Verfahren zum Zementieren von Eisen und Stahl und deren Legierungen in einer Gasatmosphäre Die Zementierung von Eisenprodukten in einer Gasatmosphäre hat sich in der Industrie gut eingeführt.
Die Erfahrung hat gezeigt, dass gleichblei bende gute Ergebnisse bei Verwendung einer Casatmosphäre erzielt werden, die aus Stadt gas hergestellt ist. Wiewohl die Zusammen setzung je nach dem Stadtgas, von dem aus gegangen wird, etwas schwankt, kann man feststellen, dass diese Atmosphäre etwa 45-55 Volumprozente Wasserstoff, 10-25 Volum- prozente Kohlenoxyd, 10-25 Volumprozente Methan und den Rest, rund 1.0 /o" an prak tisch inerten Gasen enthält.
Ein, Ofenhärtungsverfahren, das als Car- bonitrierung bezeichnet werden kann, ist gleichfalls durchführbar, indem man der Atmosphäre ein nitrierendes Gas, wie Ammo niak, beifügt.
Es ist auch bekannt, eine für die Zemen tierung geeignete Atmosphäre dadurch her zustellen, indem man flüssige Kohlenwasser- stoffe in den Ofen für die IIitzebehandlung eintropfen lässt und sie dort krackt. In der Praxis werden zu diesem Zweck hauptsäch lich aliphatische Verbindungen benutzt.
Wie wohl damit brauchbare Ergebnisse erzielt werden können, besteht doch eine Neigung zu starker Verrussung der Werkstücke mit den sich daraus ergebenden Schädigungen, die nur durch eine ausserordentlich sorgfäl tige Überwachung der Zuflussbedingungen vermieden werden können.
Die vorliegende Erfindung hat sich nun das Ziel gesetzt, ein Verfahren ausfindig zu machen, mit dem eine Gasatmosphäre ge schaffen werden kann, die ebenso gute Eigen schaften aufweist wie diejenige, welche aus Stadtgas gewönnen wird. .
In dieser . Absicht wurde zunächst ge prüft, welche von den unzähligen organischen Flüssigkeit, die imstande sind, beim Krak- ken bzw. in pyrolytischen Reaktionen bei den Behandlungstemperaturen, welche in der Nähe von 700-1100e C liegen, C0, CII4 und 112 zu liefern, wirtschaftlich brauchbar und theäretisch wirksam sein könnten.
Die Erfahrung mit Zementierungsatmo- Sphären, die aus Stadtgas hergestellt sind, führt zu folgenden -Forderungen a) Die Atmosphäre soll vollständig frei von Decarburierungsgasen, wie C02 und 02, sowie von Wasserdampf sein.
b)'Schädliche; Schwefelverbindungen, sollen nicht vorhanden sein.
c) Es soll keine Verrussung eintreten, da sie die Carburierung hindert.
d) Die Atmosphäre soll, soweit dies nur möglich ist, von solcher Art sein, dass man zur Erzielung befriedigender Ergebnisse nicht genötigt ist, eine bestimmte oder kri tische Strömungsgeschwindigkeit einzuhalten.
Diese Bedingungen engten den Bereich auf diejenigen Kohlenstoff, Wasserstoff, Sauerstoff und Stickstoff enthaltenden Flüs sigkeiten oder Flüssigkeitsgemische ein, welche frei von allen andern Elementen,. insbesondere Schwefel sind.
Die beiden Hauptklassen von Flüssig keiten, welche nun in Betracht kamen, waren aliphatische und aromatische oder Ring verbindungen.
Die letztgenannte Klasse umfasst die Ben- zoid-, N aphtenoid- und ähnliche Ringverbin dungen, welche, da sie ungesättigt sind, bei der Spaltung unerwünschten I,#öhlenstoff in Form von Russ abscheiden. Infolgedessen wurden sie als ungeeignet angesehen. Die Aüf- merksamkeit richtete sich daher auf die ali- phatischen Verbindungen. Auch hier sind verschiedene Unterteilungen gegeben.
Es wurde für zweckmässig erachtet, nun die voll ständig gesättigten Verbindungen zu unter suchen, da die ungesättigten Verbindungen auch in der aliphatischen Klasse die Neigung haben, bei der Spaltung Kohlenstoff als Russ abzuscheiden, wie es die aromatischen Ver bindungen tun.
Von den aliphatischen Verbindungen ver blieben die- einwertigen flüssigen Alkohole und die aliphatischen Ketone.
