Steuervorrichtung für optische, mechanische oder elektrische Einrichtungen, insbesondere für Lichtbildgeräte mit elektrischem Belichtungsmesser. Die Erfindung bezieht sich auf Steuervor richtungen für optische, mechanische oder elektrische Einrichtungen, bei welchen die Stellung eines beweglichen Gliedes, z. B. eines 1VZessgerätezeigers, abgetastet und einem oder mehreren Teilen, deren Stellung von der des Gliedes abhängig sein soll, mitgeteilt wird; sie bezieht sich insbesondere auf Licht bildgeräte mit elektrischem Belichtungsmes ser.
Bei den bisher bekannten Vorrichtungen dieser Art wird das Abtasten der Stellung des beweglichen Gliedes in der Weise durch geführt, dass das letztere einen festen An schlag für das durch eine Kraftquelle heran geführte Abtastorgan bildet und dieses hier durch unmittelbar an einer Fortsetzung seiner Bewegung hindert.
Diese Art des Abtastens hat den Nachteil, dass das bewegliche Glied stark beansprucht wird und infolgedessen entsprechend kräftig und somit schwer aus gebildet sein muss; dadurch wird aber die leichte Beweglichkeit des Gliedes und, falls dasselbe das Zeigersystem eines 112essgerätes bildet, die Empfindlichkeit des letzteren so stark vermindert, dass das Gerät den prakti schen Anforderungen meist nicht mehr genügt.
Es ist Zweck der Erfindung, diese Schwie rigkeiten zu vermeiden und eine Steuervor richtung zu schaffen, die eine möglichst leichte und leichtbewegliche Ausbildung des beweglichen Gliedes zulässt. Dies wird erfin dungsgemäss dadurch erreicht, dass das be wegliche Glied ein Steuerungsteil besitzt, welches in den Weg eines bei der Abtastung bewegten Mitnehmers für das zu steuernde Teil ragt und beim Vorbeigang des auswei chenden Mitnehmers dessen Kupplung mit dem zu steuernden Teil löst, so dass dieses in der erreichten Stellung stehenbleibt, wäh rend der Mitnehmer seinen Weg fortsetzt.
In der Zeichnung ist als Ausführungs beispiel der Erfindung die grundsätzliche Anordnung einer Steuervorrichtung für ein Lichtbildgerät schematisch dargestellt. Der im Kameragehäuse geführte Auslöse knopf 30 besitzt einen Ansatz 31, gegen wel chen die Feder 32, die in dem Gehäuse 33 ge lagert ist, drückt, so dass der Verschlussknopf in seiner Ruhelage in der obern Grenzstel- lung gehalten ist.
Nach unten setzt sich der Auslöseknopf 30 in einem Steuerteil 34 fort, welches einerseits mittels einer schiefen Ebene 35 gegen einen Knopf 36 der Stange 37 liegt und anderseits mittels eines Lang loches 38 mit einem Stift 39 zusammenarbei tet, der an dem im Punkte 40 gelagerten Winkelhebel 41 befestigt ist.
Die Stange 37 ist bei 95 geführt und im Punkte 42 an dem im Punkte 43 gelagerten Teil 44 angelenkt. welches mit einer Kurvenscheibe 45 versehen ist, gegen welche die beiden obern Arme 46 und 47 zweier in den Punkten 48 und 49 ge lagerter Bremshebel anliegen, deren untere Arme 50 und 51 mittels der Backen 52 und 53 gegen die Bremstrommel 54 zu drücken vermögen, welche ihrerseits durch eine mag netische Betätigung oder dergl., beispiels weise durch ein mit ihr gekuppeltes Dreh spulsy stem 20, in Abhängigkeit von der auf die Photozelle 21 fallenden spezifischen Flä chenhelligkeit mehr oder weniger aus ihrer Ruhelage herausgeschwenkt wird.
Oben an der Bremstrommel 54 befindet sich der auf einer von aussen sichtbaren Skala 55 spie lende Zeiger 56, während etwa gegenüber diesem Zeiger eine Nase 57 auf dem Umfange der Trommel 54 vorgesehen ist, die eine schräge Ebene 58 besitzt. Der Winkelhebel 41 ist seinerseits im Punkte 59 an der Stange 60 angelenkt, die im Punkte 61 mit dem He bel 62 gelenkig verbunden ist. Der Hebel 62 ist auf der Achse 63 der Trommel 54 drehbar gelagert, und zwar gleichachsig mit einem teilweise gezahnten Ritzel 64, welches durch das in einem Längsschlitz des Teils 62 radial verschiebbare Teil 65,
welches mit einer Nase 66 in eine entsprechende mit des Ritzels 64 eingreift, zu einer Drehung mit dem Teil 62 gezwungen wird. Die Andrückung des Teils 65 erfolgt durch die Feder 67. An dem Teil 65 befindet sich ein aus der Zeichenebene nach unten vorstehender Stift 68, der mit der Nase 57 zusammenarbeitet. Das Ritzel 64 kämmt mit der Zahnstange 69, die an einem Ende einen in dem Zylinder 7 0 ver schiebbaren Kolben 71 trägt.
