<Desc/Clms Page number 1>
Steuereinrichtung für die Müllgefässkippvorrichtung an Müllwagen
EMI1.1
schwenkbaren Frontplatte versehen ist, wobei die Kippvorrichtung einen durch ein gasförmiges Druckmittel betätigten Arbeitskolben aufweist.
Die bekannten Mülltonnenkipperkonstruk- tionen haben den Nachteil, dass Beschädigungen der Mülltonne und der Schüttungsteile durch zu hartes Anschlagen der Mülltonne an die Frontplatte bei zu schnellem Einkippen in die Schüttung nicht zu vermeiden sind !. Da die Müllader vielfach im Akkord arbeiten, hat der Bedienungsmann kein Interesse an einer sachgemässen, schonenden Betätigung des Mülltonnenkippers. Ein zu schnelles Einschwenken der Mülltonne oder des Mülleimers verursacht aber harte, geräuschvolle Schläge und Beschädigungen an der Mülltonne bzw. dem Mülleimer und den Schüttungsteilen.
Der Erfindung liegt nun die Aufgabe zugrunde, die Bewegung der Mülltonne automatisch und durch das Bedienungspersonal unbe- einflussbar während des Ein- und Auskippvorganges so zu steuern, dass harte, geräuschvolle Schläge vermieden werden und trotzdem ein zügiges Arbeitstempo bei grösster Unfallsicherheit gewährleistet ist.
Hiebei ist zunächst eine Schwenkbewegung der Mülltonne mit verhältnismässig geringer Geschwindigkeit erforderlich, bis sich die Mülltonne mit ihrem oberen Rand an die stillstehende Frontplatte anlegt. Danach soll die Mülltonne mit der Frontplatte zusammen verhältnismässig schnell in die Schüttung einkippen, bis sich die Frontplatte den Aufschlagpuffern in der Schüttung nähert, worauf schliesslich die relativ schnelle Bewegung vermindert werden muss, um den Aufschlag auf die Puffer abzudämpfen.
Bei Mülltonnenkippern mit einer Einrichtung zum Heben der Mülltonne vom Boden muss zusätzlich diese Hubbewegung bis zum Beginn der Schwenkbewegung verhältnismässig schnell erfolgen.
Die rückläufige Bewegung der entleerten Mülltonne und der sonstigen bewegten Teile soll ferner den Erfordernissen entsprechend regulierbar sein.
Man hat bereits vorgeschlagen, Mülltonnenkipper bzw. Mülltonnenhubkipper mit von Hand zu betätigenden Feinregelventilen auszurüsten, um die oben beschriebenen idealen Arbeitsbedingungen zu erreichen. Wie oben dargelegt, wird diese Möglichkeit jedoch von dem Bedienungspersonal nicht ausgenutzt.
Die Erfindung ermöglicht nunmehr eine automatische, vom Bedienungspersonal unbeeinflussbare Arbeitsweise im obigen Sinne mit grösster Betriebs- und Unfallsicherheit.
Die Steuereinrichtung gemäss der Erfindung ist im wesentlichen dadurch gekennzeichnet, dass zwischen der Druckmittelzuleitung und dem Kipperzylinder ein die Geschwindigkeit der Müllgefässbewegung beeinflussendes pneumatisch oder von einem an einem der belwegten Teile der Vorrichtung angeordneten Nocken mechanisch gesteuertes Regelventil, ein die Bewegung der Frontplatte kurz vor dem Aufschlag auf Puffer in der Schüttung abbremsendes Druckmittelabsperrventil und ein die Geschwindigkeit der Müllgefässbewegung beim Zurückkippen beeinflussendes Schnellauslassventil angeordnet sind, die in Abhängigkeit der von ihnen gesteuerten Bewegung das Kolbens des Kipperzylinders selbsttätig gesteuert werden.
Ferner sind zwischen dem Druckmittelabsperrventil und dem Regelventil ein Absperrorgan oder eine mit Bedienungsknöpfen versehene Ventilkombination mit einer Entlüftungsöffnung als handbetätigte Absperrorgane für den Druckmitteldurchfluss von dem Druckmittelabsperrventil zu dem Regelventil angeordnet.
