Einrichtung zur Enthärtung von Nesselwasser in geschlossenem Kreislauf und Abführung des Schlammes in geschlossenem Kreislauf: Es. sind bereits Einrichtungen zur Ent härtung von Kesselwasser in geschlossenem Kreislauf und zur Abführung von Schlamm in geschlossenem Kreislauf bekannt. Jedoch sind diese Einrichtungen verhältnismässig kompliziert, ihre Herstellung ist relativ teuer, ihr Betrieb erfordert ständige Kon- trolle, und dennoch ergeben sich oft Betriebs störungen; ihre Reparatur ist umständlich und erfordert ,spezielle Fachkenntnisse.
Bei einer bekannten Ausführung ist der Chemikalienbehälter über dem Schlamm sammler angeordnet, so dass nur ein Teil des zirkulierenden Wassers unmittelbar in .den Schlammsammler treten kann, der andere Teil aber unter Einwirkung des Kessel dampfdruckes in -den Chemikalienbehälter getrieben wird.. Diese bekannte Ausführung hat den, Nachteil, dass nicht alle Teile des zirkulierenden Wassers mit Chemikalien von gleicher Konzentration in Berührung kom men und demzufolge die Enthärtung nicht vollständig zur Geltung kommen kann.
Gegenstand der Erfindung bildet eine Einrichtung zur Enthärtung von Kessel wasser in geschlossenem Kreislauf durch Zu gabe von Chemikalien aus einem Chemika lienbehälter und zur Abführung des Schlam mes .in geschlossenem Kreislauf dadurch ge kennzeichnet, dass innerhalb des Schlamm sammlers ein unten offenes Rohr, dessen jeder Querschnitt grösser ist als .der Quer- schnitt der .obern Öffnung des Schlamm sammlers, angebracht ist, und dass der Chemi kalienbehälter im Kreislauf nach dem Schlammsammler angeordnet ist.
Die anliegende Zeichnung stellt eine bei epielsweise Ausführung der Einrichtung ge mäss der Erfindung dar.
Fig. 1 zeigt die skizzenhafte Seitenan sicht der allgemeinen Anordnung.
Fig. 2 zeigt den Mittelquerschnitt des Schlammsammlers in einer ersten Ausfüh rungsweise.
Fig. 3 zeigt den Mittelquerschnitt des Schlammsammlers in einer zweiten Ausfüh rungsweise.
Fig. 4 zeigt. den automatischen Apparat zur Anzeige der Schlammfüllung des Schlammsammlers in Schnitt und teils in Ansicht.
Fig. 5 zeigt den Apparat zur Anzeige der Chemikalienkonzentration im Chemika lienbehälter in Schnitt und teils in Ansicht.
In der gezeigten allgemeinen Anordnung laut Fig. 1 bezeichnen: 1 den Dampfkessel, 2 den Schlammsammler, 3 den Behälter der zur Wasserenthärtung dienenden Chemika lien, 4 die Verbindungsleitung zwischen der Kesselsteigleitung 37 und dem Schlamm sammler 2. Mit 6 ist das umgekehrte T-Stück bezeichnet, welches den Schlammsammler 2 mit dem Chemikalienbehälter 3 verbindet und an die Rohrleitung 5 angeschlossen ist. Rohr leitung 5 ist über Ventil 10 an das T-Stück 6 angeschlossen. Zwischen Rohrleitung 4 und Schlammsammler \? ist das Ventil 8, zwi schen Chemikalienbehälter 3 und T-Stück 6 ist das Ventil 9 und schliesslich zwischen T-Stück 6 und Rohrleitung 5 ist das Ventil 10 eingebaut.
