CH216476A - Verfahren zum Zerkleinern von feinem Brennstaub, insbesondere Kohlenstaub. - Google Patents
Verfahren zum Zerkleinern von feinem Brennstaub, insbesondere Kohlenstaub.Info
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Description
Verfahren zum Zerkleinern von feinem Brennstaub, insbesondere Kohlenstaub. Die Erfindung bezieht sich auf ein Ver fahren zum Zerkleinern von feinem Brenn- staub, insbesondere Kohlenstaub. Nach den bekannten Mahlverfahren kann nur eine Korngrösse des Staubes von einigen ,u erzielt werden. Mittels des Verfahrens gemäss der Erfindung wird noch eine ungewöhnlich hohe Zerkleinerung dieser bereits an sich schon ausserordentlich feinen Staubteilchen von der Grösse von ungefähr 4 ,u und darunter ermöglicht.
Der Erfindung liegt folgende Erkenntnis zu Grunde: In jedem Kohlenstaubteilchen sind Luft, Harz, Paraffin, Teere und andere schnell vergasende Teilchen eingeschlossen. Durch plötzliche (schlagartige) Erhitzung der kal ten Staubteilchen auf sehr hohe Temperatur werden die eingeschlossenen Gase plötzlich auf sehr hohen Druck gebracht und die an gegebenen Einschlüsse, Harz usw.. unter Ent wicklung von hohem Druck vergast.
Bei Staubteilchen der Korngrösse von ungefähr 4 ,u und darunter wird durch diese explo sionsartig wirkenden Drücke jedes Staubteil chen zersprengt und zerfällt zu Teilchen der Grössenordnung von ungefähr '/so bis 1/loo ,u und kleiner. Bei Staubteilchen grösserer Korngrösse, z. B. 100,u, tritt die Zerspren- gung nicht ein, da die Oberflächenfestigkeit zu gross ist.
Die Erfindung besteht unter Ausnutzung dieser Erkenntnis darin, dass der Staub zunächst auf die Korngrösse von unge fähr 4 ,a und darunter gemahlen wird und dieser Staub sodann unter Abwesenheit von Sauerstoff so plötzlich und um eine so hohe Temperaturstufe erhitzt wird, dass durch die Erwärmung der in den Staubteilchen einge schlossenen Luft- und Gasteilchen bezw. der Gasträger die einzelnen Staubteilchen aus einandergesprengt werden. Wie erwähnt, zer fällt das Staubteilchen hierbei in Teilchen von ungefähr 1/5o bis '/loo ,
u und darunter. Es lässt sich also mit dem erfindungsgemässen Verfahren ein Staub von bisher nicht erziel barer Feinheit herstellen, und zwar wird in einem Verfahrensschritt das Staubteilchen um etwa das 200- bis 400fache zerkleinert.
Der Staub von der Korngrösse von unge fähr 4 ;u und darunter wird zweckmässig durch ein sauerstofffreies Gas, z. B. Stick stoff, nach künstlicher Kühlung in einen be heizten, auf etwa 700 bis 1000 erhitzten Be hälter eingeführt, wobei die Staubteilchen zufolge ihrer Kleinheit plötzlich diese Tem peratur annehmen und der im untern Behäl terteil sich sammelnde zersprengte Staub durch ein sauerstofffreies Gas, z. B. Stick stoff, abgesaugt und zu einem Bunker ge leitet. Die bei der Sprengung der Staubteil chen im Behälter freiwerdenden Gase werden vorteilhaft aus dem obern Behälterteil abge leitet.
Da die Erhitzung in einem sauerstoff freien Gas vor sich geht, kann der Staub bei der Zersprengung nicht verbrennen. Zu die sem Zweck kann er auch mit Stickstoff wie der aus dem Behälter abgeführt und zum Bunker geleitet werden. Die Sprengwirkung bei der Erhitzung des Staubes ist selbstver ständlich um so grösser, je plötzlicher die Er wärmung erfolgt und je grösser der Tempe raturunterschied zwischen dem Staub bei der Einführung und dem beheizten Behälter ist. Aus diesem Grunde wird vorteilhaft der Staub und der zu seiner Einführung dienende Stickstoff vorher durch ein beliebiges Kühl mittel künstlich gekühlt.
