CH147129A - Verfahren zur Herstellung von Linoleum und nach diesem Verfahren hergestelltes Linoleum. - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Linoleum und nach diesem Verfahren hergestelltes Linoleum.

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CH147129A
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    • D06TREATMENT OF TEXTILES OR THE LIKE; LAUNDERING; FLEXIBLE MATERIALS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR
    • D06NWALL, FLOOR, OR LIKE COVERING MATERIALS, e.g. LINOLEUM, OILCLOTH, ARTIFICIAL LEATHER, ROOFING FELT, CONSISTING OF A FIBROUS WEB COATED WITH A LAYER OF MACROMOLECULAR MATERIAL; FLEXIBLE SHEET MATERIAL NOT OTHERWISE PROVIDED FOR
    • D06N1/00Linoleum, e.g. linoxyn, polymerised or oxidised resin

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Description


  Verfahren zur Herstellung von Linoleum und nach diesem Verfahren  hergestelltes Linoleum.    Linoleum ist ein bekannter Fabrikations  gegenstand, der aus einem oder mehreren  Füllstoffen besteht, die durch ein Binde- oder  Klebmittel zusammengehalten werden. Die  gebräuchlichen Füllstoffe sind gemahlener  Kork, Holzmehl, farbige Pigmente und  verschiedene mineralische Füllstoffe, wie       Schlemmkreide.    Gewöhnlich wird entweder  g     ema.hlener    Kork oder Holzmehl oder beides  zusammen mit etwas mineralischem Füllstoff  und Pigment benutzt. Das ursprünglich ent  wickelte und am meisten gebräuchliche  Bindemittel ist ein     Kitt,    der aus oxydiertem  Leinöl und Harz angefertigt ist. In der Tat  wurde der Name Linoleum von der Be  nutzung von Leinöl abgeleitet.

   In den der  letzten Zeit näherliegenden Jahren ist das  Leinöl teilweise oder völlig durch andere, wie  Maifisch- oder sonstiges Fischöl, ersetzt. Bei  der Zubereitung des Kittes oder Bindemittels  wird dem Öl eine oxydierende Behandlung  erteilt, und das Öl wird mit einem harzigen    Stoff, wie eigentlichem Harz,     Kaurigummi     usw. zusammengenommen. Das     Linoleum-          gemiseh    wird gewöhnlich auf eine Unterlage,  wie grobe Leinwand, Papier oder dergleichen       mit    Walzen aufgebracht. Indessen wird  manchmal das Linoleum dadurch     hergestellt,     dass das Gemisch ohne Unterlage in Blöcke  oder Ziegel gepresst wird.

   Diese Linoleum  blöcke oder     -ziegel    werden unter verschie  denen Handelsnamen, wie     Linotile,    verkauft  und von Hand unmittelbar auf den Boden  oder auf einen den Boden überdeckenden  Bezug oder auf eine Unterschicht verlegt.  Linoleum wird manchmal in Wandtäfelungen  und dergleichen gegossen. Daher umfasst die  Bezeichnung Linoleum nicht nur das auf eine  Unterlage, wie grobe Leinwand, gestrichene       Gemisch,    sondern auch das gegossene Ge  misch oder das ohne Unterlage in Formen  ausgebreitete Gemisch.  



  Bei der Herstellung des Linoleums wird  der Kitt oder das Bindemittel zubereitet und      zusammen mit dem Füllmittel gemahlen, um  das     Linoleumgemisch    zu bilden, das auf die  Unterlage gebracht wird.  



  Der gewöhnlich benutzte Kitt oder Binde  stoff ist von     Frederick    Walton, dem Erfin  der des Linoleums, entwickelt worden. Das  von Walton entwickelte, viele Jahre ge  bräuchliche Verfahren bestand darin,     däss     Leinöl mit einem     Sikkativ,    wie Bleiglätte,  zusammen gekocht wurde. Das auf diese  Weise zubereitete Öl wurde periodisch über  lange hängende Streifen aus Webstoff, wie  dünnem Zeug, laufen gelassen, auf welchem  sieh eine Ölschicht bildete. Diese Streifen  aus dünnem Zeug     wurden    in mässig beheizten  Schuppen aufgehängt. Jedesmal nach Ver  lauf von mehreren Stunden wurde eine neue       Ölmange    von oben herüber     die.    Streifen lau  fen gelassen.

   Die Ölschicht war der Luft  ausgesetzt und wurde allmählich oxydiert.  Nachdem auf den hängenden Streifen aus  dünnem Zeug eine hinreichende dicke Schicht  des oxydierten Öls hergestellt war, wurden  sie heruntergenommen und als Grundlage für  den     Linoleumkitt    benutzt. Dieser Stoff ist  dem Handel als     "scrim        oil"    oder     "shed        oil"     (Zeug- oder Schuppenöl) bekannt.

      Dieses     Schuppenöl,    welches bei Zimmer  temperatur eine     gelatinöse,        gummiartige     Konsistenz hat, wurde gemahlen und dann  in beheizten Mischkesseln mit Harz und       Kaurigummi    gemischt, um den     Linoleumkitt     zu erzengen, der später mit Füllstoffen ge  mischt wurde, um das     Linoleumgemisch    zu  bilden.  



  In den letzten Jahren ist dieses Verfah  ren dadurch abgeändert worden, dass zu  sammen mit dem     Zeugöl    sogenanntes "mecha  nisches Öl" benutzt wird. Bei der Herstel  lung des mechanischen Öls wird das rohe  Leinöl     zusammen    mit     Trocknungsmitteln,     wie     Bleiglätte    und Manganresinat, in einen  beheizten Kessel gebracht und unter     Durch-          blasung    von Luft umgerührt. Dann findet  die Oxydation des Öls statt. Die Behandlung       wird    so lange durchgeführt, bis das<B>01</B> so  gelatinös wird; dass das weitere Schlagen         schwierig    ist.

   Das Schuppenöl     wird    mit dem  mechanischen Öl und mit den Harzen ge  mischt, um den     Linoleumkitt    oder -Binde  stoff zu bilden.  



  Sowohl im Schuppenöl, als auch im  mechanischen Öl     bleibt    ein beträchtlicher An  teil von nicht oxydiertem Öl zurück. Beim       Schuppenölverfahren    erfolgt die Oxydation  durch die Einwirkung der Luft auf die  Oberfläche der dünnen Ölschicht, die über  das zuvor getrocknete, auf dem Zeug einen       Überzug    bildende Öl     herabrieselt.    Ungleich  mässige Oxydation durch die gesamte dünne  Schicht hindurch ergibt sich daraus, dass eine  gewisse Ölmenge abgefangen wird und     un-          oxydiert    bleibt.  



  Nach der     herrecLenden-        _.Nei.nung    besteht  Leinöl     aua    einem verwickelten Gemisch von  verschiedenen     Glyceriden    von gesättigten und  ungesättigten Fettsäuren, hauptsächlich von       Glyceriden    der ungesättigten Fettsäuren.  Diese     Glyceride    sind in verschiedenen Stufen  unvollständiger Sättigung vorhanden. Wahr  scheinlich ist bei der Herstellung von mecha  nischem Öl die Oxydation der in höherem  Grade     ungesättigten        Glyceride    von einer  Koagulation des oxydierten Produktes be  gleitet.

   Die Koagulation ist von der Oxyda  tion zu     unterscheiden.    Soweit der     Anmelderin          l:ekannt,    sind die genauen physikalischen  und chemischen Veränderungen, die die  Koagulation herbeiführen, noch nicht genau  aufgeklärt. Das Ergebnis ist indessen eine  Veränderung des physikalischen Zustandes  des oxydierten Öls aus einem flüssigen in  einen festen oder halbfesten, gehärteten oder  gelatinösen Zustand. Dies kann von einer  Aggregation oder einem     Zusammenfliessen     der Teilchen des oxydierten Öls herrühren.

    Es kann von einer     Polymerisation,    das heisst  einem Wachen der Molekülgrösse,     herrübren,     indem mehrere Moleküle des     oxydierten    Öls  zusammentreten, um ein grösseres Molekül zu  bilden, oder es kann sein, dass die Teilchen  oder Moleküle des oxydierten Öls     aizsein-          anderbrechen    und sich auf einen grösseren  Raum verteilen.

