CH299802A - Verfahren zum Biegen von Holz. - Google Patents
Verfahren zum Biegen von Holz.Info
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Description
<B>Verfahren</B> zum <B>Biegen von Holz.</B> Bei der Herstellung gekrümmter Holzteile durch Sägen oder Fräsen entstehen sehr grosse Schnittverluste, und die auf diese Weise erzeugten Holzteile haben eine sehr geringe Festigkeit, da die Holzfasern vielfach angeschnitten werden. Für Teile von Radfel gen, Fassdauben, Sportgeräte, Karosserieteile usw. eignet sich ein Zuschnittverfahren über haupt nicht.
Man hat deshalb versucht., die Holzbiegetechnik anzuwenden. Hierbei erlebte man zunächst grosse Enttäuschungen; da dein Holz eine wichtige Werkstoffeigenschaft vie ler Metalle, die Fliessgrenze, fehlt und da.
sich Zugbrüche im Holz- schon bei sehr geringer Dehnung (zum Beispiel 0,6 /o.) einstellen, sind lufttrockene Hölzer ohne besondere Vorbe- handlung oder Vorkehrungen nicht oder nur in sehr beschränktem Masse biegbar.
Es ist. bekannt, da.ss Holz durch Dämpfen oder Kochen plastischer wird. .Seine Biege steifigkeit. sinkt und die Bruchdehnung er höht sich (zum Beispiel auf 1,6 /o). Es ist weiter bekannt, dass Laubhölzer besser als Nadelhölzer zum Biegen geeignet sind, und dass man den Ausschuss beim Biegen durch sorgfältige Auswahl verringern kann.
Aber selbst. möglichst geradefaseriges, völlig fehler freies Holz lässt sich nach den vorliegenden Erfahrungen, lediglich gedämpft oder ge kocht, ohne besondere Hilfsmittel nicht stär ker biegen als auf einen Krümmungsradius, der grösser oder gleich dem 30fachen Wert der Holzdicke ist.
Werden die Krümmungsradienkleiner als die 30fache Holzdicke, dann sind selbst bei einwandfreiem, sorgfältig gedämpftem Holz häufig Biegebrüche unvermeidlich. Einen Umschwung auf dem Gebiet .der Biegetechnik brachte das Verfahren von M.
Thonet, das die gefährliche Streckung der Fasern, auf der Zugseite durch ein Schutzblech, das sich beim Biegen kaum längt, verhindert. Die Leistungsfähigkeit des Thonet-Verfahrens äussert sich darin, dass der Krümmungsradius (wenn er grösser als 50 mm ist) gleich der Holzdicke werden kann und dass man un begrenzte Formgenauigkeit erzielt.
Bei der Herstellung von Fassdauben wurden Biege verfahren entwickelt, die Biegebrüchen auf der Zugseite durch einen. kräftigen Stauch- ,druck auf die Hirnseite der Dauben ent gegenwirken.
In jedem Fall aber erwies sich ein aus reichendes Dämpfen oder Kochen vor dem Biegen als völlig unentbehrlich. Je nach dem angewendeten Dampfdruck, der 1 bis 3 at be tragen kann, beläuft sich die Dämpf- oder Kochzeit auf 15 bis 25 Minuten. Bei der Herstellung von FassdIauben ergab sich überschlägig, dass je 25. mm Holzdicke minde stens 20 Minuten erforderlich sind.
Bei von Natur aus weniger g'ut biegbaren Hölzern kann sich diese Zeit bis auf 60 Minuten er höhen. Übermässig langes Dämpfen verbes sert. die Biegbarkeit aber nicht. Unter dem Gesiehtswinkel der Serien- und F9iessferti;- gung sind selbst die erwähnten kürzestmög- liehen Dämpf- oder Kochzeiten unerwünseht lange.
Davon abgesehen wird, dureh das Ko- ehen oder Dämpfen mehr oder minder Feuch tigkeit zugeführt.. Diese unvermeidliche Feuchtigkeitszufuhr ist um so höher, je ge ringer die ursprüngliche Holzfeuchtigkeit:, je niedriger die Wichte des gedämpften Holzes, je länger die Dämpf- oder Koclr:zeit und je niedriger -der Dampfdruck ist. Bei zu hoher Feuchtigkeitsaufnahme erweicht das Holz zu stark; es wirft dann an der Druckseite beim Biegen Falten und kann an scharfen Krüm mungen ausbeulen.
Ausserdem wird bei zu hoher Feuchtigkeitsaufnahme die Trocknung schwierig.
Selbst bei völlig einwandfreiem Dämpfen oder Kochen nehmen beispielsweise Fassdau- ben in den Aussenschiehten so viel Wasser auf, dass sich die mittlere Holzfenehtigkeit der Dauben (die vor dem Biegen etwa 18 % betragen soll) um mindestens 5 /o (also auf ?3 und mehr /o). erhöht.
Auf mechanischem Wege lassen sich durch das Biegen oder Pressen nur unbedeutend kleine Mengen die ser überschüssigen und für die Gebrauchs- bewährung schädlichen Feuchtigkeit wieder beseitigen. Man muss deshalb die gebogenen Teile einem besonderen Trocknungsvorgang unterwerfen.. Dazu müssen Kammern oder Kanäle mit- meist: künstlicher Belüftung vor handen sein.
In Fass-fabriken werden die fertigen, aber noch bodenlosen Fässrümpfe ausgefeuert5>. Sie werden dazu in einen Ab zugsraum gebracht und- trocknen unter der Wirkung eines in ihrem Innern angezündeten offenen Holzfeuers wieder.
