Steuerungseinrichtung für Müllgefässkipper zur Verwendung an einer Reinigungs- und Desinfektionsanlage für Müllgefässe
Es ist aus dem deutschen Patent Nr. 1 057 962 eine Steuerungseinrichtung für Müllgefässkipper bekannt, die aus einem von Hand betätigten Hauptsteuerorgan, einem in der Zuflussleitung zum Kipperzylinder angeordneten Rückschlagventil und einem in der Abflussleitung liegenden, druckmittelbetätigten Entlüftungsventil mit einem federbelasteten Steuerkolben besteht, dessen Zylinderraum mittels einer Steuerleitung an die Zuflussleitung angeschlossen ist.
Diese Steuerungseinrichtung für Müllgefässkipper ist besonders vorteilhaft für die Steuerung der Müllgefässkippvorrichtung an Müllsammelwagen.
Die Erfindung betrifft eine Steuerungseinrichtung für Müllgefässkipper zur Verwendung an einer Reinigungs- und Desinfektionsanlage für Müllgefässe.
In der Praxis werden bevorzugt fahrbare Reinigungs- und Desinfektionsanlagen für Müllgefässe eingesetzt, da das Behandeln von Müllgefässen in einer stationären Reinigungs- und Desinfektionsan- lage mit erheblichen Aufwendungen für das Einsammein und Rückführen der Müllgefässe verbunden ist.
Die bekannten fahrbaren Reinigungs- und Desinfektionsanlagen sind in ihrer äusseren Form und vor allem an der Einkippvorrichtung im wesentlichen den Müllsammelfahrzeugen nachgebildet. Um das Reinigen und Desinfizieren der Müllgefässe unmittelbar nach dem Entleeren im Zuge der normalen Gefässentleerungen durchführen zu können, muss einerseits der naturgemäss eher grössere Zeitaufwand als der für das Entleeren der Müllgefässe in Anspruch nehmende Reinigungsablauf zeitmässig an das Entleeren der Müllgefässe angepasst werden, wobei es beton ders wünschenswert ist, den Reinigungs-und Desinfektionsvorgang durch eine automatische Steuerung möglichst wirksam innerhalb der gleichen Zeit wie das normale Entleeren der Müllgefässe ablaufen zu lassen.
Die ertindungsgemässe Steuerungseinrichtung für Müllgefässkipper, bestehend aus einem von Hand betätigten Hauptsteuerorgan, einem in der Zuflussleitung zum Kipperzylinder angeordneten Rückschlagventil und einem in der Abflussleitung liegenden, druckmittelbetätigten Entlüftungsventil mit einem federbelasteten Steuerkolben, dessen Zylinderraum mittels einer Steuerleitung an die Zuflussleitung angeschlossen ist, zeichnet sich dadurch aus, dass am Kipperzylinder unmittelbar oberhalb der unteren Endlage des Kipperkolbens eine von diesem gesteuerte, zum pneumatisch betätigten Eine und Ausschalter der Reinigungs- und Desinfektionsanlage führende Druckmittelleitung angeschlossen ist,
in der ein mit der Steuerleitung des Entlüftungsventils verbundenes druckmittelgesteuertes Schaltventil mit einem federbelasteten Steuerkolben angeordnet ist.
Hierdurch lässt sich der Arbeitsablauf der Reinigungs- und Desinfektionsanlage nicht nur in seiner Gesamtzeit, sondern auch in seinen einzelnen Teilabläufen so weitgehend dem normalen Entleerungsvorgang der Müllgefässe angleichen, dass das gründliche Reinigen und Desinfizieren von Müllgefässen praktisch ohne jegliche Schwierigkeiten und Störungen im Zuge der üblichen Müllgefässentleerung möglich wird.
Neben dem bekannten Einsprühen von Desinfektionsmitteln in die Müllgefässe am Müllsammelwagen selbst, d. h. unmittelbar vor dem Zurüdkkippen des Gefässes aus der Einschüttvorrichtung, bietet die Erfindung jetzt auch die Möglichkeit eines schnelleren und im Zuge der Müllgefässentleerung durchzuführenden gründlichen Reinigens und Desinfizierens der
Müllgefässe, so dass diese gründliche Desinfizierung der Müllgefässe jetzt auch ohne grösseren Aufwand in kürzeren Zeiträumen vorgenommen werden kann.
