Verfahren und Einrichtung zur fortlaufenden Herstellung von beiderseitig belegtem, lösungsmittelfreiem, selbstklebendem Isolierband. Die Erfindung bezieht sich auf ein Ver fahren sowie auf die zur Durchführung dieses Verfahrens, erfo,derlichei Einrichtung für die fortlaufende Herstellung von selbstkleben dem, beiderseitig belegtem Isolierband und ermöglicht diese Herstellung unter Vermei dung von Benzin oder von ähnlichen, meist feuergefährlichen oder gesundheitsschädliche Dämpfe bildenden Lösungsmitteln.
Zur Herstellung von selbstklebendem Iso lierband wurde bisher ein Gewebe über Wal zen unter einem Streichmesser hindurchgezo gen, vor welchem man den in Benzin oder dergleichen gelösten Isolierstoff auf das Ge webe auftrug. Das unter dem 'Messer hin durchgezogene, nunmehr einseitig bestrichene Gewebe wurdet dann über Heizplatten oder Heizwalzen geführt, auf denen das Lösungs mittel aus der aufgestrichenen Masse ver dampfte.
Dieses Streichverfahren wurde je nach Bedarf einseitig oder beiderseitig durch geführt. Meist erzeugte man zunächst auf jeder Seite zwei oder drei Grundanstriche aus nicht klebenden Stoffen und legte dann über diese Grundanstriche einseitig oder beiderseitig einen selbstklebenden Deckanstrich. Nach der Erfindung werden die Tragbänder nicht in dieser bisher üblichen Weise bestrichen, son dern in der Wärme unmittelbar mit der iso- lierenden und selbstklebenden, durch Erhit zung in flüssigen Zustand überführten Masse getränkt.
Auf dieses Weise erreicht man in der denkbar einfachsten Weise, dass sich die selbstklebende Masse ausreichend im Träger band verankert, um sieh von diesem nicht mehr ablösen zu können. Dabei gewinnt man gleichzeitig den Vorteil, daB das Trägerband einem unvergleichlich viel geringeren Zuge unterworfen zu werden braucht als bei den bisher üblichen Streichverfahren, so daB man entsprechend leichtere Gewebe oder sogar Papier als Träger verwenden kann. Überdies erspart man das Lösungsmittel.
Es ist zwar schon bekannt, selbstklebende Isolierbänder durch Auftragen eines Gemi sches von Asphalt und Teer auf Papier her zustellen und dieses Gemisch hierbei durch entsprechende Erwärmung so streichfähig zu machen, dass eine dünne gleichmässige Schicht. entsteht. Damit die Schicht jedoch ausrei chend auf dem Träger haftet, muss man dieser Mischung erhebliche Zusätze von Honig oder Sirup beifügen, welche sie gleichzeitig selbst klebend machen, aber natürlich ziemlich kostspielig sind.
Demgegenüber hat der An melder erkannt, dass man die bisher mit oder ohne Lösungsmittelzusatz streichfähigen, selbstklebenden Isoliermassen durch entspre chend hohe Erwärmung so flüssig machen und in diesem Zustande durch Anwendung des Tränkverfahrens so fest mit dem Träger verbinden kann, dass es zur vereinfachten Herstellung von Isolierbändern keiner kost spieligen Zusätze mehr bedarf.
Zweckmässig durchläuft der Träger der Isoliermasse zuerst ein oder zwei Tröge, in denen er mit einer isolierenden Grundmasse getränkt wird, um dann einen weiteren Trog mit der selbstklebenden Masse zu passieren. Infolgedessen braucht man bei der Zusam menstellung der selbstklebenden Masse nicht so sehr auf höchste Durchschlagfestigkeit zu achten. Zweckmässigerweise vorgesehene Ab- streifmesser, welche der getränkte Träger nach jedem Tränkverfahren durchläuft, ent fernen überschüssige Isoliermasse und strei fen die in der Auftragmasse enthaltenen Luftblasen aus.
Nach jedem Abstreifvorganb läuft dabei der Träger zwischen Walzen hin. durch, die geheizt oder gekühlt sein können. Dabei wird die Isoliermasse fest in den Trä ger eängepresst und in seinen Poren verdich tet, so dass eine entsprechende Steigerung der Durchschlagfestigkeit entsteht.
Das Trägerband wird zweckmässigeriveise vor seiner Einführung in die Isoliermasse gut getrocknet und vorgewärmt, wie dies auch bei der Imprägnierung von Stoffen üb lich ist, um ein Eindicken der Imprägnier masse zu verhindern. Zur Vorbereitung des Trägers können die üblichen Arbeitsgänge des Saugens und Anrauhens- angewendet werden, die hierbei in beliebiger Zusammen stellung mit dem erwähnten Trocknen und Vorwärmen Anwendung finden.
