Elektrische Weehselatromklingel. Neben den meist üblichen elektrischen Klingeln, in welche ein Unterbrecher ein gebaut ist und die daher sowohl mit Wechsel strom als auch mit Gleichstrom betrieben wer den können, sind auch ähnliche Signalgeräte bekannt, welche keinen Unterbrecher besitzen, sondern einfach aus einem, gegebenenfalls auf einer Grundplatte montierten Elektromagne ten und einem ausserhalb des Stromkreises liegenden, unter Federwirkung stehenden Anker mit Klöppel und einer Glocke bestehen, also keinen Unterbrecher aufweisen,. sondern nur mit Wechselstrom betrieben werden kön nen und mit jeder Halbwelle des Stromes den Anker anziehen.
Diese Geräte sind zwar in der Herstellung billiger und auch betriebs sicherer als die mit Unterbrechern aus gerüsteten Klingeln, besitzen jedoch den Nachteil, dass ausser bei ganz kleiner Aus führung eine Glocke wegen der zu hohen Frequenz (100 Hertz) nicht mehr zum Klingen gebracht werden kann. Man bezeichnet diese Geräte daher als Schnarren, Rasselwecker oder dergleichen und verwendet sie zum Beispiel in Telephonanlagen und für Signalanlagen, in welchen ein Glockenton weder erforderlich noch erwünscht ist.
Die Erfindung betrifft nun eine unter brecherlose Wechselstromklingel der vorge nannten Art, welche jedoch als normale Klin gel zur Erzeugung eines vollen Glockentones genau so wie die üblichen, unterbrecher- gesteuerten Klingeln geeignet ist. Dies wird erfindungsgemäss dadurch erreicht, dass mit der Klingel eine mit dem Elektromagneten in Serie liegende Stromsperrzelle zusammen gebaut ist.
Beiliegende Zeichnung zeigt beispielsweise eine Ausführungsform des Erfindungsgegen standes und zwei Anwendungsbeispiele.
Fig.1 ist eine schematische Ansicht der elektrischen Wechselstromklingel.
Fig. 2 und 3 sind Schaltanordnungen von zwei verschiedenen elektrischen Meldeanlagen, welche die vorliegende Klingel einschliessen.
Mit Bezugnahme auf Fig.1 besteht die elektrische Klingel aus einer Grundplatte 1, auf der ein Elektromagnet2 und ein ausserhalb des Stromkreises liegender Anker 3 montiert sind. Der Anker 3 sitzt auf einer Feder 4, welche mittels einer Schraube 5 auf der Grundplatte 1 befestigt ist. Ein auf dem Anker 3 montierter Klöppel 6 arbeitet mit einer Glocke 7 zusammen, die auf der Platte 1 befestigt ist. Eine Sperrzelle 8, zum Beispiel eine einfache Trockengleichrichterzelle, wie Kupferoxydul- oder Selen-Gleichrichterzelle, ist mit dem Elektromagneten 2 in Serie ge schaltet.
Diese Zelle 8 kann, insbesondere wenn sie nur ein einfaches Plättchen von etwa 3 cm Durchmesser darstellt, leicht neben dem Magneten 2 im Gehäuse ohne Mehrbedarf an Platz untergebracht werden.
Von der Klemme 9 fliesst der Strom durch die Zelle 8 und die Wicklung des Magneten 2 bis an die Klemme 10, während der Anker 3 vollständig ausserhalb des elektrischen Strom kreises liegt. Der Anker 3 wird durch jede zweite Halbwelle angezogen und mittels der Feder 4 während der andern Halbwelle zurückgeführt.
Betreibt man eine solche Klingel mit dem üblichen Wechselstrom von 50 Hertz, so schwingt der Klöppel 6, da nur jede zweite Halbwelle auf den Magneten 2 wirkt, nicht mit 100, sondern nur mit 50 Hertz, was bei Glocken beliebiger Grösse einen hell klingenden lauten Glockenton ergibt und nicht den Rassel- oder Schnarrton, wie bei 100 Hertz. Die Sperrzelle 8 bewirkt also eine Halbierung der Frequenz, welche den Betrieb ohne Unter brecher ermöglicht.
Derartige Klingeln besitzen aber noch einen weiteren bedeutenden Vorteil, wie dies mit Bezugnahme auf Fig. 2 und 3 erklärt werden soll.
In der Anlage von Fig. 2 werden die Glocken 11 und 11a durch die Tasten 12 bzw. 12a gesteuert, wobei für den Hauptteil der elektrischen Leitungen, zum Beispiel von einer Haustür bis zu einer Wohnung, nur ein Leitungspaar 13 und ein Klingeltransfor mator 14 nötig sind. Dies wird durch die Sperrzellen 15, 15a und 16, 16a ermöglicht, welche derart mit den zu den Tasten 12, 12a. bzw. den Glocken 11, 11a führenden Zweig leitungen verbunden sind, dass in jedem ge gebenen Moment nur die eine Halbwelle des durch den Transformator 14 gelieferten Wechselstroms gebraucht wird.
Die Zellen 15, 15a sowie die Zellen 16, 16a können von der selben Art sein wie die mit Bezugnahme auf Fig.1 beschriebene Sperrzelle B. In Anlagen dieser Art macht das Leitungspaar 13 meistens ungefähr 90% des gesamten Lei- tungsmaterials aus, während die Länge der Zweigleitungen für die Tasten vernachlässig- bar ist,
weil die Tasten auf einer gemeinsamen Platte montiert sind und die zu den Glocken führenden Zweigleitungen auch meistens ziemlich kurz sind. Es ist somit ersichtlich, dass die beschriebene Klingel bedeutende Mengen von Leitungsmaterial zu sparen gestattet.
Fig. 3 stellt eine Anlage mit je zwei Tasten 17 und 17a und je zwei Glocken 18 und 18a dar. Anstatt eines Leitungspaares 13 wie in Fig.2 sind nun drei Leitungen 19 nötig, welche gestatten, dass die Tasten 17, 17a die vier Glocken 18, 18a mittels des Transforma tors 20 und acht Sperrzellen 21, 21a, 22 und 22a steuern. Für vier Glocken sind nur drei Leitungen von erheblicher Länge nötig. Der Preis von acht Zellen ist trotzdem vernach- lässigbar im Vergleich mit der Einsparung an Leitungsmaterial.
Es folgt daraus, dass zwei Leitungen ge statten, zwei voneinander unabhängige Klin geln zu steuern, drei Leitungen vier Klingeln, vier Leitungen sechs Klingeln, und so weiter. In andern Worten: Während in einer Anlage mit zum Beispiel zehn Klingeln bis anhin zehn Leitungen und eine Rückleitung nötig waren, so sind mit der vorliegenden Klingel nur mehr fünf Leitungen und eine Rück leitung nötig, das heisst die Anzahl der Lei tungen ist immer nur die halbe Anzahl der Klingeln plus eine Rückleitung. Nicht nur bei nachträglichem Bedarf, sondern auch bei Neuanlagen können auf diese Weise be deutende Mengen von Leitungsmaterial ein gespart werden, demgegenüber die Mehr kosten, der Sperrzellen nicht ins Gewicht fallen.