Einsäulen-Scherentrennschalter Bei Einsäulen-Scherentrennschaltern ist bekanntlich auf einem Stützisolator ein An schluss- und Getriebekopf aufgesetzt, an dem die scherenförmig ausgebildeten, beweglichen Teile der Strombahn angelenkt sind und von dem aus die Schaltbewegung der Schere er folgt. Die am obern Ende der Schere befestig ten, beweglichen Schaltstücke werden dabei vorwiegend in Richtung der verlängerten Längsachse des säulenförmigen Stützisolators b ewegt.
Die Antriebsbewegung wird in der Regel vom Fuss des Stützisolators über einen wei teren zusätzlichen Isolator zum Getriebekopf am oberen Ende des Stützisolators übertra gen. Um die Nachteile vorwiegend mecha nischer Natur zu vermeiden, die ein seitlich neben dem Stützisolator angeordneter Schalt isolator aufweist, sind Lösungen bekannt geworden, bei denen der Schaltisolator als Drehwelle im Innern des hohlen Stütz- isolators angeordnet ist. Eine solche Anord nung hat aber eine bedenkliche Schwächung der Isolierfestigkeit des Stützisolators zur Folge.
Während ein Hohlstützer der üblichen Bauart durch mehrere, in seinem Innern an geordnete Isolierböden als weitgehend durch schlagssicher zu betrachten ist, geht diese wichtige Eigenschaft in hohem' Ausmasse verloren, wenn diese Böden zum Durchführen einer Isolierantriebswelle Öffnungen ent halten müssen, zudem die an den Durch- trittsstellen vorgesehenen Wellendichtungen erfahrungsgemäss auf die Dauer nicht voll kommen abdichten.
Um die erwähnten Nachteile zu vermei den, ist der erfindungsgemässe Einsäulen Scherentrennschalter, bei welchem die be weglichen Kontaktstücke im wesentlichen in Richtung der Längsachse des säulenförmigen Stützisolators von einem stromführenden Scherenmechanismus bewegt und getragen sind, derart gestaltet, dass der Scherenmecha nismus einschliesslich des erforderlichen Ge triebes und des Stromanschlusses von min destens drei pyramidenförmig angeordneten, die Säule bildenden Vollkern-Stabisolatoren, z.
B. Schirmstabisolatoren, getragen wird und die Antriebsbewegung auf den Scheren mechanismus mittels ein oder mehreren wei tern Vollkern-Stabisolatoren übertragen wird, die in Richtung der Pyramidenachse und drehbar innerhalb des durch die Trag isolatoren begrenzten Raumes angeordnet sind. Besonders einfache und günstige Ver hältnisse ergeben sich, wenn die Isolierwelle genau in der Mittelachse der Stützerpyramide angeordnet ist.
Fig. 1 zeigt ein Ausführungsbeispiel des erfindungsgemässen Schalters im Aufriss und Fig. 2 im Seitenriss, während die Figuren 3-5 verschiedene Details des Schalters darstellen. Mit 1 ist der Getriebekopf bezeichnet, an dem die Scherenunterarme 2 angelenkt sind. Die Scherenoberarme 3 sind mit den Unterarmen 2 gelenkig verbunden. Der Getriebekopf 1 sitzt auf der obern Stützerarmatur 6.
Der pyramidenförmige Tragstützer besteht aus drei Stützern, die aus den Vollkernstützern 4 gebildet und mit ihren untern Enden in die mit einer Dreifachfassung versehene Fuss armatur ü eingekittet sind. Die obere Stützer- armatur 6 weist ebenfalls drei Fassungs stellen auf, in die die obern Enden der Voll- kernstützer 4 eingekittet sind.
Innerhalb der durch die Tragisolatoren 4 gebildeten Pyra mide ist die ebenfalls aus Vollkern-Stabisola- toren 7 gebildete Drehwelle 8 angeordnet, und zwar gemäss den beiden Fig. 1 und 2 genau in der Mittelachse der Pyramide. Eine metal lische Verlängerung der Isolierdrehwelle durchdringt die obere Stützerarmatur 6 und treibt das innerhalb des Getriebekopfes 1 vorgesehene Getriebe an.
Die Vorteile der erfindungsgemässen An ordnung ergeben sich wie folgt: Sowohl als Tragisolatoren als auch als Antriebsisolatoren sind vollkommen durchschlagssichere Voll kern-Isolatoren verwendet, die keinerlei Innenhohlräume aufweisen. Für die Trag isolatoren können normale Schirmstabisola- toren der gleichen Type verwendet werden, so dass für die gesamte Anordnung nur ein einziger Isoliertyp erforderlich ist. Die sym metrische Anordnung der Drehwelle zu den drei Säulen der Pyramide ergibt eine beson ders günstige mechanische Beanspruchung der Tragisolatoren.