Fach Verlassen des letzten Walzenpaares gelangt der fertig imprägnierte Träger vor teilhaft über eine Spannrolle und eine Ein klemmvorrichtung auf ein Papprohr, das auf einem Wickeldorn steckt. Die gesamte Her- stellung des Isolierbandes kann also in einem Arbeitsgang vom Rohgewebe bis zur fertigen, auf Pappe aufgewickelten Isolierbandrolle erfolgen. welche dann nur noch auf der Dreh bank in den erforderlichen Breiten abge stochen zu werden braucht.
Da der Träger bei dem erfindungsgemä ssen Verfahren nur einer geringfügigen Zug beanspruchung unterworfen ist, können Ge webestreifen benutzt werden, welche weniger Kettenfäden aufweisen als die in den bisher üblichen Streichmaschinen verwendbaren Ge webe. Diese Gewebestreifen können daher bei gleicher Dicke in reicherem und dichterem Masse mit Isolationsmasse getränkt werden, wodurch ihre Durchschlagfestigkeit gestei gert und überdies die Gefahr des Ausfran- sens verringert.
wird, weil beim Abstechen der Bänder auf der Drehbank eine geringere Anzahl von Kettenfäden zur Durchschnei- dung kommt. Auch vom wirtschaftlichen Standpunkte bietet das neue Verfahren durch wesentliche Ersparnis an Material und Lohn kosten bedeutende Vorteile.
In beiliegender Zeichnung ist ein Aus führungsbeispiel einer zur Durchführung des erfindungsgemässen Verfahrens dienenden Einrichtung dargestellt, durch die in einem einzigen Arbeitsgang fertiges, auf Papprohre aufgewickeltes Isolierband hergestellt wird.
Fig. 1 und 2 zeigen die Einrichtung sche matisch in Aufriss und Grundriss; der Ar beitsvorgang ist folgender: Der Gewebestreifen 1 wird von einer Führungsrolle 2 abgezogen und über eine Heizplatte 3 geführt, um vor Eintritt in die Isoliermasse ausreichend vorgewärmt zu sein. Ein über dem Gewebe befindlicher Schirm 4 verhindert die unerwünschte rasche Abströ- mung der erwärmten Luft über der Heiz- platte. Der Gewebestreifen; 1 gleitet nunmehr über die abgerundete gante der Heizplatte 3 in den Trog 5, der doppelwandig ausgeführt ist und zum Beispiel durch Dampf erwärmt wird.
Im Trog 5 befindet sich die geschmol zene Isoliermasse 6. Der Gewebestreifen 1 wird hier unter der umlaufenden Trommel 7 hinweggezogen und, dann durch zwei verstell bare Abstreächmesser 8 von überschüssiger Tränkmasse befreit.
Die Trommel 7 bestellt zweckmässig aus. Stäben 9 (vergleiche Fig. 2), die nach Art einer Haspel parallel zur Achse stehen und gegen das Gewehei zu kantig sind, um einen möglichst geringen Oberflächenteil des Gewebes zu bedecken. An der Trommel 7 können auch Rührer befestigt sein, welche die schmelzflüssige Tränkmasse im Trog 5 stetig durchmischen.
Nach Verlassen der Abstreichmesser 8 gelangt das- Gewebe zwischen zwei heiz- oder kühlbare Walzen 10 und 11. Die untere Walze 10 ist angetrieben, während die Walze 11 durch Reibung mitgenommen wird. Die Walze 11 drückt mit ihrem vollen Eigen gewicht auf den Gewebestreifen 1. Ihr Druck kann dabei durch Zusatzgewichte oder durch zusätzliche Federn passend eingestellt wer den. Die Lager 12 der Walze 11 sind zwi schen den Lagerböcken 13 verschiebbar. Der Schirm 14 verhindert eine unerwünschte Ein wirkung der vom geheizten Trog 5 aufstei genden Wärme auf die Walzen 10 und 11.
Der im Trog 5 erstmalig,durchtränkte Ge webestreifen 1 gelangt weiterhin in dem mit geschmolzener, isolierender Tränkmasse 15 gefüllten Trog 16. Auch dieser Trog ist be heizt. Nach dem Verlassen des Troges pas siert das Gewebe zwei Messer 17 und gelangt dann zwischen die Walzen 18 und 19.
Der nunmehr zweifach durchtränkte Ge webestreifen 1 wird jetzt mit der deckenden Isolieirmasse abschliessend getränkt. Er läuft für diesen Zweck in dem mit der Masse 20 gefüllten, heizbaren Trog 21 unter der Trom mel 22 hindurch und passiert anschliessend die Abstreichmesser 23 und die Walzen 24, 25. Der nunmehr fertig behandelte Gewebe streifen wird schliesslich durch eine Schleife geführt, in der die Spannrolle 26 hängt und läuft dann der Führungsrolle 27 und der knapp dahinter liegenden Rolle 28 zu.
Über den Rollen 27, 28 schwebt der geil 29, der zwischen den Böcken 30 verschiebbar aufgehängt ist und durch die am Balken 31 befestigte Zugfeder 32 nach oben gezogen wird. Mit Hilfe der an den Seiten des Keils 29 befestigten Drahtseile 33 kann dieser Keil 29 durch Heruntertreten des einarmigen ]Ele- bels 34 abwärts gedrückt werden; er klemmt dann den Gewebestreifen 1 ein und hält ihn fest.
