Fördereinrichtung für Personen und Sachen
Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf eine Fördereinrichtung für Personen und Sachen, mit einem endlosen, motorisch angetriebenen, für horizontale oder mehr oder weniger geneigte Förderstrecke, angeordneten Förderband.
Um den Benützern von Personenförderbändern ein sicheres Betreten und Verlassen des Förderbandes an den Eingangs- und Ausgangsstellen zu ermöglichen, wurde bis heute die Geschwindigkeit von Personenförderbändern auf Werte von 0,5 bis max. 0,75 m/s beschränkt. Diese Werte liegen unter der normalen Gehgeschwindigkeit, so dass die Fahrzeiten bei längeren Transportwegen unangenehm lang empfunden werden. Dieser Nachteil hemmte die Anwendung von Personenförderbändern für grössere Transportstrecken.
Auch bei Förderbändern für Sachen kann die Belade- bzw. Entlade-Geschwindigkeit aus praktischen Gründen begrenzt sein, während auf dem eigentlichen Transportweg eine höhere Geschwindigkeit erwünscht wäre.
Es ist bereits vorgeschlagen worden, die örtliche Bandlauf-Geschwindigkeit an den Eingangs- und Ausgangsstellen kleiner als auf den dazwischen liegenden Hauptförderstrecken zu halten, d. h. es wurde angestrebt, im Bereich der Eingangs- und Ausgangsstellen kleiner als auf den dazwischen liegenden Hauptförderstrecken zu halten, d. h. es wurde angestrebt, im Bereich der Eingangs- und Ausgangsstellen eine ungefährlich kleine, in den übrigen Abschnitten der Transportstrecke eine grössere Geschwindigkeit des Förderbandes zu erzielen.
Es ist dafür z. B. vorgeschlagen worden, ein Förderband aus Gummi oder anderem dehnbarem Material durch Walzen unterschiedlicher Umfangsgeschwindigkeiten anzutreiben, so dass die örtliche Bandlaufgeschwindigkeit vor Ankunft an den Eingangs- bzw Ausgangsstellen stetig verzögert wird, wobei sich das sonst gedehnte Band zusammenzieht, und es anschliessend stetig unter Dehnung zu beschleunigen. Selbst wenn auf der Innenseite gerippte oder gezähnte Bänder verwendet werden, können die bei solchen Anordnungen auftretenden Zugkräfte nicht mit Zuverlässigkeit übertragen werden. Weiterhin ist vorgeschlagen worden, Bänder mit verschiedenen Laufgeschwindigkeiten hintereinander anzuardnen und die Lücken an den Übergangsstellen von einem Band zum nächsten durch ein Hilfsband mit einer Zwischengeschwindigkeit zu überbrücken.
Solche Übergangsstellen sind aber sehr gefährlich, weil die Personen mit den Absätzen oder Schuhspitzen hängen bleiben können. Dasselbe gilt für Anordnungen, bei welchen ein Band in kleine Abschnitte unterteilt ist, zwischen welchen Schlaufen gebildet sind, so dass zum Beschleunigen Band aus den Schlaufen zugegeben und zum Verzögern Band in die Schlaufen abgezogen werden kann.
Noch wesentlich gefährlicher sind Fördereinrichtungen mit kammartig ineinander greifenden Rollen, deren Achsen mit zunehmender bzw. abnehmender Drehzahl angetrieben werden.
Eine weitere Möglichkeit ist bekannt in der Ausführung des Förderband es als Plattenband mit einer Serie von ineinandergeschachtelten Platten. Eine dem Dehnungsverhältnis entsprechende Anzahl Platten ist bei den mit kleiner Geschwindigkeit zu befahrenden Stellen aufeinandergestockt. In der Beschleunigungsstrecke wird eine um die andere Platte aus dem Stapel ausgezogen. Da nur die unterste Platte von einer Kette mit kleiner Geschwindigkeit und nur die oberste Platte von einer Kette mit grosser Gechwindigkeit angetrieben wird, erfolgt der Übergang der einzelnen Platten von kleiner auf grosse Geschwindigkeit ruckartig. Zudem sind für die gleichmässige Verteilung der Platten beim Auseinanderziehen bzw. Zusammenschieben keine Lösungsmittel angegeben.