Aus praktischen und wirtschaftlichen Gründen wurde die erstgenannte Gruppe für eine theoretische Abschätzung der möglichen Reaktion bei der Krackung im Temperatur bereich von 700-950 C ausgewählt. Die nachfolgende Tabelle gibt Auskunft über das wahrscheinlichste Verhalten einiger leicht zu gänglicher Alkohole unter diesen Bedingun gen.
EMI0002.0026
Alkohol <SEP> Vermutliche <SEP> Theoretische <SEP> Gaszusammensetzung <SEP> (Vol. <SEP> / <SEP> )
<tb> Spaltprodukte <SEP> CO <SEP> CH4 <SEP> Ha
<tb> Methylalkohol <SEP> CO <SEP> + <SEP> 2H2 <SEP> <B>3313%</B> <SEP> - <SEP> 66,6
<tb> Äthylalkohol <SEP> CO <SEP> -E- <SEP> CH4 <SEP> + <SEP> H2 <SEP> 33,3 <SEP> % <SEP> 33,3 <SEP> % <SEP> 33,3
<tb> Isopröpylalkohol <SEP> CO <SEP> -f- <SEP> 2 <SEP> CH4 <SEP> <B>3323% <SEP> 6636%</B> <SEP> (P)
<tb> CO <SEP> + <SEP> CH4 <SEP> -E- <SEP> 2112+ <SEP> C <SEP> 25% <SEP> <B>25% <SEP> 50%</B> <SEP> (S) Es soll hervorgehoben werden, dass bei den vorstehenden Betrachtungen folgende Annah men gemacht wurden a) Die Krackung hat in einem Ofen statt gefunden,
der frei von Luft und praktisch frei von Eisen war.
b) Die Flüssigkeit wurde mit konstanter Geschwindigkeit in den Ofen eintropfen ge lassen.
c) Die Temperatur des Ofens wurde prak tisch konstant gehalten, nämlich auf 925 10 C.
d) Es wurde nur dieprimäre Spaltung (P) in Betracht gezogen; bloss im letzten Fall ist es wahrscheinlich, dass sekundäre oder Neben reaktionen eintreten, wie es bei (S) angedeu tet ist. Eine Betrachtung der theoretisch wahr- seheinlichen Gaszusammensetzung bei der Krackung, wie sie in der vorstehenden Tabelle gegeben ist, zeigt, dass der Isopropylalkohol ein Gas liefert, welches der als wirksam be kannten Atmosphäre am nächsten kommt, wiewohl die Summe der Prozentzahlen für CO und CH4 etwas hoch liegt und,
wie aus einer langen Erfahrung mit vorbereitetem Stadt gas geschlossen werden kann, Russbildung er wartet werden muss, wenn nicht für eine ge naueste Überwachung der Zuflussgeschwin- digkeit gesorgt wird.
Es war also wesentlich, eine Flüssigkeit zu finden, die, wenn sie gekrackt -wird, einen niedrigeren Betrag an CH4 liefert, um- die unerwünschte Russbildung auch dann zu un- terdrücken, wenn keine so genaue überwa- chung der Arbeitsbedingungen stattfindet.
Entsprechend der vorliegenden Erfindung wird nun die Atmosphäre für die Gasze mentierung von Eisen und Stahl und deren Legierungen hergestellt, indem man einen ein wertigen aliphatischen Alkohol und Wasser in einer Menge von 5r30 Voliunprozenten, be zogen auf den Alkohol, in einem Glühofen bei einer Temperatur zwischen 700 und 950" C kracht.
Eine stickstoffhaltige Flüssigkeit, die mit der Alkohol-Wasser-Mischung vollständig mischbar ist, kann der Mischung zugefügt werden.
Eine solche stickstoffhaltige Flüssigkeit wird dort verwendet, wo es sich um Car bonitrierung anstelle von . reiner Carburie- rung handelt. Die bevorzugte Flüssigkeit für diesen. Zweck ist Ammoniak vom spez. Gew. 0,880 (15 C), das in solchen Mengen zugesetzt werden kann, dass der Ammoniakgehalt der entstehenden Atmosphäre 2,5-7,5 /a beträgt.
Das Ammoniakgas kann ebensogut einer Stahlflasche entnommen und in Gasform zu gesetzt werden.
