Beständiger Polyvinylacetal-Phenol-Aldehyd-Harzfilm und Verfahren zu dessen Herstellung. Die vorliegende Erfindung bezieht sieh auf einen beständigen, selbst tragenden, in der Wärme vorübergehend erweichenden und kle- 1>enden, unter dem Einfluss von Wärme wei terpolymerisierenden, weichen, biegsamen, hell gefärbten Film aus Polyvinylacetal-Phenol- Aldehvd-Harz. Dieser Film kann mittels ärme in einen hartzähen Zustand überge führt werden, in welchem er zahlreiche ge- suehte Eigenschaften aufweist,
beispielsweise hohe Abriebfestigkeit, hohe Widerstandsfähig keit ,regen \Vasser und organische Lösungs mittel, hohe dielektrische Festigkeit und einen überraschend kleinen Leistungsfaktor.
Der erfindungsgemässe Film ist dadurch gekennzeichnet, dass er einen mittleren Lei- stungsfaktor von 0,3-0,1 bei 60 Perioden pro Sekunde aufweist, und dass er durch Erhitzen < nuf '?5--180 C in einen kirschroten, harten und zähen Film, der bei 60 Perioden pro ekun de einen Leistungsfaktor von nicht. mehr als 0,007 aufweist, überführbar ist.
Der Erfindungsgegenstand umfasst auch ein Verfahren zur Herstellung eines derarti- 1erl Films. Dieses Verfahren ist dadurch ge kennzeichnet, dass ein in der Wärme weiter polymerisierendes Phenol-Formaldehyd-Harz in einem flüchtigen Lösungsmittel gelöst und dieser Lösung zusätzlicher Formaldehyd zuge setzt wird, um eine Lösung eines unbeständi gen und in der Wärme sehr reaktionsfähigen (emisehes derselben zu erzeugen, dass geson dert, ein Polyvinylacetalharz,
das freie Hydroxylgruppen und vorwiegend Acetal- gruppen mit einer Kette von mindestens vier Kohlenstoffatomen enthält, in einem flüch tigen Lösungsmittel gelöst wird, dass diese beiden Lösungen vereinigt werden, um eine beständige Lösung von ?5-50 Teilen des ge nannten in der Wärme reaktionsfähigen Phe- nol-Formaldehyd-Harzes und entsprechend 75 bis 50 Teilen des genannten Polyvinyjacetal- harzes zu bilden,
wobei die 'Menge des zusätz lichen Formaldehyds stöchiometrisch 50 bis 175 1/a der genannten freien Hydroxylgruppen äquivalent ist, dass aus der erhaltenen bestän digen Lösung ein trockener Harzfilm gebildet wird und dass der Film nur so weit erhitzt wird, dass er in einen Zustand übergeht, in welchem er bei Berührung mit sich selbst bzw. einem Film gleicher Beschaffenheit ablösbar bleibt und beständig, jedoch in der Wärme noch sehr reaktionsfähig ist.
Wird ein nach dem Verfahren gemäss der vorliegenden Erfindung durch Auftragen der beständigen Harzlösung auf einen metallischen oder einen andern Gegenstand und Entfer nung des Lösungsmittels erzeugter trockener Harzfilm auf 15-180 C erhitzt, so bildet sich an der Oberfläche des Gegenstandes ein festhaftender Schutzüberzug, der ein wirk samer elektrischer Isolator mit einem über raschend kleinen Leistungsfaktor und ausser dem hart, zäh und sowohl gegen Abrieb als auch gegen Einwirkung von Wasser und orga nischen Lösungsmitteln widerstandsfähig ist.
Die neuartigen Harzfilme, die beispiels weise durch Verdampfung des Lösungsmittels aus auf einem entfernbaren Trägerband auf getragenen dünnen Schichten der Harzlösung und anschliessende teilweise Aushärtung mit tels Wärme hergestellt werden können, weisen unter zahlreichen andern den Vorteil auf, dass sie stückweise aufgestapelt werden können, ohne dass sie aneinander kleben bleiben, oder in Form von schmalen Streifen bzw. Bändern, mit oder ohne abziehbarem Futter, zu Rollen aufgewickelt werden können. In dieser Form sind die Filme beim Lagern bei normaler Raumtemperatur während längerer Dauer be ständig.
