Adressiermaschine. Den Gegenstand der Erfindung (Erfin der Herm. Clare, Bern) bildet eine Adres siermaschine, welche ausser einem Druck werk für die Adressen mit einem zweiten Druckwerk für die zu bedruckenden Stücke ausgerüstet ist, um die letzteren ausser dem Adressenaufdruck mit einem zweiten Auf druck versehen zu können.
Auf der Zeichnung, die ein Ausfüh rungsbeispiel des Erfindungsgegenstandes darstellt, ist Fig. 1 eine Seitenansicht desselben, Fig. 2 eine Draufsicht zu Fig. 1, Fig. 3 eine Ansicht von links der Fig. 1; Fig. 4 und 5 sind Ansichten einer Ein zelheit in verschiedenen Stellungen; Fig. 6 ist eine Teilansicht von links der Fig. 3.
Die dargestellte Adressiermaschine be sitzt ein tischartiges Gestell 1, dessen Tisch platte 2 eine Rinne 3 mit zwei L-förmigen Führungsschienen 4 für das Schiff 5 des Setzzeilenschriftsatzes 6 zum Drucken der Adressen aufweist. Das Schiff 5 wird in bekannter Weise schrittweise durch eine nicht dargestellte Schaltvorrichtung auf den Schienen 4 unter einer Druckplatte 7 hin durchgeschoben, die in der Höhe einstellbar in einem Kopf 8 eines auf der Tischplatte 2 befestigten Bockes 9 gehalten ist.
Der Schriftsatz 6 wird bei seiner Fortbewegung von einem auf der Zeichnung nur schema tisch angedeuteten Farbwerk 10 mit Farbe versehen. Zu beiden Seiten der Rinne 3 bezw. des Adressendruckwerkes 6, 7 befin det sich je eine Fördervorrichtung F, bezw. F2. Im Zwischenraum zwischen den beiden Fördervorrichtungen befindet sich also das Druckwerk zum Aufdrucken von Adressen auf die zu bedruckenden Stücke, z. B.
Brief umschläge, Reklamebriefe, Zeitschriften, Zei tungen usw., die von einem geneigten Ein legtisch 11 unter die Einführungswalzen 12 gelangen. Diese Walzen sitzen auf einer ge meinsamen Welle 13 fest, auf der zwei Paar Arme 14 lose drehbar gelagert sind. Die zusammengehörenden Arme 14 tragen neben der Rinne 3 eine Walze 15. Über eine Walze 1.2 und eine Walze 15 laufen je zwei end lose Gummibänder 16, die mit dem untern Trum auf der Tischplatte 2 aufliegen. Unter den Gummibändern 16 auf Höhe der Wal zen 12 befinden sich Andrückrollen 17, die je auf einem seitwärts abstehenden Zapfen eines Armes 18 gelagert sind.
Die Arme 18 sind auf einer neben der Tischplatte 2 an geordneten Welle 19 befestigt ist, die an dem in Fig. 2 untern. Ende einen Arm 20 trägt, welcher durch eine Rolle 21 auf einer Unrundscheibe 22 aufliegt. Die Scheibe 22 sitzt auf einer Welle 23 fest, die durch ein Kettenradgetriebe 24, 25, 26 von einer Welle 27 aus angetrieben wird und am andern Ende durch ein Zahnradgetriebe 28, 29 die Welle 13 mit den Rollen 12 antreibt. Die Welle 27 trägt in ihrer Längsrichtung ver stellbar einen Klischeezylinder 30, welcher durch ein mit ihm verstellbares, nur sche matisch angedeutetes, an sich bekanntes Farbwerk 31 eingefärbt wird.
Der Antrieb des Farbwerkes 31 erfolgt von der Welle 27 aus, einerseits durch ein Zahnradgetriebe 32, 33 und anderseits zur Hin- und Herbewe- gung der Auftragwalze des Farbwerkes durch ein Eazenterschubgetriebe 34, 35. Die Welle 27 wird mit Unterbrechungen in stets gleichem Drehsinne, in Fig. 1 entgegen gesetzt zur Uhrzeigerdrehrichtung angetrie ben durch ein mit ihr durch ein nicht dar gestelltes Sehaltwerkgetriebe gekuppeltes Zahnrad 36 und ein mit diesem in Eingriff stehendes Zahnradsegment 37, das an einer Auskragung 1' des Gestelles auf einem Zap fen 38 gelagert ist.
Das Segment 37 ist durch eine Schubstange 39 gelenkig mit einem Hebel 40 verbunden, welcher auf dem einen Ende einer Welle 41 festsitzt, die an ihrem andern Ende einen Hebel 42 festsit zend trägt. Der Hebel 42 wird durch eine nicht gezeichnete Feder mit einer Rolle 43 von unten an einem Exzenter 44 anliegend gehalten, dessen Welle 45 über ein nur sche matisch angedeutetes Zahnradvorgelege 46 von einem nicht dargestellten Motor ange trieben wird. Die Welle 27 überträgt ihre Drehung durch ein Zahnradgetriebe 47, 48, 49, 50 auf eine Welle 13' der Fördervorrichtung FZ, die in bezug auf die Rinne 3 symme trisch zur Fördervorrichtung F1 angeordnet und gleich ausgebildet ist wie die letztere.