Der durch den Kolben 71 abgeschlossene Raum des Zylin ders 70 ist mit einem Rückschlagventil 72, versehen, welches nach innen zu öffnet, und besitzt ferner eine sehr kleine Luftauslass- öffnung 73. Am andern Ende ist die mittels der Schelle 74 geführte Stange 69 dein Drucke einer Feder 75 ausgesetzt und liebt mit der schiefen Ebene 76 gegen eine ent sprechende schiefe Ebene des im Punkt 77 gelagerten zweiarmigen Hebels 78, 79. Der Arm 79 des Hebels 78, 79 steht unter Wir kung einer Feder 80 und ist mittels eines Stiftes 81 mit der im Punkte 83 geführten Stange 82 verbunden.
Die Stange 82 bewirkt in beliebiger an sich bekannter Weise die Öffnung und Schliessung des lediglich sche matisch angedeuteten Verschlusses 84.
Die Wirkungsweise der Vorrichtung ist folgende; Drückt man auf den Auslöseknopf 30, so wird zunächst mittels der schiefen Ebene 35 und des Stiftes 36 die Stange 3 7 nach rechts bewegt. Es erfolgt dadurch eine Linksdrehung des Hebels 44 mit der Kur venscheibe 45, wodurch die Backen 46 und 47 auseinander und die Backen 50 und 51 zusammengedrückt werden. Es erfolgt also eine Festlegung der Bremstrommel 54 in der durch den Zeiger 56 angezeigten, der Flä chenhelligkeit des zu photographierenden Ob jektes entsprechenden Stellung der llessein- richtung. Die Nase 5 7 nimmt. dementspre chend die gleiche durch die Flächenhellig keit des Objektes bedingte Winkellage ein.
Beim weiteren Herunterdrücken des Auslöse knopfes 30 wird der Stift 39 des Winkel hebels 41, der bisher infolge der länglichen Ausbildung des Loches 38 nicht erfasst wurde, nach unten gedrückt, es erfolgt eine Schwenkung des Hebels 41 entgegen dem Uhrzeigersinn und eine Bewegung der Stange 60 nach rechts. Dadurch wird eine Drehung des Ritzels 64 entgegen dem Uhrzeigersinn und eine Bewegung der Zahnstange 69 nach links bewirkt. Der Kolben 71 geht demzu- folge nunmehr um einen gewissen Betrag nach links, welcher dem Weg entspricht, den der Hebel 62 zurückzulegen hat, bis der Stift 68 die schiefe Ebene 58 der Nase 57 berührt.
Da das Rückschlagventil 72 nach innen öff net, erfolgt diese Bewegung des Kolbens 71 nach links ohne wesentlichen Luftwider stand. Beim weiteren Nachuntendrücken des Auslöseknopfes 30 wandert der Stift 68 auf der schiefen Ebene 58 nach aussen und zieht dabei die Nase 66 aus der entsprechenden Nut des Ritzels 64. Dieses ist nunmehr frei drehbar und vermag daher die Zahnstange 69, welche unter Wirkung der Feder 75 die Neigung besitzt, nach rechts zu wandern, nicht mehr zu sperren.
Der Kolben 71 wan dert also wieder nach rechts, jedoch verhält nismässig langsam, da das Rückschlagventil 72 jetzt geschlossen ist und die Luft nur durch die sehr feine Öffnung 73 entweichen kann. Durch an, sich aus der Phototechnik bekannte Mittel ist nun die Einrichtung so getroffen, dass der Verschluss 84 bei Beginn der Bewegung des Kolbens 71 nach rechts geöffnet und bei Beendigung derselben ge schlossen wird. Diese Wechselwirkung zwi schen der Bewegung des Verzögerungskol bens 71 und der Öffnung und Schliessung des Verschlusses ist in der Kameratechnik durch zahlreiche bekannte Einrichtungen verwirk licht, so dass sich eine nähere Darstellung dieser Wechselwirkung erübrigt.
Die Ver bindung zwischen der Kolbenbewegung 71 und der Betätigung des Verschlusses 84 ist daher in der Zeichnung nur schematisch durch die Teile 77 bis 84 angedeutet und kann in beliebiger an sich bekannter Weise erfolgen.