Die in den Gehäusen des pneumatisch gesteuerten Regelventiles und des Druckmittelabsperrventiles angeordneten Steuerkolben werden ferner über die an den Überschleifbohrungen des Kipperzylinders angeschlossenen Verbindungsleitungen vom Druckmittel aus dem Kipperzylinder beaufschlagt, wobei die überschleifbohrungen in
<Desc/Clms Page number 2>
der Weise an der Wand des Kipperzylinders angeordnet sind, dass der Kipperkolben zunächst die überschleifbohrung für die Steuerung des Regelventils überschleift, sobald das Müllgefäss sich bei seiner Schwenkbewegung mit seinem oberen Rand an die Frontplatte anlegt. Danach überschleift der Kipperkolben die überschleifbohrung für die Steuerung des Absperrventiles, kurz bevor die Frontplatte am Ende der Einkippbewegung auf die Puffer in der Schüttung aufsetzt.
Bei Müllgefässkippvorrichtungen mit einer Einrichtung zum Heben des MüHgefässes vom Boden wird zusätzlich die Ringfläche des Steuerkolbens des die Geschwindigkeit der Müllgefässbewegung beeinflussenden pneumatisch betätigten Regelventiles über eine von einer weiteren am Hubkipperzylinder angeord- neten überschleifbohrung ausgehenden Verbindungsleitung von Druckmittel aus dem Hubkipperzylinder beaufschlagt, wobei diese Überschleifbohrung von dem Kolben des Hubkippers überschliffen wird, sobald die lotrechte Hubbewegung des Hubwagens mit dem Müllgefäss beendet ist und die Schwenkbewegung des Hubwagens mit dem Müllgefäss beginnt.
In der Zeichnung sind Ausführungsbeispiele
EMI2.1
Es zeigen : Fig. 1 einen Mülltonnenkipper mit an der Frontplatte angehängter Mülltonne in Ruhelage, teilweise im Schnitt, Fig. 2 einen Mülltonnenkipper, der die Mülltonne bis zur Anlage an die Frontplatte verschwenkt hat, teilweise im Schnitt, Fig. 3 einen Mülltonnenkipper, dessen Kipperzylinder unmittelbar am Schwenkarm angreift, mit an der Frontplatte angehängter Mülltonne in Ruhelage in Ansicht, Fig. 4 einen Mülltonnenkipper gemäss Fig. 3, bei dem die Mülltonne bis zur Anlage an die Frontplatte verschwenkt ist, in Ansicht, Fig. 5 ein durch einen Nocken gesteuertes Regelventil in Ruhestellung, Fig. 6 das Regelventil gemäss Fig. 5 in geöffneter Stellung, Fig. 7 einen.
Hubkipper mit am Hubwagen angehängter Mülltonne in Ruhe. stellung, teilweise im Schnitt, und ferner in gestrichelter Darstellung den Hubwagen mit der Mülltonne sowohl in angehobener als auch in geschwenkter Stellung mit an der Frontplatte anliegender Mülltonne, Fig. 8 ein Absperrorgan mit Zweithandsicherungsventil im Schnitt.
Wie in Fig. 1 dargestellt, führt die Druckmittelzuleitung 1 über das Druckmittelabsperrventil 2 und den Kanal 8 zu dem hand !betätigten Absperrorgan 9. In dem Druckmittelabsperrventil 2 ist ein mit einer Nutringdichtung versehener Kolben 5 angeordnet, der mit seiner Kolbenstange 6 durch die Nutringdichtung 4 in den Druckmitte1rau111 des Druckmittelabsperrventils 2 hineinragt.
Der Kolben 5 steht unter der Einwirkung einer Druckfeder 7, die das Ventil in der Ruhestellung offen hält. Das Absperrorgan 9 ist als Dreiwegesteuerorgan ausgebildet und weist eine Entlüftungsbohrung 11 und einen Handhebel 10 auf. Das Absperrorgan 9 ist über einen Kanal 12 mit einem die Ge- schwindigkeit der Mülltonnenbewegung beeinflussenden, automatisch arbeitenden Regelventil 13 verbunden. Das Regelventil 13 weist einen mit einer Nutringdichtung aus- gerüsteten Steuerkolben 16 auf, der mit einem mit einer Einschnürung versehenen Kolbenschieber 17 in Verbindung steht. In dem Gehäuse des Regelventiles 13 sind zwei Nutringdichtungen 14, 15 angeordnet, in denen sich der Kolbenschieber 17 gleitend bewegt.
