor dem Imprägnieren gespalten wird.
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