CH153807A - Verfahren zur Herstellung von Backwaren aus gesäuertem Teig. - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von Backwaren aus gesäuertem Teig.Info
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Description
Verfahren zur Herstellung -von Backwaren aus gesäuertem Teig. Von den in der Bäckerei zur Anwendung gelangenden Verfahren zur Herstellung von Baekwaren aus gesäuertem Teig unter Ver wendung von Hefen als Triebmittel ist das früher allgemein übliche und auch jetzt noch vielfach benutzte Verfahren zur Her stellung van gesäuertem Ro#ggenbrot das. b#e- kannteste;
bei diesem ist die Sluerung des Teiges nicht nur für die Geschmacksbildung von Bedeutung, sondern auch für die Herstel lung eines backfähigen Teiges aus den Rog- genmehlen,,deren Eiweissstoffe im Gegensatz zu denen der Weizenmehle an sieh nicht zur Kleberbildung befähigt sind. In verhältnis mässig umständlicher Teigführung wird bei diesem Verfahren unter Verwendung von Sauerteig als Triebmittel, das Säurebaäterien und Hefen enthält, die Säuerung des Teiges und die Hefeentwicklung erreicht.
Die Bak terien und Hefen des Sauerteiges und die in den Teigbestandteilen, insbesondere im Mehl, vorhandenen Bakterien liefern hierbei jedoch nicht nur angenehm schmeckende Säuren und Stoffwechselprodukte, sondern können in Form von Nebengärungen auch scharf und unangenehm schmeckende Ausscheidungs stoffe bilden, wobei Unterschiede in den Bestandteilen des Teiges, der Temperatur und den sonstigen Arbeitsbedingungen mit- el wirk-en. So-wohl bei diesem Verfahren zur Her stellung von gesäuertem Roggenbrot,
als auch bei jedem andern Verfahren zur Herstellung von Backwaren aus gesäuertem Teig, dem Sauerteig oder als Ersatz derselben Kulturen der Gärerreger des Sauerteigs oder in irgend ,einer andern Form Säurebakterien und H,-- fen zugesetzt sind, findet von Anfang an die Erzeugung des Säuerungsmittels und die Sä,uerung des Teiges gleichzeitig und neben einander mit der Hefeentwicklung und Hefe gärung statt; infolge der erheblichen Zeit dauer der GIkführung entstehen hierbei Sub stanzverluste, die bei der Herstellung von gesäuertem Brot<B>5</B> bis<B>7%</B> des verwendeten Mehls betragen können.
Nach dem Verfahren gemäss der Erfin dung erfolgt die Erzeugung des Säuerungs- mittels und die Säuerung des Teiges iii einem gegenüber der HefegKrung und Teig- lockerung getrennt-en Verfahren. Dies ge- schiebt so,dass durch Gärung mittelst Säure bakterien ein gesäuerter Teig hergestellt, die ser nach Beendigung der Säuregärung durch Hefegärung gelockert und darauf weiter Yer- arbeitet wird.
Bei der Säuerung können die Zusammensetzung des Nährmediums, das aus einem verhältnismässig weiellen Teig oder aus einer Nährflüssigkeit bestehen kann, die Gär temperatur und auch die sonstigen Arbeits bedingungen den günstigen Entwicklungs bedingungen der Säurebakterien und dem er strebten Geschmack angepasst werden;
die Sauerflüssigkeit oder auch der durch Säure gärung erhaltene Teig, die beide als Säue- rungsmittel bezeichnet werden können, wer den zum Anwirken des Teiges unter Zusatz der geeigneten Hefe verwendet und unter günstigen Gärbedingungen durch di- ese ge- lockert.
Die Trennung der Säuregärung und der Helegärung kann auch in der Weise durch geführt werden, dass in einem Teile des Tei- ges oder der nährstoffhaltigen Teigflüssig- keit die Säuregärung und in einem andern Teile des Teiges die Hefeentwieklung statt findet, wobei die Säuregärung so weit fort gesetzt wird, dass der aus den beiden Teilen hergestellte Mischteig den gewünschten Säuregra,d besitzt. Nach Mischung beider Teile wird der normalfeste Teig gelockert.