In dem ganzen oben -angegebenen Bereich von 5-30 Volumprozenten Wasser des ein wertigen Alkohols können gute Gasatmosphä ren erhalten werden. Beim Isopropylalkohol erhält die bevorzugte Flüssigkeit für die Krackung im Ofen einen Zusatz von 15-25 Volumprozenten Wasser; wenn es sich um reine Carburierung handelt, während eine ähnliche Menge von Wasser und Ammoniak zusammen benutzt wird, wenn eine Carboni- trierung durchgeführt werden soll.
Methylalkohol ist, wiewohl er technisch hergestellt wird, gewissen Beschränkungen unterworfen und auch bei Beschaffung in grossen Quantitäten teuer. Auch Äthylalkohol ist im Handel erhältlich, aber sowohl in seiner 100 1/aigen Form als auch in niedrigeren Graden ruhen auf ihm in den meisten Län dern Zoll- und Steuergebühren..
Infolgedessen richtete sich die Aufmerk samkeit auf den Isopropylalkohol, der leicht zu beschaffen, billig und- wohl überall zoll- und steuerfrei zu beziehen sowie keinen be sonderen Verwendungsvorschriften unterwor fen ist.
Selbstverständlich können auch die an dern einwertigen Alkohole in entsprechender Mischung mit Wasser zur Erzielung einer guten Carburierung herangezogen werden, und der Zusatz von wässrigem Ammoniak (spez. Gew. 0,880 bei 15" C) im geeigneten Verhältnis oder die Einführung von gasför= migem Ammoniak in den Ofen geben wirk same Atmosphären für die Carbonitrierung.
Wenn man nun die beim Irracken einer Mischung von Isopropylalkohol und Wasser unter- den - oben angeführten Bedingungen <I>a</I> bis<I>d</I> vermutlich eintretende Reaktion über legt, kommt man zu folgender Gleichung:
EMI0003.0048
Die theoretische Gaszusammensetzung müsste also sein: CO = 33,3 % CH4 = 16,6<B>0</B>/<B>0</B> 1-12 = 50e/0 Ein solches Gas würde sich vorzüglich für die Zementierung von Eisenwaren eignen.
Man muss nun auch die oben angegebene Gleichung unter folgendem Gesichtspunkt be trachten: - Das Molekulargewicht von C3H70H ist 60 Das Molekulargewicht von H20 ist 18 Wenn also äquimolekulare Mengen von Isopropylalkohol und Wasser gemischt . wer den, ergibt dies eine Mischung von 60 Ge wichtsteilen Isopropylalkohol und 18 Ge wichtsteilen Wasser.
Da das spez. Gew. von Isopropylalkohol rund 0,8 und das von Wasser 1 beträgt, enthält die äquimolekulare Mischung, bezogen auf Isopropylalkohol,
EMI0003.0069
oder
EMI0003.0070
Im Hinblick auf die theoretischen Möglich keiten wurden Versuche durchgeführt, um die im praktischen Betrieb tatsächlich zu erhal tenden Resultate festzustellen.. Zu den Versuchen wurde eine vollstän dige technische Ausrüstung benutzt, nämlich ein Gascarburierungsofen mit Retorte,
Venti lator und Flüssigkeitstropfvorrichtung, wobei die ganze Einrichtung aus hochfeuerfestem Material, praktisch frei- von Eisen, hergestellt war.
Die Versuche wurden bei einer- Tempera tur von 925 C ausgeführt. Diese Temperatur wurde gewählt, da sie eine der Standard temperaturen darstellt, die in der Technik für die Gascarburierung von Stählen unter Benutzung von präpariertem Stadtgas an gewendet werden.
\ Im nachstehenden sind die erhaltenen Re sultate zusammengefasst. Es handelt sich da bei nicht um Einzelversuche, sondern um Er gebnisse, die mindestens in zwei Versuchen, in den meisten Fällen aber in einer Mehrzahl von Versuchen überprüft worden sind. Die Analyse der Gase wurde am Austritt aus der Retorte vorgenommen.
EMI0004.0009
Die Angaben für den Isopropylalkohol sind das Eegebuis von 15-20 verschiedenen Versuchen, d. h. 45-60 gesonderten Gas analysen.