Der Kolbenschieber 17 weist ferner eine von seinem freien Ende ausgehende axiale Bohrung mit einer Querbohrung 1'3 auf, die in der Einschnürung mündet. Zwischen den beiden Nutringdichtungen 14 und 15 im Gehäuse des Regelventiles 13 führt ein Kanal 19 über ein Schnellentlüftungsventil 20 bekannter Bauart und eine weitere Leitung 23 zu dem Kipperzylinder 24.
Das Schnellentlüftungsventil 20 ist so ausgebildet, dass es dem Druckmittel einen normalen Durchfluss in Richtung zum Kipperzylinder 24 gewährt, während es dem Druckmittel beim Rückfluss aus dem Kipperzylinder 24 einen weiten Durchflussquerschnitt zur Leitung 21 hin öffnet, sobald die Leitung 19 entlüftet ist.
Im Kipperzylinder 24 ist der Kolben 25 angeordnet, der mit einer Zahnstange 26 verbunden ist. Die Zahnstange 26 steht mit
EMI2.2
findet. Auf der Schwenkarmwelle 29 ist der Schwenkarm 30 befestigt, an dessen Pendelplatte 31 sich die an Haken der Frontplatte 35 angehängte Mülltonne 32 anlegt. In der Wandung des Kipperzylinders 24 sind zwei Bohrungen 47 und 48 angeordnet, die von den Kipperkolben 25 bei seiner Bewegung nacheinander überschliffen werden. Von der idberschleifbohrung 47 führt eine enge Steuerleitung 36 zum Gehäuse des Steuerkolbens 16 im Regelventil 13 und von der Überschleifbohrung 48 eine zweite Steuerleitung 37 zum Gehäuse des Steuerkolbens 5 im Druckmittelabsperrventil 2 (Fig. 1 und 2).
EMI2.3
Das Druckmittel, z.
B. aus einem Druckmittelbehälter, strömt über die Druckmittelzuleitung 1 in das Gehäuse des Druckmittelabsperrventils 2 und über den Kanal 8 zum handbetätigten Absperrorgan 9. Legt man den Handhebel 10 des Absperrorgans 9 in Stellung I, so strömt das Druckmittel über
<Desc/Clms Page number 3>
den Kanal 12 in das Gehäuse des Regelventils 13. Das Druckmittel verschiebt den Kolbenschieber 17 mit dem Steuerkolben 16, so dass die Einschnürung am Kolbenschieber 17 zwischen den beiden Nutringdichtungen 14 und 15 liegt, wie in Fig. 1 dargestellt ist. Das Druckmittel strömt in dieser Stellung des Kolbenschiebers 17 langsam durch die axiale Bohrung und die Querbohrung 18 in den Raum zwischen den beiden Dichtungen
EMI3.1
das Schnellentlüftungsventil 20 und die Leitung 23 in den Kipperzylinder 24.
Der von dem Druckmittel beaufschlagte Kipperkölben 25 bewegt sich nunmehr mit seiner Zahnstange 26 nach unten, wodurch das Segmentritzel 28 eine Drehbewegung ausführt, die von der Schwenkarmwelle 29 auf den Schwenkarm übertragen wird, der die Müll- tonne 32 verschwenkt, bis sie, wie in Fig. 2 dargestellt, an der Frontplatte 35 mit ihrem oberen Ring 33 zur Anlage kommt. Die Schnelligkeit dieser Bewegung ist abhängig von der Weite der Bohrung : M im Kolbenschieber 17 des Regelventils 13.
