Windschutz-Vorrichtung an Zentrifugal-Düngerstreuern
Vorliegende Erfindung betrifft eine Windschutz Vorrichtung an Zentrifugal-Düngerstreuem. Diese Vorrichtung hat den Zweck, den Windeinfluss beim Ausstreuen von körnigen Düngern und besonders das Stauben beim Ausstreuen pulverförmiger Streustoffe zu verhindern.
Für derartige Schleudermaschinen, die den Dünger mittels einer oder mehrerer rotierender Scheiben, hin und her schwingender Rüssel usw. ausstreuen, sind Windschutzhauben bekanntgeworden, die das Schleuderorgan der Maschine ellipsenförmig umgeben. Weiterhin sind Schutzhauben bekannt, die kastenartig als Ausleger links und rechts an den Streuern angebaut werden. Die erstgenannte Art er möglicht zumindest theoretisch ein gleichmässiges Ausstreuen des Streustoffes, hat aber den Nachteil, dass die Schleuderscheibe vom Schlepper einen grö- sseren Abstand entsprechend dem Durchmesser der die Scheibe umgebenden Haubenellipse erhalten muss. f3.
Dadurch ist es nicht möglich, die Maschine auf einen Ackerschlepper aufzusatteln, sondern es wird ein besonderes Fahrgestell notwendig, welches die Maschine naturgemäss stark verteuert und besonders ihr Gewicht erhöht.
Die an zweiter Stelle genannte Haubenart kann theoretisch nur dann zufriedenstellend eingesetzt werden, wenn die Maschine, die z. B. normalerweise für ein Streuen ohne Windschutz und eine Arbeitsbreite von 8-12 m bei körnigen Düngersorten abgestimmt ist, beim Streuen mit Windschutz völllig neu eingestellt wird, da die Düngerteilchen zwangläufig gegen die Seitenverkleidungen der Schutzhauben prallen und dadurch in ihren Wurfbahnen gestört werden. Diese besondere Einstellung ist nur möglich, wenn unter diesen Hauben noch zusätzliche Einbauteile, wie regulierbare Blenden, Bremsen, Gitter usw. eingebaut sind.
Dadurch werden diese Hauben relativ teuer, wobei die empfindlichen Korrektureinbauten nach kurzer Gebrauchszeit entweder völlig verrostet sind -die Düngemittel sind bekanntlich stark korrosions fördernd-oder zumindest durch anhaftenden Streustoff in ihrer Wirkung stark beeinträchtigt werden.
Ausserdem werden durch diese Einbauten die pulverförmigen Streustoffpartikeln erst recht durcheinandergewirbelt, so dass sich praktisch unter der Schutz- haube ein in seiner Gleichmässigkeit völlig unkon trollierbarer Streustoffnebel ergibt, der in dichten Wolken unter der unteren Abdeckung einer derartigen Schutzhaube hervorquillt. Hinzu kommt, dass die gegen die Seitenwände und Einbauten derartiger Schutzhauben prallenden Düngerteilchen sich zum Teil festsetzen und durch Eigengewicht und Erschüt- terungen von Zeit zu Zeit in Klumpen abfallen und dadurch zur weiteren Ungleichmässigkeit des Streubildes beitragen.
Vorliegende Erfindung bezweckt, diese Nachteile auf einfache Weise zu beseitigen. Ihr Hauptgedanke ist, das von der Schleuderscheibe abströ- mende Luft-Streustoff-Gemisch in seiner Bewegungstendenz nicht zu stören, bevor es denErdboden erreicht hat ; d. h. eine Abdeckung zu schaffen, die den Ge mischstrom weiterleitet, ohne ihn selbst zu verändern, ihn aber nach aussen hin abschirmt, so dass auch von aussen keine Störung eintreten kann. Die Windschutz Vorrichtung nach der Erfindung ist demgemäss gekennzeichnet durch eine Haube, deren obere Abdeckung eine der Bewegung des abgeschleuderten Luft-Streustoff-Gemisches wenigstens annähernd parallele Form besitzt.
Bei in genau horizontaler Ebene sich bewegenden Schleuderorganen kann dies durch eine Haube erreicht werden, die entsprechend der Wurfparabel eine von dem Schleuderorgan zum Boden parabelförmig verlaufende Form hat.
Bei auf Schleppern aufgesattelten Maschinen ist die Zuführung des Streugutes auf das Schleuderorgan notwendigerweise derart, dass die Maschinen nur nach hinten streuen. Dadurch ist bei diesen Maschinen nur eine Abdeckung nach hinten erforderlich.
Voraussetzung hierfür ist, dass die obere Abdeckung der Haube parabelförmig mit der Ausgangsrichtung in der Schleuderscheiben-Ebene nach hinten und seitlich zum Boden führt.
