CH359436A - Verfahren zur Herstellung konzentrierter Acetessigamid-Lösungen - Google Patents
Verfahren zur Herstellung konzentrierter Acetessigamid-LösungenInfo
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Description
Verfahren zur Herstellung konzentrierter Acetessigamid-Lösungen Es ist bekannt, Acetessigamid durch Einwirken von Ammoniak auf Diketen in wässriger Lösung bei Temperaturen von unterhalb 50 C herzustellen.
Infolge der grossen Reaktionsfähigkeit der Aus gangsstoffe und der während der Reaktion befreiten Wärme wurde die Reaktion in der Regel in verdünn ten Lösungen betrieben und bei Temperaturen von unter 15 C gehalten, um unerwünschte Nebenreak tionen zu vermeiden.
Auf diese Weise gelangte man aber nur zu Acetessigamidlösungen von höchstens 30% Acetessigamidgehalt. Die Aufbereitung des Acetessigsäureamides aus solchen verdünnten Lösun gen bereitet aber wegen seiner guten Löslichkeit und weil es sich beim Eindampfen leicht zersetzt, grosse Schwierigkeiten.
Die Erfindung betrifft nun ein Verfahren zur Her stellung von Acetessigamidlösungen mit mehr als 4011/o Acetessigamidgehalt bei Temperaturen, welche die grossen Reaktionsgeschwindigkeiten auszunützen gestatten, ohne dass nennenswerte Nebenreaktionen eintreten, wobei die Wärmeableitung an Stelle von Kältesolen mit Wasser von z. B. bis 25 C erfolgen kann.
Das Verfahren gemäss der Erfindung zur Herstel lung konzentrierter wässriger Acetessigamidlösungen mit einem Gehalt von über 40% Acetessigamid, vor- zugsweise 50-8514, durch Umsetzen von Diketen mit Ammoniak in wässriger Lösung bei Temperaturen von 20-60 C, vorzugsweise 25-40 C, ist dadurch gekennzeichnet, dass Diketen,
Ammoniak und Wasser in eine wässrige Acetessigamidlösung von mehr als 35 % Acetessigamidgehalt eingeführt und durch Küh- lung die Temperatur innerhalb des genannten Berei ches gehalten wird.
Vorteilhafterweise geht man von einer Acetessig- amidlösung aus, deren Konzentration derjenigen der herzustellenden Lösung entspricht, wobei das gegen- seitige Verhältnis des der Reaktion zugeführten Di- ketens,Ammoniaks und Wassers so berechnet ist, dass daraus eine Acetessigamidlösung der gewünschten Konzentration entsteht.
Die Zugabe von Diketen, Ammoniak und Wasser zu der Acetessigamidlösung erfolgt bevorzugterweise, um möglichst alle Nebenreaktionen zu unterbinden, in der Art, dass die durch die Reaktion gebildete Wärme höchstens eine kleine Temperatursteigerung von z. B. 20 C, vorzugsweise 5-10 C, des Um setzungsgemisches während der Reaktion hervorruft. Durch eine entsprechende Kühlung kann diese Wärme wieder aus dem Umsetzungsgemisch entfernt werden.
Diketen, Ammoniak und Wasser können einzeln oder Diketen einerseits und Wasser und Ammoniak anderseits der Reaktion zugeführt werden. Bei der Herstellung hochkonzentrierter Acetessigamidlösun- gen kann es unter Umständen vorteilhaft sein, über konzentrierte wässrige Ammoniaklösungen oder zu sätzlich zu wässriger Ammoniaklösung gasförmiges Ammoniak der Umsetzungsflüssigkeit beizugeben.
Eine gute Durchmischung der Reaktionsteilneh mer mit der Acetessigamidlösung ist natürlich not wendig, um lokale Überhitzungen und die damit zu sammenhängenden ausbeutevermindernden Neben reaktionen zu vermeiden.
Da die Acetessigamidlösung bei den erhöhten Ar beitstemperaturen nach einiger Zeit schon Zerset zungserscheinungen zeigen kann, ist es unter Umstän den wünschenswert, die Zugabe an Frischreaktanden so zu regeln, dass nach einem bestimmten Zeitraum die als Reaktionsmedium dienende Acetessigamidlö- sung ersetzt ist. So sollte z. B. bei einer Arbeitstempe ratur von über 40 C die durchschnittliche Verbleib zeit der Acetessigamidlösung 100 Min, nicht über schreiten. Vorteilhafterweise ist sie bei Temperaturen von 25-30 C in der Grössenordnung von 2-30 Min.
Die Verbleibzeit berechnet sich nach der Gleichung: <U>Volumen der Reaktionsflüssig</U> Verbleibzeit = ke<U>it im Zyklus</U> Volumen der dem Zyklus entnommenen Lösung pro Stunde Das vorliegende Verfahren ist mit besonderem Vorteil für eine kontinuierliche Arbeitsweise geeignet.
Ein Beispiel einer zur kontinuierlichen Durchfüh rung des Verfahrens geeigneten Anlage ist schema tisch in Fig. 1 dargestellt. Die Anlage besteht aus dem Kreislaufrohr 1, einer Förderpumpe 2, den Einlauf- rohren für Ammoniakwasser und Diketen 3 und 4, einem wassergekühlten Kühler 5 und einem überlauf gefäss 6.
Ein weiteres Beispiel einer Anlage zeigt Fig. 2, wo zusätzlich zu den schon erwähnten Elemen ten (gleiche Numerierung wie Fig. 1) ein Absorber 7 mit Ammoniakgaseinlauf 8 vorgesehen ist.