Sobald sich die Mülltonne 32 mit ihrem oberen Rand 33 an die Prontplatte 35 anlegt, überschleift der Kipperkolben 25 im Kipperzylinder 24 zwangsläufig die Überschleifbohrung 4'1, wodurch Druckmittel über die Steuerleitung 36 zum Regelventil 13 strömt, den Steuerkolben 16 beaufschlagt und ihn mit seinem Kolbenschieber 17 verschiebt. Dabei nimmt die Einschnürung des Kolbenschiebers 17 die in Fig. 2 dargestellte Lage ein, so dass das Druckmittel zusätzlich durch die ringförmige Öffnung zwischen der Nutringdichtung 14 und der Einschnürung schnell hindurchströmen kann. Durch den schnellen Zufluss des Druckmittels erfahren die bewegten Teile des Kippers eine Beschleunigung, so dass die Mülltonne 32 mit der Frontplatte 35 schnell in die Schüttung 34 eingekippt wird.
Kurz bevor die Front- platte 35 auf den in der Schüttung J4 angeordneten Puffern aufschlägt, überschleift der Kipperkolben 25 im Kipperzylinder 24 die Oberschleifbohrung 48 zwangsläufig, so dass Druckmittel durch die Steuerleitung 37 den Kolben 5 im Gehäuse des Absperrentiles 2 beaufschlagt und ihn gegen den Druck der Feder 7 verschiebt. Die Kolbenstange 6 des Steuerkolbens 5 schiebt sich bei dieser Bewegung in die öffnung der Nutringdichtung 3 hinein und versperrt dem Druckmittel den weiteren Durchfluss. Hiedureh wird der Kipperzylinder 24 nur mit so viel Druckmittel angefüllt, als zum Einkippen des jeweiligen Mülltonnengewichtes erforderlich ist (Eigengewicht der Mülltonne + Gewicht des Mülls).
Ausserdem erfolgt ein weicher Aufschlag der Frontplatte 35 auf die in der
Schüttung 34 angeordneten Aufschlagpuffer,
Zum Zurückkippen wird das Absperrorgan
9 mit seinem Handhebel 10 in die Stellung "lI" verstellt, so dass das Gehäuse des Regelventiles 13 und die Leitung 19 zum
Schnellentlüftungsventil 20 durch die Ent- lüftung 11 am Absperrorgan 9 entlüftet wird. Durch den Druckabfall öffnet sich das Schnell- entlüftungsventil 20 schlagartig und lässt das Druckmittel aus dem Kipperzylinder 24 über die Leitung 21 in das Kippergehäuse 27 strömen, wo ein Teil des Druckmittels den frei werdenden Raum unter dem in seine Ausganslage zurückkehrenden Kipperkolben 25 ausfüllt.
Der Rest des Druckmittels entweicht über den Kanal 49 im Kippergehäuse 27 und die düsenartige Bohrung 51 in dem Stopfen (Blende) 50 ins Freie. Das Schnellentlüftungsventil 20 ist mit einer Stellschraube 22 ausgerüstet, mit der der Abfluss des Druckmittels über das Kippergehäuse 27 ins Freie reguliert werden kann.
Ein schneller Abfluss des Druckmittels aus dem Kipperzylinder 24 bewirkt ein schnelles und ein langsamer Abfluss ein langsames Zurückschwenken des Schwenkarmes bzw.
Zurückkippen der Mülltonne in die Ausgangsstellung.
An Stelle des Mülltonnenkippers 24-29 gemäss Fig. 1 und 2 kann, wie in Fig. 3 und 4 dargestellt, der Zylinder 41 des Kippers in bekannter Weise auch unmittelbar an dem mit einer Pendelplatte 45 für die Anlage der Mülltonne 32 versehenen Schwenkarm 44 angelenkt sein. Die Kolbenstange 42 des Kippers stützt sich dabei auf einer Konsole 43 ab, während der Schwenkarm 44 mit seinem Lagerbolzen 46 im Lagerbock 70 gelagert ist.
Wie in Fig. 5 und 6 dargestellt, kann das Regelventil 13 unter Fortfall des Steuerkolbens 16,'d'er Steuerleitung 36 und der überschleifbohrung 47 durch einen Nocken '39 gesteuert werden. Eine auf der Schwenkarmwelle 29 bzw. dem Lagerbolzen 46 des Schwenkarmes 44 befestigte Scheibe 38 weist einen Nocken 39 auf. Sobald der obere Mülltonnenrand 33 der Mülltonne 32 die Frontplatte 35 berührt, wirkt der Nocken 39 zwangsläufig auf einen Steuerhebel 40 ein, der seinerseits den Stössel des Kolbenschiebers 17 betätigt, ohne dass dieser durch seitlich wirkende Kräfte verklemmen kann.
