Schnellgefrieranlage für Fleisch, Fische, Obst, Gemüse und andere verderbliche Lebensmittel. Die Erfindung betrifft eine Schnellge frieranlage für Fleisch, Fische, Obst, Ge müse und andere verderbliche Lebensmittel, bei welcher ein zum Beschicken mit dararti- dem Gut bestimmter Gefrierschacht von einem kalten Luftstrom durchströmt wird.
Bekanntlich werden solche zu kühlenden Lebensmittel weitgehend geschont, und zwar sowohl was deren Qualität, Konservierungs dauer, Aussehen, Vitamingehalt und derglei chen anbetrifft, wenn das Gefrieren rasch be wirkt wird. Es hängt dies damit zusammen, class dann viel weniger Wasser Gelegenheit hat, sich von den im Gute vorhandenen Lö sungen zu trennen und aus den Zellen auszu treten, um ausserhalb derselben Eiskristall gruppen zu bilden, die beim Auftauen des Gutes abtropfen.
Schnellgefrieranlagen erlauben jedoch nur bei Innehaltung hoher Geschwindigkeiten des Kühlluftstromes, an allen Stellen des Kühl raumPs befriedigende Emgebnisse zu erzielen.
Um diesem Umstand Rechnung zu tragen, werden die Kühlräume von Schnellgefrier- anlagen vorwiegend als Schächte ausgebildet. Das rasche und gleichmässige Durchfrieren der ganzen Beschickung bereitet Schwierig keiten, und zwar selbst bei grösseren Anlagen, da bei hintereinander geschichteter Beschik- kung ein gleichmässiges und einwandfreies Durchfrieren der einzelnen Stücke nur ge lingt, wenn jedes einzelne Gefrierstück voll ständig von der Kühlluft umströmt wird.
Die Erfüllung dieser verschiedenen Bedingungen bietet bei allen Anlagen gewisse Schwierig keiten, ganz besonders aber bei mittleren und kleineren Anlagen.
Die Erfindung ermöglicht die Behebung der vorstehend erwähnten verschiedenen Schwierigkeiten dadurch, dass der Gefrier- schacht quer zu seiner Längsrichtung in Zel len unterteilt ist, :die der Luftstrom unter wiederholter Ablenkung der Reihe nach durchströmt.
Die Unterteilung des Gefrier- sehachtes in Zellen kann zweckmässig durch Querwände erfolgen, die als einzeln beweg liche Pendeltüren oder Türfhigel ausgebildet sein können Lind abwechslungsweise nicht bis zum Boden bezw. nicht bis zur Decke des Schachten reichen, so dass der Luftstrom ab- wechslungsweise nach unten und oben unibe- lenkt wird.
Auf der beiliegenden Zeichnung ist eine Ausführungsform des Erfindurigsgegenstan- des beispielsweise veranschaulicbt, und zwar Zeigt:
Fig. .1 einen Querselinitt nach der Linie 1-I der Fig. 3 durch die Sclinellgefrier- anlage, Fig. 2 einen Längsschnitt nach der Linie II-1I der Fig. 3 durch diese Anlage und Fig. 3 einen waagrechten Schnitt nach der Linie 111-III der Fig. 2.
Die veranschaulichte Schire11gefrieranlabe@ weist einen Vorraum 1. einen Grefrierschacht 2 und einen gut isolierten Gefrierlagerraum 3 auf. Letzterer dient zur Unterbringung des schnell eingefrorenen Gutes. Der Vorraum 1 ist durch eine Türe 4 zugänglich, während eine Türe 5 den Zutritt aus dem Vorraum 1 in den Gefrierschacht 2 und eine Türe 6 eine Verbindung zwischen diesem Schacht 2 und dem La"erranim 3 ermöglicht. Eine Türe 7 gestattet, aus dem Vorraum 1 auch unmittel bar in den Gefrierlagerraum 3 zu gelangen.
Oberhalb des Gefriers .hachtes 2 ist in einem normalerweise mit demselben in Verbindung stehenden Kanal 10 ein Luftkühler 8 unter gebracht, der nur schematisch dargestellt ist. Die Verbindung zwischen Gefriersch < aeht 2 und Kanal 10 lässt sich durch Schieber 24 und 25 (Fig. 2) unterbrechen. In dem Küh ler 8 gibt ein von einer nicht. veranschau- lichten Kältequelle kommender Kälteträger Kälte an einen Luftstrom ab, der von eitlem Gebläse 9 in einem Kreisq,auf umgewälzt wird.
Ein Teil dei- auf diese )'eise tiefgekühlten Luft (c. B. auf -25 C gekühlt) wird bei offenen Schiebern 24, 25 durch den Gefrier- schacht 2 hindurchgetrieben und der übrige Teil bei offenen Schiebern 17, 18 durch einen Kanal 13, im Boden des letzteren vorgesehene Schlitze 14, den Lagerraum 3, durch Sehlitze 15 im Boden eines Kanals 16 und den Kanal 16, wobei die Strömung durch den Gefr:
er- schacht \) entweder in Richtung der Pfeile B oder der Pfeile C und die Strömung durch die Teile 13, 14, 3, 15; 16 entweder in Richtung der Pfeile D bezw. der Pfeile E erfolgen kann.