   Jedenfalls ist das Ergebnis  eine Verdickung oder Koagulation des Öls,      und diese Verdickung oder Koagulation  scheint, wie oben festgestellt, eine     Verände.          iung    im physikalischen Zustande der oxy  dierten Bestandteile des Öls zu sein, zum  Unterschied von der oxydierenden     Reaktion.     Der Ausdruck Koagulation ist daher im Zu  sammenhang der vorliegenden     Beschreibung     dazu bestimmt, in umfassender Weise eine  Veränderung des physikalischen Zustandes  des oxydierten Öls, nämlich den Übergang  aus einer flüssigen in eine verdickte Be  schaffenheit, zu bezeichnen, gleichviel, wel  ches die genaue Veränderung der Teilehen  oder Moleküle sein mag, die die Koagulation  oder Verdickung herbeiführt.  



  Offensichtlich werden diese     Glyceride    zu  erst oxydiert und dann, nach der Oxydation,  kommt irgend eine Zustandsänderung vor; die  in die Koagulation oder Verdickung des Öls  ausläuft. Bei der Herstellung von     mecha-          nischem,    Öl verdickt diese Koagulation der  leichter     oxydierbaren    Bestandteile des Öls  das Öl bis zu einem Grade, bei welchem es  nicht leicht umgerührt werden kann, und  zwar geschieht diese Verdickung, bevor die       ungesättigten    Bestandteile des Öls Gelegen  heit gehabt haben, sich zu oxydieren. In  folgedessen enthält das mechanische Öl eben  so wie das Schuppenöl einen beträchtlichen  Anteil von nicht oxydierten, ungesättigten  Bestandteilen des Öls.  



  Diese sogenannten oxydierten Öle, näm  lich     !Schuppenöl    und mechanisches Öl im  oben beschriebenen Sinn, sind in der Tat nur  teilweise oxydierte Öle. Sie scheinen aus  drei Bruchteilen zu bestehen:  1. dem nicht oxydierten Öl;  . den oxydierten Bestandteilen, die bei  gewöhnlichen Temperaturen noch flüssig  sind, und  3. dem sogenannten     Linoxyn,    das heisst  dem oxydierten Bestandteil, der in eine Form  koaguliert ist, die, wenn sie von der Flüssig  keit isoliert wird, bei gewöhnlichen Tempe  raturen fest ist, jedoch in den flüssigen Be  standteilen des Öls in Lösung oder     Auf-          schwemmung    vorhanden ist.

      De     Waele    in England hat ein Verfahren  zum Analysieren dieser oxydierten Öle ent  wickelt; seine Ergebnisse sind in der Zeit  schrift:     "Industrial        and    Engineering     Che-          mistry",    Januar<B>1917,</B> veröffentlicht. Gemäss  dem     Analysierverfahren    von de     Waele    wird  das Öl zuerst mit Petroleumäther aus  gezogen. Dann wird der Rückstand mit       Äthyläther    ausgezogen, wobei das nicht auf  gelöste     Linoxyn    zurückbleibt.

   Diese Analyse  lässt sich dahin interpretieren, dass die nicht  oxydierten Bestandteile des Öls in Petro  leumäther gelöst werden, während die oxy  dierten Bestandteile zurückbleiben, und     da.ss     die oxydierten, aber nicht koagulierten Be  standteile im     Äthyläther    lösbar sind und von  ihm entfernt werden, während das ungelöste       Linoxyn    aus den koagulierten, oxydierten  Bestandteilen des Öls besteht.  



  Bei der Anwendung des     Analysierverfah-          rens    von de     Waele    auf Schuppenöl zeigt sich,  dass ungefähr 16 bis 2,8 % mit Petroleumäther  und ungefähr 15 bis<B>30%</B> mit     Äthyläther     ausziehbar sind und ungefähr 44 bis 67 % als  unlöslicher Rückstand bleiben. Bei Anwen  dung des     Analysierverfahrens    von de W     aele     hat sich herausgestellt, dass die gewöhnlichen  mechanischen Öle ungefähr 25 bis 35 % von  solchem Stoff enthalten, der mit Petroleum  äther ausziehbar ist; ferner 25 bis 40% au  solchem Stoff, der mit     Äthyläther    auszieh  bar ist, und ungefähr 25 bis 40 % unlös  lichen Stoff.

   Der mit     Äthyläther    auszieh  bare Stoff umfasst die für gewöhnlich     flüs-          sigen    oxydierten Bestandteile des Öls. Dieser  Stoff dient dazu, dem Öl seine Binde- oder  Deckeigenschaften zu geben. Der unlösliche  Stoff, der gewöhnlich     Linoxyn    genannt wird,  dient dazu, dem Kitt Körper oder     Substanz     zu verleihen. Das ideale, im Kitt zu be  nutzende, oxydierte Öl soll geeignet aus  geglichene Anteile von mit     Äthyläther    aus  ziehbarem Stoff, jedoch kein     nichtoxydiertes     Öl enthalten.  



  Der mit Petroleumäther ausziehbare Stoff  besteht aus den nichtoxydierten Bestandteilen  des sogenannten oxydierten Öls, wie     Schup-          penöl    oder mechanischem Öl. Dieser Stoff      hat im Kitt keinen Bindewert. Ausserdem  soll dieser nichtoxydierte Stoff oxydiert wer  den, bevor das Linoleum vollständig fertig  gemacht und verkaufsbereit ist. Daher ist es  üblich gewesen, das Linoleum, nachdem das       Linoleumgemisch    auf die Unterlage auf  gestrichen oder aufgewalzt worden war, in  beheizten Öfen von mancherlei Art, oft meh  rere Wochen lang, in warmer Luft, gewöhn  lich von einer Temperatur von 60 bis 93<B>'C,</B>  aufzuhängen.  



  Die Reifung des Linoleums in den Öfen  bringt offensichtlich zwei Vorgänge zu Ende:  1. Die     Koagulation    einer genügenden  Menge von mit     Äthyläther    ausziehbarem  Stoff, das heisst von oxydierten Bestand  teilen des Öls, zu eigentlichem     Linoxyn,    -wo  durch das Gemisch erhärtet, und  2. Die Oxydation der noch nicht oxydier  ten Bestandteile des im Kitt befindlichen Öls  zusammen mit einiger Koagulation der auf  diese Weise oxydierten Bestandteile.  



  Die Koagulation hängt offensichtlich  nicht von der Berührung mit dem atmosphä  rischen Sauerstoff ab und scheint durch die  gesamte Dicke des Linoleums hindurch  gleichmässig stattzufinden. Hingegen ist  offensichtlich die Oxydation des mit Petro  leumäther ausziehbaren Stoffes von der Be  rührung mit dem atmosphärischen Sauerstoff  abhängig und kann auf     _    der Oberfläche des  Linoleums oder in der Nähe der Oberfläche       stattfinden,    so dass in den dickeren Sorten  von Linoleum der unter der     Bezeichnung          "-weiche    Mittelschicht" bekannte Zustand  vorkommen kann.

   Unter     "weicher    Mittel  schicht" ist zu verstehen, dass in der Mitte  der Schicht des     Linoleumgemenges    eine ver  hältnismässig weiche Schicht vorhanden ist.  



  Bei Benutzung der gebräuchlichen, aus       Schuppenöl    oder mechanischem     0I    angefer  tigten     Kitte    hängt die Zeit des     Belassens    im  Ofen in hohem Masse von der Schichtstärke  des     Linoleumgemenges    ab. Die Behandlung  im Ofen hat so lange fortgesetzt werden müs  sen, bis die nichtoxydierten Bestandteile des  Öls über die gesamte Schichtstärke hin  reichend oxydiert gewesen sind.    Das Vorhandensein von nichtoxydierten  Ölbestandteilen im Kitt führt dazu, dass die  Bindekraft des Kittes abgeschwächt wird.  Dies kann auf die sogenannte "weiche Mittel  schicht" hinauslaufen, die .leicht     entdecizt     werden kann.

   Indessen scheint in Stoffen, in  denen die weichen Mitten nicht entdeckt wer  den, das Vorhandensein von nichtoxydierten  Bestandteilen manche Wirkung hinsichtlich  des     Abschwächens    der     Zusammenhaltekraft     des Kittes zu haben; daher wird die Wider  standsfähigkeit des Linoleums gegen     Ab-          scheuerung    verkleinert.  