Der Vergleich" dieser Ergebnisse mit den theoretischen Zahlen ist von Interesse:
EMI0004.0014
<B>Co,</B> <SEP> O, <SEP> C.H. <SEP> CO <SEP> CH, <SEP> HZ
<tb> Theoretisch <SEP> - <SEP> - <SEP> _ <SEP> ,- <SEP> 33,3 <SEP> 16,6 <SEP> 50
<tb> Praktisch <SEP> 0,2-0.,4 <SEP> 0-0,4 <SEP> 0,2-0,6 <SEP> 29-32 <SEP> 11,5-13,5 <SEP> 54-58 Die Gegenwart kleiner Mengen von C02, 02 und C"Hm (ungesättigten Kohlenwasser stoffgasen) kann man sekundären Reaktio nen zuschreiben.
Der Unterschied der prak tisch ermittelten Werte für C0, CH4 und 112 gegenüber den theoretischen Zahlen ist durch die Aufspaltung eines Teils des CH4 zu er klären, gemäss der Gleichung .
CH4 + 3Fe = Fe3C (Zementft) + 2H2 sowie' eines Teils des CO im Sinne von 2C0 # C02 + C Die Richtigkeit dieser Auffassung wird durch die Einwirkung bestätigt, welche diese Gase auf Strahlmuster ausüben, die zur me tallurgischen Behandlung in die Retorte ge bracht werden.
Eine weitere Reihe von Versuchen wurde durchgeführt, um festzustellen, ob die me tallurgischen Ergebnisse, welche man mit der Atmosphäre aus Isopropylalkohol und 25 Vo- ltunprozenten Wasser erhalten kann, denjeni gen entsprechen, die man mit zubereitetem Stadtgas erzielt.
In der folgenden Tabelle sind die Er gebnisse dargestellt, die man an dem Stahl EN-32 erhielt. Dieser Stahl ist in der $ri- tish Standards Liste<B>970</B> (EN-Serien) an geführt. T ist die bei der Behandlung ins gesamt aufgewendete Zeit, t ist die Zeit der aktiven Behandlung, die gegebenenfalls von einer Diffusionsperiode gefolgt wird.
T = 29,75 Stunden, Tit = 1
EMI0005.0001
Carburierungsmittel <SEP> Temperatur <SEP> Härtungs- <SEP> Tiefe <SEP> des <SEP> Bemerkungen
<tb> tiefe <SEP> Eutectoids
<tb> Präpariertes <SEP> Stadtgas <SEP> 925 <SEP> C <SEP> 0,100 <SEP> cm <SEP> 0,056 <SEP> cm <SEP> Freier <SEP> Zementit.
<tb> Isopropylalkohol
<tb> -f- <SEP> 25 <SEP> VolA <SEP> Wasser <SEP> 925 <SEP> C <SEP> 0,114 <SEP> cm <SEP> 0,061 <SEP> cm <SEP> Spuren <SEP> von <SEP> freiem <SEP> Zementit
<tb> Isopropylalkohol
<tb> 25 <SEP> Vol.% <SEP> Wasser <SEP> 925 <SEP> C <SEP> 0,100 <SEP> <B>cm</B> <SEP> 0,056 <SEP> cm <SEP> Spuren <SEP> von <SEP> freiem <SEP> Zementit
<tb> Isopropylalkohol
<tb> 25 <SEP> Vol.% <SEP> Wasser <SEP> 925 <SEP> C <SEP> 0,098 <SEP> cm <SEP> 0,
041 <SEP> ein <SEP> Spuren <SEP> von <SEP> freiem <SEP> Zementit Aus den vorstehenden Resultaten geht klar hervor, dass das Kracken einer Mischung von Isopropylalkohol und Wasser nicht nur Gaszusammensetzungen ähnlich denen von präpariertem Stadtgas, sondern auch me- tallurgische Ergebnisse der gleichen Art lie fert.
Der Fachmann wird es zu schätzen wissen, dass bei gleicher Carburierungstem- peratur die gleiche Härtungstiefe erzielt werden kann, wobei die Härtung völlig frei von Hypereutectoid (freiem Zementit) ist, wenn man den Wert von T/t entsprechend regelt, d. h. die Diffusionsperiode verlängert.
Die in der oben gegebenen Tabelle ent haltenen Zahlen sind somit zufriedenstellend. Sie zeigen aber einen gewissen Mangel an Cleiehmässigkeit in den Werten für die Ge- samteindringungstiefe und noch mehr in den Werten Für die a'utectoidtiefe.
Weitere Überlegungen über das Problem haben zu. der Anschauung geführt, dass die Menge des Wassers in dem Gemisch von Iso- propylalkohol und Wasser vielleicht etwas zu hoch gewesen sein und daher zur Bildung von zu grossen Beträgen an C02 in der Ofen atmosphäre Anlass gegeben haben könnte.