Zweckmässig werden jedoch die Säure gärung und die HefegKrung in der Weise voneinander getrennt, dass zunächst eine Nälirflüssigkeit, zum Beispiel aus einem Ge misch. von Mehl, dem Leguminosenmehl zu gesetzt sein kann und eine Flüssigkeit, wie Wasser, Milch, insbesondere Magermilch, Maischen, Würzen oder ein Gemisch dieser..
zur Säuerung angesetzt wird und dass die er haltene Sauerflüssigkelt unmittelbar oder nach vorheriger Sterilisierung zur Herstel lung eines Hefeteiges verwendet wird, der unter günstigen Gärbedingungen gelockert und daun verbazken wird.
Benutzt man als Ausgangsstoff für die Herstellung des Säuerungsmittels ein flüs siges Gemisch von Mehl mit Milch, insbe sondere Magermilch, so kann man dieses un ter Zusatz von diaetasehaltigen Malzproduk ten mit Milchsäurebakterien vergären und dieerhaltene Maische oder die durch Filtra.- tion derselben erhaltene Würze unmittelbar oder nach vorhergehender Sierilisation zu-, Herstellung des gesämerten 11,efeteiges be nutzen.
Im allgemeinen lässt man die Säuregärung bei Temperaturen zwischen 25 und 40' 'er folgen unter Verwendung spezifischer rein- gezüe,hteter Sauerteigbakterien; es entsteht eine aromatische Sauerflüssigkeit. Bei Ver wendung besonders wärmehestindiger Bak terien kann die Säuregärung auch, bei höherer Temperatur bis zu<B>50 '</B> stattfinden. Bei der Herstellung der Sauerflüssigkeit ist es nicht erforderlich, die Anwesenheit von Hefen vo#ll- ständig auszuschliessen. Es genügt, dass die Säuerung erfolgt unter Gärbedingungen.
durch welche die Entwicklung der Säure bakterien begünstigt, wird; unter dieser Vor aussetzung könnte man der Nährflüssigl,-eit Hefen oder Hefeautolysat zufügen. Dabei kann im Verlaufe der Säuregärung die ent standene überschüssige Säure durch kohlen sauren Kalk oder durch ein anderes, Säure bindendes Mittel abgestumpft werden.
Das Kalksalz der bei der Gärung entstellenden Milchsäure ersetzt bis zu einem gewissen Grade die Säure und kann, wenn erforder- lieli, in der Sauerflüssigkeit wieder frei- gema.cht werden durch na.chträglichen Zu satz einer andern geeigneten Säure, zum Bei spiel Phosphorsäure. Man erhält auf diese Weise eine stark konzentrierte Sauerflüssio,- keit, aus der die entstandenen Kalksalze ent weder ganz oder teilweise entfernt werden können.
Es kann auch aus der durch Säuregärung einer Nährflüssigkeit erhaltenen Sauer flüssigkeit durch Zusatz<B>von</B> Mehlen, ins- besondere von quellstärkereichen, das heisst aufgeschlossenen Nehlen, und durch -nach folgendes Trocknen und Mahlen dieser Ivii- schung ein pulverförmiges Säuerungsmittel hergestellt werden, das einen bestimmten Sä,
uregra#d besitzt und in der für den trE#- wünschten Säuregrad des Teiges erforder- liehen Menge bei Anwirkung des Hefeteiges zugesetzt wird. Durch Bereitstellung dieses pulverförmigen Säuerungsmittels wird im Bä,ek,ereib'etriebe die Durchführung des Ver fahrens gemäss der Erfindung erheblich ver einfacht.
Um nachteilige Näbengärungen, die durch wilde, besonders- in den Mehlen vorhandene Säurebakterien entstehen -können, bei der Her stellung der Sauerflüssigkeit aus Gemischen von Mehl und Milch, insbesondere Mager milch, oder Wasser auszuschliessen, kann man so verfahren, dass man mit der Gärtemperatur wechselt, zum Beispiel zunächst bei etwa<B>32</B> bis<B>35 ' C</B> eine Vorsäuerung vornimmt, bei welcher die wilden und weniger geeigneten Säurebakterien unterdrückt worden, und dann die Gärtemperatur auf 24 bis<B>2;8' C</B> bis zum Schluss der SäuregIrung erniedrigt.
Wie aus den vorstehenden Angaben er sichtlich, findet die eigentliche HefegKrung immer erst am Schluss der Teigbereitung statt. Die Materia.1verluste, die bei der Her stellung von Backwaren aus gesäuertem Teig ohne Trennung der Sämerung und der Hefe gärung unvermeidbar sind, können nach dem Verfahren gemäss der Erfindung so weit als möglich vermieden -werden.