Ein gleichmässiger Übergang von der kleinen auf die grosse Geschwindigkeit ist aber unbedingt notwendig für eine praktisch brauchbare Lösung.
Eine letzte bekannte Ausführung benützt Platten, deren Oberflächen in der Vertikalebene nach einer Kurve gekrümmt sind. An einem Ende werden die Platten von Ketten mit steigender Geschwindigkeit mitgenommen. Das andere Ende der Platten wird durch Kurven entsprechend der zunehmenden Geschwindigkeit angehoben, um die grösserwerdende Teilungslücke beim Beschleunigen auszufüllen. Es fehlt auch hier die Lösungsangabe für die stetige Geschwindigkeitszunahme und für die gleichmässige Verteilung der Platten.
Gemäss vorliegender Erfindung ist in neuartiger, vorteilhafter Weise vorgesehen, dass das Band mittels Gliederstücken gebildet ist, die örtlich sich zusammenschieben und auseinanderziehen lassen und durch Hebelgelenke miteinander verbunden sind, wobei diese Hebelgelenke mit Hilfe von in Führungen geführten Führungsrollen an einem oder beiden Gelenkhebeln vor der Ankunft an den Eintritts- bzw. Austrittsstellen entsprechend dem Verlauf der Führungen allmählich geknickt und nachher wieder allmählich gestreckt werden.
Dasselbe Prinzip kann auch angewendet werden für die bekannten endlosen Handläufe, welche bei Personenförderanlagen mindestens auf einer Seite des Förderbandes dieses auf Handhöhe begleiten und synchron mit diesem umlaufen können. Es kann dann, ein endloses Handlaufband aus gummielastischem, also dehnbarem Material vorgesehen sein, an dessen Unterseite auf Laufschienen rollende Gliederstücke eingesetzt sind, die nach dem Erfindungsprinzip gegenseitig durch Scherengelenke verbunden sind, die mit Hilfe von in Führungsschienen geführten Führungsrollen im Bereiche der Trittplatten geknickt und nachher wieder gestreckt werden.
Als Ausführungsbeispiele der Erfindung sind Personenförderanlagen in der Zeichnung dargestellt. Es zeigen:
Fig. 1 ein Förderband schematisch im Aufriss;
Fig. 2 einen Ausschnitt aus Fig. 1 in grösserem Massstab;
Fig. 3 einen Querschnitt von Fig. 2;
Fig. 4 eine Variante zu Fig. 2;
Fig. 5 eine weitere Variante zu Fig. 2;
Fig. 6, 7 Aufriss bzw. Grundriss einer Variante zu Fig. 2 mit in der Förderebene beweglichen Scherengelenken;
Fig. 8, 9 Längsschnitt bzw. Querschnitt durch einen Handlauf einer Personenförderanlage, dessen örtliche Laufgeschwindigkeit in gleicher Weise wie das Förderband im Bereich der Trittplatten verzögert und nachher wieder beschleunigt wird.
Nach dem Ausführungsbeispiel gemäss Fig. 1 bis 3 ist ein endloses Transportband 1 vorgesehen, das in einer vertikalen Umlaufebene über mindestens zwei Paare von Trag- bzw. Umlenkrädern 11, 12 geführt ist, von welchen mindestens ein Räderpaar motorisch angetrieben ist. Das Band 1 besteht aus Gliederplatten 101 (siehe Fig. 2 und 3), die sich mehr oder weniger übereinander bzw. bei Rost-artiger Ausführung ineinander, schieben lassen. Jede dieser Gliederplatten 101 trägt eine in einem Winkelstück gelagerte Welle 100, auf welcher Laufrollen 102 gelagert sind (in Fig. 1 schwarz ausgefüllt). Diese Laufrollen 102 rollen auf Führungsschienen 103. Auf den äusseren Enden der Wellen 100 sind die Enden von je zwei Laschen bzw.