Je tiefer die Tem peratur des gekühlten Staubes ist, um so ge ringer kann die Temperatur des beheizten Behälters sein. Die aus dem obern Behälter teil zweckmässig auch in Abwesenheit von Sauerstoff abgeleiteten, bei der Sprengung der Staubteilchen freiwerdenden Gase kön nen zu beliebigen Zwecken verwandt werden, z. B. zur Beheizung des Behälters, in dem die Sprengung des Staubes stattfindet.
Der nach dem erfindungsgemässen Ver fahren erzeugte Feinstaub eignet sich beson ders zum Betriebe von Staubmotoren, da er sehr schnell und restlos verbrennt. Die mit ihm betriebenen Motoren können daher sehr schnell laufen. Da Staub von der Grösse von <B>11</B> 50 bis 1'100 U schon an sich keine mechanische Schleifwirkung ausüben kann, trifft dies selbstverständlich erst recht für etwaige Ver brennungsrückstände zu. Ein Verschleiss durch die Staubverbrennung findet also bei Verwendung des nach der Erfindung herge stellten Staubes nicht. mehr statt. Da der Staub restlos verbrennt, ist der Betrieb des Staubmotors ausserordentlich wirtschaftlich.
Mit Staubmotoren sind natürlich sowohl Kolbenmaschinen als auch Turbinen gemeint.
In der beiliegenden Zeichnung ist eine Anlage zur Durchführung des erfindungs gemässen Verfahrens als Ausführungsbei spiel und zur Erläuterung schematisch dar gestellt.
Der auf die Korngrösse von ungefähr 4 ,u und darunter nach bekannten Verfahren ge mahlene Staub gelangt durch die Luftleitung 1 in den Vorratsbehälter 2, an dessen trich terförmigem Ende sich eine Auslassöffnung 3 befindet.
Diese Auslassöffnung 3 mündet in eine Leitung 4, durch die zum Beispiel Stickstoff unter Druck in Pfeilrichtung strömt. Die Leitung 4 und der Behälter 2 sind in einen grösseren Behälter 5 eingeschlossen, durch den eine Kühlflüssigkeit hindurchgeleitet wird. Die Leitung 4 mündet mit ihrem Ende 6 in einen beheizten Behälter 7. der zum Beispiel von einem Heizraum 8 umgeben ist. In diesem Behälter befindet sich ein sauer stofffreies Gas, z. B. Stickstoff, das auf 700 bis 1000 erhitzt ist.
Die Staubteilchen fallen aus dem Behäl ter 2 in die Leitung 4 und werden von dem durch diese Leitung strömenden, unter Druck stehenden Stickstoff in den Behälter 7 ein geblasen. Nachfolgend seien der Weg und die Zustandsänderungen eines einzelnen Staubteilchens beim Eintritt in den Behälter 7 verfolgt: Das einzelne Staubteilchen besitzt infolge der Kühlung des Behälters 2 eine verhält nismässig niedrige Temperatur, die es bei dem schnellen Durchgang durch die Leitung 4 beibehält und wenigstens annähernd auch noch besitzt, wenn es aus dem Ende 6 der Leitung 4 heraus in den Behälter 7 tritt.
In diesem Behälter wird es sofort von Stick- stoff von der Temperatur von etwa 700 bis <B>1000'</B> umschlossen und nimmt infolge seines sehr geringen Volumens plätzlich die gleiche Temperatur an. Das Staubteilchen besteht gewissermassen aus einem festen Gerüst, in dem Luft- und Gasteilchen und mehr oder weniger leicht verdampfbare Teilchen einge schlossen sind.
Durch die infolge des grossen Temperaturwechsels plötzlich erfolgende Er wärmung um eine sehr hohe Temperatur stufe, dehnen sich die eingeschlossenen Teil chen explosionsartig aus, so dass sie das feste Gerüst des Staubteilchens in winzig kleine Teilchen der Grössenordnung von ungefähr Iho bis i/ioo ,u auseinandersprengen. Da sich die beschriebenen Vorgänge unter Abwesen heit von Sauerstoff abspielen, findet eine Verbrennung dieser Teilchen nicht statt.