  Überdies haben die     Oxydationsprodukte,     die während der Oxydation der nichtoxydier  ten Bestandteile des Kittes bei der Behand  lung im Ofen abgegeben werden, die Nei  gung, das Linoleum gelb zu machen und die  Farben zu beeinträchtigen, die durch die fär  benden Pigmente dem Linoleum gegeben wer  den.  



  Die     Anmelderin    hat festgestellt, dass     die     Beschaffenheit des Linoleums verbessert     utid     die Reifezeit gekürzt werden kann (was auf  eine Ersparnis bei den     Herstellungskosten     hinausläuft), indem zuerst das Öl in Gegen  wart eines der Koagulation entgegenwirken  den Mittels, das heisst eines     Peptisations-          mittels,    oxydiert wird, wodurch das Öl so  ziemlich vollständig oxydiert wird, bevor die  Koagulation in den mechanischen     Ölsc@blag-          werken    in einem solchen Betrag auftritt,     da.ss     das Öl nicht geschlagen werden kann,

   und  dass dann in das<B>01</B> oder in den Kitt oder  in das     Linoleumgemisch    ein     Koagulations-          mittel    eingebracht wird, welches die oben als  Koagulation bezeichnete Erscheinung, näm  lich die Verdickung des oxydierten Öls bis  zu dem im fertiggemachten Linoleum ge  wünschten Betrag, rasch zustande bringt oder  beschleunigt.  



  Es empfiehlt sich, die soeben erläuterten  beiden Schritte bei der vollständigen Fabri  kation von Linoleum zusammenzunehmen;  indessen kann auch jeder dieser beiden  Schritte für sich allein benutzt werden, wo  durch sich ebenfalls schön eine Verbesserung      und Verbilligung der Fabrikation gegenüber  den gegenwärtig allgemein gebräuchlichen  Verfahren ergibt.  



  Nachstehend wird zuerst die Wirkungs  weise des Zementes bei Benutzung eines       Antikoagulations-    oder     Peptisationsmittels     beschrieben,     mittelst    dessen das Öl so ziem  lich oxydiert werden kann.  



  Gemäss den Schritten des vorliegenden  Verfahrens wird ein     Antikoagulationsmittel,     zweckmässig das Harz des     Kittes,    mit dem  01 vor oder während der Oxydation des Öls  zusammengebracht. Am besten wird das 01  in dem gebräuchlichen beheizten Schlagwerk  oxydiert. Durch das als     Antikoagulations-          oder        Peptisationsmittel    wirkende Harz wird  das 01 hinreichend flüssig erhalten, so dass  die Oxydation bis zu der Stelle fortgeführt  werden kann, bei der die ungesättigten Be  standteile des Öls im wesentlichen oxydiert  werden.

   Das mit dem Harz zusammen  gebrachte 01 kann als     Linoleumkitt    in der       Form    benutzt werden, in der es aus dein  Schlagwerk kommt, in welchem die Oxyda  tion stattfindet. Auf diese Weise ist es mög  lich, den     Linoleumkitt    in einem einzigen Ar  beitsvorgang herzustellen.  



  Nunmehr wird im einzelnen das Verfah  ren beschrieben, welches seitens der     Anmel-          derin    bei der Herstellung von     Linoleumkitt     benutzt worden ist, und zwar mit besonderer  Bezugnahme auf die Benutzung von Leinöl,  welches das bei der Herstellung von     Lino-          leumkitt    am meisten gebräuchliche 01 ist.

    Eine Ladung, bestehend aus ungefähr drei  Gewichtsteilen Leinöl und einem Gewichts  teil Harz, zum Beispiel     Terpentinharz,    zu  sammen mit einer wirksamen Menge von ge  eigneten     Sikkativen,    wie zum Beispiel Blei  glätte und     Manganresinat,    nämlich hinauf  bis zu einem Metallgehalt von ungefähr 2  des Ölgewichtes, wird in das gebräuchliche  Schlagwerk gebracht, das bei der Herstellung  von mechanischem 01 in der     Linoleumindu-          strie    verwendet wird.

   Diese Vorrichtungen  sind gewöhnlich als mechanische Oxydations  apparate bekannt und bestehen im wesent  lichen aus einem beheizten Kessel, der mit    einer Anzahl von rasch umlaufenden Schau  feln oder Stöcken versehen ist, die das ()1  im Kessel herumschleudern. Um den Sauer  stoff zu liefern, wird ein Luftstrom durch  den Kessel geleitet. Die mechanischen Oxy  dationsapparate sind in der     Lin.oleumin        du-          strie    so gut bekannt, dass eine ins einzelne  gehende Beschreibung für die Fachleute nicht  erforderlich ist.

   Indessen kann auf das bri  tische Patent     Nr.7742(1.893        (Bedford    und       Bedford)    oder auf die     Fig.    1 und 2 des ameri  kanischen Patentes Nr.     557.157    (Walton) vom  31. März 1896 bezug genommen werden, wo  mechanische Oxydationsapparate dargestellt  sind.  



  Die Ladung aus 01, Harz und     Sikkativen     wird unter ständiger Luftzufuhr umgerührt.  Die Temperatur wird auf ungefähr<B>82</B> bis  93   C erhalten. Bei einem liegenden runden  Oxydationsapparat mit ungefähr 2,5m Länge  und ungefähr     1,0,5    m lichtem Durchmesser  mit einer Ladung von ungefähr 6,80 kg 01,  Harz und     Sikkativ,    der mit ungefähr       4,2,5        m3/min.    Luft gespeist wurde, hat die       Anmelderin    festgestellt, dass die Reaktion in  ungefähr 30 Stunden zu Ende gekommen ist.  Die Länge der Zeit hängt natürlich von der  Grösse des jeweiligen Schlagwerkes, der  Grösse der Ladung, der zugeführten Luft  menge und der Temperatur ab.  



  Während der die Oxydation herbeifüh  renden Reaktion wird das 01 allmählich stei  fer, bis am Ende des Vorganges das     Gemisch     aus 01 und Harz bis zur gewünschten end  gültigen Konsistenz des     Linoleunikittes    ver  dickt worden ist. In diesem Zustande ist es  zu steif, als dass es in dieser Maschine wei  terhin in befriedigender Weise geschlagen  werden könnte. Durch die Wirkung des  Harzes wird indessen die Verdickung oder  Koagulation des Öls verzögert, bis die sämt  lichen     oxy    Bierbaren Bestandteile des 01s oxy  diert worden sind.

   Offensichtlich dient das  Harz als     Peptisations-    oder     Antikoagulations-          mittel;    es verzögert die Koagulation der     oxy-          dierbaren    Produkte, die durch die Oxydation  der in höherem Mass ungesättigten Bestand  teile des Öls gebildet werden, für so lange,      bis die in     kleinerem    Mass ungesättigten     oxy-          dierbaren        Bestandteile    des Öls Gelegenheit ge  habt haben, sich zu oxydieren.

   Indessen be  ginnt gegen Ende des Zeitabschnittes der oben  als Koagulation bezeichnete Vorgang, und es  wird zugelassen, dass er bis zu der Stelle fort  schreitet, wo die gewünschte Verdickung des  Kittes erzielt ist. Wie weiter unten zum Aus  druck gebracht wird; soll an dieser Stelle  noch     nicht    die volle Koagulation oder Er  härtung des Kittes zustande kommen; die  Fähigkeit zu weiterer Koagulation oder Er  härtung muss bewahrt werden, so dass wäh  rend des Reifens des Linoleums das teilweise  koagulierte Öl weiter koaguliert wird, um der       zusammengepressten    Schicht des Linoleum  gemisches im fertiggestellten Linoleum die  gewünschte Härte zu erteilen.  



  Bei dem gewöhnlichen Verfahren zur  Herstellung eines auf mechanischem Wege       oxydierten    Öls werden die leichter     oxydier-          baren    Bestandteile zuerst oxydiert und dann  rasch koaguliert und verdicken das Öl bis zu  einem     ausschlagbaren    Zustand, bevor die zu  rückbleibenden, weniger ungesättigten     Be-          st.andteile    des Öls Gelegenheit gehabt haben,  in wesentlichem Betrage oxydiert zu werden.

