Schaltungsanordnung zum Kompensieren von Phasenänderungen bei einem über eine Leitung übertragenen Fernmeldestrom. Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf eine Schaltungsanordnung, mittelst wel cher Änderungen der Phase bei einem Fern- rneldestrom in Leitungen, insbesondere., jedoch nicht ausschliesslich, in Freileitungen ausge- -lichen werden können.
Während es schon unter gewöhnlichen Verhältnissen wichtig sein mag, den in Lei tungsstromkreisen auftretenden Phasenände rungen entgegen zu wirken oder sie auszu gleichen, so ist dies um so wichtiger in jenen Fällen, wo die Leitungsstromkreise zur Über tragung einer Melde- oder Steuerfrequenz für Kettenrundfunkanlagen benützt werden. Es ist beispielsweise schon vorgeschlagen worden, die Rundfunkdarbietungen mittelst einer An zahl dieselbe Frequenz benützenden Sende stellen zu verbreiten, wobei die verschiedenen Sendestellen mittelst einer über Drahtleitungen übertragenen Steuerfrequenz in Synchronis mus gehalten werden.
Bei einer derartigen Anlage würden jedoch kleine Änderungen der Phase der über die Leitung übertragenen Nie- derfrequenzströme als Folge der in jeder Sende stelle erfolgenden Frequenzvervielfachung beim Herauftransformieren der Steuerfrequenz auf eine Radiofrequenz erheblich vergrössert wer den. Bei einem Rundfunkteilnehmer, dessen Ort so gelegen ist, dass er die beiden mit gleicher Wellenlänge sendenden Stationen mit gleicher Feldstärke empfängt, machen sich die Phasenänderungen der Radiofrequenz ströme der beiden Stationen als langsamer Fadingeffekt oder andere Störung bemerkbar.
Man ist deshalb bestrebt, irgendwelche Ände rungen der Phase der über die Drahtleitungen übertragenen Steuerfrequenz bei Gleichwellen rundfunkanlagen nach Möglichkeit auszu schliessen.
Die Schaltungsanordnung gemäss vorlie gender Erfindung erlaubt dieses Ziel zu er reichen. Diese Anordnung ist dadurch ge kennzeichnet, dass ein Hilfskontrollstrom am Sendeende der Leitung mittelst Modulierungs- einrichtungen zwei Trägerströmen verschie dener Frequenzen aufmoduliert wird, welche modulierten Ströme über die Leitung über tragen und in entgegengesetzter Phasen- beziebung einem Detektor aufgedrückt werden, in dein jedoch nur Strom fliesst,
wenn die beiden Ströme nicht mehr die richtige Phasen lage inne haben und wobei eine phasenregu- lierende Einrichtung an die erwähnte Leitung angeschlossen ist, die dazu bestimmt ist, die richtige Phasenlage der beiden erwähnten Ströme herbeizuführen und zugleich den Fern meldestrom in die richtige Phasenlage zu bringen.
Nachstehend wird die Erfindung an zwei beispielsweisen Ausführungsformen des Er findungsgegenstandes ausführlich erläutert.
In der Zeichnung zeigen die Fig. 1 und 2 die zwei Ausführungsformen, während die Fig. 211 Einzelheiten eines automatischen Nach- regelungsmechanistnus zur Steuerung der Phasennachregelung zeigt, welcher in der Einrichtung der Fig. 2 verwendet wird. Bevor diese Schaltungsanordnungen in ihren Einzelheiten beschrieben werden, sollen nachstehend einige grundlegende Betrach tungen über-die in Freileitungen auftretende Phasenverschiebung und die sie bewirkenden Faktoren erfolgen.