Die Wirkungsweise ist die gleiche wie bereits oben ausführlich beschrieben. Diese Anordnung hat besondere Vorteile bei Mülltonnenkippern, bei denen die Schwenkbewegung durch einen Kipperzylinder 41 (Fig. 3,4) bewirkt wird, der unmittelbar am Schwenk-
EMI3.2
<Desc/Clms Page number 4>
bolzen 46 anstelle einer Schwenkarmwelle ausgerüstet.
Bei Mülltonnenhubkippern, die ein Heben der Mülltonne vom Boden ermöglichen, besteht der Kipper, wie in Fig. 7 dargestellt, aus mindestens einem Hubzylinder 52 mit einem Kolben 53, dessen Kolbenstange 54 an ihrem freien Ende eine Seilrolle 55 trägt.
Der Hubzylinder 52 weist überschleifbohrungen 58, 59 und 48 sowie eine gegebenenfalls düsenartig ausgebildete Entlüftung 57 am unteren Zylinderende auf. Das Seil 63 ist an der Seilaufhängung 67 befestigt und wird über die Seilrolle 55 an der Kolbenstange 54, sowie die feststehende Seilrolle 56 geführt und ist an dem Hubarm 64 des Hubwagens 65 befestigt. Der Hubwagen 65 ist mit Aufhängehaken 69 sowie einem beweglichen Anlageblech 68 für die Mülltonne 32 ausgerüstet und wird in einer Wagenführung 66 geführt.
Das Gehäuse des Regelventiles 13 ist bei dieser Ausführungsform oberhalb und unterhalb der Totpunkte des Kolbens 16 durch Steuerleitungen 61 bzw. 60 mit zwei Überschleifbohrungen 58, 59 in der Wandung des Hubzylinders 52 verbunden. Der Kolben 16 des Regelventils 13 steht unter der Wirkung einer Druckfeder 62, die den Kolben 16 in dem einen Totpunkt festhält, so dass die Einschnürung am Kolbenschieber 17 dem Druckmittel den Durchgang an der Dichtung 14 frei gibt. Das Druckmittel strömt über die Leitung 19, das Schnellentlüftungsventil 20 und die Leitung 23 zum Zylinder 52 des Hubkippers.
Der Kolben 53 mit der Kolbenstange 54 und der Seilrolle 55 wird dabei aus der Stellung III nach Stellung IT) verschoben, wobei der Hubwagen 65 mit der Mülltonne 32 schnell aus der Stellung III in die Stellung IV gehoben wird. Sobald der Kolben die Cberschleifbohrung 58 überschliffen hat, strömt Druckmittel durch die Steuerleitung 60 in das Gehäuse des Regelventiles 13 und verschiebt den Kolben 16 mit dem Kolbenschieber 17 gegen den Druck der Feder 62, so dass das Druckmittel nicht mehr zwischen der Einschnürung und der Dichtung 14 hindurchströmen kann, sondern nur noch durch die axiale Bohrung und die enge Querbohrung 18 im Kolbenschieber 17.
In gleicher Weise, wie bereits oben beschrieben, wird der Hubwagen 65 mit der Mülltonne 32 aus der angehobenen Stellung IV langsam verschwenkt, bis sich der Mülltonnenrand 33 an die Frontplatte 35 anlegt (Stellung V). Sobald der obere Mülltonnenring 33 die Frontplatte 35 berührt, überschleift der Kolben 53 die überschleifbohrung 59, und das Druckmittel strömt über die Leitung 61 in das Gehäuse des Regelventiles 13, so dass nunmehr das Druckmittel beide Seiten des Kolbens 16 beaufschlagt und die Feder 62 den Kolben 16 und damit den Kolbenschieber 17 verschiebt. Dadurch wird dem Druckmittel wieder der Weg zwischen der Einschnürung und der Dichtung 14 geöffnet, so dass der Kolben 53 schnell bis zum unteren Totpunkt ausfährt, wodurch ein schnelles Einkippen der Mülltonne und Frontplatte in die Schüttung 34 erfolgt.