Eine Anzahl von Versuchen zeigte, dass der C02-Gehalt der den Ofen verlassenden Gase. ein Minimum von 0-0;3'% erreichte, wenn man eine Wassermenge von 15 Volum- prozenten anwendete. Bei 30 Volumprozenten Wasser war der C02 Gehalt 0,4-10/a, mit 25 VolumprozentenWasserbetruger0,4-0,70/0 und bei 20 Volumprozenten Wasser machte er 0,4-0,6!% aus.
In weiteren Versuchsreihen wurde eine bemerkenswerte Konstanz sowohl für die Ge- samteindringungstiefe als auch für die Eu- tectoidtiefe erhalten. Bei einer Versuchs reihe an EN-32-Stahl bei 92'5 C unter Be nutzung von 15 Volumprozenten Wasser, be zogen auf Isopropylalkohol, schwankte die Ges ainteindringungstiefe um nicht mehr als 0,0025 cm.
Es wurde nun ein weiterer Vergleich im Carburieren von EN-32-Stahl bei 950 C, mit präpariertem Stadtgas als Vergleichsmass stab, durchgeführt. Die nachstehende Tabelle zeigt die erhaltenen Resultate.
T = 2,75 Stunden; T/t = 1
EMI0005.0055
Für den Fachmann sei -noch darauf--hin=- gewiesen, dass das Auftreten von freiem Zementit (Hypereutectoid.) vollständig un terdrückt werden kann, wenn man das Ver hältnis T/t entsprechend einstellt, d. h. die Diffusionsperiode verlängert, wie es bei Be nutzung von präpariertem Stadtgas die Regel ist.
Um zu prüfen ob die erwähnten Resultate über den ganzen Bereich der normalen Stahl legierungen,- die der Carbniierung unterzo gen werden (die British Standards EN-Stahl- reihen EN-32 bis EN 39) zutreffen, wurden - die in- der Industrie- am meisten verwendeten Stahlsorten, nämlich EN-34, 36 und 39, aus gewählt und untersucht. Die nachfolgende ; Tabelle enthält die Ergebnisse.
In allen Fällen wurden die Gesamtzeit T und das Diffusions verhältnis T/t so eingehalten, wie es für die genannten Stahlsorten bei Benutzung von präpariertem Stadtgas üblich ist. Die Tempe ratur betrug 950 C. Von den beiden angege benen Werten entspricht immer der erste dem Stadtgas und der zweite dem Gemisch aus 15 Volumprozenten Wasser und 85 Vo- lumprozenten Isopropylalkohol.
EMI0006.0024
Stahlsorte <SEP> T <SEP> in <SEP> Stunden <SEP> T/t <SEP> Härtungstiefe <SEP> Eutectoidtiefe
<tb> in <SEP> ein- <SEP> <B>m <SEP> cm</B>
<tb> EN-34 <SEP> 3,20 <SEP> 1,55 <SEP> 0,101 <SEP> 0,063
<tb> - <SEP> o,
107 <SEP> 0,066
<tb> EN-34 <SEP> 3,10 <SEP> 1,75 <SEP> <B>0</B>,127 <SEP> 0,081
<tb> 0,127 <SEP> 0,081
<tb> EN-36 <SEP> 5,25 <SEP> 1,60 <SEP> 0,127 <SEP> 0,097
<tb> 0,127 <SEP> 0,094
<tb> EN-36 <SEP> 4,75 <SEP> 1,85 <SEP> 0,152 <SEP> 0,112
<tb> 0,152 <SEP> 0,114
<tb> EN-39 <SEP> 9,0 <SEP> - <SEP> 2,0 <SEP> 0,160 <SEP> 0,114
<tb> 0,165 <SEP> 0,114
<tb> EN-39 <SEP> 9,2 <SEP> 2,3 <SEP> 0,178 <SEP> 0,140
<tb> 0,185 <SEP> 0,142 Es ist jedem Fachmann klar, dass durch Hinzufügung eines entsprechenden Betrages an Ammoniak zum Wasser eine Carbonitrie- rungsatmosphäre mit einem Ammoniakgehalt von 2,5-7,
5 Volumprozenten erhalten werden kann.
Es wurde nun eine Versuchsreihe be treffend die Carbonitrierung durchgeführt, bei welcher ein Gemisch von Isopropylalkohol von -I- 15 Volumprozenten Wasser angewandt und das Ammoniak a) als Gas der Atmosphäre im Ofen, b) als Ammoniaklösung (spez. Gew. 0,880 bei 15 C) der Flüssigkeit zugesetzt wurde. Die Zeit betrug durchwegs 1 Stunde.