    Nach dem soeben beschriebenen Verfahren  werden so ziemlich die sämtlichen     oxydier-          baren    Bestandteile des Leinöls oxydiert, be  vor eine Verdickung oder     Gelierung    stattfin  det, die das weitere Schlagen verhindert. Da  eine gewisse Viskosität oder Dicke des     Lino-          leumkittes    erwünscht ist, wird das Verfahren  des Schlagens unter     Beheizung    bis zu dem  Punkt     durchgeführt,    wo einige Koagulation  oder     Gelierung    des Stoffes     zustandekommt.     Aber diese geschieht nicht eher, als bis der  gesamte Ölvorrat so ziemlich vollständig oxy  diert ist.

   Gewöhnlich wird bei der Durch  führung des neuen Verfahrens, nachdem das  Öl im wesentlichen oxydiert ist, der Schlag  vorgang bei Fortsetzung der     Beheizung    und  der Luftzufuhr so lange fortgesetzt, bis das  Öl bis zu der für den     Linoleuinkitt    erwünsch  ten Konsistenz verdickt ist. Jedoch kann,  nachdem-das Öl oxydiert ist, die Luftzufuhr  unterbrochen werden, da ja die Verdickung    des Öls offensichtlich von der Koagulation  der. bereits oxydierten Bestandteile herrührt  und augenscheinlich von der Fortsetzung der  Wärmebehandlung und nicht von weiterer  Oxydation verursacht. wird.  



  Der Bequemlichkeit halber wird der ge  mäss dem oben beschriebenen Verfahren her  gestellte Kitt als "mechanischer Kitt" be  zeichnet, nach Analogie des -"mechanischen  Öls". Die Analyse nach Verfahren von de       Waele    beweist, dass das Leinöl in diesem  Kitt sich in folgendem Zustand befindet:  0 bis- 7 % mit Petroleumäther ausziehbarer  Stoff; 50 bis 62% mit     Äthyläther    auszieh  barer Stoff und 36 bis 45% unlöslicher Stoff  oder     Linoxyn.    Bei der Wiedergabe dieser  Ziffern ist angenommen worden, dass Harz  im Petroleumäther in seiner Gesamtmenge  löslich ist, was durchaus zutrifft, obgleich  wahrscheinlich- eine kleine Menge des Har  zes zu dem mit     Äthylätlier    ausziehbaren  Stoff und in den unlöslichen Restrückstand  geht.  



  Zur     Vergleichung    lässt sich feststellen,  dass eine gleichartige Analyse des gebräuch  lichen     Linoleumkittes,    der dadurch her  gestellt ist, dass ungefähr gleiche Mengen von  Schuppenöl und von mechanischem Öl (halb  und halb) mit der gebräuchlichen Menge von  Harzen zusammengenommen werden, hin  sichtlich des     Leinölgehaltes    beweist, dass un  gefähr 15 bis<B>25%</B> Stoff mit Petroleumäther  ausziehbar, ungefähr 25 bis     40%    Stoff mit       Äthyläther    ausziehbar und ungefähr 35 bis  <B>50%</B> unlöslich, das heisst     Linoxyn,    ist.  



  Wie aus der obigen Analyse ersichtlich,  befindet sich das<B>01</B> im mechanischen Kitt  hauptsächlich oder so ziemlich in seiner Ge  samtmenge im oxydierten Zustande, und zwar  entweder in flüssiger Form oder in der un  löslichen Form von koaguliertem     Linoxyn,     wenn auch das Öl eine kleine Menge oder  auch nur eine Spur von     unoxydiertem        0I    ent  halten kann.

   Daher ist, wenn im vorliegen  den Zusammenhang davon gesprochen wird,  dass das Öl so ziemlich in seiner Gesamt  menge oxydiert ist, damit nicht gemeint, dass      Öle ausgeschlossen sein sollen, die irgend  einen geringfügigen Betrag von     unoxydier-          tem    Öl enthalten; jedoch wird diese Aus  drucksweise dazu benutzt, um ein derartiges  Öl von den Ölen zu unterscheiden, die nach  den bisher gebräuchlichen eingeführten Ver  fahren hergestellt sind, zum Beispiel von       Schuppenöl    und von mechanischen Ölen.  



  Die Flüssigkeit, nämlich das oxydierte       0l,    oder die mit     Äthyläther    ausziehbaren  Bestandteile des Öls geben dem Kitt die  Deck- und Bindekraft. Da der neue Kitt. das  Öl in dieser Form gegenüber dem bisher an  gefertigten Kitt in beträchtlichem Überschuss  enthält, ist seine Binde- und Deckkraft be  trächtlich vergrössert; daher braucht bei der  Zubereitung des     Linoleumgemisches    weniger  Kitt benutzt zu werden, wodurch die Kosten  des Gemisches heruntergesetzt werden. Wird  die gebräuchliche Kittmenge benutzt, so     ha.un     ein zäheres und biegsameres Linoleum an  gefertigt werden.

   Der neue Kitt hat genü  gend     Linoxyn,    das heisst koaguliertes Öl, um  dem Ölkörper und dem Kitt die richtige  Konsistenz zu geben.  



  Da das Öl so ziemlich vollständig oxy  diert ist, besteht die durch die Behandlung  im Ofen veranlasste Reaktion darin, dass die  flüssigen oxydierten Bestandteile des Öls  koaguliert oder eingedickt werden; daher kann  die Zeit der Behandlung im Ofen wesentlich  abgekürzt werden. Es hat sich herausgestellt,       dass    eine Verkürzung der Zeit der Behand  lung im Ofen um ungefähr 25     %    oder mehr  durch Benutzung des neuen mechanischen  Kittes erzielt werden kann, selbst ohne Be  nutzung des zugegebenen     Koagulations-    oder  Beschleunigungsmittels, das später zusammen  mit dem zweiten Schritt des neuen Verfah  rens beschrieben werden wird.

   Da die     Koagu-          lierreaktion    von der Hitze und nicht von der  Berührung mit der Luft abhängig ist, kommt  die Erhärtung gleichmässig durch die ge  samte Dicke des Linoleums hindurch zu  stande, und die Benutzung des neuen mecha  nischen Kittes beseitigt die bisher an  getroffene Schwierigkeit, die unter der Be  zeichnung     "weiche    Mittelschicht" bekannt ist.    Der neue Kitt liefert ein zäheres, der Ab  nutzung länger widerstehendes Linoleum, da  dieser Kitt den bisher angefertigten Kitten  überlegen ist. Ausserdem besteht bei Be  nutzung dieses Kittes weniger das Bestre  ben, das Linoleum gelb zu färben oder seine  Farbe zu beeinflussen.  



  Daher     wird    durch die Benutzung des  neuen mechanischen Kittes nicht nur die  Herstellung des Linoleums abgekürzt und  verbilligt, sondern auch das Erzeugnis ver  bessert.  



  Das bevorzugte Vorgehen ist in Verbin  dung mit der Behandlung von Leinöl be  schrieben worden, da dieses dasjenige Öl ist.  das bei der Anfertigung von     Linoleumkitt     ganz allgemein benutzt wird; indessen kann  das Verfahren bei der Herstellung von L     ino-          leumkitt    aus andern     sikkativen    Ölen, zum  Beispiel Maifisch- oder     sonstigem        Fischöl,          Tung,    das heisst     China-Holzöl,        Soja-Bohnen-          öl    usw., verwendet werden.

   Der Ausdruck:       "sikkative    Öle" soll nicht nur die     sogenann-          ten    trocknenden Öle, wie Leinöl, sondern  auch die halbtrocknenden, wie     Soja-Bohnen-          öl,    umfassen. Ausserdem können diese     Öle     die von den Ölen abgespaltenen Fettsäuren  enthalten.

   Der Ausdruck     "sikkative    Öle"  soll also nicht nur die Öle umfassen, sondern  auch die Fettsäuren, da ja die Reaktion     rl#2s          Oxydierens    von Fettsäuren gleichartig ist  mit der Reaktion des     Oxydierens    von     illen.     Harz ist wegen seiner Billigkeit das     bevor-          zugte        Peptisations-    oder     Antikoagulations-          mittel,    ferner deshalb, weil es als ein Be  standteil des     Linoleumkittes    erwünscht ist.