Der grössere Teil der Änderung in der Phasenversobiebung in einer Freileitung wird durch die als Folge von Änderungen der Witterung in den Isolatoren bewirkten Kapazitätsänderungen hervorge rufen. In der folgciiden Tabelle sind einige Zahlenwerte dieser Änderung für einen typi schen Frequenzbereich angeführt, und zwar für Paare, die aus Kupferdraht mit 4,19 mm und 2,64 mm Durchmesser bestehen und einer) 'Abstand der Drähte von 29 cm be sitzen und an den üblichen Telephonfreilei- tungsisolatoren befestigt sind. In dieser Ta belle bedeutet ,Q die Phasenverschiebung per Meile Freileitung, gemessen in Einheiten der Winkelgeschwindigkeit.
EMI0002.0022
TABELLE.
<tb> <I>.#1y#,derurag <SEP> der <SEP> Phasenkonstanten <SEP> durch <SEP> Tyitter-uragsroechseG.</I>
<tb> Für <SEP> Paare <SEP> mit <SEP> 4,19 <SEP> min <SEP> Kupferdraht
<tb> :inderung <SEP> der
<tb> Phasenverschiebung <SEP> in <SEP> Trockenes <SEP> Wetter <SEP> Nasses <SEP> Wetter <SEP> ebung <SEP> Änderung <SEP> der
<tb> ss <SEP> per <SEP> <U>-Meile</U> <SEP> # <SEP> # <SEP> per <SEP> Meile <SEP> in <SEP> Einheiten <SEP> der <SEP> Phasenverschiebung
<tb> Hertz <SEP> Winkelgeschwin- <SEP> in <SEP> Graden <SEP> per <SEP> Meile
<tb> digkeit <SEP> per <SEP> Meile
<tb> 1000 <SEP> 0,03504 <SEP> 0,03533 <SEP> 0,00029 <SEP> I <SEP> 0,0166
<tb> 5000 <SEP> 0,1737 <SEP> 0,1753 <SEP> 0,0016 <SEP> i <SEP> 0,092
<tb> 10000 <SEP> 0,3458 <SEP> 0,3490 <SEP> 0,0032 <SEP> 0,184
<tb> 30000 <SEP> 1,0295 <SEP> 1,0389 <SEP> 0,0094 <SEP> 0,
539
<tb> Für <SEP> Paare <SEP> mit <SEP> 2,64 <SEP> min <SEP> Kupferdraht
<tb> 1000 <SEP> 0,03555 <SEP> 0,03582 <SEP> 0,00027 <SEP> 0,0155
<tb> 5000 <SEP> 0,1740 <SEP> 0,1758 <SEP> 0,00<B>1</B>8 <SEP> 0,103
<tb> 10000 <SEP> 0,3468 <SEP> 0,3504 <SEP> , <SEP> 0,0036 <SEP> 0,206
<tb> 30000 <SEP> 1,0330 <SEP> 1,0438 <SEP> 0,011 <SEP> \ <SEP> 0,620 In obiger Tabelle gibt die zweite Reihe Werte für die Phasenkonstante (3 per Meile Doppelleitung bei trockenem Wetter und die dritte Reihe die entsprechenden Werte bei nassem Wetter.
In der vierten Reihe ist die Differenz dieser Werte in Einheiten der Winkelge schwindigkeit per Meile angegeben, und die fünfte Reihe zeigt diese Differenzen in Gra den per Meile. Aus der Tabelle geht ferner hervor, dass die in der vierten und fünften Reihe angegebenen Änderungen praktisch proportional zur Frequenz und zudem vom Kaliber der Leiter unabhängig sind. Diese direkte Proportionalität ist insofern von Be deutung, als sie die Anwendung vorliegender Erfindung zugrunde liegenden Überlegungen ausserordentlich vereinfacht, wie die nach folgende Beschreibung zeigt.
Natürlich wird die Phasenverschiebung noch durch andere Faktoren bewirkt; jedoch ist von a11 diesen Faktoren nur einer von genügender Bedeutung, um an dieser Stelle genannt zu werden, nämlich die Änderung des Leiterwiderstandes mit der Temperatur. Im Kabelstromkreis kommt diesem Faktor eine grosse Bedeutung zu, indem ei> in jenem Falle der Hauptfaktor zur Erzeugung von Phasenverschiebungen ist. In einem Frei leitungsstromkreis besitzen indessen die Pha senänderungen, hervorgerufen durch Ände rungen des Leiterwiderstandes, einzig Be deutung bei Frequenzen, die unter dem Träger frequenzbereich liegen.
