CH170102A - Verfahren zur Herstellung getrübter Deckemaillen, insbesondere weisser Deckemaillen. - Google Patents

Verfahren zur Herstellung getrübter Deckemaillen, insbesondere weisser Deckemaillen.

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CH170102A
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    • C03C8/14Glass frit mixtures having non-frit additions, e.g. opacifiers, colorants, mill-additions
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Description


  Verfahren zur Herstellung getrübter     Dockemaillen,    insbesondere  weisser Deckemaillen.    Die Erfindung betrifft ein Verfahren  zur Herstellung von bereits in der Schmelze       mittelst        zirkonhaltiger    Stoffe getrübten       Deckemaillen,    insbesondere weissen Deck  emaillen.  



  Bei der Herstellung getrübter,     weisser     oder farbiger Glasuren unterscheidet man  bekanntlich zwischen einer     Vortrübung    und  einer Nachtrübung der Glasuren. Die     Vor-          trübung    ist diejenige Trübung, die die Gla  suren nach ihrer     Erschmelzung    aus .den Roh  materialien besitzen. Die Nachtrübung wird  durch Zusatz von     Trübungsmitteln    zur       Mühle    erzielt.  



  Die Herstellung guter weisser Emaille er  fordert stets eine Vor-, sowie     Nachtrübung,     während man sich für die     Herstellung    far  biger Emaillen bei sehr guter     Vortrübung     mit. dieser begnügen kann.  



  Im Gegensatz zur Nachtrübung, die not  wendigerweise mit zum Teil teuren Trü  bungsmitteln, wie Zinnoxyd und dergleichen  bewirkt wird, besteht für die     Vortrübung    die    Möglichkeit, die billigsten Trübungsstoffe,  wie zum Beispiel die in zahlreichen Roh  materialien enthaltene Tonerde heranzu  ziehen. Es leuchtet ein, dass eine gute Vor  trübung von ausserordentlicher Wichtigkeit.  ist, da sie eine schwächere Nachtrübung mit  den meist teuren Trübungsmitteln gestattet,  das heisst also zu einer Verbilligung des fer  tigen .emaillierten Stückes führt.

   Aber auch  dann, wenn man diesen Gesichtspunkt ausser  Acht lässt, ist eine gute     Vortrübung    von  grösster Bedeutung, da bei guter     Vortrübung     -die Gesamttrübung es fertigen .Stückes na  turgemäss erheblich besser ist als bei  schwacher     Vortrübung.    Sodann macht eine  gute     Vortrübung    für farbige Glasuren die  Nachtrübung überhaupt     überflüssig.     



  Leider sind nun aber der     Vortrübung        ge-          wisse    Schranken gesetzt, insofern, als bei zu  starker Zugabe der     Vortrübung    erzeugenden       bekannten    Stoffe Mängel in der Glasur auf  treten, die die Glasur unbrauchbar machen.  So ist es zum Beispiel bekannt,     dass    zuviel      Tonerde ein Blindwerden der Glasur zur  Folge hat.  



  Man hat auch schon     Zirkonoxyd    und     Zir-          konmineral    zur     Vortrübung    mit heran  gezogen. Die Nachteile des     Mitschmelzens     von     Zirkonoxyd    sind,     dass.    die damit er  schmolzene Emaille schlecht     auftragbar    ist  und zur     Haarrissbildung    neigt. Sodann hat  es eine Erhöhung des Schmelzpunktes der  Glasur zur Folge.  



       Ein,        weiterer        Nachteil    von     Zirkonoxyd-          emaillen    ist,     dass    sie im Glanz ungenügend  sind, welcher Mangel nach einem bekannten  Vorschlage durch Natron- oder Borsäure  zuschlag ausgeglichen werden soll.

   Bei Ver  wendung des     Zirkonminerals    kommt zu diesen  Nachteilen noch     hinzu,        dass        Zirkonmineral    al  lerhand     Verunreinigungen,    wie zum Beispiel       Titanoxyd,    Eisenoxyd, Eisenoxyd und Phos  phorsäure, enthält, die ebenfalls schädlich  wirken, indem sie insbesondere die Weiss  färbung beeinträchtigen und den Glanz noch  weiter vermindern. Die     Verwendung    roher       Zirkonerde    als Schmelzversatz wurde daher  bisher stets     abgelehnt.     