    Indessen können auch andere     Antikoagula-          tions-    oder     Peptisationsmittel    benutzt wer  den, wie     Kaurigummi,        Estergummi,        Abietin-          säure    und ihre Ester,     Pimarsäure    usw. Die  Harze, wie     Terpentinharz    oder     Kaurigiininii     bestehen hauptsächlich aus Harzsäuren. die  offensichtlich das Bestreben haben, die  Koagulation oder Verdickung der oxydierten  Bestandteile des Öls zu verhindern oder auf  zuschieben.

   Indessen können ungefähr     neu-          trale        Terpentinharzester    als     Peptisations-          oder        Antikoagulationsmittel    dienen.      Der Bequemlichkeit halber bevorzugt die  Erfinderin die Benutzung der gebräuchlichen  mechanischen Oxydationsapparate, die die  normale Ausrüstung von     Linoleumanlagen     bilden, bei der     Durchführung    der oxydieren  den     Reaktionen,    die     zur        Zubereitung    des  neuen     Linoleumkittes    gehören.

   Indessen kön  nen auch andere     Vorrichtungen    benutzt wer  den, zum Beispiel ein Apparat, um das Ge  misch aus Öl und     Antikoagulationsmittel    in  erhitztem Zustande in Luft zu zerstäuben.  



       Zweckmässig    wird der Sauerstoff der  Atmosphäre wegen seiner leichten Verfüg  barkeit verwendet; indessen kann Sauerstoff  auch in anderer Weise verwendet werden,  zum Beispiel als     reines    Gas oder als Ozon.  



  Die Herstellung des erfindungsgemässen       Kittes,    in welchem das Öl ziemlich vollstän  dig     durchoxydiert    ist, und     seine    Einbringung  in das     Linoleum    ist der bevorzugte erste, das  heisst vorbereitende Schritt des neuen Ver  fahrens, dessen zweiter Schritt es mit der  Benutzung eines     Koagulationsmittels    zu tun  hat, um die     Verdickung    gewisser im Kitt  enthaltenen Stoffe rasch vor sich gehen zu  lassen.  



  Nachdem das mechanische Öl in der oben  beschriebenen Weise hergestellt worden ist,  wird es zusammen mit den     Füllstoffen,    wie  zerriebenem Kork, Holzmehl, mineralischen  Füllstoffen und Pigment gemahlen, um das       Linoleumgemisch    zu bilden. Bei der Her  stellung von geradlinigem Linoleum     wird    das  Gemisch durch Walzen in Schichten aus  gebreitet, oder es wird in körnigem Zustande  auf die aus grober Leinwand bestehende  Unterlage gebracht, auf die es gepresst und  auf der es durch     Kalanderwalzen    oder     Press..          platten.    verfestigt wird, wenn ebenes Lino  leum oder gegossenes; eingelegtes Linoleum  hergestellt wird.  



  Eine weitere Ersparnis bei der     li        erstel-          lung    und eine Verbesserung des     Erzeugnisses     wird dadurch erzielt, dass zum Kitt oder  Bindemittel ein geeignetes     Koagulations-          mittel    hinzugegeben     wird,    das beim Reifen  des Linoleums die     Koagulation    des Kittes  beschleunigt.

      Nachdem der     Linoleumkitt        angefertigt     und in das     Linoleumgemisch    gebracht     wor..     den ist, hat das     Antikoagulationsmittel,    wie  Harz oder ein sonstiger     Peptisator    seinem  Zwecke gedient, und zur raschen Erzeugung  des Linoleums ist es erwünscht, dass wäh  rend des Reifens des Linoleums die Koagu  lation des Kittes rasch stattfindet.  



  Demgemäss wird in den Kitt, nachdem er  zubereitet ist oder bei den letzten     Stufen    sei  ner Zubereitung, oder in das Linoleum  gemisches ein geeignetes Reagens gebracht,  das dazu dient. die Koagulation zu beschleu  nigen, die unter Hitze während des     E.eifens     des Linoleums stattfindet.  



  Es ist gefunden worden, dass eine     grosse     Anzahl von Substanzen für diesen     Zwecic     wirksame     Koagulationsmittel    sind. Das be  vorzugte     Koagulationsmittel    ist Borsäure.  Nunmehr wird der zweite Schritt des erfun  denen Verfahrens für den Fall beschrieben,  dass Borsäure benutzt wird; später werden  mit Borsäure gleichwertige Mittel angegeben.  



  Ungefähr 10 bis 15 Minuten, bevor der       Linoleumkitt    vom Oxydationsapparat weg  genommen wird, wird Borsäure in einer  Menge von ungefähr 1 Gewichtsprozent des  Ölgehaltes in den Oxydationsapparat ge  bracht und das Schlagen ungefähr 10 oder  15 Minuten fortgesetzt, um die Borsäure in  dem Kitt innig zu verteilen. Das Schlagen  des Kittes unter Hitze wird fortgesetzt, bis  das 01 teilweise koaguliert und dadurch der  litt bis zur richtigen Konsistenz verdickt  ist. Alsdann wird der Kitt vom Oxydations  apparat weggenommen und mit     zerriebenem     Kork, Holzmehl, mineralischen Füllstoffen  und Pigmenten zusammen gemahlen, um das  körnige     Linoleumgemisch    herzustellen.  



  Obgleich einige Koagulation des oxydier  ten Öls während des     Fertigschlagens    im  Oxydationsapparat stattfindet, enthält der  Ritt einen beträchtlichen Anteil von oxydier  tem, aber nicht koaguliertem Öl. Die Koagu  lation dieses oxydierten, aber nicht koagu  lierten, im     Kitt    befindlichen Öls ist haupt  sächlich dafür verantwortlich, dass das in      eine Schicht ausgebreitete Linoleum gemäss  dem     erfundenen    Verfahren in den Öfen reift  oder sich setzt.  



  Die Borsäure kann, statt im Oxydations  apparat in den Kitt eingebracht zu werden,  nach der Wegnahme des Kittes vom     Oxy-          clationsappa,rat    zugegeben werden, oder sie  kann in das     Linoleumgemisch    gemahlen wer  den, wenn der Kitt mit den Füllstoffen zu  sammengebracht wird.  



  Nachdem auf diese Weise das Linoleum  gemisch hergestellt und die Borsäure als       Koagulationsmittel    eingebracht worden ist,  wird das Gemisch in der gebräuchlichen  Weise auf die aus grober Leinwand     be-.     stehende Unterlage gebracht oder in Ziegel  form ausgebreitet. Das auf diese Weise ge  bildete Linoleum wird alsdann durch Er  hitzen gereift. Dies geschieht zweckmässig in  der 'Weise, dass das Linoleum in die ge  bräuchlichen Ofen läuft, in denen es einer  Temperatur von ungefähr 82   C unterworfen  wird, bis es gereift ist. Die Borsäure dient  dazu, die Koagulation der flüssigen, oxydier  ten Bestandteile des Öls zu beschleunigen  und verkürzt die Zeit der Behandlung im       Ofen,    um ungefähr 40 % gegenüber derjenigen.

    Zeit, die benötigt wird, wenn die Borsäure  oder das sonstige     Koagulationsmittel    nicht  benutzt wird. Wird die     Borsäuremenge    auf  mehr als 1 % gesteigert, so kann die Zeit  der Behandlung im Ofen entsprechend     ver-          kürzt    werden; indessen gibt es eine Grenze  hinsichtlich der Menge, in der die Borsäure  benutzt werden kann. Die     Borsäuremenge     kann auf 5 % oder mehr gesteigert werden;  jedoch verkürzen weitere Erhöhungen der       Borsäuremenge    nicht in entsprechender  Weise die Zeit der Behandlung im Ofen.

    Allzuviel Borsäure stört bei der mecha  nischen Verarbeitung des Stoffes, weil die  Reifung in zu grossem Masse beschleunigt       wird,    bevor das Gemisch seinen endgültigen  Festigkeitszusammenhang erreicht hat. Die  zu benutzende     Borsäuremenge        wird    dadurch  genau bestimmt, dass die Verkürzung der       Reifungszeit    gegen die Schwierigkeit bei der  mechanischen Behandlung des Gemisches ab-  
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    gewogen <SEP> wird.