Der Film ist. etwas streckbar, elastisch und sehr biegsam, so dass man ihn um unregel mässig geformte Gegenstände aufwickeln kann, am einen sich den Oberflächenunebenheiten genau anschmiegenden Überzug zu erzeugen. Wird der Film von einer Rolle abgewickelt, zwischen metallische oder andere Gegenstände gelegt, beispielsweise zwischen eine Metall platte und eine Holzplatte, oder um solche Gegenstände gewickelt, beispielsweise um eine elektrische Spule, und wird das zusammenge setzte Gebilde erhitzt, beispielsweise auf 125 his 180 C, so erweicht der Film zuerst und wird klebrig und formbar, in welchem Zustand er sich der Oberfläche, gegen die er ange drückt wird, anschmiegt und an dieser fest klebt.
Bei weiterem Erhitzen erhärtet der Film und geht in einen Zustand praktisch vollstän diger Härtung über. Der erhärtete Film ist. hart und zäh, haftet fest an der Unterlage, beispielsweise einer Platte, Spule oder andern Gegenständen, ist gegen Durchdringung oder Erweichung durch Wasser und organische Lösungsmittel sowie gegen chemischen An griff und Abtrieb sehr widerstandsfähig und weist ausserdem eine hohe dielektrische Festig keit und einen kleinen Leistungsfaktor auf.
Die erfindungsgemässen Filme können über das Stadium hinaus, in welchem sie gerade nicht mehr aneinander kleben bleiben, jedoch vor Erreichung der vollständigen Aushärtung, teilweise gehärtet werden. In diesem Zustand sind die Filme sehr hart und werden beim Erhitzen nicht klebrig. Sie sind indessen noch genügend biegsam, da.ss sie um unregelmässig geformte Gegenstände gewickelt werden kön nen und sich den Oberflächenformen an schmiegen.
Beim Erhitzen erhärtet der Film schnell und geht in den harten, zähen, voll ständig ausgehärtetem Zustand über, in wel chem er eine hohe phy sikalisehe und chemische Widerstandsfähigkeit, eine hohe dielektrische Festigkeit und einen kleinen Leistungsfaktor aufweist.
Die erfindungsgemässen Filme sind in der bevorzugten Ausführungsform wasserhell oder schwach bernsteinfarben und durchsichtig. Bei Verwendung der Filme für elektrische Spulen, Kabel und dergleichen ermöglichen diese Eigenschaften eine Besichtigting der Spule oder des Kabels während und nach dem Auf bringen des Bandes. Durch Aktivierung des nicht haftenden Bandes mit Aceton oder einem andern flüchtigen Lösungsmittel oder durch Punktschweissen, insbesondere am freien Ende des Bandes, kann die Hülle während des Auf bringens in wirksamer Weise festgehalten wer den.
Bei der Wärrnelrärtung wird das Band an der Spule und an sieh selbst angeschweisst bzw. angesehmolzen. wobei die bereits beschrie benen Veränderungen eintreten. Ausserdem verursacht die Wärmehärtung eine Verände rung der Farbe nach kirschrot und eine Ver minderung der Durehsiehtigkeit. Diese Farb änderung kann gewöhnlich als Mass für den Grad der Wärmehärtung der durchsichtigen Filme dienen.
Beishirl <I>l:</I> Pol\ vinylacetalharz 752 Gewichtsteile Lösung von Phenolharz und freiem Aldehyd 472 CTewiclrtsteile Flüchtiges Lösungsmittel auf ein Total von 80% Lösungsmittel plan verwendet ein Polyv inylbutyralha.rz, das 71/o freie Hy droxylgruppen und prak tisch keine restlichen Acetatgruppen enthält.
Ein im Handel erhältliches Harz, das diesen Werten entspricht, ist das Markenprodukt Vinvlite XYSG . Die Phenolharzlösung wird wie folgt her gestellt: 990 Gewichtsteile technisches Phenol mit einem Gehalt von 92 0/a C6H50H (1,0 Mol) werden mit 854 Teilen Formalin (37 /uig; 1,0 MoI) vermischt. Hierauf werden 18 Teile Bariumhydroxydkatalysator zugesetzt.