Das Schaltventil kann ausser dem Zylinderraum für den Kolben noch zwei durch Nutringdichtungen unterteilte, an die Druckmittelleitungen angeschlossene Ventilkammern für den Steuerschieber aufwei sen, der bei mit Druck beaufschlagtem Kolben mittels einer Einschnürung die vom Kipperzylinder kommende Leitung mit der zum Eine und Ausschalter führenden Leitung verbindet, während in der Ruhestellung die Leitung an eine Entlüftungsöffnung angeschlossen ist. Neben besonderer Betriebs- und Schaltsicherheit bietet das Schaltventil in dieser Ausführungsform den Vorteil eines möglichst geringen Luftverbrauches für die Steuerung des Eine und Aus schalters der Reinigungs- und Desinfektionsanlage.
Hierdurch wird jegliche Rückwirkung auf den Kipperzylinder und dessen Steuerungseinrichtung ausgeschaltet.
Im Entlüftungsventil sowie im Schaltventil können je eine Drosseldüse für den Rückfluss des Steu erdruckmittels vorgesehen sein, wobei die Düsen derart aufeinander abgestimmt sind, dass das Druckmittel aus dem Entlüftungsventil erst eine vorbestimmte Zeit später abfliesst als das aus dem Schaltventil.
Hierdurch lässt sich die Steuerung des Eine und Ausschalters für die eigentliche Reinigungs- und Desin fektionsanlage sehr genau auf den Arbeitsablauf der Kippvorrichtung abstimmen, so dass die von der Kippvorrichtung für den Reinigungs- und Desinfektionsvorgang zur Verfügung gestellte Zeitdauer voll ausgenutzt werden kann.
In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel der Erfindung dargestellt, und zwar die verschiedenen Ventile und Leitungen im Schnitt sowie der Müllgefässkipper teilweise geschnitten.
Die Druckmittelzuleitung 1 führt über einen Feinfilter 5 zu einem Hauptsteuerorgan 2, das mit einem Handhebel 3 und einem Auslass 4 ins Freie ausgerüstet ist. Von diesem Hauptsteuerorgan 2 führt eine Leitung 6 über ein mit einem Ventilkörper 8, einem Ventilsitz 9 und einer Druckfeder 10 ausgerüstetes Rückschlagventil 7 und einen Durchlass 20 zu einem Entlüftungsventil 12. Das druckmittelbetätigte Entlüftungsventil 12 weist in seinem Zylinder 19 einen mit einer Nutringdichtung 14 ausgerüsteten Kolben 13 auf, dessen unter der Einwirkung einer Druckfeder 17 stehende Kolbenstange 18 zwischen zwei im Ventilgehäuse angeordneten Nutringdichtungen 15, 16 gleitet, zwischen denen der Durchlass 20 von dem Rückschlagventil 7 einmündet. Vom Boden des Ventilgehäuses führt eine Leitung 23 zum Gehäuse 25 des Müllgefässkippers.
Zwischen den beiden Nutringdichtungen 15, 16 ist ein weiterer Durchlass 22 vorgesehen, an den sich ein Drosselventil 33 anschliesst. Das Drosselventil 33 besteht aus einem mit einer Drosselbohrung 37 versehenen Ventilkörper 34, dem Ventilsitz 35 und einer Druckfeder 36. An das Drosselventil 33 schliesst sich eine Leitung 21 an, die zum oberen Ende des Kip perzylinders 24 führt. In dem Kipperzylinder 24 gleitet ein mit einer Dichtung 31 versehener Kolben 30, der über die Kolbenstange 32 mit den im Gehäuseunterteil 25 angeordneten Getriebeteilen für die Schwenkarmwelle 28 in Verbindung steht. Auf der Schwenkarmwelle 28 ist der Schwenkarm 27 aufgekeilt, der mit einem Anlageblech 29 für das Müllgefäss ausgerüstet ist.
Von der Leitung 6 zweigt eine Steuerleitung 11 ab, die einerseits über eine Leitung 38 und ein Drosselventil 39 mit dem Entlüftungsventil 12 und andererseits mit einem Schaltventil 46 in Verbindung steht. Das Drosselventil 39 weist einen mit einer axialen Bohrung 44 und einer auswechselbaren Düse 43 versehenen Ventilkörper 42 auf, der durch eine Feder 41 auf dem Ventilsitz 40 gehalten wird.
Das Rückschlagventil 7 und das Drosselventil 33 sind zweckmässigerweise ebenso wie das Drosselventil 39 mit dem Entlüftungsventil 12 zu einer Einheit zusammengebaut.