Wenn nun zur Über tragung von Steuerfrequenzen, die im Träger frequenzbereich liegen, Freileitungsstromkreise benützt werden, so brauchen die durch Än derungen des Leiterwiderstandes mit der Temperatur bewirkten Phasenänderungen nicht berücksichtigt zu werden und Kompensations- nachregelungen können unter der Voraus setzung gemacht werden, dass die Phasen änderungen praktisch proportional zur Fre quenz sind.
Die Wirkung dieser Phasenänderung bei Gleichwellenrundfunkanlagen, in denen ein über einen Freileitungsstromkreis führender Synchronisierungsweg vorhanden ist, ist eben falls zu erwähnen.
Irrfolge der zwischen der Phasenänderung und der.Frequenz innerhalb des Trägerfrequenzbereiches bestehenden Pro portionalität ist die Grösse der Phasenände rung für die Radioanlagen nahezu ganz durch die Sendefrequenz selbst bestimmt und nicht durch die Steuer- oder Synchronisierungs- frequenz. Ist die Synchronisierungsfrequenz beispielsweise gleich 5 Kilohertz und die Phasenänderung bei dieser Frequenz gleich B, so wird diese gleiche Änderung beim Her auftransformieren der Steuerfrequenz auf eine Sendefrequenz von 1000 Kilohertz auf 200 B vergrössert, da ja die Radiofrequenz 200mal grösser als die Steuerfrequenz ist.
Nun ist aber, wie bereits erläutert wurde, die Phasen änderung in Freileitungen für alle praktischen Zwecke direkt proportional der über die Lei tung übertragenen Frequenz. Bei einer Steuer frequenz vor) 10 Kilohertz ist daher die Phasenänderung ungefähr zweimal so gross, als im Falle einer Frequenz von 5 Kilohertz, also gleich 2 B. Wird die Steuerfrequenz von 10 Kilohertz auf die Sendefrequenz von 1000 Kilohertz herauftransformiert, so wird die Phasenänderung ihrerseits 100mal grösser, d. h. 2 B X 100 oder 200 B. Diese Phasen änderung ist aber genau gleich der im vor angehenden Falle gefundenen Änderung.
Daraus ist ersichtlich, dass die schliessliche Phasenänderung, mit welcher wir rechnen müssen, für eine gegebene Sendefrequenz dieselbe bleibt, ungeachtet der im einzelnen Falle gewählten Steuerfrequenz, aus welcher die Sendefrequenz hergeleitet wurde.
Die Grösse der Phasenänderung ist natür lich direkt proportional zur Länge des Lei tungsstromkreises. Nehmen wir etwa eine Freileitung von 100 Meilen Länge und eine Synchronisierungsfrequenz von 10000 Hertz an, so beträgt die maximale Phasenänderung bei einer Sendefrequenz von 1 Million Hertz 1840 elektrische Grade. Die Phasenänderung per Meile kann der fünften Reihe der obigen Tabelle entnommen werden und ist bei <B>10000</B> Hertz gleich 0,184. Bei der Herauf transformierung auf 1000000 Hertz wird sie 100mal grösser, d. b. gleich 18,4. Dies gibt den Wert per Meile, so dass wir also für einen Stromkreis von 100 Meilen Länge mit 100 multiplizieren müssen und damit den obigen Wert für die Phasenänderung zu er halten.