  Durch das ungünstige Verhalten dieser  wichtigen     Trübungsstoffe    war man einer       ausserordentlich    günstigen Möglichkeit zu  starker     Vortrübung    beraubt.  



  Es wurde nun gefunden, dass das un  günstige Verhalten von     Zirkontrübungs-          mitteln    nicht mehr     bezw.    in erheblich ge  ringerem Ausmasse in Erscheinung tritt,  wenn man neben ihnen ausserdem Glas mit  schmilzt, :das man zweckmässig in Form von  Glasmehl in den Versatz einbringt.  



  Besonders geeignet haben sich weiche'       Glassorten    erwiesen, also Gläser mit hohem       Alkaligehalt    und geringem Gehalt an     Cal-          ziumverbindungen.    Der Versatz eines solchen  Glases wird zum Beispiel aus 100 Sand, 10  Kalk, 10     Pottasche,    21 Soda, 1 Salpeter ge  bildet. Weiches Glas ist auch Milchglas,  durch welches gleichzeitig noch weitere       Trübungsbestandteile    in die Glasur kommen.  Günstig ist auch,     wenn,die    Gläser einen ge  wissen Gehalt an Borsäure haben.

      In Ausführung des Verfahrens kann man  rohe,     unaufbereitete,        bezw.    ungenügend auf  bereitete     Zirkonerde    verwenden. Um nach  teilige Farbeffekte     auszuschliessen,    ist es  zweckmässig,     Zirkonerde    mit möglichst ge  ringem Gehalt an Eisen zu verwenden, zum  Beispiel eine     Zirkonerde,    die bei der Auf  bereitung weitgehend von Eisen befreit  wurde.  



  Die gemeinsame Verwendung von Glas  und     Zirkantrübungsstoffen    hat nicht allein  die Wirkung, das bekannte ungünstige Ver  halten der letzteren zu beseitigen., sondern  gestattet darüber hinaus auch, die Menge der  billigen, zum Beispiel Tonerde enthaltenden       Vortrübungsmittel,    über das bisher für zu  lässig erachtete Mass hinaus zu erhöhen, ohne  dass, eine Glanzverminderung :dadurch ein  tritt.  



  Der Glasanteil im Versatz wird zweck  mässig nicht über 15 %, der Anteil :des     Zir-          konoxydes        bezw.    der     Zirkonerde    zweck  mässig nicht über 10 % gewählt.     Günstige     Wirkungen wurden erzielt mit zirka 5  Glas und 3 %     Zirkonoxyd        und/oder        Zirkon-          erde.     



  Die Verwendung von Glas in Email  glasuren ist an sich bekannt. Seine     Anwen-          .dung    erfolgte bisher jedoch im wesentlichen  nur zu dem Zwecke, die Schmelzversätze zu  strecken. Es ist in einem Fall auch vor  geschlagen worden, Glas zum Zwecke der  Verbilligung der Glasur als.

   Ersatzstoff für  Borax an dessen Stelle oder neben Borax zu  verwenden.     Dass    Glas im Sinne der Erfin  dung ein wertvolles Hilfsmittel für die Vor  trübung insofern sein kann, als es in gemein  samer Anwendung mit     Zirkonoxyd    oder     Zir-          konerde    deren nachteilige Eigenschaften auf  hebt und. :darüber hinaus gestattet, ausserdem  noch andere Trübungsstoffe ohne die üb  lichen nachteiligen Wirkungen in     erhöhtem     Masse in die Glasur einzuführen, lässt sich  aus den     bekannten    Vorschlägen nicht ent  nehmen. Wollte man bisher mit Glas zu  gleich Trübungseffekte erzielen, so glaubte  man :dies lediglich :durch Zugabe von Milch  glas zu können.

   Man machte sich     jedoch         dabei nicht die Eigenschaften des Glases  selbst zunutze, sondern wollte mit Hilfe der  im Milchglas enthaltenen, trübenden Be  standteile lediglich zu einer     Ersparnis    an an  dern Trübungsstoffen kommen.  