Das Zurückkippen und Absetzen der Müll-
EMI4.1
beschrieben.
Um ein zu schnelles Zurückkippen der Frontplatte 35 in ihre Ausgangsstellung und der Mülltonne 32 mit dem Hubwagen 65 bis zum Eintreten des Hubwagens 65 in die Wagenführung 66 ohne harte Schläge zu ermöglichen, sind zwei Ventile vorgesehen, welche das Einströmen der Luft unterhalb des aufwärts fahrenden Kolbens 53 im Hubzylinder 52 derart verzögern, dass unter dem Kolben 53 ein Unterdruck entsteht, der die Bewegungsabläufe verlangsamt.
Wie in Fig. 7 dargestellt, ist in dem Ventil 87 ein mit einer Nutringdichtung und einer Druckfeder 92 verssehener Kolben 88 angeordnet, dessen Kolbenstange 89 zwischen den Nutringdichtungen 90, 91 gleitend angeordnet ist. An die Nutringdichtung 91 schliesst sich ein Entlüftungskanal an, der mit einem Filter 93 versehen ist. Zwischen den Nutringdichtungen 90, 91 mündet eine Leitung 94, die mit dem unteren Ende des Zylinders 52 des Hubkippers in Verbindung steht. An das Ventil 87 ist ein Rückschlagventil 95 angebaut, dessen Ventilkegel 96 von der Feder 97 auf den Ventilsitz 98 gedrückt wird. Der Ventilkegel 96 weist eine Längsbohrung auf, in deren untere öffnung eine auswechselbare Düse 99 eingesetzt ist. Vom oberen Ende des
EMI4.2
j00zur überschleifbohrung 48 in der Wand des Hubkipperzylinders 52.
Die Wirkungsweise des Ventils 87 und des angebauten Rückschlagventiles 95 gestaltet sich wie folgt :
Bei der Abwärtsbewegung des Kolbens 53 im Hubkipperzylinder 52, die das Anheben und Einkippen der Mülltonne, wie oben beschrieben, bewirkt, entweicht die Luft unterhalb des Kolbens 53 über die Leitung 94 durch die Nutringdichtung 91 im Ventil 81 und das Filter 93 ins Freie. Bei dieser Abwärtsbewegung überschleift der Kolben 53 die Bohrung 48 in der Zylinderwand, und das Druckmittel fliesst über die Leitung 100 zum Rückschlagventil 95, während gleichzeitig, wie oben beschrieben, das Absperrventil 2 den Druckmittelzufluss zum Hubkipperzylinder 52 absperrt.
Das Druckmittel hebt den Ventilkegel 96 gegen den Druck der Feder 97 von seinem
<Desc/Clms Page number 5>
Sitz 98 ab und beaufschlagt den Kolben 88 im Ventil 87. Die Kolbenstange 89 fährt in die Nutringdichtung 91 ein, so dass die Entlüftung abgesperrt ist.
Sobald, wie oben beschrieben, der Hubkipperzylinder 52 über das Schnellentlüftungsventil 20 entlüftet worden ist, drückt die Feder 97 das Rückschlagventil auf seinen Sitz 98. Gleichzeitig schwenkt die Mülltonne 32 mit der Frontplatte 35 aus der Schüttung 34 zurück, und der Kolben 53 im Hubkipperzylinder 52 bewegt sich nach oben. Dabei entsteht unterhalb des Kolbens 53 ein Unterdruck, denn das als Luftpolster in den Gehäusen des Rückschlagventils 95 und des Ventiles 87 wirkende Druckmittel kann nur langsam durch die enge Düse 99, die Längsbohrung im Ventilkegel 96 und die Leitung 100 in den Zylinder 52 unterhalb des hochgehenden Kolbens 53 nachströmen.
Die aufwärts gerichtete Kolbenbewegung wird durch den Unterdruck verzögert, so dass sowohl die Frontplatte 35 als auch die Mülltonne 32 mit dem Hubwagen 65 langsam aus der Schüttung zurückschwenken, bis die Frontplatte 35 ihre Ausgangsstellung erreicht und der Hubwagen 65 wieder in die Wagenführung 66 eintritt, ohne dass dabei harte Schläge auftreten.