Der gegenseitige Abstand der drei Stützer kann ohne weiteres den je weiligen Bedürfnissen, die durch die Grösse des Antriebskopfes 1 und die erforderliche Umbruchskraft gegeben sind, angepasst werden.
Es ist möglich, die Tragisolatoren und den Drehisolator für beliebig hohe Spannun gen zu gestalten, indem jeweils mehrere Schirmstabisolatoren mittels Zwischenarma turen zusammengekuppelt werden, wobei die einzelnen Tragsäulen an den Kuppelstellen durch entsprechend ausgebildete Zwischen armaturen fest untereinander verbunden sind und die Zwischenarmaturen ausserdem Zwischenlagerstellen für die Drehwelle ent halten.
In Fig. 1 und 2 weisen sowohl die Trag säulen als auch die Drehwelle je zwei mit Hilfe von Zwischenarmaturen 9 zusammen- gekuppelte Schirmstabisolatoren 4 bzw. 7 auf. Die Zwischenarmatur 9 enthält dabei die Zwischenlagerstelle 10 für die Drehwelle B.
Soll die Betätigung der Scherenarme 2-3 über das Getriebe 1 und die Isolierwelle 7 durch einen Hubkolbendruckluftantrieb er folgen, so ist es gemäss einem weiteren Vor schlag vorteilhaft, diesen mit senkrecht zur Pyramidenachse liegenden Zylinder 12 am Fusse der aus Schirmstabisolatoren gebildeten Tragpyramide innerhalb der äussern Begren zungslinie dieser anzuordnen und mit einem Getriebe auszustatten, welches die Hub bewegung in eine Drehbewegung umlenkt, wobei die Drehwellenachse parallel zur Pyra- midenachse verläuft oder mit dieser zusam menfällt;
die erfindungsgemässe Drehwelle 8 bildet dann die Fortsetzung der Antriebs- drehwelle 13 nach oben.
Auf diese Weise wird erreicht, dass die bei der Schaltbewegung auftretenden Antriebs und Reaktionskräfte den Tragstützer gleich mässig und symmetrisch beanspruchen, für den Antrieb kein zusätzlicher Platzbedarf entsteht und die Kraftübertragung vom An trieb in die Isolierdrehwelle mit dem denkbar geringsten Aufwand erfolgt.
Gemäss einem weiteren Vorschlag kann am Fusse der aus Schirmstabisolatoren ge bildeten Tragpyramide innerhalb der Be grenzungslinien dieser auch ein Motorantrieb zugeordnet: sein, dessen Übersetzungs- und Schaltgetriebe so ausgebildet ist, dass dessen Antriebswelle parallel zur Pyramidenachse verläuft oder mit dieser zusammenfällt, wobei die aus Schirmstabisolatoren gebildete Isolierdrehwelle die Fortsetzung derAntriebs- welle des Motorantriebes nach oben bildet.
Einige weitere Vorschläge haben den Zweck, die Stromübertragung von dem am Getriebekasten 1 angeordneten Stroman- schluss 14 auf die untern Scherenarme 2 und von diesen auf die obern Scherenarme 3 zu verbessern. Diese Stromübertragungsstellen bilden nämlich bei den bisher bekannten Ausführungen von Scherentrennschaltern besonders schwache Stellen.
Erfolgt die Stromübertragung derart, dass der Strom unmittelbar über die drehbar an- einandergepressten Gelenkbeugen fliessen, muss, so sind zur Erzielung einer ausreichen den Kontaktkraft hohe Anpressdrücke er forderlich, und es ergeben sich sehr hohe Betätigungskräfte. Bei häufigerer Betätigung ist überdies eine unvermeidliche Abnützung der Press- bzw. Kontaktflächen die Folge, wodurch eine Lockerung der Gelenke eintritt und damit die einwandfreie Stromübertra gung in Frage gestellt ist. Es wurde daher versucht, den Strom nicht unmittelbar durch die Gelenke zu schicken, sondern die Gelenke durch flexible Strombänder zu überbrücken.
Für die in Frage kommenden verhältnis mässig hohen Ströme sindaberVielfachbänder erforderlich, die eine grosse Länge aufweisen sowie sorgfältig geführt sein müssen, damit sie sich beim Zusammenklappen der Schere nicht verwürgen. Ausserdem besteht die Gefahr, dass die flexiblen Strombänder ver eisen und mit den Gelenken zusammenfrieren, wodurch die Schaltfähigkeit stark oder ganz beeinträchtigt wird.