Der Behälter 7 besitzt ein trichterförmiges Ende mit einem Auslass 9 für die zersprengten Staubteilchen. Am obern Ende ist ein Aus lass 10 für die bei der Zersprengung freiwer denden Gase vorgesehen. In der an den Aus lass 10 sich anschliessenden Leitung 11 be findet sich ein Absperrorgan 12. Die Lei tung 11 ist zu Anfang des Betriebes ebenso wie der Behälter 7 mit Stickstoff angefüllt. In den Heizmantel 8 werden bei 13 von unten Heizgase eingeführt, die bei 14 abge leitet werden. Der Heizmantel ist nach aussen isoliert.
Der Auslass 9 für den zersprengten Staub mündet in eine Leitung 15, in der Stickstoff in Richtung der Pfeile zu dem Bunker 16 strömt. Der Stickstoff nimmt bei seiner Strö mung durch die Leitung 15 den im trichter förmigen untern Ende des Behälters 7 sich sammelnden Staub mit und führt ihn in den Bunker. Dieser kann nach oben durch ein Filter 17 gegen den Durchtritt von Staub abgeschlossen sein. Durch diesen Filter 17 kann der Stickstoff entweichen. Der Bunker kann mit einer Entnahmeleitung 18 ausge rüstet sein. In ihm befindet sich also der Staub der Korngrösse von ,u.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH: Verfahren zum Zerkleinern von feinem Brennstaub, insbesondere Kohlenstaub, da durch gekennzeichnet, dass der Staub zu nächst auf die Korngrösse von ungefähr 4 ,u und darunter gemahlen wird und dieser Staub sodann unter Abwesenheit von Sauer stoff so plötzlich und um eine so hohe Tem peraturstufe erhitzt wird, dass durch die plötzliche Erwärmung der in. den Staubteil- chen eingeschlossenen Luft- und Gasteilchen bezw. der Gasträger die einzelnen Staubteil chen auseinandergesprengt werden. TINTERANSPRüCHE 1.Verfahren nach Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass der Staub von der Korngrösse von ungefähr 4 ,u und darunter durch ein sauerstofffreies Gas nach künst licher Kühlung, in einen auf etwa 700 bis 1000 o erhitzten Behälter eingeführt, der im untern Behälterteil sich sammelnde zer sprengte Staub durch ein sauerstofffreies Gas entnommen und zu einem Bunker ge leitet wird und die bei der Sprengung der Staubteilchen frei werdenden Gase aus dem obern Behälterteil abgeleitet werden. 2.Verfahren nach Unteranspruch 1, da durch gekennzeichnet, dass als sauerstoff freies Gas Stickstoff Verwendung findet.
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE216476X | 1939-02-20 |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
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| CH216476A true CH216476A (de) | 1941-08-31 |
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ID=5829335
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| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| CH216476D CH216476A (de) | 1939-02-20 | 1939-11-21 | Verfahren zum Zerkleinern von feinem Brennstaub, insbesondere Kohlenstaub. |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| CH (1) | CH216476A (de) |
Cited By (6)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| US2568400A (en) * | 1946-09-18 | 1951-09-18 | Standard Oil Dev Co | Process for subdividing solid particles |
| US2702269A (en) * | 1950-10-27 | 1955-02-15 | Ruetgerswerke Ag | Coking or cracking of oils, pitches, and the like |
| US2709675A (en) * | 1949-04-16 | 1955-05-31 | Consolidation Coal Co | Treatment of agglomerative carbonaceous solids |
| DE968423C (de) * | 1948-12-07 | 1958-02-13 | Koppers Co Inc | Verfahren und Vorrichtung zum Erzeugen von feinkoernigem Koks aus bituminoesen Brennstoffen |
| US3854896A (en) * | 1973-01-29 | 1974-12-17 | Gilbert Associates | Method of converting coal to pipeline quality gas |
| US4067700A (en) * | 1974-09-13 | 1978-01-10 | Gilbert Associates Inc. | Method for gasifying coal |
-
1939
- 1939-11-21 CH CH216476D patent/CH216476A/de unknown
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