Obschon nun eine solche vorhandene Phasenänderung eine Frequenzänderung dar stellt, so kommt ihr von diesem Standpunkt aus keine Bedeutung zu. Nehmen wir an, dass eine 100 Meilen lange Leitung im Maxi mum ungefähr zwei Stunden brauche, um von den Zuständen bei trockenem Wetter auf jene bei nassem Wetter zu ändern. Wenn die oben abgeleitete Phasenänderung von 1840 Grad innerhalb dieser Periode gleich förmig auftritt, so beträgt die maximale Frequenzdifferenz zwischen den an beiden Enden der Leitung vorhandenen Sendestatio nen nur zirka 0,0007 Hertz.
Selbst bei einer Leitung von 1000 Meilen Länge würde die Frequenzdifferenz nicht mehr als das zehn fache dieses Betrages sein, oder mit andern Worten nicht mehr als 2,5 Grad. Vom Stand punkt der Erzeugung eines Schwebuugstones zwischen den Sendefrequenzen zweier be nachbarter Stationen ist selbstverständlich diese Frequenzdifferenz von geringer Be deutung. Ein wichtiger Faktor ist die all- mählichePhasenänderung, die-im empfangenen Signal abwechslungsweises Fading und An schwellen auf einen maximalen Wert be wirkt.
Mit einer Phasenänderung von 1840 Graden in zwei Stunden würde das Signal natürlich während dieser Periode einige Male abklingen, vielleicht bis zur vollkommenen Unhörbarkeit.
Nach dem vorangehenden ist die von den bei Freileitungen auftretenden Änderungen herrührendeFrequenzdifferenz zwischen Gleich wellenrundfunkstationen für gewöhnlich nicht wichtig. Immerhin wird die Phasendifferenz zwischen zwei Sendestationen in der durch einen beide Stationen mit annähernd gleicher Feldstärke empfangenden Rundfunkteilnehmer wahrgenommenen Interferenz zwischen den Darbietungen der zwei Stationen Änderungen bewirken.
Wie bereits erwähnt, zeigt die Fig. 1 eine Einrichtung zur Aufrechterhaltung einer konstanten Phasenverschiebung in einer ge gebenen Rundfunkstation durch Herstellung eines Phasenausgleiches zwischen Kompo nenten, die durch zwei verschiedene Frequen- zen getragen werden. Bei dieser Figur wird vorausgesetzt; dass die zwei Sendestationen d und B auf gleicher Wellenlänge senden, und dass die Sendefrequenz jeder Station durch Erzeugung von Harmonischen oder durch irgendwelche gleichwertige Verfahren aus einer Grund- oder Steuerfrequenz hergeleitet werden.
In der dargestellten Einrichtung wird die Sendefrequenz der Station A un mittelbar aus einer (xrundfrequenz von bei spielsweise 10000 Hertz hergeleitet. In der Station B wird die Sendefrequenz von der gleichen Grundfrequenz von 10000 Hertz hergeleitet, welche Frequenz über eine Lei tung nach der Station B übertragen wird Die Steuerfrequenz der Station A wird durch einen Oszillator 0 bekannter Art erzeugt und einer Vorrichtung zum Erzeugen von Harmonischen .Ha aufgedrückt, um die für den Radiosender der Station A gewünschte Welle zu erzeugen.
Als Vorrichtung zur Er zeugung Harmonischer kann irgend eine be kannte Vorrichtung dieser Art benützt werden, beispielsweise eine verzerrende Dreielektroden röhre, welche zwecks Auswahl der gewünsch ten Harmonischen auf ihrer Austrittsseite mit geeigneten Mitteln versehen ist. Die Steuerfrequenz aus dem Oszillator 0 kann ebenfalls über den Leitungsstromkreis L nach der Station B übertragen werden.
Zur Steuerung der Phase des in der Sta tion B ankommenden Stromes wird durch einen Oszillator 0' in der Station A eine zweite Trägerfrequenz von beispielsweise 5000 Hertz erzeugt. Durch einen dritten Oszillator G wird ferner eine Hilfsfrequenz von beispielsweise 250 Hertz erzeugt und mit dieser vermittelst der Modulatoren JI und M' die Trägerfrequenzen der Oszilla- toren 0 und 0' moduliert.
