Vorrichtung zum Sengen von endlos durchlaufenden Fäden. Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung zum Sengen von endlos durchlaufenden Fäden. Durch das Sengen wird bezweckt, die von der Grundbasis eines Fadens abstehenden, feinen Faserhärchen im fortlaufendem Zuge abzusengen, damit der Faden ein glattes Aussehen gewinnt.
Vorrichtungen zum Sengen von Fäden sind bereits in vielfältiger Form bekannt. Die Fäden werden mit angemessener Ge schwindigkeit durch sogenannte Sengkam- mern geführt und dabei dem Einfluss von Sengflammen ausgesetzt. Die Wirkungsweise war dabei immer derart, dass die Seng- flammen auf dem ganzen Weg, den der Fa den in den Sengkammern durchwandert, mit gleichbleibender Sengwirkung auf den Fa den auftreffen.
Es kann dabei eine zu inten sive Oberflächenwirkung auf den Faden selbst ausgeübt werden, ehe die abstehenden, dünnen Faserhärchen abgesengt sind.
Es sind Sengbrenner bekannt, die einen kreisrunden oder mehreckigen Sengschacht aufweisen, in dessen Wandung Gasaustritts- öffnungen (Schlitze oder Löcher) vorgesehen sind.
Bei einigen bekannten Ausführungs formen sind die Brenner aus spiegelbildlich gleichartigen Teilen mit symmetrischen Aus- sparungen zusammengesetzt, die in der zu sammengesetzten Form entweder unmittelbar einen Sengraum ergeben oder aber zur Auf nahme eines die Sengkammer bildenden, be sonderen Einsatzes dienen.
Die Sengkammern sind bei den bekannten Ausführungsformen durchweg gleichweit im Querschnitt und an der nach aussen gekehrten Seite der Seng- kammer ist meist ein langer, vertikaler Schlitz für den Zutritt der atmosphärischen Luft vorgesehen.
Gassengbrenner dieser bekannten Bauart weisen insbesondere den Nachteil auf, dass sich die beim Sengen unvermeidbaren Schlacken ablagerungen, die unter Umständen die Brennerschlitze verstopfen können, von aussen her nicht restlos beseitigen lassen. Die Rei nigung führt man immer in der Weise aus, dass man durch den vorgesehenen Luft zuführungsschlitz mit einem spachtelartigen Reinigungsgerät die Innenwandung des Bren ner- bezw. Sengschachtes zu reinigen ver sucht.
Man kann aber so immer nur die dem Luftzuführungsschlitz unmittelbar gegen überliegenden Wandteile sicher erfassen, die rechts oder links vom Luftzuführungsschlitz befindlichen Wandteile aber nicht. Ist es aber nicht möglich, die Innenwandungen des Sengschachtes restlos von Schlackenablage rungen zu befreien, dann ist die sichere Wir kungsweise der Sengvorrichtung erheblich beeinträchtigt.
Die Achse der vorgesehenen Gasaustritts öffnungen ist bei den meisten bekannten Gas- sengbrennern waagrecht angeordnet. Die Sengflammen schneiden demgemäss den durchlaufenden Faden genau in waagrechter Ebene.
Es gibt ausserdem noch Gassengbrenner, bei denen der Sengraum nur durch ein mit Gasaustrittsöffnungen versehenes, nach der Aussenseite zu einen Längsschlitz aufweisen des Rohr gebildet ist, das nur oben und unten durch Festklemmen gestützt, frei in einem Gasverteilerraum steht. Auch diese Seng- kammer weist den Nachteil einer unzuläng lichen Reinigungsmöglichkeit auf, wenn man die Reinigung durch den vertikalen Luft zuführungsschlitz hindurch vornehmen will.
Ferner ist es bei dieser Ausführungsform auch bekannt, das den eigentlichen Seng- raum bildende Rohr in seinem Aussenquer- schnitt gegebenenfalls konisch zu gestalten., um einen besseren Sitz bezw. ein besseres Festklemmen in der Lagerung zu erzielen.
Es ist ferner noch bei einer andern Aus führungsform eines Gassengbrenners be kannt, die Gasaustrittskanäle so anzubringen, dass deren Achsrichtungen den Fadenlauf entgegengesetzt. zu seiner Bewegungsrichtung schneiden.