EMI0006.0040
EMI0007.0001
Atmosphäre <SEP> aus <SEP> Stahlsorte <SEP> Temperatur <SEP> Härtungstiefe <SEP> in <SEP> cm
<tb> Gemisch <SEP> + <SEP> 2,5 <SEP> 1o <SEP> NH3 <SEP> (Gas) <SEP> 0,056
<tb> Gemisch <SEP> -E- <SEP> 2,5 <SEP> % <SEP> NH3 <SEP> (Flüss.) <SEP> EN-32 <SEP> 875 <SEP> C <SEP> 0,056
<tb> Stadtgas <SEP> + <SEP> 2,5 <SEP> % <SEP> NH3 <SEP> 0,056
<tb> Gemisch <SEP> -f- <SEP> 5 <SEP> % <SEP> NH3 <SEP> (Gas) <SEP> 0,038
<tb> Gemisch <SEP> + <SEP> 5 <SEP> % <SEP> <B>NH3</B> <SEP> (Flüss.) <SEP> EN-32 <SEP> 825 <SEP> C <SEP> 0,038
<tb> Stadtgas <SEP> + <SEP> 5 <SEP> % <SEP> NH3 <SEP> 0,038
<tb> Gemisch <SEP> + <SEP> 5 <SEP> % <SEP> NH3 <SEP> (Gas) <SEP> 0,045
<tb> Gemisch <SEP> + <SEP> 5 <SEP> % <SEP> NH3 <SEP> (Flüss.) <SEP> EN-32 <SEP> 850 <SEP> C <SEP> 0,043
<tb> Stadtgas <SEP> -f- <SEP> 5 <SEP> % <SEP> NH3 <SEP> 0,
043
<tb> Gemisch <SEP> + <SEP> 5 <SEP> % <SEP> NH3 <SEP> (Gas) <SEP> 0,053
<tb> Gemisch <SEP> -f- <SEP> 5 <SEP> % <SEP> NH3 <SEP> (Flüss.) <SEP> EN-32 <SEP> 875 <SEP> C <SEP> 0,048
<tb> Stadtgas <SEP> + <SEP> 5 <SEP> % <SEP> NH3 <SEP> 0,056
<tb> Gemisch <SEP> -f- <SEP> 7,5 <SEP> % <SEP> NH3 <SEP> (Gas) <SEP> 0,038
<tb> Gemisch <SEP> -f- <SEP> 7,5 <SEP> % <SEP> NH3 <SEP> (Flüss) <SEP> EN-32 <SEP> 825 <SEP> C <SEP> - <SEP> 0,038
<tb> Stadtgas <SEP> -f- <SEP> 7,5 <SEP> % <SEP> NH3 <SEP> 0,038
<tb> Gemisch <SEP> -E- <SEP> 7,5 <SEP> % <SEP> NHa <SEP> (Gas) <SEP> 0,043
<tb> Gemisch <SEP> -f- <SEP> 7,5 <SEP> % <SEP> NH3 <SEP> (Flüss.) <SEP> EN-32 <SEP> 850 <SEP> C <SEP> 0,040
<tb> Stadtgas <SEP> + <SEP> 7,5 <SEP> % <SEP> <B><I>NE,</I></B> <SEP> 0,043
<tb> Gemisch <SEP> + <SEP> 7,5 <SEP> % <SEP> NH3 <SEP> (Gas) <SEP> 0,056
<tb> Gemisch <SEP> + <SEP> 7,
5 <SEP> % <SEP> NH3 <SEP> (Flüss.) <SEP> EN-32 <SEP> 875 <SEP> C <SEP> 0,045
<tb> Stadtgas <SEP> + <SEP> 7,5 <SEP> % <SEP> NH3 <SEP> 0,056 Wie schon oben erwähnt, besteht die be gründete Überzeugung, dass andere einwer tige Alkohole, wenn sie mit Wasser-in einem geeigneten Verhältnis gemischt werden, mit Erfolg in gleicher Weise verwendet werden können. Wirtschaftliche und andere Erwä gungen lassen sie aber gegenwärtig als weni ger interessant erscheinen.