Von der Aus trittsseite des Modulators 111 wird die Träger frequenz von 10000 Hertz zusammen mit den entsprechenden Seitenbandfrequenzen über ein Filter oder eine andere geeignete Aus wahlvorrichtung 1;, nach einem Verstärker A,, und hierauf nach der Leitung L weiterge leitet. In gleicher Weise wird die Träger frequenz von 5000 Hertz mit ihren beiden Seitenbandfrequenzen von der Austrittsseite des Modulators M' über ein Filter I"" nach einem Verstärker A'a und hierauf nach ,der Leitung L geleitet.
In der Station B wird die Frequenz von 5000 Hertz zusammen finit ihren Seitenband frequenzen mittelst eines Filters oder einer andern Auswahlvorrichtung Pb nach einem Zweigstromkreis X geleitet. In gleicher Weise wird die Frequenz<B>1.0000</B> zusammen mit ihren Seitenbandfrequenzen mittelst eines Filters oder einer andern Auswahlvorrich tung Fb nach dem Zweigstromkreis Y ge leitet. Der Zweig Y enthält einen Phasen regler P.4b, hinter den eine Demodulations- vor'richtung Db geschaltet ist.
In gleicher Weise enthält der Zweig X einen Phasen regler PA'b und eine Demodulationsvorrich- tung D'b. Die beiden Phasenregler können mechanisch miteinander verbunden sein, so dass sie gleichzeitig und in einem bestimmten Verhältnis zueinander verändert werden können.
Der Demodulator Db trennt eine Kom ponente von 250 Hertz von der Trägerfrequenz 10000 und ihren Seitenbandfrequenzen und überträgt sie über ein Filter LI'b nach dein Kombinationsstromkreis Z, welcher die Pri märwicklung eines Transformators 10 ent hält. Die Sekundärwicklung dieses Trans formators liegt in einem Stromkreis, welcher einen Verstärker AA, einen Gleichrichter B, ein Messinstrument 24 und ein Relais 25 ent hält.
Auf ähnliche Weise trennt der De- TnocicTlator# D'b eine Komponente von 250 Hertz ab, welche durch die Auswahlvorrich tung (Filter) LI"b nach dein Kombinations stromkreis Z übertragen wird. Der Nieder- frequenzkombinationsstromkreis enthält ein Potentiometer Pb und einen Phasenregler AP," womit anfänglich die beiden Niederfrequenz- ströme gleich und entgegengesetzt gemacht werden können, so dass sie keinen Einfluss auf den Gleichrichter B und das Instrument 24 ausüben können.
Wenn durch irgend einen Witterungswechsel eine Phasenänderung in der Leitung erfolgt; so wird die Garösse dieser Änderung für die beiden Trägerfrequen- zen verschieden sein, und es werden daher auch die beiden demodulierten Komponenten von 250 Hertz, welche von den beiden Träger frequenzen abgetrennt werden, entsprechend phasenverschoben sein. Dem Gleichrichter R wird daher ein wirksamer Strom aufgedrückt, und das Instrument zeigt das Abweichen vom normalen Zustande an.
(gleichzeitig wird das Relais 25 erregt und schliesst dabei den Stromkreis der Alarmvorrichtung 26, worauf ein Wärter die Phasenregler -P-4b und PA'b betätigen kann, um den Ausgleichszustand wieder herzustellen.
Es ist klar, dass natürlich die beiden Phasenregler PAb und PA'b, wie auch die Beziehung zwischen den Phasenänderungen bei verschiedenen Frequenzen sein mag, so bemessen und miteinander mechanisch ver bunden werden können, dass wenn einer voll ihnen zwecks Komperisierung der Phasen änderung bei einer Frequenz nachreguliert wird, der andere eine solche Einstellung erhält, dass auch die Phasenänderung der andern Frequenz kompensiert wird. Indessen werden die Phasenregler und ihre Kupplung infolge des Umstandes, dass zwischen den Phasenänderungen für verschiedene Frequen zen eine lineare Beziehung besteht, oder anders ausgedrückt, da die Phasenänderung direkt proportional zur Frequenz ist, sehr einfach.