Die Mi- sehung wird dann auf 54-60 C gebracht und bei fortwährendem Rühren auf dieser Tempe ratur gehalten, bis der nach der Zllmannschen Analysenmethode bestimmte Gehalt an freiem Formaldehyd auf 5-611/9 gesunken ist. Hier auf werden zur Inaktivierung des Katalysators 25 Teile Kohlendioxyd, in Form von Trocken eis zugesetzt. Die Charge wird in einem offenen Gefäss während 3 Stunden auf 93-102 C er hitzt, wobei das Wasser verdampft und die Viskosität auf 130 cP, gemessen bei 90 C, steigt.
Nach Abkühlung werden 26,5 Teile 50 % iger wässriger Natriumhydroxydlösung zugesetzt. Innerhalb etwa 3 Minuten steigt die Viskosität des Gemisches auf einen Wert von etwa 400-600 cP, gemessen bei 80 C. Die Reaktion wird hierauf durch Zugabe von 312 Teilen i'lthylenglyko1-monoäthyläther unter brochen. In dieser Form ist das Harz immer noch stark reaktionsfähig. Proben der erhal tenen Lösung nehmen beim Lagern bei 32 bis 38 C innerhalb von 1 bis 2 Monaten die Form eines Gels an.
Dieser Harzlösung werden anschliessend 145 Gewichtsteile (0,5 Mol) Paraformaldehyd zugesetzt. Nachdem sich das feste Pulver voll ständig gelöst hat, werden etwa 17 Teile des Lösungsmittels zugesetzt. Die fertige Harz lösung weist eine Viskosität von 550 eP bei 50 C auf. Durch Erhitzen einer Probe von 1-2g in einer offenen Schale während 3 Stunden bei 105 C wird ein Rückstand erhal ten, dessen Feststoffgehalt, durch Wägung be stimmt, etwa 80 1/a beträgt.
Ein flüchtiges Lösungsmittel, das gute Resultate gezeigt hat, ist gewichtsmässig zu sammengesetzt aus 6 Teilen Isopropylalkohol, 2 Teilen Diacetonalkohol und 1 Teil Wasser.
Das Polyvinylacetalharz wird zuerst in dem flüchtigen Lösungsmittel gelöst, um eine Lösung mit geringer Viskosität zu erzeugen. Hierauf wird die Lösung des Phenolharzes und des freien Aldehyds eingerührt. Die er haltene Lösung ist klar bis schwach trübe und hell bernsteinfarben und weist eine Viskosität von etwa 15 000-20 000 cP bei 25 C auf.
Die Lösung wird mittels Walzen in Form eines dünnen Films auf ein mit Polystyrol überzogenes Kraftpapierträgerband aufge bracht und getrocknet. Der zurückbleibende klebrige Film wird während etwa 1/2 Stunde bei 93 C erhitzt. Die Prüfung auf Haft festigkeit erfolgt in solcher Weise, dass man einen Teil des Films vom Band entfernt, zwei Stücke mit Rückseite gegen Vorderseite auf- eina.nderlegt, die beiden Stücke zwischen Dau men und Zeigfinger während einiger Sekun den mit möglichst grossem Druck gegenein- anderdrückt und dann versucht, die beiden Stücke voneinander zu trennen.
Im Zustand des Nichthaftens können die Stücke ohne merkliche Verzerrung leicht voneinander ge trennt werden.
Andere Stücke dieses selbsttragenden Films werden auf dem Band zurückgelassen, wäh rend verschiedener Zeiten und bei verschie denen Temperaturen erhitzt und dann vom Band entfernt und geprüft. Die mittlere Dicke des Films beträgt 0,063 mm. Der Leistungs faktor wurde bei 60 Perioden geprüft. Die Durchschlagfestigkeit in Voltimm wurde nach der ASTM-Prüfmethode D-149 bestimmt, wo bei die Spannung bis zum Durchschlag bei 100 Volt/Sek. gesteigert wurde.
