CH313989A - Verfahren zur Herstellung eines malzextraktreichen, alkoholarmen Bieres - Google Patents
Verfahren zur Herstellung eines malzextraktreichen, alkoholarmen BieresInfo
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Description
Verfahren zur Herstellung eines malzextraktreichen, alkoholarmen Bieres Die Erfindung bezieht sich auf ein Ver fahren zur Herstellung eines malzextraktrei- chen, alkoholarmen, unter- oder obergärigen und gegebenenfalls vitaminhaltigen Bieres, nach welchem es gelingt, auf einfache und sichere Weise ein schmackhaftes malzextrakt- reiches Bier mit niedrigem Alkoholgehalt, z. B. 10/a oder auch mehr oder weniger, zu erzeu gen.
Bisher hat man zumeist niedrigen Alkohol gehalt dadurch zu erreichen versucht, dass man die Tätigkeit der Hefe durch gälte ge hemmt hat. Hierdurch werden natürlich auch die Gärungsvorgänge entsprechend herabge mindert, und es ergaben sich Biere, die ge schmacklich nicht befriedigten.
Ohne Anwendung von Kälte begegnete man jedoch in der Praxis ziemlichen Schwie rigkeiten.
Treibt man nämlich die Gärung eines nor malen Bieres, das heisst eines Bieres von etwa 17. bis 141/o Stammwürzegehalt, der nur auf Malzgehalt beruht, bei normalen Gärtempera- turen bis zu einem Alkoholgehalt von 1%, so hat schon eine sehr starke Vermehrung der Hefe stattgefunden. Um die Hefe zu entfer nen, sind grosse Filter- oder Zentrifugenlei- stungen nötig.
Man muss aber filtrieren, da das in diesem Zustande ausserordentlich trübe Bier unbekömmlich wäre und wohl auch aus ästhetischen Gründen vom Verbraucher ab gelehnt werden würde. Ausserdem ist es fast unmöglich, in diesem fortgeschrittenen Sta- dium der Gärung genau den richtigen Zeit punkt ihrer Unterbrechung zu treffen. Da sich die Gärung dann schon in vollem Gang befindet, kann die geringste Zeitversäumnis die Erzielung des gewünschten niedrigen Al koholgehaltes vereiteln. .
Unterbricht man jedoch eine solche<B>Gä-</B> rung bereits bei einem Alkoholgehalt von etwa 0,5%, so hat sich zwar die Hefe im Bier noch nicht so sehr vermehrt und die Unterbre chung der Gärmzg ist einfacher, es hat sich aber auch noch wenig von dem charakteristi schen Biergeschmack gebildet.
Selbst: wenn man einen um 0,5% liegen- den Alkoholgehalt beim Endprodukt erzielen möchte,
kann man bei der bisher üblichen direkten Vergärungsmethode des Gesamtpro duktes und auch bei der Anwendung nied riger Gärtemperaturen weder den gewünsch- ten Alkoholgehalt mit Sicherheit auf 0,1% genau im voraus bestimmen, was unbedingt wünschenswert wäre, noch kann man in der zur Verfügung stehenden Zeit den Würze geschmack in befriedigender Weise weg bringen.
Das Verfahren nach der Erfindung schafft hier Abhilfe, indem es ermöglicht, die Gärung schon im Stadium recht schwacher Hefever mehrung zu unterbrechen, trotzdem aber einen Biercharakter zu erreichen, der sonst erst in einem späteren Gärungsstadium eintreten würde. Das erfindungsgemässe Verfahren ist da durch gekennzeichnet, dass eine Mischung von vergorenem Bier und höchstens kurze Zeit mit Hefe angestellter Bierwürze in einem ge schlossenen Gefäss einer weiteren Gärung un terworfen wird, die man unterbricht, sobald der gewünschte Alkoholgehalt erreicht ist.
Beispielsweise wird zuerst die Hefe mit der Bierwürze vermischt und dieses Gemisch dann dem vergorenen Bier zugesetzt. Die Mi schung von Hefe und Bierwürze kann auch kurze Zeit mit Luft aufgezogen, das heisst aas gegoren werden, wobei sich die Zusammen setzung der Mischung kaum ändert, Die Mi schung wird dann so viel vergorenem Bier beigemischt, wie man braucht, um nach Be endigung der weiteren Gürung den aus ge schmacklichen Gründen gewünschten,
aber technisch normalerweise zu unsicher erreich- baren höheren Alkoholgehalt (von z. B. 1%.) zu erhalten. Die weitere Gärung erfolgt wie gesagt in einem geschlossenen Gefäss, dessen Inhalt gegebenenfalls von innen oder aussen erhitzt oder abgekühlt wird und das zweck mässigerweise einen Druck von etwa 5 bis 6 atü aushält.
Diese weitere Gärung wird vorzugsweise nicht kalt, sondern warm geführt, um die Gärungsvorgänge besonders zu fördern und besondere Reife und Süffigkeit zu erzielen.
Die Unterbrechung dieser Gärung nach Erreichen des gewünschten Alkoholgehaltes kann in an -sich bekannter Weise entweder durch a) Erhitzen oder b) Abkühlen oder c) Schleudern oder d) Filtrieren erfolgen, wobei es zweckmässig ist, die Mischungskom ponenten von vornherein so zu wählen, @da.ss bei Erreichung des gewünschten Alkohol gehaltes gerade der für ein Bier normale Koh lensäuregehalt vorliegt.
