Schutzvorrichtung an dynamischen Naterialprüfmasehinen. Bei der dynamischen Prüfung von Ma terialien ist die genaue Untersuchung der Bruchfläche für die Gesamtbeurteilung mei stenteils sehr wesentlich. Wird ein Körper nur schwellender Belastung unterworfen. das heisst solcher, die sich in ihrer Richtung nicht ändert , so ist es nicht schwierig, nach dem Auslaufen der Prüfmaschine den Probestab finit unverletzter Bruchfläche der Maschine zu entnehmen. Anders ist es bei solchen Ma schinen, bei denen der Prüfkörper wechseln der Belastung unterworfen wird, das heisst solcher, die von Zug- auf Druckbelastung und umgekehrt wechselt.
Schaltet man in solchen Fällen die Maschine nach erfolgtem Bruch des Probestabes ab, so bleibt sie, wie jede andere Maschine, nicht unmittelbar stehen, sondern macht noch einige Schwingungsbe wegungen. Hierbei werden aber die Bruch flächen der beiden Bruchstücke mehrmals gegeneinander geführt; infolgedessen wird die Bruchfläche abgestossen und die notwen- digen Untersuchungen lassen sich an ihr auch nicht annähernd befriedigend durchführen.
Durch die Erfindung soll eine Vorrich tung geschaffen werden, die die genannten Nachteile vermeidet und die Bruchfläche des Probestabes vor den Stössen schützt. Diese Schutzvorrichtung zeichnet sich durch im Abstand voneinander angeordnete und sich zu nähern bestrebte Anschläge aus, welche sich mit den beiden Spannköpfen der Prüf maschine mitbewegen und bei Bruch des Prüfkörpers durch einen Auslöser freigegeben werden, um durch ihre Annäherung ein weiteres Gegeneinanderschwingen der Spann köpfe zu verhindern.
Es ist zweckmässig, beide Anschläge keil förmig auszubilden, und zwar in der Weise, dass sie die Schrägflächen einander zukehren. Bei den Auslaufschwingungen dringen dann beide Keile immer tiefer gegeneinander vor und verhindern auf diese Art und Weise am sichersten, dass die Bruchflächen des Probe- stabes sich berühren. Beide Schrägflächen müssen selbstverständlich in einem solchen Winkel stehen, dass sie selbsthemmend sind; ausserdem raubt man sie zweckmässig säge artig auf.
Der Auslöser kann elektrischer oder mechanischer Art sein. In letzterem Falle bringt man den Auslöser zweckmässig an dem einen der beiden Anschläge an und lässt ihn auf den andern Anschlag in der Weise einwirken, dass er ihn-so lange zurück hält, bis die Schwingungen über ein ge wisses Mass hinaus gewachsen sind, was erst kurz vor oder bei Bruch des Prüfkörpers ein tritt.
In der Zeichnung ist ein Ausführungsbei spiel des Erfindungsgegenstandes schema tisch dargestellt.
Auf die beiden Spannköpfe<I>a</I> und<I>b,</I> die den Prüfstab c einspannen, sind Klemmen d und e aufgesetzt, die an gebogenen Rund eisen f und g je einen Anschlag<I>h</I> und<I>i</I> tragen. Während ersterer an dem Rundeisen f befestigt ist, ist letzterer an einer Führung 1c so angeordnet, dass er sich senkrecht auf- und abbewegeu kann. Diese Führung ist mit einem Rohrstück l verbunden, das auf dem Rundeisen g verschiebbar ist und durch eine Klemmschraube in festgehalten wird, um da durch den Abstand zwischen den beiden An schlägen h und<I>i</I> einstellen zu können.
Eine Druckfeder n sucht den Anschlag i nach unten gegen den Anschlag h hin zu drücken. Dem steht aber ein Riegel o ent gegen., auf dem der mit dem Anschlag i ver bundene kleine Anschlag p aufruht. Der Rie gel o ist am Anschlag h verschiebbar ange ordnet.