   <SEP> Je <SEP> nach <SEP> den <SEP> Umständen <SEP> wer  den <SEP> gewöhnlich <SEP> 1 <SEP> bis <SEP> 5 <SEP> % <SEP> Borsäure <SEP> verwen  det.
<tb>  Obgleich <SEP> die <SEP> gewöhnliche <SEP> Borsäure, <SEP> nä <SEP> m  lieh <SEP> Orthoborsäure, <SEP> 193B03, <SEP> benutzt <SEP> werden
<tb>  kann, <SEP> ist <SEP> es <SEP> mehr <SEP> zu <SEP> empfehlen, <SEP> eine <SEP> de <SEP> 1y  . <SEP> drierte <SEP> Form <SEP> der <SEP> Borsäure, <SEP> nämlich <SEP> entweder
<tb>  Metaborsäure, <SEP> 19B02, <SEP> oder <SEP> Pyroborsäure,
<tb>  19,B40,, <SEP> oder <SEP> Borsäureanhydrid, <SEP> B,0.,,, <SEP> zu <SEP> be  nutzen.

   <SEP> Die <SEP> dehydrierten <SEP> Formen <SEP> der <SEP> Bor  säure <SEP> sind <SEP> als <SEP> Koagulationsbeschleuniger
<tb>  offensichtlich <SEP> so <SEP> lange <SEP> unwirksam, <SEP> als <SEP> sie
<tb>  nicht <SEP> geniigend <SEP> Wasser <SEP> aufgenommen <SEP> haben,
<tb>  um <SEP> in <SEP> die <SEP> gewöhnliche, <SEP> nämlich <SEP> die <SEP> Ortho  borsäure <SEP> umgewandelt <SEP> zu <SEP> werden; <SEP> in <SEP> dieser
<tb>  Form <SEP> dienen <SEP> sie <SEP> als <SEP> Koa:gulationsbeschleu  niger. <SEP> Die <SEP> dehydrierten <SEP> Formen <SEP> der <SEP> Bor  säure <SEP> dienen <SEP> daher <SEP> als <SEP> Beschleuniger <SEP> mit
<tb>  aufgeschobener <SEP> Wirkung;

   <SEP> denn <SEP> sie <SEP> benötigen
<tb>  einige <SEP> Zeit, <SEP> um <SEP> aus <SEP> dem <SEP> Gemisch, <SEP> welches
<tb>  gewöhnlich <SEP> nur <SEP> eine <SEP> geringe <SEP> Feuchtigkeits  menge <SEP> enthält, <SEP> Wasser <SEP> aufzunehmen. <SEP> Durch
<tb>  Benutzung <SEP> solcher <SEP> Stoffe <SEP> kann <SEP> die <SEP> die
<tb>  Koagulation <SEP> beschleunigende <SEP> Wirkuni <SEP> der
<tb>  Borsäure, <SEP> nachdem <SEP> die. <SEP> Borsäure <SEP> in <SEP> einer
<tb>  dehydrierten <SEP> Form <SEP> in <SEP> das <SEP> Gemisch <SEP> ei@iv <SEP> et <SEP>   leibt <SEP> worden <SEP> ist, <SEP> noch <SEP> für <SEP> so <SEP> lange <SEP> aufge:

  -elio  ben <SEP> werden, <SEP> bis <SEP> das <SEP> Linoleum <SEP> in <SEP> eine <SEP> Schicht.
<tb>  ausgebreitet <SEP> und <SEP> in <SEP> die <SEP> Ofen <SEP> gebracht <SEP> wor  den <SEP> ist.
<tb>  Während <SEP> des <SEP> Misch- <SEP> und <SEP> des <SEP> Au.sbreit  vorganges <SEP> wird <SEP> das <SEP> Litioleumgemisch <SEP> der
<tb>  Einwirkung <SEP> von <SEP> Hitze <SEP> ausgesetzt. <SEP> Es <SEP> hat:
<tb>  sich <SEP> herausgestellt, <SEP> dass, <SEP> wenn <SEP> die <SEP> Borsäure
<tb>  in <SEP> ihrer <SEP> gewöhnlichen, <SEP> nämlich <SEP> der <SEP> Ortho  form, <SEP> benutzt <SEP> wird, <SEP> das <SEP> Gemisch <SEP> die <SEP> Nei  gung <SEP> hat, <SEP> vorzeitig <SEP> steif <SEP> zu <SEP> werden. <SEP> was
<tb>  beim <SEP> Misch- <SEP> und <SEP> Ausbreitvorgang <SEP> stört.
<tb>  Durch <SEP> Benutzung <SEP> der <SEP> dehydrierten <SEP> Form;

   <SEP> 1cr
<tb>  Borsäure <SEP> wird. <SEP> dieses <SEP> vorzeitige <SEP> Steif #erden
<tb>  verhindert <SEP> und <SEP> die <SEP> Koa.gulalion <SEP> für <SEP> so <SEP> lan-(,
<tb>  aufgeschoben, <SEP> bis <SEP> der <SEP> Kitt <SEP> mit, <SEP> den <SEP> übrigen
<tb>  Linoleumstoffen <SEP> zusammengebracht <SEP> und <SEP> ( < i"
<tb>  Gemisch <SEP> in <SEP> Schichtform <SEP> ausgebreitet <SEP> wor  den <SEP> ist. <SEP> ,
<tb>  Bei <SEP> der <SEP> fabrikmässigen <SEP> Herstellung <SEP> ist <SEP> es
<tb>  wahrscheinlich <SEP> das <SEP> Beste, <SEP> das <SEP> Gemisch <SEP> fest
<tb>  werden <SEP> zu <SEP> lassen <SEP> und <SEP> dann <SEP> die <SEP> Reifung <SEP> in         den gebräuchlichen Ofen durchzuführen; in  dessen kann die Reifung auch     sonstwie          durchgeführt    werden.

   Zum Beispiel ist die  Erfinderin imstande gewesen, bei einem Fa  brikationsversuch durch Benutzung einer ge  nügenden Menge eines     Koagulationsbeschleu-          nigers    ein Linoleum herzustellen, das augen  scheinlich voll gereift war, als es zwischen  den beheizten     Kalanderwalzen    herauskam.  Bei Benutzung eines Kittes nach     Art    des  neuen mechanischen Kittes ist der Reif     ungs-          Zorgang    in Wirklichkeit ein     Koagulations-          vorgang,    der von der Einwirkung der Hitze  abhängt, so dass er bei Anwendung einer ge  nügend hohen Temperatur in kurzer Zeit  durchgeführt werden kann.

   Auf diese -Weise  ist es möglich gemacht, ein Linoleum zu  fabrizieren, ohne dass es im gebräuchlichen  Ofen aufgehängt wird.  



  Die Behandlung des Linoleums soll auf  hören, wenn die gewünschte, gebräuchliche  Konsistenz der     Linoleumschicht    erreicht ist.  Es ist möglich, die Behandlung zu weit zu  treiben und das Linoleum brüchig zu machen,  indem ein     Koagulationsmittel    oder ein Be  schleunigungsmittel benutzt wird, genau so,  wie es möglich ist, die Behandlung eines  Linoleums bei Benutzung der gebräuchlichen  Kitte zu weit zu treiben.

   Die Behandlung,  das heisst die Reaktion des     Koagulierens,     wird daher nicht bis zu dem Punkte durch  geführt, bei welchem die Gesamtmenge des  oxydierten Öls zu dem als     Linoxyn    bekann  ten, erhärteten Zustande     koaguliert    ist, son  dern es bleibt ein wenig<B>01</B> im oxydierten,  aber nicht koagulierten Zustande zurück, um  dem Linoleum die     notwendige        Biegsa7'mkeit     und Zähigkeit zu erteilen. Die Stärke des  Reifens, das heisst der Behandlung im Ofen,  wird in der nämlichen Weise eingeregelt, wie  dies bei der Herstellung von Linoleum gegen  wärtig gebräuchlich ist.  