EMI0004.0001
<I>Tabelle:</I>
<tb> Elektrische <SEP> Eigenschaften <SEP> der <SEP> durch <SEP> Wärme <SEP> gehärteten <SEP> Harzfilme
<tb> Härtungsbedingungen <SEP> Leistungsfaktor <SEP> Durehschlagfestigkeit <SEP> Vlmm
<tb> Ungehärtet <SEP> etwa <SEP> 0,30 <SEP> 700-750
<tb> 1 <SEP> St. <SEP> <B>1250</B> <SEP> C <SEP> 0,0041-43-49 <SEP> Mittel: <SEP> 0,0044 <SEP> 3130
<tb> 3 <SEP> St. <SEP> 125<B>0</B> <SEP> C <SEP> 0,0045-43-39 <SEP> Mittel: <SEP> 0,0042 <SEP> 30<B>1</B>0
<tb> 6 <SEP> St. <SEP> <B>12511</B> <SEP> C <SEP> 0,0032-35-37 <SEP> Mittel: <SEP> 0,0035 <SEP> 3040
<tb> 1/2 <SEP> St. <SEP> 150 <SEP> C <SEP> 0,0046-49-48 <SEP> Mittel: <SEP> 0,0048 <SEP> 2930
<tb> 1 <SEP> St. <SEP> 150<B>0</B> <SEP> C <SEP> 0,0052-46-48 <SEP> Mittel: <SEP> 0,0048 <SEP> 3240
<tb> 3 <SEP> St. <SEP> <B>1500 <SEP> 0</B> <SEP> 0,0045-44-48 <SEP> Mittel:
<SEP> 0,0046 <SEP> 3440
<tb> 1/.1 <SEP> St. <SEP> 180 <SEP> C <SEP> 0,0053-46-57 <SEP> Mittel: <SEP> 0,0052 <SEP> 3340
<tb> 1/2 <SEP> St. <SEP> 180 <SEP> C <SEP> 0,0044-40-48 <SEP> Mittel: <SEP> 0,0044 <SEP> 2920
<tb> 1 <SEP> St. <SEP> 180 <SEP> C <SEP> 0,0055-48-41 <SEP> Mittel: <SEP> 0,0048 <SEP> 3420 Aus obiger Tabelle ist ersichtlich, dass nie drige Leistungsfaktoren im Bereich von 0,004 bis 0,005 durch Erhitzen dünner Filme wäh rend erstaunlich kurzer Zeiten und bei erstaun lich tiefen Temperaturen erzielt werden, 'Diese Werte sind insofern überraschend, als die ent sprechenden Werte für die einzelnen Kompo nenten viel höher liegen.
So werden für die besten Polyvinylacetal-Isolierfilme Leistungs faktoren von 0,007 bis zu etwa 0,01-0,1 an gegeben. Der Leistungsfaktor von gegossenen, keine Füllstoffe enthaltenden Phenolharzen liegt im Bereich von 0,01-0,20. Einige der neuen Filme im gehärteten Zustand haben sogar Leistungsfaktoren von nur 0,0020 bei 60 Perioden ergeben. Diese Filme wurden auch bei höheren Frequenzen geprüft, wobei mittlere Leistungsfaktoren von 0,0022 bei 1000 Perioden, 0,0025 bei 10 000 Perioden und 0,0115 bei 10000000 Perioden gefunden wur den.
Es wurden auch dickere Filme durch mehr faches Aufwalzen von Lösung, Zwischentrock nung und anschliessendes mässiges Erhitzen bis zur Erzielung des Zustandes des Nichthaf- tens hergestellt. Diese Filme wurden geprüft und haben sich als geeignet erwiesen zur Ver bindung von Asbestkupplungsscheiben mit 1@Ieta.llkupplungsplatten sowie mir Erzeugung von Metall-auf-Metall, Holz-auf-Holz-, Metall- auf-Holz-Bindungen usw.
Es wurden durch gehend Bindungen mit. einer Scherfestigkeit von mindestens 140,6-210,9 kg/cm2 erhalten. Einige Prüfwerte erreichten sogar 421,8 bis 562,4 kg/em2. Die Verbindung wurde so her gestellt, dass man den Film zwischen die bei den zu vereinigenden Flächen legte, das zu sammengesetzte Gebilde in eine Presse brachte und unter Druck erhitzte, bis der Film voll ständig gehärtet war.
Das Lösen des Paraformaldehycls in der Phenolharzlösung ist eine wirksame und zweck mässige Methode zur Einführung dieses Be standteils in das Produkt. Wird diese Lösung stehengelassen, so zeigt. sieh, dass sie sehr un beständig ist.
Proben der Lösung erstarrten in weniger als 2 Wochen bei 32-38 C und inner halb 3-6 Monaten bei 21-27' C. Unter den beschriebenen Bedingungen reagiert., wenn überhaupt, nur ein kleiner Teil des zugesetzten Aldehyds mit. dem Phenolharz, zumindest vor dem Vermischen mit dem Vinvlharz, was aus den Analysenresultaten und dem nach Zugabe des Paraformaldehyds auftretenden starken Geruch nach freiem Formaldehyd erkennbar ist.
