Haltbares Hilfsmittel für die Verbesserung der Färbungen von Textilien Beim Färben von Wolle und ähnlichen Fasern mit Metallkomplexfarbstoffen treten dadurch Schwierig keiten auf, dass die Färbungen, insbesondere bei tiefen Nuancen, nicht genügend reibecht sind.
Es wurden nun haltbare Hilfsmittel gefunden, mit denen man die Färbungen von Textilien mit solchen Metallkomplexfarbstoffen wesentlich verbessern kann.
Diese Hilfsmittel sind gekennzeichnet durch einen Gehalt erstens an mindestens 20 Oxalkylgruppen ent haltenden Polyalkylenoxydderivaten einer im Molekül mindestens 6 Kohlenstoffatome enthaltenden oxalky- lierbaren Verbindung und zweitens an anionaktiven Verbindungen.
Geeignete Polyalkylenoxydderivate sind beispiels weise die Anlagerungsprodukte von 25 Mol Äthylen oxyd an Octylalkohol, 80 Mol Äthylenoxyd an Oleyl- alkohol, 40 Mol Äthylenoxyd und 10 Mol Propylen- oxyd an Dodecylalkohol, 30 Mol Äthylenoxyd an Decylalkoholmonoglykoläther,
36 Mol Äthylenoxyd an Cetylphenol, 54 Mol Äthylenoxyd an Ölsäui e oder 60 Mol Äthylenoxyd an Stearylamid.
Es hat sich, wie man ganz allgemein sagen kann, gezeigt, dass solche Oxalkylierungsprodukte zur Her stellung der erfindungsgemässen Hilfsmittel besonders geeignet sind, die weit mehr Oxalkylgruppen enthalten, als es zum Wasserlöslichmachen des oxalkylierbaren Ausgangsmaterials bedurft hätte.
Als für das Gemisch geeignete anionaktive Verbin dungen seien z. B. genannt: die wasserlöslichen Salze des Ölsäuremethyltaurids, der Dibutylnaphthalinsul- fonsäure, der Schwefelsäureester von Fettalkoholen oder vom Hexylheptylnaphthol-tetraglykoläther, der Sulfobernsteinsäureester von höheren Alkoholen, der Dodecylbenzolsulfonsäure, des Ölsäuresarkosids, der Anlagerungsprodukte von Schwefelsäure an Olefine,
der Verseifungsprodukte von sulfochlorierten höher molekularen aliphatischen Kohlenwasserstoffen, der Dialkylsulfonimide und dergleichen.
Die neuen Hilfsmittel werden nach an sich bekann ten Methoden hergestellt. Sie stellen in der Regel farb lose bis braune Massen dar, die ausser den wirksamen Verbindungen noch Wasser, anorganische Salze und dergleichen enthalten können. Sie sind beliebig lange lagerbeständig.
Die Hilfsmittel eignen sich zur Verbesserung der Färbungen, z. B. mit Chromkomplexfarbstoffen, ins besondere solchen, die in der deutschen Patentschrift Nr. 846142 beschrieben sind. Es handelt sich dabei um Farbstoffe, die durch Behandeln von sulfonsäure- gruppenfreien, in Wasser schwer bis unlöslichen chromhaltigen Azo- oder Azomethinfarbstoffen, die auf ein Farbstoffmolekül ein Atom Chrom enthalten, mit Lösungen von organischen Verbindungen, die selbst komplexe Chromverbindungen bilden können, aber keine Farbstoffe sind und keine längerkettigen Alkylreste enthalten, erhalten werden.
Auch Abkömm linge dieser Farbstoffe, z. B. solche, die in der Azo- bzw. Azomethingruppe Sulfonsäureamid-, Amino-, Acylamino- oder Alkylsulfonylgruppen enthalten, fallen in Betracht. Auch andere Metallkomplexfarbstoffe, z. B. Kobalt-, Nickel-, Eisen-, Kupfer- oder Zirkon- komplexfarbstoffe kommen in Frage. Doch kommen auch andere Metallkomplexfarbstoffe in Betracht.
Es gibt sogar einige Metallkomplexfarbstoffe, die erst bei Verwendung der hier beschriebenen Hilfsmittel brauch bare Färbungen liefern. Besonders wertvoll sind die neuen Mittel auch für das Färben von dichterem Textilmaterial, Bobinen oder Kreuzspulen, die sich nach den bisher bekannten Methoden oft überhaupt nicht gleichmässig durchfärben liessen. Das Färben erfolgt zweckmässig unter Zusatz von Essigsäure und Ammonacetat, von Schwefelsäure oder von andern geeigneten Säuren und Salzen.
Die erfindungsgemässen Hilfsmittel, die eine vor zügliche Dispergier- und Schutzkolloidwirkung, dabei aber keine ausgesprochene Waschwirkung haben, kön nen in geringer Menge, vorteilhaft in Mengen von 0,5 bis 8 /,, bezogen auf das Färbegut, dem Färbebad zu gesetzt werden. Man kann auch so verfahren, dass man die Färbungen ohne den Zusatz der erfindungsgemässen Mischungen ausführt und die erhaltenen Färbungen mit diesen Mischungen nachbehandelt. Man kann das Färbegut aber auch vor dem Färben in einer Lösung der neuen Hilfsmittel behandeln, dann den Farbstoff nachsetzen oder das vorbehandelte Färbegut in die Färbeflotte einbringen.
Die neuen Mittel gestatten, Färbungen von hoher Reibechtheit und Egalität zu erzielen, und ermöglichen, insbesondere auch im isoelektrischen Bereich oder nahe diesem Bereich zu arbeiten.
Die folgenden Beispiele zeigen die Zusammenset zung einiger der erfindungsgemässen Hilfsmittel. Die Mischungen können so, wie sie aus dem Herstellungs- prozess hervorgehen, ohne weitere Reinigung in den Verkehr gebracht werden.