Eine weitere auswechselbare Düse 55 ist bei der Einmündung der Steuerleitung 11 in den Zylinder 45 des Schaltventils 46 vorgesehen. In dem Zylinder 45 ist ein mit einer Dichtung 49 ausgerüsteter Kolben 48 angeordnet, der einen mit einer Einschnürung 59 versehenen, in einer Dichtung 50 geführten Steuerschieber 47 aufweist. Der Schieber 47, der unter der Einwirkung einer Druckfeder 53 steht, gleitet zwischen zwei Nutringdichtungen 51, 52, zwischen denen eine Leitung 58 zu einem pneumatisch betätigten elektrischen Schalter einmündet, der zum selbsttätigen Eine und Ausschalten einer Vorrichtung zum Säubern oder Desinfizieren des in die Schüttung eingekippten Müllgefässes vorgesehen ist.
Eine weitere Leitung 56, die an eine im Kipperzylinder 24 oberhalb der unteren Endlage des Kolbens 30 vorgesehene Bohrung 57 angeschlossen ist, mündet zwischen der den Schaltschieber 47 abdichtenden Dichtung 50 und der Nutringdichtung 51 in das Ventilgehäuse ein. Das Gehäuse ist weiterhin an seiner Bodenseite noch mit einem Auslass 54 versehen.
Die Wirkungsweise der Steuereinrichtung ist folgende:
Das Druckmittel aus der Druckmittelzuleitung 1 strömt bei Betätigung des Handhebels 3 am Hauptsteuerorgan 2 durch die Leitung 6, die Steuerleitung 11 und die Leitung 38 über das Drosselventil 39 unter Anhebung des Ventilkörpers 42 gegen den Druck der Feder 41 in das Entlüftungsventil 12, 19.
Dort verschiebt es den Steuerkolben 13 mit seiner Kolbenstange 18 gegen den Druck der Feder 17.
Gleichzeitig strömt das Druckmittel aus der Steuerleitung 11 in den Zylinder 45 des Schaltventils 46 und verschiebt den Kolben 48 mit dem Steuerschieber 47 gegen den Druck der Feder 53.
Zu gleicher Zeit hat das Druckmittel den Ventilkörper 8 im Rückschlagventil 7 gegen den Druck der Feder 10 von seinem Sitz 9 abgehoben und ist über den Durchlass 20 in das Gehäuse des Entlüftungsventils 12 geströmt und von dort durch den Durchlass 22 in das Gehäuse des Drosselventils 33. Das Druckmittel fliesst nunmehr durch die Drosselbohrung 37 des auf seinem Ventilsitz 35 aufsitzenden Ventilkörpers 34 und die Leitung 21 zum Kipperzylinder 24. Der Kolben 30 wirkt mit seiner Kolbenstange 32 auf die Getriebeteile im Gehäuse 25 des Müllgefässkippers ein, so dass der Schwenkarm 27 in bekannter Weise das Müllgefäss in die Schüttung einkippt. Ein Einströmen von Druckmittel in die Leitung 23 und damit in das untere Kippergehäuse 25 wird dadurch verhindert, dass die Kolbenstange 18 den Durchfluss an der Dichtung 16 verschlossen hält.
Da im vorliegenden Fall zur Reinigung bzw.
Desinfektion nur leere Müllgefässe in die Schüttung ein gekippt werden, wird die Geschwindigkeit der Einkippbewegung durch die Abmessung der axialen Drosselbohrung 37 im Drosselventil 33 geregelt, so dass weder ein zu schnelles noch ein zu langsames Einkippen erfolgt.
Sobald das Müllgefäss eingekippt ist, wird das Hauptsteuerorgan 2 derart verstellt, dass dem Druckmittel der Durchfluss aus der Leitung 1 zur Leitung 6 abgesperrt und die Leitung 6 mit dem Auslass 4 am Steuerorgan 2 verbunden ist.
Wenn nun der Kipperkolben 30 gegen Ende der Einkippbewegung die Bohrung 57 im Kipperzylinder 24 freigegeben hat, strömt Druckmittel über die Leitung 56 zum Gehäuse des Steuerschiebers 47 ins Schaltventil 46 und fliesst durch die Nutringdichtung 51 über die Leitung 58 zu dem nicht dargestellten pneumatisch betätigten elektrischen Schalter. Dieser Schalter schliesst den Stromkreis zu einem Elektromotor, der eine Pumpe antreibt. Die Pumpe fördert z. B. Spühlflüssigkeit, mit der das in die Schüttung eingekippte Müllgefäss ausgespült und gereinigt wird.