Hebelpaaren 104, 105 schwenkbar gelagert. Die andern Enden der Laschen 104, 105 zweier benachbarter Gliederplatten 101 sind gelenkig miteinander verbunden und tragen Führungsrollen 106, denen auf den Hauptförderstrecken, wo die örtliche Fördergeschwindigkeit gross sein soll, auf der Höhe der Schienen 103 Tragschienen 107 zugeordnet sind, auf denen sie rollen.
An Stellen, an denen eine Verzögerung der örtlichen Bandlaufgeschwindigkeit bewirkt werden soll, nämlich vor den Trittplatten 2, 3, wo das Band 1 betreten bzw. verlassen wird, endigen die Tragschienen 107 für die Führungsrollen 106 und diese Führungsrollen werden durch nach unten gebogene Führungsschienen 108 stetig nach unten ausgelenkt, wobei die Laschengelenke 104, 105 zwischen benachbarten Gliederplatten 101 geknickt werden. Damit werden die benachbarten Gliederplatten mehr übereinandergeschoben bzw. ineinandergeschoben und es ergibt sich an den Trittplatten 2, 3 eine wesentlich geringere örtliche Bandlaufgeschwindigkeit, die das gefahrlose Betreten des Bandes 1 bzw. das Wegtreten davon gestattet.
Nachher steigen die Führungsschienen 108 wieder bis zur Höhe der Laufschienen 103 und die Führungsrollen 106 werden wieder auf Tragschienenabschnitte 107 geleitet, wobei sich die Laschengelenke 104, 105 wieder strecken und die örtliche Bandlaufgeschwindigkeit wieder auf den normalen Wert gesteigert wird.
Nach dem Ausführungsbeispiel von Fig. 4 sind die mittels Laufrollen 202 auf Rollschienen 203 laufenden Gliederplatten 201 durch je zwei Paare von verschiedenartig ausgebildeten, je bei 200 gelenkig verbundenen Scherenhebeln 204 und 205 verbunden.
Die Hebel 204 sind als zweiarmige Hebel ausgebildet und tragen am freien Ende Führungsrollen 206, die auf Tragschienen 207 so geführt sind, dass die Scherengelenke zwischen den Wellen der Laufrollen 202 längs den eigentlichen Förderwegen gestreckt sind und bei den Trittplatten 2, 3 geknickt werden, wobei die Gliederplatten gegeneinander gedrängt und gebremst werden. Nach dem Vorbeifahren an den Trittplatten werden die Scherengelenke wieder gestreckt, die Gliederplatten 201 werden beschleunigt und entfernen sich wieder voneinander.
Die Ausführungsform nach Fig. 5 entspricht im wesentlichen wieder derjenigen nach Fig. 2. Die Gliederplatten 301, deren Gelenkrollen 302 auf Schienen 303 rollen, tragen aber zusätzlich um die Wellen 300 schwenkbare Klinkenhebel 310, die am vorderen Ende kleine Rollen 311 tragen. Die Scherenhebel 304, 305 sind wie bei Fig. 2 durch Gelenke verbunden, die Führungsrollen 306 tragen, welche in Kulissenführungen 308 geführt sind. Wenn die Plattenglieder gegen die Trittplatten 2, 3 rollen, drücken die Kulissenführungen 308 die Rolle 306 von der Bandlauffläche weg, die Scherengelenke werden geknickt und die Gliederplatten 301 werden aneinander gedrängt. Dabei erfassen die Klinken der Klinkenhebel 310 die Wellen 300 der benachbarten Gliederplatten.
Damit sind die Plattenglieder 301 in der gedrängten Stellung gegeneinander verklinkt. Bei der folgenden Beschleunigungsstrecke werden durch die Führungsschienen 400 die Klinkenrollen 311 niedergedrückt und die Verklinkung zwischen benachbarten Plattengliedern wird gelöst. Dort werden durch Wirkung des Zuges im Band gesteuert durch die Kulissenführungen 308, die Scherengelenke wieder gestreckt und die Gliederplatten 301 werden wieder auf Normalgeschwindigkeit beschleunigt. Der Vorteil dieser Anordnung liegt darin, dass die Kulissenführung 308 an den Stellen, wo die Plattenglieder 301 miteinander verklinkt sind, unterbrochen werden können, so dass dort keine Reibung auftritt.