Die Ablassöffnung 11 des Schlammsammlers 2 kann mit Ventil 12 ge schlossen werden. Ein Teil des Kesselwassers zirkuliert in geschlossenem Kreislauf durch Steigrohr 37, Rohrleitung 4, Schlammsamm ler 2, T-Stück 6 und Rohrleitung 5. Die Zir kulation wird durch Temperaturabfall ge währleistet, dadurch erreicht, dass ein Teil ,der äussern Rohrleitung 4 und 5, zweck mässig der vertikale Abschnitt der Rohrlei tung, oder ein Teil derselben, ohne Wärme isolation belassen wird. Im Betrieb steht das Ventil 9 offen, so, dass Chemikalien aus -dem Chemikalienbehälter 3 mit im voraus einge stellter Dosierung in die ständige Wasser zirkulation gelangen.
Dadurch, dass in der Zirkulation der Che mikalienbehälter 3 nach dem Schlammsamm ler 2 angeordnet ist, wird einerseits im T- Stück 6 eine ejectorartige Wirkung gewähr welche die Chemikalien aus dem Chemikalienbehälter 3 absaugt, anderseits die gleichmässige Konzentrationsabnahme der Chemikalien erreicht.
Am Deckel des Schlammsammlers 2 ist gemäss Ausführung nach Fig. 2 ein zylindri sches Rohr 14 angeschlossen, dessen Quer schnitt ein Mehrfaches des Querschnittes des obern Anschlussstutzens des Schlammsamm lers 2 ist. Durch die plötzliche Querschnitts- erweiterun- nimmt die Strömungsgeschwin digkeit des. Wassers innerhalb des Rohres 14 bedeutend ab.
Der Querschnitt des Rohres. 14 ist ferner kleiner als der Ringquerschnitt zwischen dem zylindrischen Mittelstück des Schlammsammlers 2 und dem Rohr 14, so dass die Strömungsgeschwindigkeit des zir kulierenden Wassers beim Austritt aus dem Rohr 14 weiter abnimmt und zur Ausschei dung und Absetzung des im Wasser schwe benden Schlammes im untern konischen Teil des Schlammsammlers 2 reichlich Zeit zur Verfügung steht.
Die Schlammausscheidung wird noch dadurch begünstigt, dass das Was ser nach Austritt aus Rohr 14 seine Strö mungsrichtung ändert und nach einer lang samen Strömung nach unten, jetzt noch lang samer nach oben strömt. Der während des Be triebes fortwährend ausgeschiedene Schlamm füllt schliesslich den untern Teil des Schlammsammlers 2 aus, .so dass der Schlamm von hier abgeführt werden muss. Dies erfolgt durch Schliessen der Ventile 10 und 9 und Öffnen des Ventils 12. Unter Einwirkung des Kesseldruckes wird der Schlamm vom untern Teil des Schlammsammlers 2 augenblicklich entfernt. Nachher wird das Ventil 12 ge schlossen und die Ventile 9 und 10 geöffnet.
Gemäss Ausführung nach der nicht mass stäblichen Fig. 3 kommt anstatt des zylin drischen Rohres 14 ein kc>gelstitmpfförmiges Rohr 1.5 zur Anwendung, welches sich von oben nach unten allmählich erweitert, wobei infolge dieser Querschnitts -rweiterung die Geschwindigkeit des strömenden Wassers während der Abwärtsströmung im Rohr 15 allmählich abnimmt., wodurch günstige Ver hältnisse für die Schlammabsetzung ge schaffen \-erden. Fig.
4 zeigt eine automatische Signalvor richtung, welche den Zeitpunkt .des Schlamm ablasses anzeigt. Der .Schwimmer 16 ist innerhalb des Schlammsammlers 2 auf der Stange 17 befestigt. Die Stange 17 ist durch die am Deckel des Schlammsammlers 2 an geschlossene Hülse 18 mit Dichtung durchge führt und trägt .am obern Endeden Kontakt 19. Das untere Ende der Stange 17 ist in der Hülse 20 geführt, welche innerhalb des Schlammsammlers 2 angebracht ist. Der Kontakt 19 arbeitet mit -dem über ihm fix angebrachten Kontakt 21 zusammen. Es be zeichnen: 22 eine beliebige Stromquelle, z.