<I>Beispiel:</I> Es wird ein Roggenmehl-Troekensauer hergestellt in folgender Weise: Eine mit Malz hergestellte Nährflüssig keit wird mit Milchsäurebakterien geimpft, bei günstigen Säuerungstemperaturen stehen gelassen, die gebildete Säure abgestumpft und die Säure durch Zusatz einer geeigneten Säure, zum Beispiel Phosphorsäure, frei gemacht. Die Flüssigkeit wird dann unter Zusatz von aufgeschloseenem Roggenmehl zur Trocknung gebracht und der Säuregehalt der Trockenzubereitung durch Mischen mit trockenem Mehl auf 12 % Säure (berechnct auf Milchsäure) eingestellt.
2<B>kg</B> des so hergestellten Roggenmehl- Trockensauers werden mit 40<B>kg</B> Roggen- melil, <B>3,8 kg</B> Weizenmehl, 20 Liter Wasser von<B>918</B> bis<B>29 ' C,</B> 420 gr Salz,<B>300</B> gr Hefe zum Teig angewirkt. Man überlässt den Teig in einemwarmen Backraum etwa, GO Minuten der Teigruhe, stösst den Teig zusammen, teilt ihn ab in Stücke von etwa 11/4<B>kg,</B> formt die Stücke,
stellt die geformten Stücke für <B>50</B> Minuten in einem warmen Backraum zur Gaxe und schiebt dann in den Backofen dessen Temperatur<B>180</B> bis<B>190' C</B> beträgt. In- etwa 40 Minuten ist der Teig ausgebacken, die Brote werden dann aus dem Ofen o,e- nommen.
Claims (1)
- <B>PATENTANSPRUCH:</B> Verfahren zur Herstellung von Baek- waren aus gesäuertem Teig unter Verwen dung von Hefen als Triebmittel, dadurch ge-- kennzeichnet, dass' durch Gärung mittelst Säurebakterien ein gesäuerter Teig berge- stellt, dieser naell Beendigung der Säure gärung durch Hefegärung gelockert und darauf weiter verarbeitet wird.UNTERANSPRüCIIE: <B>1.</B> Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnct, dass in einem Teile eines Teiges die Säuregärung und in einem an dern Teile des Teiges die Hefeentwieklung ausgeführt wird und dabei die Saure- gärung in dem einen Teil des Teiges so lange aufrecht erhalten wird, dass der aus beiden Teilen hergestellte Mischteig den gewünschten Säuregrad besitzt,und dass dann die Mischung von gesäuertem Teig und Hefeteig unter günstigen Hefegär- bedingungen gelockert wird. 2. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet-, dass die Säuregärung -in einer Nährflüssigkeit durchgeführt, mit der so erhalten-en Sauerflüssigkeit ein Heieteig angewirkt, dieser unter günsti- t2 gen Gärbedingungen gelockert und dann verbacken wird.<B>3.</B> Verfahren nach Patentansprurh und Uu- teranspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass man die Sauerflüss#igkeit aus einem flüssigen Gemisch von Mehl, Milell und einem diasta-sehaltigen Malzprodukt durch Vergäreu von Milchsäureba.kierien her stellt. 4.Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass eine durch Säure- gä,rung einer Nährflüssigkeit erhaltenen Sauerflüssigkeit Mehl zugesetzt und das so erhaltene Gemisch durch nachfolgendes Trocknen und Mahlen in ein pulverförmi- P <B>0- s</B> Säuerungsmittel eingeführt und die- ses in einer für den gewünschten Säure grad des Teiges erforderlichen Menge .einem Hefeteig zugefügt -wird.<B>5.</B> Verfahren nach Patentanspruah und Un teransprüchen 2,<B>3</B> und 4, da-durch ge kennzeichnet, dass die Säurebakterien ent haltende Nährflüssigkeit zunächst bei etwa<B>32</B> bis<B>3 5 ' - C</B> zwecks Vorsäuerung und dann bei etwa 24 bis<B>28 ' C</B> bis zur Endsäuerung gehalten, dann zu Teig un ter Zusatz von Mehl und Hefe verarbeitet und darauf der Teig gelockert und ver- backen wird.
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