Sauerstoffatmungsgerät. Die vorliegende Erfindung betrifft ein zweckmässig zum Schutz gegen Giftgase dienendes Sauerstoffatmungsgerät mit prak tisch vollständig getrennten Atmungswegen und infolgedessen absoluter Kreislaufatmung.
Die bisherigen Geräte dieser Art weisen nur eine teilweise Trennung der Atmungs wege und einen teilweisen Kreislauf auf, da die Atmungsventile des Gerätes hinter den Atmungsschläuchen in einem verschlossenen Ventilkasten eingebaut sind. Dies hat den Nachteil, dass bei jeder Einatmung des Trä gers des Gerätes die in den Atmungsschläu chen sich befindende verbrauchte und kohlen säuregeschwängerte Ausatmungsluft als erste Atmungsluft den Lungen wieder zugeführt wird. Die schädliche Einwirkung kohlen säurehaltiger Luft auf den menschlichen Organismus ist bekannt; der kritische Mo ment tritt bei einem Kohlensäuregehalt von 4 % auf. Die Ausatmungsluft enthält aber bekanntlich 4 % Kohlensäure.
Der oben erwähnte Nachteil soll durch die vorliegende Erfindung behoben werden. Das Sauerstoffatmungsgerät gemäss der Er findung ist mit einem zur periodischen Spei sung mit Sauerstoff eingerichteten, soge nannten Lungenautomaten versehen, der über zwei voneinander unabhängige, mit At mungsventilen versehene Leitungen derart mit einer vom Träger des Gerätes aufzu setzenden Atmungsgarnitur (Maske oder Mundstäck) verbunden ist, dass im Betriebs zustand des Gerätes vom Träger desselben über die eine Leitung Frischluft vom Lun genautomaten eingeatmet werden kann, wäh rend die andere Leitung dazu dient,
die Aus atmungsluft des Gerätträgers über eine Rege- neriervorrichtung dem Lungenautomaten zwecks Auffrischung mit Sauerstoff wieder zuzuführen.
Dieses Sauerstoffatmungsgerät kennzeich net sich erfindungsgemäss dadurch, dass die Atmungsventile vor die Atmungsleitungen, und zwar unmittelbar in einem zur Herstel lung der Verbindung zwischen den Atmungs leitungen und der Atmungsgarnitur dienen den Anschlussorgan eingebaut sind; zum Zwecke, einerseits den toten Raum im Gerät auf ein Minimum zu reduzieren und ander seits die Zugänglichkeit der Ventile zu er leichtern.
Auf der beiliegenden Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel des Erfindungsgegen standes dargestellt.
Fig. 1 zeigt in schematischer Weise, bei abgehobenem Schutzdeckel, den Zusammen bau des Sauerstoffatmungsgerätes; Fig. 2 ist eine zu Fig. 1 gehörende Seiten ansicht des Sauerstoffatmungsgerätes, aber bei aufgesetztem Schutzdeckel; Fig. 3 zeigt in Seitenansicht bezw. im Längsschnitt ein zur Herstellung der Verbin dung zwischen den Atmungsschläuchen und der vom Träger des Gerätes aufzusetzenden Atmungsgarnitur dienendes Anschlussstück; Fig. 4 ist ein Vertikalschnitt durch eine mit dem Lungenautomaten in Wirkungsver bindung stehende Dosiervorrichtung; Fig. 5 ist ein Vertikalschnitt durch ein handbetätigbares Sauerstoffzuschussven til, und Fig. 6 zeigt im Vertikalschnitt ein Teil stück der Ausatmungsleitung mit einem mit diesem zusammenwirkenden Überdruckventil des Lungenautomaten.
Gemäss Fig. 1 und 2 ist 10 ein zur Her stellung der Verbindung zwischen einer Ein atmungsleitung 11 und einer von dieser un abhängigen Ausatmungsleitung 12 einerseits, und anderseits einer nicht dargestellten, vom Träger des Sauerstoffatmungsgerätes aufzu setzenden Atmungsgarnitur (Maske oder Mundstück) dienendes Anschlussorgan, 13 eine in der Ausatmungsleitung 12 einge schaltete Regenerierpatrone, zum Beispiel eine Alkalipatrone, 14 ein sogenannter Lun genautomat bekannter Art, in dessen At mungsbeutel 15 die Ausatmungsleitung 12 mündet, während von diesem aus die Ein atmungsleitung 11 zum Anschlussstück 10 führt, 16 eine Sauerstoffflasche,
von wel cher aus im Betriebszustand des Sauerstoff atmungsgerätes dem Atmungsbeutel 15 über eine konstant und automatisch wirkende Do siervorrichtung 17 zwecks Auffrischung der von diesem Beutel aufgenommenen Aus atmungsluft Sauerstoff zugeführt wird. Die bisher aufgezählten Teile bilden die Haupt teile des in Fig. 1 und 2 dargestellten Sauer stoffatmungsgerätes; sie sind, mit Aus nahme des Anschlussorganes 10 und der un mittelbar an dieses sich anschliessenden Ein- und Ausatmungsleitungen 11, 12 von einem zweiteiligen Schutzgehäuse umgeben.
Zur Erläuterung wichtiger Einzelheiten des Sauerstoffgerätes gemäss Fig. 1 und 2 sind verschiedene Teile desselben in grösserem Massstabe und in der Hauptsache im Schnitt dargestellt. So sieht man zum Beispiel aus dem Längsschnitt der Fig. 3, dass im An schlussorgan 10 Ein- bezw. Ausatmungsven tile 18 und 19 eingebaut sind. Der Einbau sowie die Konstruktion dieser Ventile 18, 19, ist, wie aus dem Schnitt gemäss Fig. 3 her vorgeht, so einfach, dass sich eine weitere Er läuterung in diesem Zusammenhang er übrigt. Im übrigen können diese Ventile be liebiger Art sein; wichtig ist nur, dass die selben vor die Atmungsleitungen 11 und 12, und zwar unmittelbar im Anschlussstück 10 eingebaut sind.