B. eine - Trockenbatterie, 23 eine Glüh lampe oder eine andere optische oder aku stische Anzeigevorrichtung, 2'4 die Verbin dungsleitung zwischen Kontakt 21 und An schlusspol der Stromquelle 22, 25 die Ver bindungsleitung zwischen dem andern An schlusspol der Stromquelle 22 und dem einen Anschlusspol der Glühlampe 23, 26 die Ver bindungsleitung zwischen dem andern An schlusspol der Glühlampe mit der Stange 17. Die Stange 17 ist vom Körper des Schlamm sammlers 2 isoliert.
Im Ausmasse der Schlammausscheidung steigt allmählich im Innern des Schlamm sammlers 2 das Niveau -des Schlammes, des sen Dichte grösser ist als die des Kesselwas sers. Bei Überschreitung der zulässigen Höhengrenze hebt der .Schwimmer 16 die Stange 17 an, der Kontakt 19 kommt mit dem Kontakt 21 in Berührung und schliesst den Stromkreis der Signallampe 23 oder der akustischen Anzeigevorrichtung. Das anhal tende Licht- oder Schallzeichen mahnt das Bedienungspersonal zur Ablassung des Schlammes aus dem Schlammsammler.
Der in Fig. 5 veranschaulichte Apparat dient einerseits zur Anzeige der Dichte der im Chemikalienbehälter 3 enthaltenen Che mikalien, anderseits zur automatischen An zeige der zulässigen untern Grenze der Che mikalienkonzentration im Chemikalienbehäl ter, bei gleichzeitiger Mahnung des Bedie nungspersonals durch Schall- oder Licht zeichen, oder .Schall- und Lichtzeichen, noch bevor die Chemikalien ganz ausgegangen sind. Schwimmer 27 ist innerhalb des. Che mikalienbehälters 3, auf um Zapfen 28 dreh barem Arm 29 befestigt.
Der Arm 30, welcher auf dem aus dem Chemikalienbehälter 3 aus tretenden Ende des Zapfens 28 befestigt ist, trägt,den Kontakt 3-1. Arm 30 bestreicht die kreisförmige empirische Skala 32, so, dass die jeweilige, Lage des Armes 30 an der Skala 32 die im Behälter 3 vorhandene Chemika- lienkonzentration anzeigt. Kontakt 31 arbei tet mit dem Fixkontakt 33 zusammen. Die Stromquelle, z. B. eine Trockenbatterie, ist mit 34, die Signalglocke, oder ein anderer akustischer oder optischer Signalapparat ist mit 35 und die Leitung mit 36 bezeichnet.
Die Leitung 36 verbindet den Fixkontakt 33 mit .dem einen Pol der .Stromquelle 34, fer ner den andern Pol der Stromquelle 34 mit dem einen Pol der Glocke 35 und den an .dern Pol der Glocke 315 mit dem Zapfen 28 oder mit dem Arm 30. Zapfen 28 bezw. Arm 30 ist vom Körper es Behälters 3 isoliert.
Infolge der Abnahme der Chemikalienkon zentration im Behälter 3 gelangt der Schwim mer 27 durch sein Eigengewicht in die ge strichelt angedeutete untere Stellung, wobei der Kontakt 3,1 .am Fixkontakt 33 anstösst und den .Stromkreis soi lange geschlossen hält, bis der Behälter 3, mit Chemikalien wieder aufgefüllt wird.
Der Schlammsammler 2 kann relativ bil lig hergestellt werden, ist bequem zu reini gen, ist absolut betriebssicher und kann, falls die Anzeigevorrichtung gemäss Fig. 4 ange bracht ist, ohne ständige Überwachung im Betrieb gehalten werden.
Die Einrichtung könnte auch mit andern Anzeigevorrichtungen als in. den Fig. 4 und 5 veranschaulicht ausgeführt werden, und das obere Ende -der Stange 17 könnte eine vertikale empirische Skala bestreichen.