Die in den Beispielen genannten Teile sind Ge wichtsteile. <I>Beispiel 1</I> Ein Färbehilfsmittel hat folgende Zusammenset- zung: 60 Teile des Anlagerungsproduktes von 68 Mol Äthylenoxyd an 1 Mol Spermölalkohol, 40 Teile des Natriumsalzes des Kondensationspro duktes aus Ölsäurechlorid und Methyltaurin, 12 Teile eines Gemisches aus Kochsalz und Glauber salz (1:1).
Man erhält es, indem man eine gepulverte Mischung des Kondensationsproduktes aus Ölsäurechlorid und Methyltaurin mit den anorganischen Salzen in eine Schmelze des Polyglykoläthers einträgt und die Masse nach dem Abkühlen zerkleinert.
Das Hilfsmittel ist in Wasser klar und leicht löslich. Es bewirkt eine Verbesserung der Egalität und Reib echtheit der Färbungen von dispergierten Metallkom- plexfarbstoffen auf Wolle, beispielsweise der Kobalt komplexverbindung, die auf 1 Atom Kobalt 1 Molekül des Azofarbstoffes aus 4-Nitro-2-aminophenol, diazo- tiert und gekuppelt mit 2-Naphthol, und 1 Molekül des Azofarbstoffes aus 4-Nitro-2-aminophenol,
diazo- tiert und gekuppelt mit Phenylmethylpyrazolon, ent hält.
<I>Beispiel 2</I> Durch Auflösen von 5 Teilen Natriumsalz des Kon densationsproduktes aus Ölsäurechlorid und Methyl- taurin und 6 Teilen des Anlagerungsproduktes von 30 Mol Äthylenoxyd an 1 Mol Spermölalkohol in 49 Teilen Wasser erhält man ein Hilfsmittel von vor züglicher egalisierender und die Reibechtheit erhöhen der Wirkung.
Mit seiner Hilfe erzielt man selbst mit schwierig zu handhabenden Farbstoffen, beispielsweise dem Chromkomplexfarbstoff aus 1-Amino-5-nitro- phenol, diazotiert und gekuppelt mit 2-Naphthol, um gesetzt mit Salicylsäuresulfanilid, auf Wolle sehr gute Färbungen.
<I>Beispiel 3</I> Ein pastenförmiges Hilfsmittel, das ähnliche Eigen schaften wie das im Beispiel 2 genannte hat, ist wie folgt zusammengesetzt: 60 Teile des Anlagerungsproduktes von 80 Mol Äthylenoxyd an 1 Mol Octadecylalkohol, 20 Teile Natriumsalz des Hexylheptylnaphthol- tetraglykoläthersulfats, 30 Teile Wasser.
<I>Beispiel 4</I> Durch Lösen von 60 Teilen des Anlagerungspro- duktes von 30 Mol Äthylenoxyd an 1 Mol Oleylalkohol und 40 Teilen Diäthanolaminsalz des Kondensations produktes aus Ölsäurechlorid und Methyltaurin in 200 Teilen Wasser erhält man ein braunes, viskoses Hilfsmittel, dessen Wirkung der der in Beispiel 1 ge nannten Zubereitung ähnelt.
Es liefert auf Wolle reib echte Färbungen guter Egalität mit dem Farbstoff, der auf 1 Atom Kobalt 2 Moleküle des Azofarbstoffes aus 4-Nitro-2-aminophenol, diazotiert und gekuppelt mit 2-Naphthol, enthält.
<I>Beispiel 5</I> In 40 Teilen heissem Wasser löst man 60 Teile des Anlagerungsproduktes von 80 Mol Äthylenoxyd an 1 Mol Spermölalkohol und 20 Teile Natriumsalz des sauren Schwefelsäureesters vom Polyglykoläther aus 4 Mol Äthylenoxyd und 1 Mol Hexylheptylnaphthol. Das so erhaltene, leicht lösliche,
viskose Hilfsmittel ergibt mit der Eisenkomplexverbindung des 1-Nitro- 2-naphthols auf Wolle sehr egale und reibechte Fär bungen.
<I>Beispiel 6</I> Ein pastenförmiges Mittel, dessen Eigenschaften denen des in Beispiel 5 genannten ähneln, entsteht durch Auflösen von 20 Teilen des Anlagerungspro- duktes von 80 Mol Äthylenoxyd an 1 Mol Octadecyl- alkohol und 40 Teilen Natriumsalz des sauren Schwefel- säureesters des Anlagerungsproduktes von 15 Mol Äthylenoxyd an 1 Mol <RTI
ID="0002.0103"> Hexylheptylnaphthol in 20 Teilen heissem Wasser. <I>Beispiel 7</I> Ein Hilfsmittel hat die folgende Zusammensetzung: 10 Teile Diäthanolaminsalz einer Dodecylbenzol- sulfonsäure, 20 Teile des Anlagerungsproduktes von 72 Mol Äthylenoxyd an Laurinsäureäthanolamid, 170 Teile Wasser.
Durch Zusatz dieses Mittels zum Färbebad gelingt es, mit dem in Beispiel 2 genannten Farbstoff auf ent- basteter Naturseide reibechte Färbungen zu erhalten. <I>Beispiel 8</I> Ein Hilfsmittel enthält in 300 Teilen Wasser 60 Teile des Anlagerungsproduktes von 38 Mol Äthylenoxyd an 1 Mol Oleylalkohol und 40 Teile Ammoniumsalz des Kondensationsproduktes aus Ölsäure und Methyl- taurin.
Es vermittelt auf Polyamidgewebe sehr egale, reib echte Färbungen des im Beispiel 1 genannten Farb stoffes.