Von der Rolle 28 gelangt der Gewebe streifen 1 auf eine über den umlaufenden Dorn 35 gesteckte Papphülse und wird dort aufgewickelt. Zwischen: den Dorn 35 und die Antriebsscheibe 36 ist ein Gelenk 37 (ver gleiche Fig. 2) oder eine biegsame Welle! ein geschaltet.
Infolgedessen kann der Dorn 36 bei laufender Maschinei aufgeklappt werden, so dass, man eine Papphülse, auf welche be reits genügend Isolierband aufgewiekelt wurde, durch eine frische Papphülse zu er setzen vermag.
Der Vorgang bei einem solchen Auswech seln der Hülset ist folgender: Zuerst wird das Isolierband durch Ab wärtstreten des Fusshebels 34 zwischen den Rollen 27, 28 und den Keil 29 festgeklemmt; das von den Walzen 24, 25 fortlaufend nach gelieferte Isolierband wird dann. von, der Schleife aufgenommen, deren Spannralle 26 sich nach unten bewegt. Zwecks Verlänge rung der Vorratsschleife kann die Rolle 26 längs einer in der Zeichnung nicht darge stellten schrägen, das heisst in bezug auf die Horizontale geneigten Ablauffläche geführt sein.
Sobald das Isolierband festgeklemmt ist, wird es knapp an der Papphülse abgeschnitten. Dann wird der Dorn 35 um das. Gelenk 37 hochgeklappt, die bewickelte Papphülse ab gezogen, eine leere Papphülse aufgesteckt und der Dorn in seine ursprüngliche Lage ge bracht. Nach Freigabei des. Fusshebels 34 be wegt sich dann der Keil 29 nach oben, so dass das Isolierband 1 nachgezogen und auf der frisch aufgesteckten Papphülse befestigt werden kann.
Um nun die Schleifei, in der die Rolle 26 hängt, wieder zu verkleinern, kann mittels einer auf den Dorn 35 aufsteck baren Handkurbel 38 das inzwischen aus den Walzen 24, 25 ausgetretene Isolierband auf gewickelt werden. Damit bei diesem Nach kurbeln der ständig auf die Scheibe 36 wir kende Antrieb nicht stört, wird die antrei bende kraft durch eines an der Antriebs scheibe 36 befestigte Klinke 40 (vergleiche Fig. 2) auf das Sperrad 41 übertragen, wel ches diesen Antrieb über das Gelenk 37 (Fig. 2) an den Dorn 35 weitergibt. Infolge dessen kann mittels der Handkurbel 38 die Aufwicklungsgeschwindigkeit vergrössert werden.
Das Abschneiden des Trägerbandes durch einen, unter dem Dorn ange brachten Rollenschneider. Das fertige Band kann also unmittelbar auf der lIaschine zer schnitten werden, so dass fertig geschnittene Rollen vom Dorne a1-estreift werden. Der Antrieb der Maschinenerfolgt durch Schnek- kengetriebe, Riemen oder, wie in der Zeich nung dargestellt, von einemKet.tenrad42 aus.
Dies gibt den Antrieb mittels der Kette 43 über die Antriebsräder 44, 45, 46 auf die Trommeln, sowie über die Leitrolle 47 auf die Antriebsräder der Walzen 48, 49, 50 weiter. Der Antrieb der Aufwickelvorrich- tung erfolgt durch Friktion über die Sehei ben 51 und 36. Die Heizplatten 3 und die Tröge 5, 16, 21 werden am besten mit Dampf geheizt, der über die Zuleitungsrohre 53, 51, 55, 56 (vergleiche Fir. 2), strömt. Zur Zu- und Ableitung von Kühlwa#ser dienen die Rohre 57 und 58 (vergleiche Fig. 2).
Die Abstreifer 8, 17. 23 sind zweckmässi(; heizbar ausgebildet, um sich den bei erhöhter Temperatur geringeren Widerstand der Auf tragmassen zu Nutze zu machen, den sich der Fortb@e\vegung des Trägerbandes ent gegensetzenden Widerstand also herabzu setzen.
Zwecks Vermeidung von Faltenbildung des Trägerbandes beim Einlauf und Auslauf können an diesen Stellen Breithalter ange ordnet sein.
Bei Verwendung von Latex als Schlu ss- auftrag oder Deckstrich wird derseIbe im Trog 21 auf das Trägerband übertragen. Das folgende Walzenpaar 24, 25 wird in diesem halle gekühlt und Trog 21 gegenüber der Frischluft abgedeckt. Nach Verlassen des Latexbades und nach dem Abstreifen des Latexiiberschusses wird dann das Träger band über eine zum Abdampfen des Wasser inhaltes des Latex bestimmte Heizfläche ge führt, an welche das der Verfestigung der Auftragmassen dienende Kühlwalzenpaar anschliesst, aus dem das Trägerband zur Vor ratsrolle gelangt.