Da, wie oben beschrieben, während des Spülvorganges die Steuerleitung 11 mit dem Auslass 4 am Steu- erorgan 2 in Verbindung steht, fliesst sowohl das im Zylinder 45 des Schaltventils 46 als auch im Entlüftungsventilzylinder 19 eingeschlossene Druckmittel durch die auswechselbaren Düsen 55 bzw. 43 langsam zum Auslass 4 im Steuerorgan 2 ab. Die Grösse der auswechselbaren Düse 55 ist dabei so bemessen, dass das in dem Zylinder 45 eingeschlossene Druckmittel erst nach der für den Reinigungsvorgang erforderlichen Zeit durch die Düse 55 abgeflossen ist, so dass die Druckfeder 53 den Steuerschieber 47 mit dem Kolben 48 in seine Ruhelage verschiebt.
Da durch wird der Durchgang an der Nutringdichtung 51 durch den Steuerschieber 47 wieder verschlossen und der Weg durch die Nutringdichtung 52 zum Auslass
54 geöffnet, wobei das Druckmittel vom pneumatisch betätigten elektrischen Schalter ins Freie abfliesst.
Der Schalter trennt den Stromlçreislauf, der Motor und die Pumpe bleiben stehen und der Spülvorgang ist abgeschlossen.
Die Düse 43 im Entlüftungsventil 12 ist so ge wählt, dass das im Zylinder 19 eingeschlossene Drudkmittel erst eine vorbestimmte Zeit später abfliesst, als das in dem Zylinder 45 des Schaltventils 45 eingeschlossene Druckmittel. Hierdurch wird erreicht, dass das Müllgefäss, wie weiter unten beschrieben, nach Beendigung des Spülvorganges nicht sogleich aus der Schüttung herausgekippt wird, sondern noch eine kurze Zeit in der eingekippten Stellung verharrt, damit das Spülwasser restlos aus dem Müllgefäss ablaufen kann.
Beim Abfliessen des Druckmittels aus dem Entlüftungsventil verschiebt die Druckfeder 17 die Kolbenstange 18 mit dem Kolben 13 in seine Ruhelage.
Dabei gibt die Kolbenstange 18 den Weg an der Nutringdichtung 16 frei, so dass das im Kipperzylinder 24 eingeschlossene verbrauchte Druckmittel über die Leitung 21 zum Drosselventil 33 strömt, den Ventilkörper 34 gegen den Druck der Feder 36 von seinem Ventilsitz 35 abhebt und schnell durch den Durchlass 22 an der Dichtung 16 vorbei und durch die Leitung 23 in das untere Gehäuse 25 des Mülltonnenkippers abfliesst. Gleichzeitig bewirkt eine Rückholvorrichtung bekannter Art, z. B. eine Drehstabfeder oder eine pneumatische Rückholvorrichtung das Zurückschwenken der Frontplatte und des Schwenkarmes mit dem Müllgefäss in die Ausgangslage. Der Kipperkolben 30 läuft dabei in seine obere Totpunktlage zurück, und das in das untere Gehäuse 25 aus der Leitung 23 einströmende verbrauchte Druckmittel füllt den Raum unter dem hochgehenden Kipperkolben 30 aus.
Die überschüssige Menge des verbrauchten Druckmittels entweicht durch die Entlüftungsklappe 26 ins Freie. Auf diese Weise ist gewährleistet, dass durch den in seine Ausgangsstellung zurückkehrenden Kipperkolben 30 keine staubige Aussenluft in das untere Gehäuse 25 bzw. den Kipperzylinder 24 eingesaugt wird.
Durch die Steuerungseinrichtung wird das Müllgefäss mit vorbestimmter Geschwindigkeit in die Schüttung eingekippt und selbsttätig während einer einstellbaren Zeit ausgespült. Nach Beendigung des Spülvorganges verharrt das Müllgefäss noch eine gewisse Zeit in der Schüttung, damit die Spülflüssigkeit restlos ablaufen kann, worauf das Müllgefäss selbsttätig aus der Schüttung zurückgeschwenkt wird und alle übrigen bewegten Teile des Kippers und der Schüttung in ihre Ausgangslage zurückkehren. Die Vorrichtung ist dann zu einem neuen Arbeitsvorgang bereit. Die oben erwähnten Bewegungsabläufe werden in vorbestimmter Weise selbsttätig sowohl in der zeitlichen Reihenfolge als auch in der Schnelligkeit ihres Ablaufes gesteuert, ohne dass dem Bedienungsmann die Möglichkeit einer Einwirkung gegeben ist.