Ein grosser Nachteil aller bekannten Ein richtungen besteht auch darin, dass die Seng- flammen sehr leicht infolge des Luftzuges, den der schnell durcheilende Faden hervor- ruft, abreissen können.
Ein anderer Nachteil ist der, dass die Sengwirkung bei den bekannten Einrichtun- gen ungefähr dort aufhört, wo sich die letzten Sengflammen befinden. Es ist so keine Möglichkeit gegeben, da.ss sich ausser halb des Bereiches der Gasaustrittsöffnungen. also der Sengflammen, noch eine ruhige Nachsengung entwickeln kann.
Ein Haupt nachteil ist dann noch der, dass es bei keinem der bekannten Gassengbrennern möglich ist, unmittelbar im Bereich des Fadenaustritts aus dem Sengbrenner eine Fadenverlegungs- einrichtung nach Art einer Schlitztrommel oder dergl. anzubringen. Das ist deshalb nicht möglich, weil für die dafür notwendige Fadenbeweglichkeit innerhalb des Faden austrittsbereiches keine entsprechenden Vor kehrungen getroffen sind.
Zudem ist es bei den bekannten Einrichtungen unvermeidbar, dass Aschenrückstände in die Fadenver- legungsmittel mit hineingerissen werden und so auf den Wickel gelangen.
Um überhaupt das Herumfliegen oder Ausstossen feiner Aschenrückstände zu ver meiden, ist bei den bekannten Einrichtungen dort, wo der Fadenaustritt beim Gasseng- brenner ist, überall eine Abdeckung in irgendeiner Form vorgesehen. Eine solche Abdeckung, wie sie nun auch beschaffen sein möge, wirkt immer störend in der Bedienung und in der Kontrolle des Sengvorganges.
Alle diese Nachteile sollen nun dadurch beseitigt werden, dass der Vorgang des Sen- gens bei der erfindungsgemässen Vorrichtung anders gestaltet wird, als bei den bekannten Ausführungen.
Die vorliegende Erfindung ist eine Vor richtung zum Sengen von endlos durch- laufenden Fäden, bei welcher der Sengraum und die Gasverteilerkammer durch zwei aneinander anliegende, Hohlräume ein- schliessende, symmetrische Brennerteile ge bildet werden, und die Brennerteile mit die Gasverteilerkammer bildenden Aussparungen versehen sind,
die durch Bohrungen mit durch Schlitzplatten abgedeckten Aussparun- gen verbunden sind, welche Schlitzplatten im obern Teil, und zwar unterhalb eines an den Sengraum sich anschliessenden, trichter- artigen Verlängerungsschachtes keine Gas- austrittsöffnungen aufweisen,
im untern Teil aber an ihrem innern Rande mit schräg zur Fadenlaufrichtung gerichteten Gasaustritts- schlitzen versehen sind, wobei die Auflage flächen für die Schlitzplatten so gestaltet sind, dass die Schlitzplatten nach aussen und auch in der Fadenlaufrichtung zusammen rücken.
Die Zeichnung zeigt ein Ausführungs beispiel des Erfindungsgegenstandes, und zwar in Fig. 1 eine Stirnansicht des Gasseng- brenners, Fig. 2 eine Seitenansicht der Fig. 1, Fig. 3 eine Stirnansicht des die Seng- kammer umschliessenden Brennerkörpers, Fig. 4 ein Querschnitt nach -.-B der Fig. 3,
Fig. 5 die perspektivische Ansicht einer die Sengbrennerschlitze aufweisenden Ab deckplatte zur seitlichen Begrenzung des Sengraumes, Fig. 6 eine Stirnansicht der Fig. 5, um die Schrägstellung der Brennerschlitze zu zeigen, Fig. 7 die perspektivische Draufsicht der Hälfte des aus zwei Teilen bestehenden Brennerkörpers.
Das Aussengehäuse 1 des Gassengbrenners ist dort, wo der Faden den Brenner verlässt, schachtartig nach oben erweitert und im Teil 1' nach rechts und links ausgeweitet, um genügend Raum für eine Fadenchangierung zu schaffen. Die schachtartige Verlängerung ist aber auch nach rückwärts bei 1" erweitert, um für die Bewegung des Fadens entspre chend dem wachsenden Wickelkörperdurch- messer genügend Raum zu schaffen. Anstatt nach rückwärts kann aber auch die obere Ausweitung 1" nach vorn ausladen, wenn sich der Wickelkörper dementsprechend auf bauen soll.