Überrasehenderweise wies die fertige Lö sung kurz nach der Vermischung der beiden Lösungen keinen Formaldehvdgerueh auf. Die Lösung war bei normaler Raumtemperatur völlig beständig. Bei mehr als 1 Jahr gealter ten Proben wurde keine Spur von Eindiekung oder Gelierung beobachtet.
Die bei normaler Raumtemperatur gelagerten trockenen Filme polymerisieren ebenfalls nicht weiter, sondern bleiben während einer gewissen Zeit. durch Wärme aktivierbar, biegsam und durch Wärme härtbar. Dieses Verhalten steht im Wider spruch mit der Erfahrungstatsache, dass das Phenolharz, insbesondere bei Anwesenheit der grossen zusätzlichen Menge an freiem Aldehyd, unter normalen Alterungsbedingungen erwar tungsgemäss rasch erhärten und somit. im flüs sigen Produkt oder im Film unwirksam wer den müsste.
Eine mögliche Erklärung der hohen Be ständigkeit der neuen Filme könnte darin liegen, dass der freie Aldehyd mit den freien Hydroxylgruppen des Polyvinylacetats rea giert. Diese Deutung wäre, wenn sie zutrifft, völlig überraschend. Poly vinylacetale werden gewöhnlich durch Hydrolyse von Polyvinyl- acetat und anschliessende Umsetzung mit. Alde hyd hergestellt.
Während die erste Reaktion vollständig zu Ende geführt wird, wird die zweite Reaktion stets nur teilweise ausgeführt, d. h. so, dass nur ein Teil der freien Hydroxyl- gruppen acetalisiert wird, wobei im fertigen Polymer eine gewisse Anzahl freier Hydroxyl- gruppen zurückbleibt. In dem gemäss Beispiel 1. verwendeten Harz beträgt. der Gehalt, an freien Hydroxylgruppen etwa 7 Gewichtspro zent, bezogen auf das Gewicht des Polymers. Auf drei acetilisierte Hydroxylgruppen kommt.
etwa eine freie Hydroxylgruppe. Es ist bereits früher angenommen worden, dass diese freien Hydroxylgruppen sowohl für die Erzielung löslicher Polymere, die Lösungen mit niedriger Viskosität. zu bilden vermögen, als auch zur Erzielung einer guten Adhäsion zwischen dem Polymer und den Oberflächen, an die es ge bunden werden soll, wichtig sind.
Das zur Herstellung des getrockneten Films gemäss Beispiel 1 verwendete Träger band wurde hergestellt durch Aufbringen eines Polystyrolharzes aus einer Lösung auf die Oberfläche eines Kraftpapiers in einer Menge von 16 g/m2. Dieses Band bildet ein zweckmässiges Schutzband, wo ein solches beim Lagern des Harzfilms in Rollen oder Stapeln erwünscht ist. Es hat sich gezeigt, dass Poly- äthylenharz, Polytetrafluoräthylenharz und ähnliche Harze ebenfalls günstige Oberflächen überzüge für Trägerbänder aus Papier liefern.
Polierte Metallbänder und Trommeln können ebenfalls zu diesem Zweck dienen, d. h. als Trägerbahnen bei der Herstellung des Films. <I>Beispiel 2:</I> Poly vinylbutyral (Markenprodukt Vinylite XYSG ) <B>169</B> Gewichtsteile Phenolharzlösung (wie im Beispiel 1)
68 Gewichtsteile Flüchtiges Lösungsmittel auf ein Total von 80 % Lösungsmittel Das hier verwendete flüchtige Lösungs mittel besteht aus 3820 Gewichtsteilen Äthylen- glykol-monoäthyläther und 956 Teilen Di- acetonalkohol. Dieses Lösungsmittel verdampft etwas weniger leicht aus dem aufgebrachten Film, lässt jedoch einen etwas glätteren Film zurück, der völlig frei von Blasen ist.
Aus der erhaltenen Harzlösung wurde in der im Beispiel 1 beschriebenen Weise ein Film hergestellt, dessen Eigenschaften prak tisch gleich denjenigen des gemäss Beispiel 1 erhaltenen Films waren.