Im Kreislauf zirkuliert eine Acetessigamidlösung der herzustellenden Konzentration, gefördert durch die Pumpe 2. Vor dem Kühler wird durch die Leitung 3 zuerst eine konzentrierte Ammoniaklösung in den Kreislauf gebracht. Durch den Wassergehalt der Am moniaklösung kann der Acetessigamidgehalt der Lö sung reguliert werden. Mittels einer Leitung 8 könnte, falls z. B. hochkonzentrierte Acetessigamidlösungen herzustellen sind, gasförmiges Ammoniak, durch den Absorber 7 in den Kreislauf gebracht werden.
Das Diketen wird, nachdem das Ammoniak sich gut mit der zirkulierenden Acetessigamidlösung vermischt hat, über die Zuleitung 4 in den Kreislauf eingelassen. Die Reaktion setzt sofort unter starker Wärmeentwicklung ein. Das Kreislaufgemisch wird nun in einen gross oberflächigen Kühler von der entstandenen Wärme befreit. Am Ende des Kühlers ist die Reaktion prak tisch beendet.
Ein Teil der Acetessigamidlösung wird nun dem überlaufgefäss 6 zugeführt, wo die der zu gegebenen Ausgangsproduktenmenge entsprechende Quantität Acetessigamidlösung entnommen wird, wäh rend der restliche Anteil Lösung wieder dem Kreislauf zugeführt wird.
<I>Beispiel 1</I> Ein Zirkulationssystem, wie in Fig. 1 dargestellt, bestehend aus Pumpe (einer Förderleistung von 0,6 m3/Std.), Wasserkühler und überlauf, mit einem totalen Inhalt von 1,5 Liter, fliessen stündlich 4,8 Liter Diketen 97,5 % und 6,
7 Liter wässriges Ammoniak von 25 % zu. Die Temperatur wird mit dem Kühl- wasser auf 25 C eingestellt. Die Ammoniakzugabe kann mit Hilfe des pH-Wertes mit einem pH-Meter im Ablauf gesteuert werden.
Bevorzugt wird ein pH von 9,5-10. Stündlich entstehen 10,25 Liter Acet- essigamidlösung, spez. Gew. 1,125/20 , mit einem Gehalt von 56,4 Gew.O/o. Die Verbleibzeit beträgt 8,8 Min., die Ausbeute 931/o auf Diketen bezogen.
<I>Beispiel 2</I> Einem Zirkulationsapparat, wie in Fig. 1 beschrie ben, bestehend aus Pumpe (Förderleistung 2 m3/Std.), Wasserkühler von 1 m2 Oberfläche und überlauf mit einem totalen Inhalt von 7,5<B>1</B> fliessen 50 1/h Diketen 97,
5 % und 68 1/h Ammoniak 25 0/0 zu. Die Tempe- ratur wird mit dem Kühlwasser auf 25-35 C ge halten. Der pH-Wert während der Reaktion wurde mit Hilfe eines pH-Meters auf 9,3 eingestellt.
Stünd lich entstehen 103-105 1 Acetessigamidlösung (spez. Gew. 1,11 bei 20 C) mit einem Gehalt von 52,3 Gew.%, entsprechend 61 kg/Std. Amid 100%. Die Verbleibzeit beträgt 4,3 Min., die Ausbeute 950/0 auf Diketen bezogen.
<I>Beispiel 3</I> Ein Zirkulationssystem entsprechend Fig. 3, be stehend aus Pumpe (Förderleistung 2 m3/Std.), Küh ler und überlauf, wird durch eine Absorptionseinrich tung ergänzt.
Dem Kreislauf von 8,5 1 Inhalt fliessen stündlich 36 1 Diketen 97,5 % und 12 1 Ammoniak 25 % zu. Ausserdem werden dem Absorber 12,9 m3/Std. NH3 gasförmig zugeleitet.
Die Temperatur wird mit dem Kühlwasser auf 25-30 C gehalten, der pH-Regelwert ist auf etwa 9,5 eingestellt. Stündlich entstehen 48,2 1 79,3 %ige Amidlösung. Die Verbleibzeit beträgt 10,5 Min., die Ausbeute, bezogen auf Diketen, beträgt 95,5 0/0.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH Verfahren zur Herstellung konzentrierter wässriger Acetessigamidlösung mit einem Gehalt von über 40 % Acetessigamid durch Umsetzung von Diketen mit Ammoniak in wässriger Lösung bei Temperaturen von 20-60 C, dadurch gekennzeichnet, dass Diketen,Ammoniak und Wasser in eine wässrige Acetessig- amidlösung von mehr als 35 % Acetessigamidgehalt eingeführt und durch Kühlung die Temperatur inner halb des genannten Bereiches gehalten wird. UNTERANSPRÜCHE 1.Verfahren gemäss Patentanspruch, dadurch ge kennzeichnet, dass man von einer Acetessigamidlösung ausgeht, welche den gleichen Acetessigamidgehalt auf weist, wie die herzustellende Acetessigamidlösung. 2. Verfahren gemäss Patentanspruch, dadurch ge kennzeichnet, dass die Temperatursteigerung des Um setzungsgemisches während der Reaktion höchstens 20, vorzugsweise 5-10 C, beträgt. 3. Verfahren gemäss Patentanspruch, dadurch ge kennzeichnet, dass die durchschnittliche Verbleibzeit, bezogen auf die fertige abgezogene Acetessigamid- lösung, höchstens 100 Min. ausmacht. 4.Verfahren gemäss Patentanspruch, dadurch ge kennzeichnet, dass die durchschnittliche Verbleibzeit bei Temperaturen von 25-30 C zwischen 2 und 30 Min. liegt.
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