Die Düse 99 ist so gewählt, dass die obigen Bedingungen erfüllt werden. Wenn der Hubwagen 65 wieder in die Wagenführung 66 zurückgeschwenkt ist, ist das als Luftpolster wirkende Druckmittel aus den Gehäusen des Rückschlagventils 95 und des Ventils 87 durch die Düse 99 so weit in den Hubzylinder 52 abgeflossen, dass die Druckfeder 92 den Kolben 88 mit der Kolbenstange 89 nach oben verschiebt. Die Kolbenstange 89 des Ventils 87 gibt die Nutringdichtung 91 hiebei frei, und Luft aus der Atmosphäre strömt schnell durch das Filter 93, die Nutringdichtung 91 und die Leitung 93 in den Zylinder 52 und hebt den bestehenden Unterdruck auf. Sowohl der Kolben 53 als auch der Hubwagen 65 fahren'dann schnell in ihre Ausgangsstellung zurück, wobei die Mülltonne 32 auf den Boden abgesetzt wird.
Um die Betriebssicherheit zu erhöhen und zur Vermeidung von Unfällen kann schliess- lich, wie in Fig. 8 dargestellt, anstelle des durch eine Hand betätigten Absperrorgans 9 eine durch zwei Hände zu bedienende Ventilkombination Verwendung finden. Diese Ventilkombination besteht aus einem Absperrorgan 71 und einem dahinter geschalteten Zweithandsicherungsventil 80, die zwischen dem Absperrventil 2 und dem Regelventil 13 angeordnet sind. Das Absperrorgan 71 weist in seinem Gehäuse zwei Nutringdichtungen 72,73 auf, zwischen denen ein Kolbenschieber 74 gleitend angeordnet ist, dessen aus dem Gehäuse ragendes Ende einen Schaltknopf 75 trägt. Der Kolbenschieber 74 ist mit einer Einschnürung 76 versehen, die eine Querbohrung 77 enthält und die in Richtung des Bedienungsknopfes 75 in eine Längsbohrung übergeht.
Das andere Ende der Längsbohrung weist ebenfalls eine Querbohrung auf, die in der Schliessstellung des Kolbenschiebers 74 in dan Hohlraum der mit einer Entlüftung 78 versehenen Abschlusskappe 79 des Absperrorgans 71 mündet. Das Zweithandsicherungsventil 80 weist die gleiche Bauart wie das Absperrorgan 71 auf, jedoch ohne die Längsund die Querbohrungen im Kolbenschieber.
Das Druckmittel beaufschlagt im Gehäuse des Absperrorgans 71 den Kolbenschieber 74, so dass der Durchtritt des Druckmittels an der Dichtung 72 abgeschlossen ist. Der Raum hinter der Dichtung 72 steht über die Querbohrung 77, die Längsbohrung und die weitere Querbohrung mit der Entlüftung 78 in Verbindung. Wird der Schaltknopf 75 gedrückt, so wird dem Druckmittel der Durchgang zwischen der Dichtung 72 und der Einschnürung 76 am Kolbenschieber 74 geöffnet, während die Entlüftung durch die Längsbohrung und die Querbohrung an der zweiten Dichtung 73 verschlossen wird.
Die Druckluft strömt durch den Kanal 81 in das Gehäuse des Zweithandsicherungsventiles 80 und hält den Kolbenschieber 82 in seiner Schliessstellung fest, so dass der Durchtritt des Druckmittels an der Dichtung 83 abgesperrt ist. : Erst wenn mit der zweiten Hand der Schaltknopf 84 des Zweithandsicherungsventils 80 betätigt wird, wird dem Druckmittel der Durchfluss an der Einschnürung 85 des Kolbenschiebers 82 und an der Dichtung 83 ge- öffnet.