Bei Zentrifugalstreuem, die infolge ihrer Anbau- art an den Schlepper abgesenkt bzw. nach hinten geneigt werden können, besteht die Möglichkeit, die Windschutzhaube in ihrer Bauart zusätzlich dadurch zu vereinfachen, dass ihre obere Abdeckung die Form einer geraden Fläche besitzt, die tangential an die Wurfbahnen der Streustoffpartikeln angelegt werden kann.
Um eine seitliche Anpassung der Vorrichtung an die Streustoff-Wurfbahnen zu erreichen, können links und rechts über die Maschinenbreite hinausragende Seitenausleger schwenkbar an der Vorrichtung abgelenkt sein, die durch Federn in Arbeitsstellung gezogen werden, deren Endstellung verstellbar angeordnete Halteorgane bestimmen. Hierdurch ergeben sich neben der zusätzlichen Einstellmöglichkeit eine schnelle und einfache Umstellung der Vorrichtung von der Arbeits-in die Transportstellung und ein Schutz gegen Beschädigungen durch federndes Ausweichen der Seitenausleger beim oft während der Arbeit unvermeidlichen Anstossen an Zäune, Bäume oder andere Hindernisse.
Eine solche Windschutzhaube kann zusätzlich um eine horizontale Achse schwenkbar am Steuer angelenkt werden, wobei die hintere Kante der Haube durch verstellbar angeordnete Seile oder Ketten mit dem Streuer verbunden ist. Hierdurch ist eine Anpassungsmöglichkeit der Vorrichtung in senkrechter Ebene an die Wurfbahnen der abgeschleuderten Streustoffpartikeln derart gegeben, dal3 bei flacheren Wurfbahnen, d. h. grösseren Wurfweiten, die obere Haubenabdeckung durch Verkürzen der Seile oder Ketten auf einen geringeren Neigungswinkel, bei kürzeren Wurfweiten durch Verlängerung der Seile oder Ketten auf einen grösseren Neigungswinkel eingestellt wird.
In der Zeichnung ist die Erfindung an einer beispielsweisen Ausführungsform veranschaulicht.
Fig. 1 zeigt eine Windschutzhaube mit parabelförmig ausgebildeter, oberer Abdeckung an einem Anbau Zentrifugalstreuer in Seitenansicht ; Fig. 2 die gleiche Ausführung mit federnd abschwenkbaren Seitenaus legern in Arbeitsstellung in der Ansicht von oben, Fig. 3 die gleiche Ausführung mit in Transportstellung zurückgeklappten Seitenauslegern in der Ansicht von oben, Fig. 4 eine Windschutzhaube, deren obere Abdeckung die vereinfachte Form einer ebenen Fläche besitzt, an einem nach hinten geneigten Anbau-Zentrifugalstreuer in der Seitenansicht.
Das vom Streuorgan 1 abgeschleuderte Luft Streustoff-Gemisch strömt zunächst mit hoher, dann nach und nach abnehmender Geschwindigkeit nach hinten und nach den Seiten zum Erdboden. Dadurch, dass die obere Abdeckung der Windschutzvorrichtung 2 parallel zur Bewegungsrichtung der Streustoffpar tikeln 4 gerichtet ist, können sich diese Partikeln zum grössten Teil ohne Störung durch Anstossen und Anprallen an Teile dieser Vorrichtung auf den Boden absetzen, so dass nur noch wenige Partikeln mit der Luft aus dem Spalt 3 entweichen.
Um bei der Arbeit Schäden an der Windschutz Vorrichtung durch oft unvermeidbares Anstossen an Pfähle, Bäume und andere Hindernisse zu vermeiden, sind die seitlichen Ausleger 5 in den Punkten 6 schwenkbar gelagert (Fig. 2). Durch die beiderseits zwischen Streuerrahmen und Ausleger 5 angebrachte Feder 7 werden die Ausleger nach aussen gezogen, wobei das beiderseitig verstellbare Seil 8 die äussere Endstellung bestimmt. Der Ausleger 5 weicht somit beim Anstossen nach hinten aus und schnellt nach Passieren des Hindernisses in seine Ausgangsstellung zurück.
Durch die Veränderung der Seillänge kann die Haube ausserdem auf die sich bei den verschiedenen pulverförmigen Düngersorten ergebenden, unterschiedlichen Streubreiten eingestellt werden.
Zum Transport werden durch verkürzte Einhän- gung der Seile 8 die Ausleger 5 einfach nach hinten geklappt (Fig. 3).
Die vereinfachte Form der Windschutzvorrichtung mit ebener oberer Abdeckung wird vorzugsweise zusätzlich um die Achse 9 drehbar an den Streuerrahmen angelenkt (Fig. 4). Das Seil bzw. die Kette 10 wird im Haken 12 eingehängt und dient zur Höheneinstellung der hinteren Rahmenkante 11. Durch Veränderung der Seil-bzw. Kettenlänge ist eine zusätzliche Abstimmung auf die Streubreite möglich. Die vorliegende Erfindung ermöglicht also, eine Windschutz-Vorrichtung zu schaffen, die trotz ihrer Einfachheit die Nachteile bisher bekannter Vorrichtungen nicht aufweist.