Die Gebrauchs- und Wirkungsweise der Vorrichtung ist folgende: Der Abstand bei der Anschläge h und i wird so eingestellt, dass er etwas grösser ist als die voraussicht liche Distanzverminderung der beiden Spann köpfe beim Gegeneinanderschwingen. Ferner wird auch der Riegel o am Anschlag h so eingestellt, dass seine rechte Kante von der linken Kante des kleinen Anschlages p in einem Abstand liegt, der etwas grösser ist als die Distanzvergrösserung der beiden Spannköpfe<I>a</I> und<I>b</I> beim Auseinander schwingen.
Nach der Einstellung muss selbst verständlich dafür gesorgt werden, dass sich weder der Anschlag i gegenüber dem Spann kopf b, noch der Anschlag h mit dem Riegel o gegenüber dem Spannkopf a irgendwie ver schieben kann. Wird sodann die Maschine in Gang gesetzt, so tritt eine Behinderung der Schwingung der Spannköpfe gegeneinander durch die Vorrichtung nicht ein; denn beide Anschläge h und i sollen bei richtiger Ein stellung niemals gegeneinander stossen. Nur der Riegel o .gleitet an dem kleinen Anschlag p hin und her, was aber die Schwingungen praktisch nicht beeinträchtigt.
Tritt nun nach einer bestimmten Last wechselzahl ein Bruch des Probekörpers ein, so vergrössern sich ganz kurz vorher, vielfach auch erst bei erfolgendem Bruch, die Schwin gungen. Dies hat zur Folge, dass der Riegel o aus dem Bereich des Anschlages p heraus tritt und damit diesen Anschlag und den An schlag i freigibt. Infolge des Federdruckes der Feder 7a bewegt sich der Anschlag i augenblicklich nach unten. Sobald die bei den Spannköpfe sich wieder gegeneinander bewegen wollen, prallen die beiden Anschläge la, und i gegeneinander und verhüten damit eine Weiterbewegung in der bezeichneten Richtung. Auch wenn die Maschine nicht sofort abgeschaltet wird, wird damit ver hütet, dass die beiden Bruchflächen des Prüf körpers gegeneinander stossen.
Es ist zweckmässig, etwa mit dem An schlag i einen Kontakt zu verbinden, der den Stromkreis des Antriebsmotors nach erfolg tem Bruch, also nach Bewegung des An schlages i nach unten öffnet, so dass in an sich bekannter Weise die Prüfmaschine nach erfolgtem Bruch des Probekörpers alsbald ab geschaltet wird.
Durch die Behinderung der Schwingun gen in der einen Richtung treten selbstver ständlich ziemliche Stösse in der Maschine auf. Um diese Stösse abzuschwächen, ist es zweckmässig, die Anschläge<I>h</I> und<I>i</I> aus einem weichen Material herzustellen. Man kann auch statt dessen die Anschläge nur an den Anschlagflächen mit einem weichen Material füttern: besonders zweckmässig hierfür scheint Kupfer zu sein. Doch dürften sich auch andere mehr oder weniger plastische Materialien, in manchen Fällen auch leicht elastische Materialien verwenden lassen.
Die Schutzvorrichtung kann natürlich im einzelnen auch anders als wie beschrieben ausgebildet sein. So kann beispielsweise der Auslöser, der in dem gezeichneten Beispiel mechanischer Art ist und die Form eines Riegels hat, auch durch elektrische Kon takte gebildet. sein, welche mit den Spann köpfen gegeneinander schwingen und sich bei normaler Schwingungsamplitude nicht be rühren, bei wesentlicher Vergrösserung des Schwingungsausschlages jedoch einen Strom kreis schliessen, der, ebenso wie in dem ge zeichneten Beispiel, einen Anschlag zur Be wegung durch eine Feder freigibt oder auch auf elektrischem Wege die Bewegung des in Betracht kommenden Anschlages bewirkt. So kann dieser Anschlag beispielsweise durch einen Elektromagneten nach unten bewegt und gegen den zweiten Anschlag geführt werden.
Schliesslich können die beiden Anschläge auch durch andere Mittel gegeneinander ge führt werden, beispielsweise durch die Druck wirkung einer Explosion eines Gas- oder Pul vergemisches in einem Zylinder, wobei die Explosion ebenfalls wieder durch die schon erwähnten elektrischen Kontakte eingeleitet werden kann.