Zum Beispiel kann jeder der Phasen regler aus einem einfachen regulierbaren Kon densator bestellen; wobei die beiden Kon densatoren genau gleich sind und ihre be weglichen Teile auf einer gemeinsamen Welle befestigt werden, so dass sie sich gleichzeitig bewegen. Eine gegpberie Nachregelung des einen Kondensators zwecks Komperisierung der Phasenänderung bei einer Frequenz kom pensiert also zugleich auch die Phasenände rung bei der andern Frequenz, da die durch die Einstellungen gleicher Kondensatoren in den beiden Zweigen bewirkte Änderung Phasenänderungen der Frequenzen bewirkt, welche direkt proportional zur Frequenz sind.
Tatsächlich können auch in Fällen, wo diese direkte Proportionalität zur Frequenz vor handen ist, die beiden Phasenregler durch einen einzigen regulierbaren Kondensator er setzt werden, welcher in einem gemeinsamen Teil des Stromkreises angeordnet wird.
Normalerweise wird die in der Leitung auftretende Phasenänderung von einer Ände rung der Dämpfung begleitet sein, welche für die beiden Trägerfrequenzen verschieden ist. Folglich wird es zwecks Wiederherstel- lung des Plusgleiches nach einer Änderung gewöhnlich auch nötig sein, eine Einstellung des Potentiometers Pb des Niederfrequenz stromkreises Z vorzunehmen,
sobald die ver einigten Phasenregler .P.4b und PA'b des Hochfrequenzstromkreises betätigt worden sind. Der im Niederfrequenzstromkreis Z ent haltene Phasenregler APb hingegen dient nur zur Herstellung eines anfänglichen Ausglei ches und sollte darnach unverändert gelassen werden.
Die Sendefrequenz für den Radiosender der Station B wird durch Auswahl der Träger frequenz von 10000 Hertz mittelst eines Filters BI'b auf der Austrittsseite des Phasen reglers PAb erhalten. Hierauf wird die aus gewählte Trägerfrequenz einer an sich be kannten Vorrichtung HI, zur Erzeugung Har monischer aufgedrückt, welche die der ge wünschten Sendefrequenz entsprechende Har monische erzeugt.
Es ist ohne weiteres klar, dass, wenn die Phase sich ändert und die Phasenregler PAb und PA'r, zur Wiederher stellung des Ausgleiches nachreguliert werden, die Sendefrequenz in der Station B auto matisch in ein bestimmtes Verhältnis zur Phase der Sendefrequenz in der Station A zurückgeführt wird.
Es müssen noch folgende Punkte hervor gehoben werden: Die -jeder der über die Lei tung L übertragenen Trägerfrequenzen auf modulierte Niederfrequenz ist unerlässlich, da es durch keine Ausgleichsmethode möglich ist, die Phasen von Strömen zweier ver schiedener Frequenzen miteinander ztt ver gleichen. Während Ströme verschiedener Fre quenzen bezüglich ihrer Phase in eine Be ziehung zueinander gebracht werden können, so können sie jedoch nicht miteinander in Phase gebracht werden, da sie eben eine verschiedene Frequenz besitzen.
Ein anderer Punkt, der arrgeführt werden muss, ist der, dass es unpraktisch wäre, die Phasenänderung für die beiden Trägerfrequenzen durch Her auftransformieren der einen Frequenz auf diejenige der andern bestimmen zu wollen. Würde beispielsweise die niedrigere Frequenz von 5000 Hertz auf die Frequenz von 10000 Hertz herauftransformiert, so würde sie genau die gleiche Phasendifferenz wie die höhere Trägerfrequenz aufweisen. Dies folgt aus dem Umstand, dass, wie bereits erwähnt worden ist, die Phasenänderung direkt proportional zur Frequenz ist.