Das Gehäuse 1 ist auf der Stirn seite offen und wird durch den herunter klappbaren Deckel 2 verschlossen, der um den Zapfen 3 schwenkbar ist. Bei 4 ist ein Fadeneinlegeschlitz vorgesehen, von wo aus der durcheilende Faden über die Rolle 5 durch den Brenner nach der Öse 6 geführt wird. Der Deckel 2 wird durch die Schnapp feder 7 in seiner Schlusslage gesichert. Der eigentliche Brenner besteht aus den beiden länglichen Teilen 8, 8', die längsverlaufende Aussparungen 9 aufweisen.
Durch Zusam menlegen der beiden Teile 8, 8' entsteht dann die Gasverteilerkammer 10, in die durch das Rohr 11 das zum Sengen nötige Gas eintritt. Nach der Stirnseite der Teile 8, 8' zu sind weitere längsverlaufende Aussparungen 12 vorgesehen, die mit dem Raum 10 durch die Bohrungen 13 in Verbindung stehen. Die Aussparungen 12 werden durch die Platten 14 abgedeckt, die in den Fig. 5 und 6 noch einmal deutlicher zu sehen sind.
Die Platten 14 weisen an dem nach dem Innern zugekehr ten Rande die Gasaustrittsschlitze 15 auf, die, wenn man von der Fadenlaufrichtung ausgeht, schräg zur Fadenlaufrichtung hin gerichtet sind (Fig. 6).
In der Fadenlauf richtung ist über dem letzten Brennerschlitz 15, der durch die Platten 14 begrenzte Seng- schacht noch, wie durch 16 angedeutet ist, verlängert, um einen düsenlosen Nachseng- raum zu schaffen, in den hinein sich die Sengflammensäule verlängern kann. Un mittelbar über dem durch die Brennerteile 8, 8' gebildeten Brennerkörper befindet sich die Absaugstelle 17.
Ist der Gassengbrenner so beschaffen, dann wirken die Sengflammen im fortschrei tenden Zuge nach der Fadenausgangsseite zu immer näher an den Faden heran. Die Sengung wird dann eine sukzessiv sich steigernde, und in der Verlängerung 16 kann dann ein ruhiges Nachsengen stattfinden. Da unmittel bar über dem Brennkörper 8, 8' die Ab sa.ugung durch den Stutzen 17 stattfindet, so wird oberhalb der Absaugungszone ein wirbelloser Raum geschaffen,
von dem aus etwa noch abfallende oder an der Faden führung 6 abgestreifte Ascherückstände nach unten in die Absaugung 17 gezogen werden. Die Reinigung der Sengkammer ist leicht möglich, weil man von aussen her überall an die Wandflächen der Abdeckplatten 14 herangelangen kann. Durch die in der Faden laufrichtung weisenden Brennerschlitze 15 wird der Faden sanft weitergezogen bezw. -getragen.
Durch die in der Abdeckplatte 2 vorgesehenen Luftzuführungslöcher 18 wird die für die Sengflammen nötige Luftzufuhr gesichert.
Die Auflageflächen für die Platten 14 sind so beschaffen, dass die Platten nach ihrer Anbringung im Sengraum sehwalben- schwa.nzartig angeordnet sind. Der Sengraum weist demnach, im Querschnitt gesehen, eine schwalbenschwanzförmige Raumgestaltung auf.
Die Auflageflächen für die Platten 14 sind weiter so gestaltet, dass die Platten im obern Teil näher aneinander gerückt er scheinen, als im untern Teil des Sengraumes. Der schwalbenschwanzförmige Querschnitt des Sengraumes verengert sich also in der Bewegungsrichtung des durcheilenden Fa dens mehr und mehr.
Auf diese Weise wird nicht nur eine Art Drosselung der Heizgase erzielt, sondern die Sengflammen werden nach dem Ausgang des Brenners zu immer näher an den durcheilen den Faden herangebracht. Die Sengflammen sind an sich, da die Brenngaszuführung von einer gemeinsamen Gasverteilungskammer aus erfolgt, gleich lang.
Der an seinem Ausgang sich trichterartig erweiternde Verlängerungsschacht kann als getrennter, auf das Aussengehäuse 1 aufsetz- barer Teil ausgebildet sein.