Verfahren und Einrichtung zum Zusammenführen von Tiefdruck- oder Offsetbeilagen mit Zeitungen oder Zeitschriften. Bekanntlich können Tiefdruck- und Off setmaschinen nicht mit der gleichen Ge schwindigkeit arbeiten, wie Hochdruckma schinen. Beim Zusammenführen von Tief druck- oder Offsetbeilagen mit Zeitungen oder Zeitschriften muss daher die Hochdruck maschine auf die Drehzahl der Tiefdruckma schine gebracht werden, beispielsweise auf 8000 Zylinderumdrehungen in der Stunde, was einen erheblichen Leistungsverlust be deutet.
Es ist im folgenden immer nur von Tief druckbeilagen und von Tiefdruckbahnen die Rede, doch können an deren Stelle auch Off setbeilagen treten.
Unter der einfachen Breite einer Zeitung ist im folgenden immer die Breite des Pa piers zu verstehen, wenn man die Zeitung aufgeschlagen vor sich hat. Dementsprechend ist auch unter der Breite des Papierstranges immer die Breite des ungefalzten Stranges zu verstehen, nicht die Breite des längsge falzten Stranges.
Durch vorliegende Erfindung wird er möglicht, auch bei rasehlaufenden Hoch druckmaschinen Tiefdruck- oder Offsetbei- lagen zuzuführen, ohne die Leistung herab mindern zu müssen.
Zu diesem Zweck wird bei dem Verfah ren nach der Erfindung nicht eine Tiefdruck papierbahn mit einer Hochdruckpapierbahn zusammengeführt, die die gleiche Geschwin digkeit besitzt, wie die Tiefdruckbahn, son dern es werden die quergeschnittenen Exem plare zweier oder mehrerer Tiefdruckbahnen von der Breite der Beilage mit einer Hoch druckbahn vereinigt, die die doppelte oder mehrfache Geschwindigkeit der Tiefdruck bahnen besitzt, und zwar mit Hilfe eines Vereinigungszylinders und zweier oder meh- rerer Zuführzylinder, die mit dem Vereini- gungszylinder in solcher Weise zusammen- arbeiten,
dass die geschnittenen Exemplare der ersten Tiefdruckbahn jeweils mit einem Hochdruckexemplar vereinigt werden, die der zweiten Tiefdruckbahn mit dem nächst folgenden Hochdruckexemplar usw. Man kann dieses Verfahren zweckmässig in der Weise ausführen, dass man eine Tiefdruck papierbahn auf einem Tiefdruckzylinder von der zwei- oder mehrfachen Breite der Tief druck- oder Offsetbeilage bedruckt und durch Längsschnitt in mehrere Papierstränge von der Breite der Beilage zerlegt, worauf die quergeschnittenen Exemplare dieser einzel nen Stränge in der oben beschriebenen Weise mit einer Hochdruckbahn vereinigt werden,
die die zweifache oder mehrfache Geschwin digkeit der Tiefdruckbahn besitzt.
Die zur Ausübung dieses Verfahrens dienliche Einrichtung besitzt einen Vereini gungszylinder, der wenigstens :doppelt so gross ist, wie der Plattenzylinder der Hoch druckmaschine; mit diesem Vereinigungs zylinder arbeitet eine entsprechende Zahl von Zuführzylindern zusammen.
Die Zeichnung zeigt zwei Ausführungs beispiele der Einrichtung. Das zweite dieser beiden Ausführungsbeispiele ist in gestrichel ten Linien angedeutet.
Bei beiden Ausführungsbeispielen wird hinter dem Trichter einer einfach oder dop peltbreiten Hochdruckmaschine, von der der auf ihr bedruckte und längs gefalzte endlose Papierstrang kommt, ein Messerzylinder 1 und ein Zylinder 2 angeordnet, der als Nu tenzylinder für den Schneidzylinder 1, zu gleich aber auch als Vereinigungszylindler dient.
Der Papierstrang wird hierbei in be kannter Art durch die beiden Schneidzylin- der 1 und 2 quergeschnitten. Der Zylinder 2 besitzt einen doppelt so grossen Durchmes ser wie der Plattenzylinder der Hochdruck maschine, damit man an seinem Umfang die Züführzylinder zum Zuführen der Tiefdruck beilagen anordnen kann. Der Plattenzylinder der Hochdruckmaschine ist auf der Zeich- nung nicht dargestellt, da er nicht zu der Erfindung gehört.
Bei dem ersten Ausführungsbeispiel, bei dem der Papierstrang mit strichpunktierten Linien dargestellt ist, besitzt der Beilage- strang, der über den nicht dargestellten Formzylinder der Tiefdruckmaschine und über den Trichter 3 läuft, die einfache Breite des Hochdruckstranges. Der Tiefdruckform zylinder besitzt dementsprechend gleichfalls nur die einfache Breite des Hochdruckstranges oder, wenn man mit doppeltbreitemTiefdruck- zylinder arbeitet, wird nur dessen halbe Breite ausgenutzt.
Zum Längsschneiden dieses ein fachbreiten Tiefdruckstranges wird auf der Mitte des Falztrichters 3 des Tiefdruckwerkes ein rotierendes Schneidmesser 20 angeordnet, dem als Gegenwalze die Trichterwalze 21 dient. Die Tiefdruckbahn wird hierdurch in die beiden Beilagestränge 4 und 11 zerschnit ten. Zum Querschneiden des einen dieser beiden Stränge sind nun hinter dem Falz trichter 8 die beiden Schneidzylinder 5 und 6 angeordnet und zum Zusammenführen der Bahn 4 mit dem Vereinigungszylinder 2 die beiden Züführzylinder 7 und B.