  Die erfindungsgemäss besondere Wir  kung des Glases dürfte sich daraus er  klären,     da.ss    die Schmelzdauer einer Gla  sur zu kurz ist, um eine     restlose    Verbin  dung der einzelnen Versatzanteile zu er  möglichen, so dass die spezifischen Eigen  schaften der Versatzanteile zum grossen Teile.  beim Erschmelzen der Glasur erhalten blei  ben und später für sich zur Wirkung kom  men. Auch das Glas als Versatzanteil be  hauptet seine ihm eigentümlichen Eigen  schaften in erheblichem Masse und bringt  dadurch Wirkungen hervor, die von denen  seiner Einzelkomponenten verschieden sind  und sich gerade gegenüber     Zirkontrübungs-          stoffen    in Glasuren überraschend äussern.  



  In Verfolg der geschilderten Überlegun  gen wurde weiterhin festgestellt, dass die  günstigen Wirkungen bei Nebeneinander  verwendung von     Zirkonoxyd        bezw,        Zirkon-          erde    und Glas im Schmelzversatz noch wei  ter erhöht wird, wenn man an Stelle oder  neben Borax rohen, zweckmässig gereinigten       Borkalk    oder     Boracit    anwendet. Man kann  dann dem Versatz einen höchstmöglichen Ge  halt an Trübungsstoffen, wie zum Beispiel       Kryolith,    Tonerde,     Antimonoxyd        etc.,    geben,  ohne dass die sonst aus diesen Zugaben re  sultierenden nachteiligen Wirkungen sich  zeigen.

   Der Anteil an     Borkalk        bezw.        Boracit     im Schmelzversatz kann bis zu     25'/o    be  tragen.     Borkalk    ist ein     Bornatronkalcit.       (Ca     B407        -I-    Na     B0#,        -I-    18     H20),       während     Boracit    eine Doppelverbindung des  Magnesiums mit Bor und Chlor    (2     MgaZ'0ic        -I-        MgCl2)       ist und zum Beispiel folgende Zusammen  setzung hat:

   13,72     Si02,    190 Eisenoxyd, 0,9  Kalk, 2,4 Magnesia, 20;83 Natron, 0,1  Schwefelsäure, 0,74 Kohlensäure, 45,15 Bor-    säure. Spuren Chlor, 14,23 Wasser (in Ge  wichtsteilen).  



  Borax durch     Borkalk    zu ersetzen, ist  schon vorgeschlagen worden. Das angestrebte  Ziel war stets, durch Ersatz des     teureren     Borax zu einer Verbilligung der Glasur zu  kommen. Trotz der zu erwartenden Verbil  ligung hat sich     Borkalk    als Emaillerohstoff  mit Rücksicht auf seine     Verunreinigungen     wie Chloride und Sulfate und wegen seines  Kalkgehaltes, deren nachteilige Folgen ge  fürchtet werden, nicht durchsetzen können.  Auch der bekannte Vorschlag, den Kalk  gehalt des     Borkalkes    durch Verwendung  kalkfreier     Fluoride    zu kompensieren, hat  daran nichts geändert.

   Man kann in Ausfüh  rung des vorliegenden Verfahrens     Borkalk          bezw.        Boracit    in Verbindung mit     Zirkon-          trübungsmitteln    (gegebenenfalls neben an  dern Trübungsmitteln) und Glas     verwenden.     Aus dieser Kombination ergeben sich nicht  zu erwartende Wirkungen, die einmal darin  liegen, dass die nachteiligen Eigenschaften  des     Borkalkes        bezw.        Boracit    selbst kompen  siert werden, zum andern darin, dass diese  Stoffe mithelfen, andern Fehlerscheinungen,  wie sie bei Häufung von Trübungsstoffen  in der Glasur auftreten, entgegenzuwirken.  



  Weiterhin verbessert wird die Wirkung  noch, wenn man die Trübungsstoffe in Mi  schung miteinander vorglüht und dann als       Glühprodukt    dem Schmelzversatz zugibt. So.  kann man zum Beispiel     Zirkonerde    mit Ton  und     Antimonoxyd    oder andere Zusammen  stellungen der Trübungsstoffe verglühen  und dann     mitschmelzen.    Zweckmässig ist  es, an der     Vorglühung    Salpeter gegebenen  falls neben Soda teilnehmen zu lassen.

   Bei  spiele von     Trübungsstoffmischungen    zum  Verglühen sind folgende (die Zahlen bezeich  nen Gewichtsteile)    <B>1</B>. 140     Zirkonerde,    40     Antimonoxyd,    6  Salpeter,     1'0    Soda, 1,8 Ton.    2. 70     Zirkonerde,    30 Ton.    3. 40     Zirkonerde,    40' Antimonoxyd, 6 Sal  peter, 10 Soda.      Das Einhalten einer bestimmten     Glüh-          temperatur    ist nicht erforderlich. Das Glühen  kann bei     Temperaturen    zwischen 700 und       1300,    erfolgen.  