  Die die Koagulation hervorbringende  Reaktion hängt offensichtlich von einer ver  hältnismässig hohen Temperatur ab und fin  det nicht bei gewöhnlicher     Zimmertempera-          tur    statt. Die Borsäure dient zwar bei der    Temperatur der Behandlung im Ofen oder  bei der Temperatur der     Kalanderwalzen    in  wirksamer Weise als     Koagulations-    oder Be  schleunigungsmittel; hingegen ist sie bei     dcri     gewöhnlichen Zimmertemperaturen unwirk  sam, so dass das fertiggemachte Linoleum  gegenüber Erhärtung bei gewöhnlichen Tem  peraturen ebenso haltbar ist wie das auf die  gebräuchliche Weise     farbrizierte    Linoleum.  



  Die Benutzung der Borsäure oder eines  sonstigen     Koagulations-    oder Beschleuni  gungsmittels führt zu einer wesentlichen  Verkürzung des Reifens nebst einer daraus  folgenden Zeitersparnis bei der Fabrikation,  ferner einer Verminderung des für die Aus  rüstung der Anlage, insbesondere in die Ofen  zu steckenden Kapitals. Die Reifung kann  sogar noch weiter verkürzt werden,     inderI     die     Reifungstemperatur    erhöht wird, ohne  die Beschaffenheit des Linoleums in ungün  stiger Weise zu beeinflussen.

   Bei     Benutzun-          der        gebräuchlichen        Reifungstemperaturen     wird durch die Benutzung des     Beschleuni-          gungs-    oder     Koagulationsmittels    dem Lino  leum eine grössere Biegsamkeit, Zähigkeit  und Festigkeit erteilt.

   Ausser dem Koagulie  ren hat das Bindemittel, und falls ritt mit  unvollständig oxydiertem<B>01</B> benutzt wird,  beim Oxydieren des Öls die mit dem     Reifen     verknüpfte Erwärmung auf das     Linoleum          gewislso    andere Einflüsse (und zwar schäd  liche), die offensichtlich von einigen Neben  reaktionen herrühren, die nicht bekannt oder  nicht vollständig aufgeklärt sind. Durch die  Benutzung des     Koagulations-    oder Beschleu  nigungsmittels wird die Zeit, während deren  das Linoleum beim Reifen dem Einfluss der  Wärme ausgesetzt ist, verkürzt, und jene  schädlichen Nebenreaktionen werden     aufs     äusserste     vermindert.     



  Die Benutzung von Borsäure der eine  gleichartigen     Koagulationsmittels    ist dann  besonders vorteilhaft, wenn ein     Kita:        naeh        .Art     des neuen mechanischen     Kittes    verwendet  wird, bei welchem der grössere Teil des     OIs     sich in oxydierten, aber flüssigem Zustande  befindet; denn die Reaktion des Reifens be  steht im wesentlichen in der Koagulation der      flüssigen, oxydierten Bestandteile des Öls.

    Jedoch lässt sich ein     Koagulationsmittel,    wie  Borsäure, mit Vorteil bei der Herstellung von  Linoleum mit solchen     Linoleumkitten    ver  wenden, die aus Schuppenöl oder aus mecha  nischem<B>01</B> oder aus einem Gemisch dieser       Ole    zubereitet sind.

   Wie oben hervorgehoben  worden ist, enthalten Kitte, die aus diesen  Ölen zubereitet sind, nichtoxydiertes Öl,  oxydiertes, flüssiges<B>01</B> und     Linoxyn.        Wird     das     Koagulationsmittel    bei solchen     Kitten     benutzt, so bewirkt es rasche Reifung des  Linoleums, indem die Koagulation des flüs  sigen,     oxydierbaren    Teils des Öls beschleu  nigt wird; - ferner hilft das     Koagulations-          mittel    auch bei der     Koagulation    des nicht  oxydierten Öls mit, sobald dieses durch Be  rührung mit der Atmosphäre oxydiert wird.

    Es hat sich herausgestellt, dass bei Benutzung  dieser Kitte, die teilweise oxydiertes 01 ent  halten, die     Reifungszeit    wesentlich herunter  gesetzt werden kann.  



  Obschon Borsäure das     bevorzugte        Koagu-          lations-    oder Beschleunigungsmittel ist., kön  nen auch verschiedene andere Substanzen be  nutzt werden. Die verschiedenen Salze der  Borsäure, zum Beispiel die verschiedenen       Natriumborate,    können benutzt werden. Ver  suche haben erwiesen, dass verschiedene orga  nische Stickstoffverbindungen als     Koagula-          tionsmittel    für diesen Zweck dienen können.  Unter diesen hat die Erfinderin die folgen  den angewendet:  <I>Organische</I>     Verbindungen:     1.

   Stickstoffhaltige Derivate der     alipbä-          tischen        Sulfonsäuren,    zum Beispiel     Amino-          sulfonsäure.     



  2.     Amide    von     aliphatischen    Säuren, wie       Formamid        (Acetamid    hat eine geringe oder  gar keine Wirkung).  



  3. Peroxyde von aromatischen Säuren,  wie     Benzoylperoxyd.     



  4. Stickstoffhaltige Derivate von     Fur-          furol,        wie        Furfuramid        (Hydrofuramid).     



  5. Aromatische     Aminoverbindungen,        wie          Benzidin,        Meta    -     amino    -     benzoesäure,    Para-         aminobenzoesäure,        Para-    oder     lNletaphen3,ien-          diamin,        Tolidin,        m-Toluylendiamin,        p-p'-Di-          aminodiphenylmethan,    Anilin,     Äthylic1üi-          anilin,        Anthranilsäure,

          11Zethylendianilid.    Die  folgenden Verbindungen haben eine geringe  oder gar keine Wirkung:     0-toluidin,        Dime-          thylanilin,        Benzylanilin,        Methylanilin,        Phe-          nylhydrazin,        Benzenazodiphenylamin.     



  ,6. Stickstoffhaltige Derivate der     alipha-          tischen    Aldehyde, wie     Ammoniakaldehy    d,  H     examethylentetramin.     



  7. Stickstoffhaltige Derivate der Kohlen  säure, wie Harnstoff,     Triphenylguanidin,          Diorthotolylguanidin,        Piperidinpentamc:thy-          lendithiocarbamat,        Thiocarbanilid,        Tetra-          methylthiuramdisulfid.    Harnsäure und     Di-          orthotolylthioharnstoff    haben geringe oder  gar keine Wirkung.  



  B.     Heterozyklische,    stickstoffhaltige Ver  bindungen, wie     Pyridin.     



  9. Kondensationsprodukte von Anilin und  seinen Homologen mit Aldehyden, wie Form  aldehydanilin,     Anhydroformaldehydparato-          luidin.            Ina   <I>Handel erhältliche</I>     Verbindungen:       Verschiedene, im Handel erhältliche Ver  bindungen, wie     Vulcon,        Zimat,        Grasseletor,          Vulcanex    usw.

      <I>Anorganische</I>     Verbindungen:       1.     Borsäuren    und organische und anorga  nische Salze oder Additionsverbindungen von  Borsäure, wie     Hexaborat,        Boroxyd,    Natrium  metaborat,     Natriumperborat,    Borax,     Ca.lcium-          borat,        Glycerolborat.     



  2. Anorganische basische Substanzen, wie  Zinkoxyd,     Ammoniumcarbonat,        Zinkhydro-          xyd,        Natriumacetat,        DIagnesia.     



  3. Anorganische Chloride, wie Zinkchlo  rid,     Ferrichlorid,        Calciumchlorid,    Alumi  niumchlorid,     Ammoniumchlorid.     



  4. Schwache anorganische Säuren. wie       arsenige    Säure, Zinnsäure.  



  Die Erfinderin hat ermittelt, dass Harn  stoff in ziemlich ähnlicher Weise wie dehy-           drierte    Borsäure; als     Koagulationsbeschleu-          niger    mit aufgeschobener Wirkung dient.  



  Die     Koagulationsmittel,    deren Benutzung  gemäss der Erfindung bevorzugt wird, wir  ken nur in der Weise, dass sie die Koagula  tion des flüssigen oxydierten Öls bei den  Temperaturen der Öfen herbeiführen oder  beschleunigen. Verglichen mit den Zimmer  temperaturen, denen das Linoleum ausgesetzt  ist, nachdem es verlegt worden ist, sind diese       Temperaturen    verhältnismässig hoch. Daher  führen die     Koagulationsmittel    nicht eine  fortgesetzte Härtung und ein     Brüchigwerden     des Linoleums unter den Temperaturzustän  den herbei, denen es nach seiner Verlegung  auf Fussböden ausgesetzt ist.  