Ebenso sind in Richtung der zweiten Bei lagebahn 11 hinter dem Falztrichter die bei-, den Schneidzylinder 12 und 13 angeordnet und zum Zuführen dieser geschnittenen Exemplare zum Zylinder 2 die Zuführzylin- der 9 und 10. Anschliessend an den Zylin der 2 sind zwei Falzzylinderpaäre 14, 15 und 16, 17 angeordnet.
Es wird demgemäss der Strang 4 durch die Schneidzylinder 5 und 6 geführt und von diesen auf den halben Formzylinderumfang der Tiefdruckmaschine quergeschnitten. Er wird dann durch die Zuführzylinder 7 und 8, von denen der Zylinder 8 an dem Verei nigungszylinder 2 anliegt, diesem Zylinder zugeführt und jeweils mit einem Hochdruck exemplar vereinigt.
Da die Tiefdruckma schine und der Tiefdruckstrang 4 die halbe Geschwindigkeit der Hochdruckmaschine und des Hochdruckstranges besitzen, so wird_ auf diese Weise jeweils das erste, dritte, fünfte usw. Elochdruckexemplar mit einem Tiefdruckexemplar vereinigt, während das zweite, vierte, sechste usw. Hochdruckexem plar leer an dem Zuführzylinder 8 vorüber geht. Diese Hochdruckexemplare erhalten ihre Tiefdruckbeilage durch die Zuführzylin- der 9 und 10, die die von der Tiefdruckbahn 11 kommenden, auf den Schneidzylindern 12 und 13 quer geschnittenen Beilageexemplare den Hochdruckexemplaren zuführen.
Die Länge des Weges der Papierbahn 11 von der Stelle 22, an der sich die beiden Papierbah nen 4 und 11 trennen, bis zum Zylinder ?, muss daher so gewählt sein, dass die von die ser Bahn kommenden Bogen immer an dem Zylinder eintreffen, wenn das zweite, vierte, sechste usw. Hochdruckexemplar an dem Zz- führzylinder 10 anlangt.
Die von der Tiefdruckbahn 4 kommenden Exemplare legen sich dementsprechend auf die Segmente<I>I'</I> und<I>I"</I> des Vereinigungs zylinders 2, die von der Tiefdruckbahn 11 kommenden dagegen auf die Segmente II' und ZZ". Die auf diese Weise vereinigten Hoch- und Tiefdruckexemplare werden von den Zylindern 14 und 15 in bekannter Weise gefalzt und dem Bogenausgang zugeführt.
Bei dem geschilderten Ausführungsbeispiel erhält man Beilageexemplare von der halben Breite des Zeitungsexemplares. Will man Beilageexemplare von der ganzen Breite des Zeitungsexemplares erhalten - es ist, wie schon erwähnt, unter der Breite immer die Breite des aufgeschlagenen, nicht des gefalzten Exemplares zu verstehen - so wird man zweckmässig die mit gestrichelten Linien angedeutete Ausführungsform ver, wenden.
Der Tiefdruckformzylinder erhält in diesem Falle die doppelte Breite des Tief druckexemplares; die doppelt breite Tief druckbahn wird auf der Mitte des Tiefdruck werkes längs geschnitten. Zur Ausführung des Schnittes ist, wie die Zeichnung zeigt, ein rotierendes Schneidmesser 23 angeordnet, dem als Gegenwalze die Trichterwadze 21 dient, die in diesem Falle über beide Falz trichter 3 und 18 hinwegläuft. Das Schneid- messer 23 ist in diesem Falle in der Mitte zwischen beiden Falztrichtern angeordnet.
Die auf dem Trichter 3 längs gefalzte Papierbahn folgt dann dem Zug der Papier bahn 4, die in strichpunktierten Linien dar gestellt ist. Die auf dem Trichter 18 längs gefalzte Papierbahn folgt zunächst dem ge strichelten Zuge 11', dann dem gleichfalls in strichpunktierten Linien dargestellten Li nienzug 11. Die beiden Papierbahnen werden dann in der gleichen Weise mit den Hoch druckerzeugnissen zusammengeführt, wie bei dem vorigen Ausführungsbeispiel; nur erhält man, wie schon erwähnt, in diesem Falle Bei lagen, die die gleiche Breite besitzen wie das Zeitungsexemplar.
Bei beiden Ausführungsbeispielen kön nen .die beiden Hälften des Tiefdruckform zylinders die gleiche Ätzung tragen. Sämt liche Hochdruckexemplare erhalten in die sem Fadle die gleiche Tiefdruckbeilage. Es können aber auch die beiden Hälften des Tiefdruckformzylinders verschiedene Ätzun gen erhalten und es erhalten dann immer die Hochdruckexemplare 1, 3, 5 usw. eine andere Tiefdruckbeilage als die Hochdruckexemplare 2, 4, 6, 8 usw. In diesem Falle ist noch ein weiteres Falzzylinderpaar 16, 17 und ein weiterer Bogenausgang notwendig; es werden dann durch den Bogenausgang 14, 15 die Exemplare mit der einen, durch den Bogen ausgang 16, 17 die mit der andern Tief druckbeilage ausgelegt.
Auch kann für den Hochdruckteil eihn Sammelzylinder 19 vorgesehen werden, auf dem in bekannter Weise immer mehrere Exemplare übereinander gelegt werden, so dass dann an Stelle der einzelnen Druck exemplare gesammelte Exemplare treten. In gleicher Weise können die Zuführzylinder 7 und 8 bezw. 8 und 10 für das Sammeln der Tiefdruckbeilagen eingerichtet werden. Hier durch lassen sich die Produktionsmöglichkei ten entsprechend erweitern.