Vorrichtung in einem Zeitmessgerät zum elektrischem Abfühlen der Stellung einer langsam drehenden Scheibe Gegenstand vorliegender Erfindung ist eine Vor- richtung zum elektrischen Abfühlen der Stellung einer langsam drehenden Scheibe. Ein typisches Beispiel für die Anwendung einer derartigen Vorrichtung ist die Datenaufzeichnung in einem Flugzeug, wenn es nötig ist, dass eine kontinuier liche Zeitaufzeichnung gewährleistet wird.
Dies kann so geschehen, dass jede Minute die Stellungen von Schei ben abgefühlt werden, welche sich mit den Zeigern einer Uhr bewegen, Bei einer derartigen Anwendung dreht sich eine in 24 Stunden einmal drehende Scheibe nur um 15 Bogenminuten pro Zeitminute, so dass es bei einem Stunden wechsel wesentlich ist, dass der Uebergang des elektrischen Abfühlkontaktes innert 15 Bogenminuten erfolgt. Bei einem konventionellen Zahnradantrieb ist es fast unmöglich, das Spiel oder den Leergang unter diesem Wert zu halten, so dass Mittel gefunden werden müssen, um den Unterschied deutlicher zu machen und ein un richtiges Abfühlen zu verhindern.
Ein analoges Problem ergibt sich bei anderen Anwendungsformen, z.B. beim elektrischen Ablesen von Mehrscheirtbenzählern oder -messern, wo es schwierig sein kann, den Uebergang von einem Sektor von 36o im Dezimalsystem auf den nächsten Sektor innert wenigen Bogenminuten genau elek trisch abzufühlen.
Die vorliegende Erfindung bezweckt Mittel zu schaffen, um die Mehrdeutigkeit, die unter diesen Um ständen auftreten kann, zu beheben.
Die erfindungsgemässe Vorrichtung zum elek trischen Abfühlen der Stellung einer langsam drehenden Scheibe, welche wenigstens zum Teil in eine Reihe von gleichen Sektoren unterteilt ist, von welchen jeder einen Satz von charakteristischen Kontakten aufweist die mit Abfühlkontakten zusammenwirken, um bei unter Strom stehendem Abfühlkreis anzuzeigen, welcher Sektor unter den Abfühlkontakten liegt, ist gekennzeichnet durch eine Welle, welche sich einmal für jeden Sektor der langsam drehenden Scheibe dreht und durch auf die Beendigung einer Drehung der erwähnten Welle ansprechende Mittel, zum Zwecke, eine Relativdrehung zwischen der langsam drehenden Scheibe und den Abfühlkontakten zu bewirken,
so dass bei Beendigung eines Sektors die Abfühlkontakte deutlich in den benachbarten Sektor versetzt werden.
Bei einer Uhr mit einer numerischen Zahlenangabe könnte sich die langsam drehende Scheibe einmal in 24 Stunden und die erste-:Velle einmal in einer Stunde drehen und das hin- und hergehende Element könnte ein mal pro Minute vorgeschoben werden und so angeordnet sein, dass der Träger der Abfühlkontakte jeweils während den ersten 15 oder 20 Minuten einer jeden Stunde verschwenkt wird.
Eine beispielsweise Ausführungsform des Erfin dungsgegenstandes ist in der Zeichnung in einem Grund- riss, mit teilweise weggeschnittenen Teilen dargestellt, und zwar betrifft diese Ausführungsform eine Vorrichtung zur numerischen Zeitangabe an einer Uhr.
Die dargestellte Vorrichtung weist eine Scheibe 1 auf, welche in 24 Stunden eine volle Umdrehung ausführt. Sie trägt einen aufgedruckten Leiter la, so dass ihre Lage durch elektrische Kontakte 2a und 2b abgefühlt werden kann, welche auf einem Kontaktträger 2 angeordnet sind. Dieser Träger ist um die Achse 3 der Scheibe 1 schwenkbar und eine Feder 4 ist bestrebt, ihn in die durch den Anschlagstiften 4a bestimmte Normallage zu drücken. Die Scheibe 1 führt ihre Drehung in Richtung des Pfeiles 5 aus.
Sie ist in 24 Sektoren "an je<B>150</B> eingeteilt und Jeder Sektor trägt einen charakte ristischen Sätz von aufgedruckten Leiterspuren, welche auf sieben konzentrischen Ringen angeordnet sind, derart, dass aufeinanderfolgende Sektoren, wenn sie durch die Kontakte 2a und 2b abgefühlt werden, auf einer binären Skala die Zeit in Sunden anzeigen.Da die Kontakte 2a und 2b drei Ringe auf einer Seite der Achse 3 und vier Ringe auf der anderen Seite abfühlen,
ist jeder der Sektoren zum Zwecke dcs Abfühlens aus den entsprechenden Ringabschnitten zusammengesetzt und er ist nicht mit den geometrischen Sektoren der Scheibe identisch.