  Das Harz, das bei der Zubereitung des  Kittes dem Öl einverleibt     wird,    ist ein     Anti-          koagulationsmittel    und hat das Bestreben, zu  verhüten, dass die Erhärtung des Kitts und  Bindemittels nach der Reifung des Lino  leums sich fortsetzt. Es empfiehlt sich, im       Kitt    ein     Antikoagulationsmittel,    wie Harz,  zu benutzen, das das Bestreben hat, dass die  Koagulation oder     Erhärtung    des oxydierten  Öls während langer Zeit bei gewöhnlichen       Zimmertemperaturen    sich unerwünschter  weise fortsetzt.

   Durch die Wirkung des Har  zes     wird    bei gewöhnlichen     Zimmertempera-          turen    offensichtlich jegliche     Koagulations-          wirkung    des     Koagulationsmittels    überkom  pensiert, während bei den erhöhten Tempera  turen der Öfen während des Reifens das       Koagulationsmittel    ungeachtet der Anwesen  heit des     Antikoagulationsmittels    oder Harzes  wirksam     ist.     



  Die     Koagulationsmittel,    die gemäss der  Erfindung benutzt werden, sind     zweckmässig     entweder oxydationswidrige     Mittel,    oder sie  sind wenigstens neutral, insofern die Anre  gung irgend welcher oxydierenden Reaktion  im Öl in Betracht kommt.

   Wird der Kitt  in der -oben beschriebenen Weise unter Be  nutzung eines     Antikoagulationsmittels    zu  bereitet, um die nahezu vollständige Oxyda  tion des Leinöls zu ermöglichen, so ist wahr  scheinlich noch eine kleine Menge des noch       nicht    vollständig     oxydierten    Öls vorhanden    Wird der Kitt auf die gebräuchliche Weise  aus mechanisch oxydiertem Öl oder     aus     Schuppenöl zubereitet, so enthält der Kitt  einen beträchtlichen Bruchteil von nichtoxy  diertem Öl.

   Die Fortsetzung der Oxydation  etwaigen nichtoxydierten Öls im Kitt nach  Reifung und Verlegung des Linoleums ver  ursacht eine langsam fortschreitende, un  erwünschte zusätzliche Erhärtung des Kitt  bindemittels, wodurch die Biegsamkeit des  Linoleums zerstört und das Linoleum hart  und brüchig gemacht wird. Das     Reggens,     das als     Koagulationsmittel    oder     Reifungs-          beschleuniger    benutzt wird, soll daher     nicld     als ein oxydierendes Reagens öder als Ka  talysator dienen.

   Insbesondere wenn der Kitt  eine beträchtliche Menge von nichtoxydier  tem Öl enthält,     empfiehlt    es sich in der Tat,  dass das     Koagulationsmittel    ein     oxydation     widriges Mittel ist, wie zum Beispiel die     fol          genden        Koagulationsmittel:

       Borsäure,     Hexa.methylentetramin,        Ammo-          niakaldehyd,    Anilin, Borax,     Methylendiani-          lid,        Anhydroformaldehydparatoluidin,        Tri-          phenylguanilidin,        Benzidin.     



  Die benutzten     Koagulationsmittel    verbin  den sich offensichtlich nicht chemisch mit  dem Öl; vielmehr leisten sie ihren     Dienst     nach Art von Katalysatoren, indem sie un  ter Hitze beschleunigend wirken und den  physikalischen Zustand des flüssigen, oxy  dierten Öls in einen verdickten oder erhärte  ten Zustand umändern. Die     Koagulations-          wirkung    ist nicht eine oxydierende     WirkunIg.     das heisst eine Versteifung durch chemische  Bindung, - sondern vielmehr die     Verdickun'pT     oder Koagulation des bereits oxydierten Öls.  Diese Verdickung oder     Koagulation    ist nicht.

    eine fortschreitende, mindestens nicht in  einem zu beanstandenden Betrage, nachdem  das Linoleum aus der Wärmebehandlung in  den Ofen genommen worden ist. Die Wir  kung des     Koagulationsmittels    ist daher von  der von     Trocknungs-    oder     Härtungsmitteln     zu unterscheiden, die auf das Linoleum nach  dessen Verlegung eine sich fortsetzende Er  härtungswirkung nebst     Brüchigmacbung    Ha  ben würden.      Bei der Erläuterung der Erfindung     wurde     festgestellt, welches nach der Ansicht der  Erfinderin die richtigen Theorien sind; je  doch ist die Erfindung nicht auf solche Theo  rien abgestellt, da spätere Erkenntnis wei  teres.

   Licht auf Reaktionen werfen kann, die  gegenwärtig noch nicht völlig aufgeklärt sein  mögen. Zum Beispiel meint die Erfinderin,  dass die Koagulation oder Verdickung des  01s und die Umwandlung des mit     Äthyläther     ausziehbaren Stoffes in das unlösliche     Li-          tioxyn    von der Zusammenballung der Mole  küle in grössere Aggregate herrührt. Nach  manchen Theorien kann dies jedoch eine       Polymerisation,    das heisst die Bildung grö  sserer oder verwickelterer Moleküle sein, oder  es kann möglicherweise auch vom Zerfallen  oder von der Zerstreuung der Teilchen her  rühren.

   Daher ist der Ausdruck Koagulation  dazu bestimmt, die Verdickung, das heisst  die Umwandlung der oxydierten Bestandteile  des 01s in einen festen oder     erhärteten    Zu  stand zu decken, welches auch die zugrunde  liegenden molekularen Veränderungen sein  mögen.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH<B>I'</B> . Verfahren zur Herstellung von Linoleum, dadurch gekennzeichnet, dass eine Linoleum masse hergestellt wird, die einen Kitt ent hält aus oxydiertem, aber nicht koaguliertem sikkativem 01 und einem Koagulations- mittel, dass aus dieser Masse das Linoleum geformt und das geformte Linoleum der Ein wirkung von Wärme ausgesetzt wird, um das 01 zum Koagulieren zu bringen und dadurch das Linoleum zu reifen. UNTERANSPRECHE: 1.
    Verfahren nach Patentanspruch I, da durch gekennzeichnet, dass ein Koagula- tionsmittel verwendet wird, das bei, den gewöhnlichen Zimmertemperaturen nahe zu unwirksam ist. 2. Verfahren nach Patentanspruch I, da durch gekennzeichnet, dass ein Koagula- tionsmittel verwendet wird, das auf das 01 nicht oxydierend wirkt. 3. Verfahren nach Patentänspruch I, da durch gekennzeichnet, dass ein Koagula- tionsmittel verwendet wird, das eine Oxy dation des 01s verhindert. 4.
    Verfahren nach Patentanspruch I, da durch gekennzeichnet, dass eine Borver- bindung als Koagulationsmittel benutzt wird. 5. Verfahren nach Patentanspruch I, da durch gekennzeichnet, dass der Linoleum masse ein Stoff einverleibt wird, der erst nach einiger . Zeit in ein Koagulations- mittel übergeht. 6. Verfahren nach Patentanspruch I und Unteranspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Linoleummasse dehydrierte Bor säure einverleibt wird. 7.
    Verfahren nach Patentanspruch I, da durch gekennzeichnet, dass zur Bildung des Kittes ein Gemisch aus einem sikka- tiven 01 und einem Antikoagulations- mittel einer oxydierenden I:.ealz#tion aus gesetzt wird. PATENTANSPRUCH II: Nach dem Verfahren gemäss Patent anspruch I hergestelltes Linoleum, dadurch gekennzeichnet, dass es ein Koagulations-- mittel enthält. UNTERANSPRüCHE B.
    Linoleum nach Patentanspruch II, da durch gekennzeichnet, dass es ein Kea;gu- lationsmittel enthält, das bei gewöhnlichen Zimmertemperaturen so ziemlich anwizh sam ist. 9. Linoleum nach Patentanspruch II und Unteranspruch 8, dadurch gelzennzeic:hne-t, dass es auch ein Antikoagulationsmitt(#1 enthält, das bei gewöhnlichen Zimmer- temperaturen wirksam ist.
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