Es sind auch andere Verklinkungsanordnungen denkbar. Das gezeigte Beispiel ist nur im erläuternden Sinne gedacht.
Beim Ausführungsbeispiel nach den Fig. 6 und 7 ist jede Gliederplatte 401 an einer, beiderends mit Laufrollen 402 versehenen Horizontalwelle 400 befestigt. Die Laufrollen 402 laufen auf Rollschienen 403. Je zwei benachbarte Horizontalwellen 400 sind beiderends miteinander durch zwei je bei 406 miteinander gelenkig verbundene, in der Förderfläche bzw. parallel dazu verschwenkbare Scherenhebel 404, 405 verbunden. Die Träger 407 bzw. 408 mit gelenkigen Verbindungslagern der Scherengelenkhebel 404, 405 sind dabei ihrerseits unabhängig voneinander um die Achse der Horizontalwelle 400 drehbar auf dieser gelagert. Auf den vertikal orientierten Gelenkbolzen 406, welche die Scherengelenkhebel 404 und 405 zwischen benachbarten Wellen 400 miteinander verbinden, sind Führungsrollen 406a gelagert.
Diesen Rollen 406a sind Führungsschienen 409 zugeordnet, die sich in der Nähe der Trittplatte in Bandlaufrichtung gesehen vorher einander nähern, so dass diese Führungsschienen 409 von aussen nach innen gebogen sind.
Damit bewirken sie das Gegeneinanderführen der sich gegenüberliegenden Führungsrollenpaare 406a, d. h. ein Knicken der durch die Hebel 404, 405 gebildeten Scherengelenke und ein Gegeneinanderschieben benachbarter Gliederplatten 401, deren Laufgeschwindigkeiten dabei auch verringert werden.
Hinter den Trittplatten 2, 3 entfernen sich die Führungsschienen 409 wieder voneinander, die Scherengelenke werden gestreckt und die Plattenglied er entfernen sich unter Geschwindigkeitssteigerung wieder voneinander.
Diese Ausführungsform eignet sich vor allem für Förderanlagen, bei denen unter der Förderfläche nur wenig Raum frei ist.
Gemäss den Fig. 8 und 9 sind an der Unterseite eines aus gummi-elastisch dehnbarem Material bestehenden endlosen Bandes 10 eines Handlaufes, welcher auf einer Seite auf Handhöhe ein Personenförderband begleitet, Gliederstücke 500 distanziert voneinander eingesetzt. Diese Gliederstücke zeigen von der Seite gesehen (Fig. 8) eine A-Form. Ihre Spitzen werden von Querzapfen 501 durchsetzt, deren Enden im Gummimaterial des Handlaufbandes 10 eingesetzt sind. Ihre unteren Schenkelenden tragen Laufrollen 502, die auf einer endlosen Tragschiene 503 laufen. Die Gliederstücke 500 sind gegenseitig miteinander durch Scherengelenkhebelpaare 504, 505 gelenkig verbunden, an deren Verbindungsgelenken Führungsrollen 506 angeordnet sind. Den Führungsrollen sind Kulissenführungen bzw.
Führungsschienen 507 und 508 ähnlich wie in Fig. 2, 3 zugeordnet, um die Scherengelenke 504, 505 im Bereich der Trittplatten zu knicken und nachher wieder zu strecken. Damit wird erreicht, dass auch der Handlauf an den betreffenden Stellen örtlich verzögert und dann wieder gestreckt wird.
Es wäre sehr wohl denkbar, auch das Förderband selbst ähnlich auszubilden, indem seine Gliederstücke gegenseitig durch gummielastische Bandstücke miteinander verbunden wären, mit dem Vorteil, dass keine Lücken zwischen den Gliederstücken entstehen können.
Es sind noch andere Varianten für die Realisierung des Erfindungsprinzipes denkbar.