<Desc/Clms Page number 1>
Verfahren zum Trocknen von frischem oder vorgetrocknetem Holz Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Trocknen von frischem oder vorgetrocknetem Holz, durch welches dieses in wenigen Tagen bearbeitungsfähig ist. Hiedurch erübrigt sich das übliche langjährige Lagern, da frisches Holz erst einige Tage vor der Bearbeitung ausgewählt und erfindungsgemäss getrocknet zu werden braucht.
Da hiebei ein Werfen, Schwinden und Verziehen sicher vermieden ist, können sogar die Teile von aus frischem Holz gefertigten Gegenständen im fertigen Zustand, d. h. nach Bearbeitung, erfindungsgemäss getrocknet werden.
Verfahren zum Trocknen von Holz sind in grosser Zahl bekannt. Bei diesen wird üblicherweise Frischluft erhitzt, in einzelnen Fällen unter Zusatz von Sauerstoff, wobei beispielsweise in den dabei verwendeten Trockenöfen überdruck herrscht. Beim Trocknen wurden oft heisse Trockengase verwendet, die von beliebigen Brennstoffen herrühren. Auch ist es üblich, das zu trocknende Holz in von den Heizgasen durchstrichenen Kammern anzuordnen. Alle bekannten Verfahren konnten jedoch in der Praxis das Lufttrocknen nicht ersetzen.
Um ein getrocknetes Holz zu erhalten, das einem während einer langen Zeit luftgetrockneten, d. h. naturgetrockneten Holz mindestens gleichwertig ist, besteht das erfindungs- gemässe Verfahren zum Trocknen von frischem oder vorgetrocknetem Holz, bei welchem das vorzugsweise vorher ausgewässerte und an der Luft vorgetrocknete Holz in einer oder mehreren Kammern von den warmen Abgasen eines Holzfeuers bestrichen wird, darin, dass die Abgase durch mit feuchtem Holz abgedecktes,
schwelendes Holz erzeugt werden und dass ihre Temperatur am Beginn des Trocknungsprozesses annähernd 18o C und am Ende annähernd 340 C beträgt.
Die Zeichnung zeigt als beispielsweise Ausführung einer Vorrichtung zur Durchführung des erfin- dungsgemässen Verfahrens schematisch eine mit bloss einer Kammer versehene Vorrichtung in Fig. 1 im Aufriss und in Fig. 2 im zugeordneten Seitenriss.
Das zu trocknende, beispielsweise zu Pfosten, Brettern, Schwellen oder dergleichen zerschnittene frische oder vorgetrocknete Holz wird in der dargestellten Vorrichtung vom warmen Rauch, d. h. von den warmen Abgasen von flammenloser Holzglut, glimmenden Holzteilen, wie Hobel- oder Sägespänen oder Tannen- und Fichtennadeln, bestrichen, die mit feuchtem Holz abgedeckt sind, welcher Rauch nur warm und nicht heiss sein darf und im Laufe des Trocknungsprozesses zunehmende Temperaturen aufweisen soll.
Diese werden in. den ersten drei Tagen etwa 18-200, ab dem vierten Tag etwa 28 bis 30o C und ab dem sechsten Tag bis zur Fertigtrocknung, d. h. etwa bis zum achten bis fünfundzwanzigsten Tag, etwa 30, bis 34o C sein.
Es hat sich als vorteilhaft erwiesen, vor dem Trocknen das Holz etwa zehn Tage ins Wasser zu legen, d. h. auszuwässern, und hierauf etwa acht Tage in der Luft vorzutrocknen, da hiedurch die Zeit des Trocknens durch Rauch verkürzt wird und ein Verfärben des Weines und Mostes in Fässern aus erfindungsgemäss getrocknetem Holz vermieden ist.
Das Trocknen des Holzes erfolgt in. einer oder in mehreren vorteilhaft zu einander parallelen Kammern 1, die mit dem Kamin 2 verbunden sind oder seine Erweiterung bilden, so dass der Rauch leicht hindurchstreichen kann. Die in den Fig. 1 und 2 dargestellte Kammer 1 weist nahe ihrem Boden einen mit dem Kamin 2 verbundenen Eintrittskanal 3 und nahe ihrer Decke einen Austrittskanal 4 auf.
Der Feuerraum 5, in welchem das mit feuchtem Holz abgedeckte, schwelende, die Abgase liefernde Holz angeordnet ist, steht durch den Abzugskanal 6 mit dem Kamin 2 in Verbindung, welcher Abzugskanal
<Desc/Clms Page number 2>
6 bei der dargestellten Ausführung schräg und abgewinkelt angeordnet ist, um das Eindringen von etwaigen Flammen und somit einer jähen Hitze in den Kamin 2 und somit auch in die Kammer 1 sicher zu vermeiden. Da der Rauch nicht heiss, sondern nur warm in die Kammer 1 gelangen soll, ist die Länge des Rauchweges zwischen dem Feuerraum 5 und der Kammer 1 entsprechend zu wählen.
Weil das zu trocknende Holz bloss von den Rauchgasen umstrichen werden soll, darf zu deren Temperaturregelung keine Frischluft, kein Sauerstoff oder dergleichen Beimengung Verwendung finden. Zu dieser Regelung sind Regelkappen 7, 8, 9 vorgesehen. Um auch bei gefüllter Kammer 1 ein gutes Verteilen des Rauches zu erreichen, ist zur Holzauflage im Abstand über dem Boden bzw. dem Raucheintrittskanal 3 ein Rost oder Gitter 10 angeordnet. Unter diesem kann sich der Rauch verteilen, worauf er das vorteilhaft am Rost 10 stehend angeordnete Holz der Länge nach bestreicht.
Jede Kammer 1 ist mit einer dicht ver- schliessbaren Eisentür 11 zum Einbringen des Holzes versehen. Die Praxis zeigt, dass beim derartigen Behandeln das Holz nicht nur durch und durch gleich- mässig trocknet, sondern dass sich auch dessen Säfte, Harze usw. lösen und in teerähnliche Produkte verwandeln, die sich an den Aussenflächen beizeriähn- lich ansetzen. Das so getrocknete Holz ist zäher und biegsamer als naturgetrocknetes und weist keinen Schwund auf.
Während das Naturtrocknen von Hartholz je nach Stärke von 3-5 cm etwa 4 Jahre, von 6-10 cm 6 bis 10 Jahre und von 11-16 cm 11 bis 16 Jahre braucht, sind zum beschriebenen Trocknen etwa 8 bis 9 bzw. 10 bis 16 bzw. 25 Tage nötig, wobei Weichholz rascher trocknet als Hartholz. Vor dem Trocknen ausgewässertes und hierauf mittelst Luft vorgetrocknetes Holz benötigt etwa 2/g der angegebenen Trocknungszeiten.