12' bezeichnet die beiden auf der Welle 13' angeordneten Walzen, 14' die beidseitig der letzteren angeordneten Hebel, die paarweise die Rollen 15' tragen. Über die Rollen 15' und 12' sind je zwei endlose Gummibänder 16' geleitet. Über der Welle 27 ist in zwei Hebeln 51 lose drehbar eine Andrückwalze 52 zum Andrücken der Druckstücke an den Klischeezylinder gelagert. Die beiden Hebel 51 sitzen auf einer gemeinsamen Welle 53 fest. Infolge ihrer Schwerkraft hat die Walze 52 das Bestreben, auf dem Klischee zylinder 30 aufzuliegen. Das Gewicht der Walze 52 würde jedoch allein nicht genü gen, den zur Erzeugung eines Abdruckes erforderlichen Druck auf den zu bedrucken den Gegenstand auszuüben.
Um einen noch grösseren als aus dem Gewicht der Walze resultierenden Druck zu erzielen und diesen ausserdem regulieren zu können, ist auf der Welle 53 ein Hebel 54 befestigt, welcher durch ein verstellbares Gewicht 55 (oder Feder) belastet ist. Neben dem Hebel 54 ist ein Hebel 56 auf der Welle 53 befestigt, welcher eine Rolle 57 trägt, die im Bereich einer auf der Welle 27 angeordneten Un- rundscheibe 58 liegt.
Nach Beendigung des Druckvorganges wird die Rolle 57 mit dem Hebel 56 von der Unrundscheibe 58 auf wärts bewegt, wodurch .auch die Walze 52 aufwärts bewegt und dabei vom Klischee zylinder 30 abgehoben wird. Die Zeitpunkte des Aufsetzens und Abhebens der Walze 52 auf den bezw. vom Druckzylinder können durch Verdrehen der Unrundscheibe 58 ver stellt werden, wenn dies die Grösse des zu bedruckenden Gegenstandes erforderlich ma chen sollte. Zum Halten der Walze 52 in ihrer obern Endstellung dient nachstehend beschriebene Sperrvorrichtung.
Der in Fig. 2 obere Hebel 51 weist einen schräg nach unten und einwärts ragenden Stützfinger 59 (Fix. 4 und 5) auf, in des sen Bereich mittels einer Feder 60 eine mit einem Haken versehene Sperrklinke 61 ge halten ist, die auf einer Achse 62 drehbar gelagert und an ihrer einwärts verlängerten Nabe mit einem zwischen den in Fig. 2 obern Förderbändern 16' auf dem Grund einer Vertiefung des Tisches 2 aufliegenden Überwachungsfühler 63 versehen ist. Sobald ein zu bedruckendes Stück unter den am untern Ende aufwärts gebogenen Fühler 63 geschoben wird, wird dieser aufwärts- und damit die Klinke 61 vom Finger 59 weg bewegt. Dadurch verliert der betreffende Hebel 51 seine Stütze, worauf die Walze 52 auf den Zylinder 30 fällt.
Der Fördervorrichtung F,, bezw. dem ersten Druckwerk ist ebenfalls eine Über wachungsvorrichtung zugeordnet. Diese Über wachungsvorrichtung besitzt einen auf dem Grund einer nicht gezeichneten Vertiefung der Tischplatte 2 aufliegenden Fühler 64, welcher um eine Achse 65 drehbar und mit einem Hebel 66 starr verbunden ist. Der Hebel 66 ist durch eine Stange 67 mit einem Winkelhebel 68 gelenkig verbunden, welcher durch eine Stange 69 mit einem nicht dar gestellten Sperrorgan für die Schaltvorrich tung in Verbindung steht, durch welche das Schriftsatzschiff 5 schrittweise verscho ben wird.
Diese Schaltvorrichtung ist be kannt und bildet keinen Bestandteil der Er findung. Die Wirkungsweise der beschrie benen Maschine ist kurz zusammengefasst folgende: Das zu bedruckende, das heisst mit einer Adresse und einem weiteren Aufdruck zu versehende, unten auf der Einlegplatte 11 liegende Stück wird von den in Fig. 1 in der Pfeilrichtung umlaufenden Förderbän dern 16 auf der Tischplatte 2 über die Rinne 3 bezw. den darin liegenden Schrift satz 6 geschoben. In dem Augenblick, in welchem das Druckstück auf dem Schrift satz liegt und mit einem Adressenaufdruck versehen wird, hat das Zahnradsegment 37 seine untere Endstellung erreicht.
Während der darauffolgenden Aufwärtsbewegung des- selben stehen die Fördervorrichtungen F, F2 und der Zylinder 30 still. Bei der näch sten Abwärtsbewegung des Segmentes 37, die durch den Exzenter 44 und das Hebel gestänge 43, 42, 41, 40 und 39 veranlass t wird, wird das Druckstück von den Förder bändern 16' unter dem Fühler 63 hindurch geschoben. Der Fühler 63 veranlasst dabei die Klinke 61, den Stützfinger 59 freizu geben, worauf sich die Walze 52 auf den Zylinder 30 senkt. Dabei wird das Druck stück vom Zylinder 30 mit einem zweiten Aufdruck versehen.
Gleichzeitig wird dem ersten Druckwerk 6, 7 durch die Fördervor- richtung F1 ein weiteres. Druckstück zuge führt.