Gemäss der Erfindung ist es nun gelungen, Holz für den Biegevorgang ohne jegliches Dämpfen oder Kochen hinreichend plastisch zu machen. Zu diesem Zweck werden die Holzteile in einem hochfrequenten Wechsel feld von vorzugsweise 106 bis 107 Hertz, also bei Wellenlängen zwischen 30 und 300 ni, so lange erwärmt, bis in ihrem Innern die Siedetemperatur des Wassers erreieht ist, und dann gegebenenfalls diese Temperatur aufrechterhalten. Das Holz kann bei dieser Behandlung die für seinen späteren Verwen- dungszweek bestgeeignete Holzfeuchtigkeit haben.
Man wird also beispielsweise Fass- dauben auf etwa 18 %, Holz für den Waggon- bau, zu landw,irtsehaftliehen Wagengeräten auf etwa 15 bis 16 0/0, Holz zu Radfelgen auf 13 bis 1,
5 6/o sowie Möbelteile auf 10 6/o durch Freiluft.troeknung oder künstliche Troeknung .entwässern und in diesem Zustand der Hoehfrequenzbehandlung aussetzen.
Das Erreichen des Siedepunktes im Holzinnern kann man entweder thermoelektriseh oder mittels eines Quarzthermometers messen oder ohne besondere Messung mit praktisch hin- reiehender Genauigkeit daraus erkennen, dass an den Hirnseiten der Holzteile (wo die Fasern angesehnitten sind) zunächst ein feuchter, dunkler Wasserfleek entsteht. und dann bald Dampfsehwaden austreten.
In diesem Zustand kann das Holz ohne beson dere Vorrichtungen wie Schutzbleehe auf der Druckseite oder Stanehanlagen usw. mit ge ringerem Kraftaufwand als sonst und prak tisch ohne Aussehuss gebogen werden.
Das Holz wird unter der Wirkung der Erwärmung von innen her viel gleichmässi ger, rascher und stärker plastisch als beim Dämpfen oder Kochen, bei dem sich zunächst nur die äussern Holzsehiehten erwärmen und eine gleichmässige Durchwärmung des Holz innern infolge der schlechten Wärmeleit fähigkeit des Holzes erschwert ist. Es hat sich herausgestellt, dass im Hoclrfrequenzfeld er wärmte und darin biegsam gemachte Hölzer auch dann ohne Brüche und Schäden gebo gen werden können, wenn sie nietet völlig fehlerfrei sind, beispielsweise kleine äste oder krummen Faserverlauf enthalten.
Erfah rungsgemäss war es bisher unmöglich, solche Stücke nach dem Dämpfen oder Kochen ohne Bruch zu biegen.
Die Elastifizierting als Vorstufe des Sie gens im hochfrequenten Wechselfeld kann nun derart erfolgen, dass vor die Biege- maseliine (zum Beispiel eine der üblichen me- ehanischen oder hydraulischen Biegemaschi nen oder Glockenpresse bei der Fassherstel- lung oder eine andere Biegemaschine) ein Plastifizierungsfeld gelegt wird, in dem die später zu biegenden Holzteile entweder eine gewisse Zeit ruhend dem Wechselfeld aus gesetzt sind oder aber durch das Feld mit.
einer Vorschubgeschwindigkeit wandern, die der ge -ünschten Wirkung angepasst ist. Bei einer andern Ausführungsform des Verfah rens kann das Biegeteil zwischen geeignet ge formte Elektroden in die Biegemaschine ge bracht und dort vor dem Biegen. erhitzt wer den. Schliesslich ist es möglich, dass mit dem Biegevorgang schon begonnen wird, wenn das hochfrequente Wechselfeld noch in -V#@'ir- kung ist.
Die auf diese Weise gebogenen Teile be dürfen keiner Nachtrocknung. Die Vortrock- nung kann unter Umständen mit der hoch frequenten Plastifizierung verbunden sein. Weiter ist es möglich, dass die Verformung von Lagenhälzern (Schichthölzern, Sperr hölzern, Sternhölzern) mit. ihrer Verleimung in einem Arbeitsgang verbunden wird. Die gebogenen Teile sollten bis zum Erkalten eingespannt bleiben, damit sie die erzwungene Form beibehalten. Hierzu können Reifen, Klammern, Bügel, Anker und sonstige Spann vorrichtungen dienen.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH: Verfahren zum Biegen von. Holz, dadurch gekennzeichnet, dass das Holz in einem hoch- frequenten Wechselfeld auf eine Tempera tur von annähernd 100 erwärmt und sodann gebogen wird. UNTERANSPRÜCHE 1. Verfahren nach Patentanspruch, da durch .gekennzeichnet, dass das im hochfre quenten Wechselfeld zu erwärmende Holz die ser Behandlung unterworfen wird., während es die für seine spätere Verwendiung vorge schriebene Feuchtigkeit aufweist. 2.Verfahren nach Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass das hochfrequente Wechselfeld mindestens zum Teil noch wäh rend des Biegevorganges aufrechterhalten wird. 3. Verfahren nach Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass- die Erwärmung im hochfrequenten Wechselfeld. mit einer Vortrocknung des Biegestückes auf diejenige Feuchtigkeit verbunden wird, die für seine spätere Verwendung vorgeschrieben ist. 4.Verfahren nach Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass durch die Erwär mung im hochfrequenten Wechselfeld gleich zeitig das Verleimen von zu biegenden Teilen aus Lagenhölzern vorgenommen. wird.
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