Im Produkt des Beispiels 2 ist das Ver hältnis von freiem Aldehyd zu Phenol-Aldehyd- harz das gleiche wie im Produkt von Bei spiel 1. Hingegen ist das Verhältnis von Phe nolharz zu Polyvinylbutyralharz und demzu folge auch das Verhältnis von freiem Aldehyd zu Polyv inylbutyralharz in den beiden Pro dukten verschieden. Im allgemeinen wurde die günstigste Kombination von Eigenschaften, sowohl in der zuerst hergestellten Lösung als auch im teilweise gehärteten und im vollstän dig gehärteten Film, mit Zusammensetzungen erhalten, die angenähert gleich derjenigen ge mäss Beispiel 1 waren.
Bei dieser Zusammen setzung beträgt das Verhältnis von Phenol harz zu Polyvinylacetal etwa 35<B>:65,</B> und die Menge des zugesetzten Aldehyds ist stöchio- metrisch angenähert gleich derjenigen Menge, die- zur Acetalbildung mit den freien Hydroxyl- gruppen des Acetalharzes erforderlich ist.
Diese Hengenverhältnisse können in be trächtlichem Ausmasse variiert werden, wobei sowohl im flüssigen Produkt als auch im Film immer noch zahlreiche und neuartige Eigen schaften erhaltenbleiben. So wurden beispiels weise die relativen Mengen des Polyvinyl- acetalharzes und des Phenolharzes zwischen etwa. 75 : ?5 und etwa 50 : 50 variiert, wobei in allen Fällen sehr brauchbare Produkte erhal ten wurden.
Die durch Wärme behandelten Filme aus Produkten mit höheren Gehalten an Acetalharz wiesen eine grössere Biegsamkeit (insbesondere bei niedrigen Temperaturen) und eine höhere Zähigkeit auf, während sieh ein höherer Phenolharzgehalt in grösserer Härte und besserer -'#NTiderstandsfähigkeit ge gen Lösungsmittel, grösserer Festigkeit und Widerstandsfähigkeit gegen Deformation bei erhöhten Temperaturen auswirkte. Die Menge des zugesetzten freien Aldehyds kann sogar noch stärker schwanken.
So wurde festgestellt, dass beim Lösen von Paraformaldehyd in der Phenolharzlösung in Mengen, die stöchio- metrisch 50-175 % der freien Hydroxylgrup- pen des Polyv inylbutyrals äquivalent sind, hinsichtlich der Eigenschaften sowohl des flüssigen Produktes als auch des getrockneten und teilweise zur Reaktion gebrachten Films und des vollständig gehärteten Endproduktes signifikante Vorteile erzielt werden.
Während das im besonderen verwendete reaktionsfähige Phenolharz ein Molverhältnis von Phenol zu Formaldehyd von 1 :1 aufweisen kann, wie in den Beispielen, können auch solche Harze, die eine etwas grössere Aldehydmenge enthal ten, brauchbar sein und gewisse Vorteile bie ten, beispielsweise eine erhöhte Härtungsge- schwindigkeit. Das in den Beispielen genannte Harz kann durch andere Polyvinylacetale er setzt werden, wobei jedoch anzunehmen ist,
dass sowohl eine signifikante Anzahl freier Hydroxylgruppen als auch mindestens eine überwiegende Anzahl höherer Acetalgruppen, wie z. B. Butyralgruppen, vorhanden sein müs sen, wenn nach den oben angegebenen Vor- sehriften gearbeitet werden soll.
Die neuartigen Filme sind auf dem elek trischen Gebiet von grossem Nutzen für die Erzeugung von ölfesten, Wasser- und lösungs- mittelfesten, festhaftenden, abriebfesten Über zügen und Hüllen für elektrische Kabel, Spu len und dergleichen, insbesondere dann, wenn ein niedriger Leistungsfaktor und eine hohe Durchschlagfestigkeit erforderlich sind. Sie bieten ausserdem wichtige Vorteile bei der Erzeugung von haftfesten Überzügen auf Un terlagen aus Metall, Holz oder andern Gegen ständen und beim Zusammenkleben verschie denartiger anderer Oberflächen.
Solche Ver bindungen werden unter dem Einfluss von Temperaturen bis zu derjenigen der Klebe operation sowie durch Einwirkung von Was ser, Ölen, Reinigungslösungsmitteln, Gasolin oder dergleichen nicht 2esehwä cht.