  Die angegebenen     Trübungsstoffmischun-          gen    als solche sind nicht neu. Das Wesent  liche und Neue liegt auch hier in ihrer An  wendung zusammen mit Glas.  



  Ein Beispiel eines zur Ausführung des  Verfahrens geeigneten Schmelzversatzes ist  folgendes: Feldspat     4,5,    Borax 24, Quarz 25,  Soda 8, Salpeter 1,     Kryolith    20, Glas 3,     Zir-          konerde    3.  



       An.    Stelle .der     Zirkonerde    kann eines der  vorerwähnten Glühprodukte verwendet wer  den, wodurch die Wirkung noch     verbessert     wird.  



  An Stelle von "Borax 24, Quarz     2.5"    kann  in dem Versatz auch verwendet werden: Bor  mineral 18 und Quarz 2.3.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Herstellung von bereits in der Schmelze mittelst zirkonhaltiger Stoffe getrübten Deckemaillen, insbesondere weissen Deckemaillen, dadurch gekennzeichnet, dass Schmelzversätze verwendet werden, die einen Zirkontrübungsstoff und Glas enthalten. UNTERANSPRüCHE.: 1. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass als Zirkontrübungs- stoff Zirkonoxyd verwendet wird. 2.
    Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass als Zirkontrübungs- stoff rohe Zirkonerde verwendet wird. 3. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass man eine Zirkonerde verwendet, die vorher aufbereitet und weitgehend von Eisen befreit wurde. 4. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass man das Glas in Form von Glasmehl verwendet. 5. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass man ein Glas von hohem Alkali- und geringem Gehalt an Calziumverbindungen verwendet. 6.
    Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass den Versätzen Zir- konoxyd bis zu<B>10%</B> und Glas bis zu <B>15%</B> beigegeben werden. 7. Verfahren nach Unteranspruch 6, da durch gekennzeichnet, dass den Versätzen zirka 3 % Zirkonoxyd und zirka 5 % Glas beigegeben werden. B. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass den Versätzen Zir- konerde in Mengen bis zu<B>10%</B> und Glas bis zu 15 % beigegeben werden. 9. Verfahren nach Unteranspruch & , da durch gekennzeichnet, dass den Versätzen zirka 3 % Zirkonerde und zirka 5 % Glas beigegeben werden. 10.
    Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass im Schmelzversatz Bormineralien verwendet werden. 11. Verfahren nach Unteranspruch 10, da durch gekennzeichnet, dass gereinigte Bormineralien verwendet werden. 12. Verfahren nach Unteranspruch 10, da durch gekennzeichnet, dass Borax und Borkalk nebeneinander verwendet wer den. 13. Verfahren nach Unteranspruch 10, da durch gekennzeichnet, dass Borax und Boraxit nebeneinander verwendet wer den. 14. Verfahren nach Unteranspruch 10, da durch gekennzeichnet, dass die Bormine- ralien in Mengen bis zu 25% verwendet werden. 15.
    Verfahren nach Unteranspruch 10, da durch gekennzeichnet, dass als Bormine- ral nur Borkalk verwendet wird. 16. Verfahren nach Unteranspruch 10, da durch gekennzeichnet, dass als Bormine- ral nur Boracit verwendet wird. 17. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass ausserdem noch wei tere Trübungsstoffe beigemischt werden. 18. Verfahren nach Unteranspruch 16, da ,durch gekennzeichnet, dass als weiterer Trübungsstoff Tonerde zugesetzt wird. 19. Verfahren nach Unteranspruch 16, da durch gekennzeichnet, dass als weiterer Trübungsstoff Antimonoxyd zugesetzt wird.
    20. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass man ein Trübungs mittel verwendet, das durch Glühen einer Mischung eines Zirkontrübungs- stoffes mit andern Trübungsstoffen her gestellt wurde. 21. Verfahren nach Unteranspruch 19, da durch gekennzeichnet, dass man ein Trübungsmittel verwendet, das durch Glühen einer Mischung eines Zirkon- trübungsstoffes mit andern Trübungs stoffen in Gegenwart eines Oxydations mittels hergestellt wurde.
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