Zur Vermeidung dieser Schwierigkeiten erfolgt die Übertragung grösserer Ströme von einem drehbaren Schaltstück auf ein im Raum feststehendes Anschlussstück oder um gekehrt durch die Zwischenschaltung federn der Bleche zweckmässig gemäss österreichi schem Patent Nr.<B>176601,</B> wobei die Strom übertragung von einem bolzenförmigen Teil. \?0 auf einen dieser Bolzen konzentrisch um greifenden hülsenförmigen Teil 16 mit Hilfe einer Anzahl aufeinander gereihter federnder Bleche 22 von scheibenförmiger Gestalt er folgt, die zwischen der Hülseninnenwand und dem Bolzen eingesprengt sind.
Die Stromübertragung von einem fest stehenden Anschlussbolzen 15 auf die untern, vom Getriebe bewegten Scherenarme 2 erfolgt dabei mittels Vorrichtung 16 gemäss dem österreichischem Patent Nr. 176 601 dadurch, dass die jeweils für zwei sich gegenüber liegenden Scherenarme 2 gemeinsame Füh rungswelle 17 in einer Achse mit den strom führenden Bolzen der stromübertragenden Vorrichtung 16 liegt, jedoch an der Strom übertragung nicht teilnimmt, und die für die Stromübertragung dienenden Bolzen 15 keine sich aus der Lagerung oder dem Antrieb der Scherenarme ergebenden Kräfte aufzuneh men haben.
Die in Fig. 3 dargestellte Achse 17, die mittels der Flansche 18 und der Schrauben 19 mit den Schaltarmen 2 fest verbunden ist, dient zur Lagerung und zur Bewegung der Scherenarme. Die Stromübertragungsvor- richtung 16 übernimmt daher in diesem Falle lediglich die Übertragung des Stromes von den Anschlüssen 15 in die Scherenarme 2, weil die stromführenden Bolzen 20 aus einem hochwertigen Leitwerkstoff nicht in der Lage wären, die hohen mechanischen Kräfte auf zunehmen, die sich mit der Lagerung und Bewegung der Scherenarme 2 ergeben. Dies wäre nur dann möglich, wenn man die Vor richtung 16 erheblich grösser bemessen würde, was aber unzulässige Ausmasse und einen unwirtschaftlichen Aufwand zur Folge hätte.
Weiters erfolgt gemäss einem in Fig. 4 skizzierten Vorschlag die Stromübertragung von den obern Enden der auf einem gemein samen Führungszapfen 21 angeordneten untern Scherenarme 2 in den zwischen den obern Enden der beiden untern Scherenarme drehbar gelagerten obern Scherenarm 3 eben falls mittels einer Vorrichtung gemäss dem österreichischen Patent Nr.176 601, wobei der stromführende Bolzen 21 der stromüber tragenden Einrichtung 22 an beiden Enden fest mit je einem der untern Scherenarme 2 verbunden ist.
Da die mechanische Bean spruchung für den stromführenden Bolzen 21 an dieser Stelle wesentlich geringer ist als an den Gelenken am untern Ende der untern Scherenarme und keine Bewegungskräfte zu übertragen sind, stellt dieser vorstehende Vorschlag eine besonders einfache und zweck mässige Anwendung der Vorrichtung dar.
Für den Fall, dass zwei in einem gewissen Abstand voneinander angeordnete obere Scherenarme 3 vorgesehen sind, und die Stromübertragung von den obern Enden der auf einer gemeinsamen Führungswelle 17 angeordneten untern Scherenarme 2 in die zwischen den obern Enden der untern Sche renarme angeordneten und ebenfalls auf einer gemeinsamen Achse drehbaren obern Scheren arme 3 erfolgt, ist ein weiterer Vorschlag in Fig. 5 dargestellt.
Die Stromübertragung er folgt hierbei ebenfalls mittels Vorrichtungen gemäss dem österreichischen Patent Nr. 176 601 in der Weise, dass die stromführenden Bolzen 23 in der Fortsetzung der Ver bindungswelle 24 angeordnet sind, diese Ver bindungswelle jedoch an der Stromüber tragung nicht teilnimmt und die für die Stromübertragung dienenden Bolzen 23 von evtl. auftretenden axialen Beanspruchungen entlastet sind. Diese Entlastung erfolgt durch die mit der Verbindungswelle 24 fest ver bundenen Flansche 23, die mit den Ober armen 3 verschraubt und durch die Fixie- rungsringe 26 sowie die Seegerringe 27 ge sichert sind.