Das Einkippen der Mülltonne erfolgt in gleicher Weise, wie oben beschrieben. Zum Zurückkippen werden die Schaltkn9pfe 75/84 der Ventilkombination 71, 80 von den Bedienungshänden in dieser Reihenfolge freigegeben. Das Druckmittel verschiebt dann den Kolbenschieber 74 in seine Ausgangslage, wodurch das Druckmittel hinter der Dichtung 72 über die Bohrungen und die Entlüftung 78 ins Freie entweichen kann.
Diese Entlüftung pflanzt sich durch die verschiedenen Gehäuse und Leitungen bis zum Schnellentlüftungsventil 20 fort. Das Schnellentlüftungsventil 20 öffnet sich, wie bereits oben beschrieben, und die bewegten Teile des Kippers und der Schüttung kehren mit der Mülltonne in ihre Ausgangslage zurück.
Wenn man den Schwenkarm 30 mit der Mülltonne 32 in eingekippter Stellung stehen lassen will, lässt man zuerst den Schaltknopf 84 des Zweithandsicherungsventils 80 los. dessen Kolbenschieber 82 durch die Beaufschlagung mit Druckmittel in seine Ausgangs-
<Desc/Clms Page number 6>
stellung verschoben wird und den Durchfluss des Druckmittels an der Dichtung 83 verschliesst. Zum Zurückschwenken des Schwenkarmes 30 genügt dann nur ein leichter Druck auf den Bedienungsknopf 84 des Zweithandsicherungsventils 80. Durch diese Ventilkombination, die von beiden Händen des Bedienungsmannes gleichzeitig betätigt werden muss, sind Unfälle durch Unachtsamkeit ausgeschlossen.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Steuereinrichtung für die Müllgefässkippvorrichtung an Müllwagen, deren Schüttung mit einer schwenkbaren Frontplatte ver-
EMI6.1
Arbeitskolben aufweist, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen der Druckmittelzuleitung (1) und dem Kipperzylinder (24 bzw. 52) ein die Geschwindigkeit der Müllgefässbewegung beeinflussendes pneumatisch oder von einem an einem der bewegten Teile der Vorrichtung angeordneten Nocken (39) mechanisch gesteuertes Regelventil (13), ein die Bewegung der Frontplatte (35) kurz vor dem Aufschlag auf Puffer in der Schüttung (34) abbremsendes Druckmittelabsperrventil (2 bzw.
87) und ein die Geschwindigkeit der Müllgefässbewegung beim Zurückkippen beeinflussendes Schnellauslassventil (20) angeordnet sind, die in Abhängigkeit der von ihnen gesteuerten Bewegung des Kolbens (25 bzw. 53) des Kipperzylinders (24 bzw. 52) selbsttätig gesteuert werden, und zwischen dem Druckmittelabsperrventil (2 bzw. 87) und dem Regelventil (13) ein Absperrorgan (9) oder eine mit Bedienungsknöpfen versehene Ventilkombination (71, 80) mit einer Entlüftung (11 bzw. 78) als handbetätigte Absperrorgane für den Druckmitteldurchfluss von dem Druckmittelabsperrventil (2 bzw.
87) zu dem Regelventil (13) angeordnet sind, dass ferner die in den Gehäusen des pneumatisch ge-
EMI6.2
die an den Oberschleifbohrungen (47, 48 bzw. 59, 48) des Kipperzylinders (24 bzw.'52) angeschlossenen Verbindungsleitungen (36, 37 bzw. 61, 100) vom Druckmittel aus dem Kipperzylinder (24 bzw. 52) beaufschlagt werden, wobei die überschleifbohrungen (47, 48 bzw. 59, 48) in der Weise in der Wand des Kipperzylinders (24 bzw. 52) angeordnet sind, dass der Kipperkolben (25 bzw. 35) zunächst die überschleifbohrung (47 bzw.
59) für die Steuerung des Regelventils (13) überschleift, sobald das Müllgefäss (32) sich bei seiner Schwenkbewegung mit seinem oberen Rand (33) an die Frontplatte (35) anlegt, und dass danach der Kipperkolben (25 bzw. 53) die Überschleifbohrung (48) für die Steuerung des Absperrventils (2 bzw. 87) überscheift, kurz bevor die Frontplatte (35) am Ende der Einkippbewegung auf die Puffer in der Schüttung (34) aufsetzt (Fig. 1, 2,7).