Dadurch wird nicht nur der tote Raum im Gerät auf ein Minimum redu ziert, sondern die Ventile 18, 19 werden leichter zugänglich und können deshalb mit weniger Mühe einer Kontrolle unterzogen werden, als bisher möglich war.
Der komprimierte Sauerstoff in der mit einem Schliessventil 20 versehenen Sauer stoffflasche 16 wird durch ein regulierbares Reduzierventil 21 (Fig. 1) auf einen Arbeits druck von 1,5 Atmosphären reduziert, um so dann durch die in Fig. 4 im Vertikalschnitt dargestellte Dosiervorrichtung 17 in dosier ten Mengen von 1,6 L/Min. dem Atmungs beutel 15 konstant zugeführt zu werden.
Diese Dosierung basiert auf den Resul taten des Sauerstoffbedarfes einer Person bei mittlerer Arbeitsleistung (Marschtempo 6 Sollte jedoch diese Dosierung bei höchster Anstrengung und somit bei gröss tem Sauerstoffbedarf des Gastauchers nicht genügen, so tritt der Lungenautomat 14 in Funktion, und zwar auf folgende Weise: So- bald der Gastaucher mehr Luft zur Atmung umsetzt, als der von der Dosiervorrichtung 17 gelieferten Sauerstoffmenge entspricht, entleert sich beim Einatmen der Atmungs beutel 15.
Die Beutelwände fallen zusammen und drücken auf die freien Enden zweier in einer Horizontalebene angeordneter, bei 23b schwenkbar gelagerter Fühlerorgane 23, die sich im normalen Betriebszustand des At mungsgerätes in gespreizter Lage befinden und in Fig. 4 nur zwecks besserer Veran schaulichung ihrer einem Ventil 22 zugekehr ten, als Daumen 23a ausgebildeten Enden als in einer vertikalen Ebene liegend angenom men wurden. Wie aus Fig. 4 hervorgeht, sind die beiden Daumen 23a so zueinander ange ordnet, dass sie bei einer durch Wirkung der einfallenden Beutelwände veranlassten Schwenkbewegung der Fühlerorgane 23 nach innen im Sinne des Öffnens des Ventils 22 auf ein auf dem mit Gewinde versehenen Endteil des Ventilschaftes 22a aufgeschraub tes Kappenstück 22b einwirken.
Dies hat zur Folge, dass Sauerstoff unter einem Druck von 1,5 Atmosphären in den Atmungsbeutel 15 strömt und diesen ausfüllt. Nun sind aber auch die Fühlerorgane wieder entlastet und werden durch den Druck einer zwischen dem Kappenstück 22b und einer Spannmutter 25 angeordneten Schraubenfeder 24 in ihre Spreizlage zurückgeführt, wobei das Ventil 22 gleichzeitig wieder geschlossen wird. Die Spannkraft der Feder 24 kann mittels der Spannmutter 25, welcher eine Gegenmutter 25a zugesellt ist, reguliert werden.
Sollte der extremste Fall eintreten, dass trotz der zusätzlichen Speisung des Atmungs beutels 15 durch das Ventil 22 der Sauerstoff aus irgend welchen Gründen nicht ausreicht, so hat der Gastaucher die Möglichkeit, mit tels eines handbetätigbaren Sauerstoff zu- schussventils 26 (Fig. 1), dessen Konstruk tion aus Fig. 5 hervorgeht, Sauerstoff in be liebigem Masse in den Atmungsbeutel 15 nachströmen zu lassen. Dieses Nachströmen von Sauerstoff erfolgt dadurch, dass durch einen etwa mit dem Daumen ausgeübten Druck auf den Ventilknopf 27a der Sauerstoff über zwei Leitungen 28 und 29 (Fig. 1 und 5) die Dosiervorrichtung 17 umfliesst, um so auf direktem Weg in den Atmungsbeutel 15 zu gelangen.
Das Ventil 26 wird zweckmässig an zum Tragen des Gerätes dienenden Leib riemen angebracht, damit es vom Gastaucher mühelos erreicht werden kann.
Da der Atmungsbeutel 15 periodisch mit Sauerstoff gespiesen wird, ist es denkbar, dass im Gerät Überdruck entsteht. Um dies zu vermeiden, ist in der der Ausatmungsleitung gegenüber liegenden Wandpartie des At mungsbeutels 15 ein Überdruckventil 30 (Fig. 6) eingebaut.
Die Anordnung dieses Ventils 30 ist so getroffen, dass, wenn sich der Atmungsbeutel 15 prall auffüllt, die ent sprechende, sich ausbuchtende Beutelwand einen Knopf des Doppelventils 30 an die Ausatmungsleitung drückt, wodurch das Ventil geöffnet wird. Es folgt daraus, dass Ausatmungsluft aus dem Gerät entweicht, bis der Druck in demselben seinen Normal wert wieder erreicht.
Zum Schluss sei noch darauf hingewiesen, dass das Sauerstoffatmungsgerät einen Dop- pelfinimeter 31 aufweist. Dieses Kontroll- und Messinstrument ermöglicht dem Gas taucher, nicht nur den Inhalt der Sauerstoff flasche zu kontrollieren, sondern auch die Dosierung des Atmungsbeutels 15 zu. über prüfen.