Im Falle ä erhitzt man die Mischung am besten bis zur Abtötung sämtlicher Hefen und Bakterien und kühlt dann ab. Während eines solchen Vorganges werden bekanntlich die Hefezellen durchlässig, und der Hefezellsaft tritt ins Bier, das dadurch vitaminisiert wird. Es schmeckt voller als kalt behandeltes Bier. Das Bier kann durch Schleudern oder Filtern geklärt werden. , Die Unterbrechung der Gärung nach a erfolgt zweckmässigerweise in den Gefässen, die für den Verbraucher oder Händler vor gesehen sind.
Die Gefässe können, wenn man keine Kohlensäure zusetzen will, mit der Bier mischung ohne Gegendruck gefüllt werden, worauf man die Gefässe schliesst.
Dagegen ist es in den Fällen b-d vor teilhafter, ein besonderes geschlossenes Gä rungsgefäss zu benutzen lind von diesem die Mischung durch Schleudern oder Filter in die für den Verbraucher oder Händler vorge sehenen Gefässe unter Gegendruck zu füllen, gegebenenfalls unter Vitaminisierung, z. B. durch Beidrücken von klarem Hefezellsaft, In den Fällen b-d sollte man natürlich keimfrei abfüllen oder pasteurisieren: Wenn man nach b vorgeht, so kommt häu fig nachher wieder eine schwache Gärung in Gang.
Es ist deshalb zweckmässig, b mit c oder d zu kombinieren. Man kann. sich dabei mit dem Zentrifugieren oder Filtrieren (c oder d) Zeit lassen, was die Arbeitseinteilung sehr begünstigt.
In allen vier Fällen kann infolge der zuvor vorgenommenen Mischung eine Gärungs unterbrechung bei einem Alkoholgehalt von zum Beispiel 1% so betriebssicher erzielt wer- den, dass man bei der Verzuckerung im Sud haus sogar auf hochvergärbare Zuckerarten hin arbeiten kann, um einen den Absatz för dernden, recht süssen Geschmack zu erzielen.
Die Mischungsteile sind zweckmässiger weise etwa staminwürzegleich, das heisst sie werden aus gleichen Sorten und pro Volumen einheit angenähert gleichen Mengen von Malz und Hopfen hergestellt. Man kann dann den meist etwas verschiedenen Vergärungsgrad des vergorenen Bieres durch Erhöhung oder Verminderung der Zugabe von aasgegorenem Bier ausgleichen, ohne Schwankungen in der Farbe des Endproduktes befürchten zu Müs sen.
Man kann nach dem Verfahren rein ober- oder rein untergärig arbeiten. Der Mischungs anteil an vergorenem Bier kann etwas höher gehalten werden, wenn der Mischung vor der weiteren Gärung Kohlensäure zugesetzt wird. <I>Beispiel</I> Während eines unter Mutverwendung von etwas Caramel- und Farbmalz bereiteten Sudes wird eine Verzuckerungstemperatur von 65 C 90 Minuten eingehalten und an schliessend bei 75 C kurz endverzuckert.
Die mit etwas Hopfen gekochte, auf 15 C abge kühlte und dann 12,50/0 Stammwürze zei gende Bierwürze wird je hl mit 0,5 Liter dünnbreiiger Hefe in einem offenen Anstell- bottich vorbereitet und wie für eine normale Gärung kurze Zeit gelüftet. Nach einigen Stunden mischt man zu je einem hl dieser inzwischen schon etwas angekommenen Bier würze 0,145 hl vergorenes, ungespundetes Bier mit einem Stammwürzegehalt von 11,4 /a und einer Saceharometeranzeige von 3,7 /o.
Gleich darauf füllt man Flaschen von je 0,5 Liter Inhalt mit der Mischung ohne Gegendruck so voll, dass sich später ein Druck von 5 bis 6 atü bei einer Erhitzung des Flascheninhaltes auf 72 C bildet. Die Flaschen werden fest ver schlossen und einige Zeit auf einer Tempera tur von etwa 32 C gehalten.
Ihr Inhalt, der nach der Mischung 11,4% spindelte, zeigt dann etwa 10,7%. Daraufhin wird die Tem- peratur in der Flasche auf 72 C erhöht, ihr Inhalt zeigt dann etwa 10,
5%. und einen Al- koholgehalt von etwa 0,850/0. Zur Sicherheit wird die Temperatur von 72 C zwei Stunden eingehalten und dann langsam abgekühlt.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH Verfahren zur Herstellung eines malz- extraktreichen, alkoholarmen Bieres, dadurch gekennzeichnet, dass eine Mischung von ver gorenem Bier und höchstens kurze Zeit mit Hefe angestellter Bierwürze in einem geschlos senen Gefäss einer weiteren Gärung unterwor fen wird, die man unterbricht, sobald der ge wünschte Alkoholgehalt erreicht ist. UNTERANSPRÜCHE 1. Verfahren nach Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass die weitere Gä rung warm erfolgt und durch Erhitzen unter brochen wird. 2.Verfahren nach Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass man Mischungs komponenten verwendet, die aus gleichen Sor ten und pro Volumeneinheit angenähert glei chen Mengen von Malz und Hopfen erhalten worden sind. 3. Verfahren nach Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass die vergorene Biermischung, unter Gegendruck geklärt und in die für den Verbraucher vorgesehenen Ge fässe gefüllt und anschliessend pasteurisiert wird. 4. Verfahren nach Patentanspruch und Unteranspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die vergorene Biermischung bis zur Zer störung der Hefepilze und Bakterien erhitzt wird.
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| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
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1953
- 1953-01-09 CH CH313989D patent/CH313989A/de unknown
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