Die Minuten werden in analoger Weise durch Gruppen von festen Kontakten abgefühlt, welche mit um die Achsen6 und 7 drehenden Scheiben zusammenwirken. Diese Scheibe drehen sich einmal pro Stunde bzw. in 10 Minuten. Auf diesen beiden Scheiben hat man keine Schwierigkeit zwischen den Sektoren, die in einer Zeitminute durchlaufen werden zu unterscheiden, da sie sich während dieser Zeit um<B>6 0</B> bzw. 36o drehen.
' Hei der Scheibe 1 beträgt jedoch das Ausnass der Drehung in einer Zeitminute lediglich 15 Bogenminuten und es Wäre äusserst schwierig, wenn nicht unmöglich, innert dieses sehr kleinen Win kels einen eindeutigen Wechsel von einem Satz von Spuren auf einen anderen Satz zu erzielen. Es ist aus diesem Grund, dass der Träger 2 um die Achse 3 schwenkbar gelagert wird, so dass nach dem dem Wechsel unmittelbar vorangehenden Abfühlen der Träger in den nächsten Abfühlsektor auf der Scheibe vorgeschoben wird.
Diese vorgeschobene Stellung wird bei jedem Minutenwechsel während eines gewissen Zeitabschnittes aufrecht erhalten; im vorlie genden F311 20 Minuten. Zu diesem Zweck trägt der Träger 2 einer Vorsprung 8, der mit einer Klinke 9 in Eingriff kommen kann, welche konti nuierlich mit einer Periode von einer Minute durch einen Fühler 10 hin und her verschwenkt wird. Der Fühler 10 sitzt auf einem Hebel 11 und wirkt mit einer Nockenscheibe 12 zusammen, die mit der Scheibe um die Achse 7 drehbar ist.
Im normalen Abfühlzeit- punkt passiert der Fühler 10 über einen Kamm der Nockenscheibe 12, so dass wenn die Klinke 9 am Vorsprung 8 anliegt, der Träger 2 relativ zur Scheibe 1 vorgeschoben wird. Die Klinke 9 befindet sich normalerweise ausser Berührung mit dem Vorsprung 8; sie ist auf dem Hebel 11 schwenkbar und weist einen Schlitz auf, der mit einem Stift 13 eines Hebels 14 zusammenwirkt.
Das andere Ende des Hebels 14 trägt einen Folge- oder Abfühlstift 15, der mit einer Nockenscheibe 16 zusammenwirkt, welche sich einmal pro Stunde um die Achse 6 dreht und welche den Stiften 15 entgegen der Wirkung einer Feder 17 während der sechzigsten Minute einer Stunde, d,h. unmittelbar vor dem ersten Abfühlen nach einem Sektorwechsel auf der Scheibe 1 abhebt.
Dadurch wird der Hebel 14 um die Achse 18 verschwenkt, und die Klinke in eine Stellung gestossen, in welcher sie in den Weg des Vorsprunges 8 zu liegen kommt. Die Klinke wird etwa wäh rend den ersten 20 Minuten der Stunde in dieser Stellung gehal ten und die Nockenscheibe 16 ermöglicht dann ein Abfallen des Fühl- oder Folgestiften 15. Der Hebel 14 wird dadurch in eine Lage verschwenkt, in welcher er sich ausserhalb des Weges das Vorsprunges 8 befindet, so dass das Abfühlen dann während des restlichen Teiles der Stunde in der normalen Lage der Scheibe 1 vor sich geht. Diese Lage ist durch den Anschlagstift 4a bestimmt.
Eine weitere, mit einem Folgeorgan 20 zusammenwirk ende Nockenscheibe 19 dreht sich ebenfalls in 10 Minuten einmal um die Achse 7. Das Organ 20 sitzt auf einem Hebel 21, welcher einen Kontakt 22 trägt und der durch eine Feder in eine Lage gedrückt wird, in welcher dieser Kontakt 22 an einem Kontakt 23 anliegt, zum Zwecke, den Abfühlzyklus mittels eines nicht dargestellten Stromkreises einzuleiten. Es ergibt sich aus der Form der Nockenscheibe 19, dass das Folgeorgan 20 ein sehr rasches Schliessen der Kontakte 22 und 23 ermöglicht, so dass eine eindeutige Einleitung des Abfühlvorganges mit einem Minimum an Funkenbildung auf den Kontakten 22 und 23 bewirkt wird.
Die Kontakte werden dann langsam getrennt und der Vorgang kann sich in Minutenintervallen wiederholen, Es sind selbstverständlich innerhalb des Rahmens der Erfindung zahlreiche Ausführungsformen möglich.
Zwecks Erzeugung der relativen Bevregung zwischen der Scheibe 1 und dem Kontaktträger 2 ist es möglich, einen Totgang bzw, Spiel im Antrieb der Scheibe 1 vorzusehen und zu bewirken, dass sich die Scheibe während der letzten Minute einer jeden Stunde sehr rasch vorwärts bewegt und in dieser Stellung verharrt, bis das Spiel bz w, der Totgang durch den Antrieb eingeholt worden ist.