Um zu erreichen, dass die vom Gebläse 9 in den Gefrierschacht 2 geförderte, tief gekühlte Luft alle Stollen dieses Schachtes finit im wesentlichen gleicher Geschwindig- keit durchströmt, und dass jedes zu kühlende Stück, das in diesen Schacht 2 gebracht wor den ist, von der Kühlluft gleichmässig um strömt wird,
ist der Schacht 2 quer zu der in den Fig. 2 und 3 durch einen strichpunktier ten Linienzug A--A angedeuteten Haupt- strömungsrichtung der Kühlluft, das heisst also quer zu seiner Längsrichtung in Zellen unterteilt. Dies wird durch Querwände be wirkt,
die als einzeln bewegliche Pendeltüren 11 ausgebildet .sind und die abwechslungs weise nicht bis zum Boden bezw. nicht ganz bis zur Decke des Schachtes 2 reichen, so dass sie ähnlich wie Schikanen wirken und daher den durch diesen Schacht 2 getriebenen, tief- gekühlten Luft3trom abwechslungsweise nach unten und oben umlenken,
wie dies in Fig. 2 durch die Pfeile 13 für die eine Strömungs richtung und durch die Pfeile C für die ent gegengesetzte Strömungsrichtung angedeutet ist. Um die Beschickung der einzelnen Zellen des Schachtes 2 mit schnell zu kühlendem Gut zu erleichtern, wird jede Tür 11 in der gezeigten Weise zweckmässig als zweiflüge lige Tür ausgebildet.
Der Kanal 13 lässt sich durch den bereits erwähnten Schieber 17 und der Kanal 16 durch den ebenfalls schon er wähnten Schieber 18 absperren. Über die ganze Länge des Gefrierschachtes 2 erstrek- ken sich Schienen 12 zum Aufhängen von schnell zu gefrierendem Gut.
Eine solche Schiene 12 ist in Fig. 2 dargestellt. Jede Stelle des Gefrierschachtes 2 ist somit leicht zugänglich und die Beschickung der Zellen ist rasch und bequem durchführbar, wobei sich finit einem noch annehmbaren Leistungs- aufwand für die durch den Schacht zu trei bende Kühlluft -auskommen lässt und die Ge schwindigkeit dieser Luft an fallen Stellen des Schachtes 2 sich gleich bleibt.
An den Gefrierschacht 2 ist ein kurzge schlossener Umgehungskanal 20 angebaut, der sich durch .Schieber 21. und 22 absperren lässt. In dem Umgehungskanal 20 ist eine Wärme quelle 23 eingebaut, die zum Erwärmen der Umlaufluft dient, welche vom Gebläse J bei geschlossenen Schiebern 17, 18 und 24, 25 sowie offenen Schiebern 21, 22 durch diesen Kanal 20 getrieben wird und ein Abtauen des Kühlers 8 bewirken kann.
Bei der gezeigten Anlage wird das schnell zu gefrierende Gut vorerst in den Vorraum 1 und dann aus diesem in die von den Türen 11 begrenzten Zellen des Schachtes 2 ge bracht. Nachdem das Gut im Schacht 2 schnell auf den :erforderlichen Grad gekühlt worden ist, kann es bei offener Tür 6 aus dem Schacht 2 in den Lagerraum 3 über geführt werden, von dem aus es dann zu einem beliebigen Zeitpunkt nach Öffnen der Tür 7 in den Vorraum 1 und aus letzterem nach der Verwendungsstelle gebracht werden kann. Bei der gezeigten Anlage dient der Kühler 8 nicht nur zum Kühlen der dem Ge- frierschacht 2 zuströmenden Luft, sondern auch gleichzeitig zum Kühlen der Luft, die für das Kühlen des Lagerraumes 3 benötigt wird.
Zweckmässig werden die Mittel, welche zum U.mwädzen, der im Kühler 8 gekühlten Luft dienen, so anisgebildet, dass sie die Rich tung des Kühlluftstromes umzustellen ge statten. Dabei kann die Umschaltung der Strömungsrichtung des kalten Luftstromes selbsttätig und in regelmässigen Zeitabschnit ten erfolgen, beispielsweise dadurch, dass be sondere Mittel die Drehrichtung des das Ge bläse antreibenden Motors, oder die Schaufeln dieses Gebläses verstellen.
Die zum Aufhängen von im Schacht 2 schnell zu kühlendem Gut dienenden Schie nen können sich bis in den Vorraum 1 und den Lagerraum 3 erstrecken, so,da.ss bei ent sprechender Ausbildung der Türöffnungen das Gut aaaf solchen ,Schienen unmittelbar aus dem Vorraum 1 in -den Gefrierschacht 2 und aus diesem später unmittelbar in den Lager raum 3 geschoben werden kann. In einem solchen Falle wird es zweckmässig sein, für das Aufhängen des zu kühlenden Gutes an Stelle von Haken Rollen vorzusehen.
Für den Lagerraum 3 kann erforderlichen falls eine besondere Kühleinrichtung vorge sehen werden. Ist zum Beispiel Gut schnell zu kühlen, das, sich in Harassen stapeln lässt, ;
so können solche Harassen bei zurück geschwenkten Türflügeln 11 in den Gefrier- schacht 2 gebracht werden, wobei dann durch die Harassen selbst für die Aufrechterhal- tung einer im wesentlichen sich gleichblei benden Geschwindigkeit der kalten Luft strömung an allen Stellen des Schachtes 2 und für eine gleichmässige Verteilung dieser Luft über das zu kühlende Gut gesorgt wird.
Erforderlichenfalls können noch Mittel vorgesehen werden, welche sämtfl@che Türen oder sämtliche Türflügel einer Reihe durch einen einzigen Handgriff zu verschwenken gestatten.
Als wärmespendende Quelle kann im Um- gehungskanal 20 zum Beispiel ein elektrischer Widerstand vorgesehen sein.