Da die Phasenänderung bei 5000 Hertz nur halb so gross ist als bei 10000 Hertz, wird deshalb die Frequenz von <B>5000</B> Hertz beim Herauftransformieren zwei mal so gross als bei 5000 Hertz. Aus diesem Grunde moduliert man bei der oben beschrie benen Einrichtung in der steuernden Station jede der beiden miteinander zu vergleichen den Trägerfrequenz, mit einer und der selben Niederfrequenz. Durch getrennte De tektion der beiden niederfrequenten Kom ponenten einer Trägerwelle in der fernen Station erhält man Komponenten, die int selben Masse in bezug aufeinander phasen verschoben sind wie die Trägerfrequenzen,
welchen sie aufrnoduliert worden sind, phasen verschoben sind. Deshalb ist die Ungleichheit infolge der Phasenverschiebung der Nieder frequenzkomponenten ein Mass für die Diffe renz zwischen den Phasenverschiebungen der beiden Trägerströme.
Weiter ist hervorzuheben, dass man be strebt ist, eine solche den Trägerfrequenz- striSrnen zu überlagernde Niederfrequenz zu benützen, die im Verhältnis zrr den beiden Trägerströmen niedrig ist, und zwar tun eine annähernd gleiche Differenz der Phasenver schiebung der eine gemeinsame Trägerfrequenz begleitenden Seitenbandfrequenzen zu erhalten.
Bekanntlich werden durch Detektion einer modulierten Trägerwelle zwei Niederfrequenz komponenten erhalten, von denen je eine einer Seitenbandfrequenz entspricht. Diese Komponenten würden eher in Übereinstim mung mit der Phasenverschiebung der beiden Seitenbandfrequenzen phasenverschoben sein, als mit der Trägerfrequenz selbst.
Da in dessen die eine der Seitenbandfrequenzen höher als die Trägerfrequenz und die andere niedriger als diese ist, so besitzt die aus einer Seitenbandfrequenz durch Detektion erhaltene Komponente eine um ein wenig grössere Phasenverschiebung und die andere durch Detektion der andern Seitenbandfre- quenz erhaltene Komponente eine um ein wenig kleinere Phasenverschiebung als die Trägerfrequenz.
Wenn nun die beiden Seiten bandfrequenzen nahe an der Trägerfrequenz liegen (wie dies der Fall ist, wenn eine relativ niedrige Modulationsfrequenz gewählt wird), so ist der Phasenunterschied der beiden Komponenten infolge der Differenz zwischen den beiden Seitenbandfrequenzen derart, dass sie einander entgegenwirken und die resul tierende Niederfrequenzkomponente, die durch Detektion aus einer einzelnen Trägerwelle erhalten wird, ist in dem Masse phasenver schoben, als die Trägerfrequenz selbst phasen verschoben ist.
Durch Verwendung der oben beschrie benen Einrichtung, und besonders dann, wenn eine Niederfrequenzwelle jeder der beiden Hochfrequenzträgerwellen aufmoduliert wird, mann ein ausserordentlich empfindlicher Aus gleich erhalten werden, und verhältnismässig niedrige Änderungen in der Phase können ganz genau neutralisiert werden.
Die Träger frequenzen zur Bestimmung der Phasen änderung können natürlich über eine Frei leitung übertragen werden, welche für T'räger- wellenverkehrswege eingerichtet ist, wobei die, beiden Steuerfrequenzen in den zwischen die für die verschiedenen Verkehrswege der Drahtwellenanlagebeuützten Trägerfrequenzen liegenden Bereich eingefügt werden, oder es kann, falls man dies wünscht, die eine der beiden Steuerfrequenzen gleich der gewöhn lich als Meldefrequenz für die Regulierung des Übertragungsäquivalentes der andern Trägerwellenverkehrswege benützten Fre quenz sein.
Ebenso kann jede oder beide dieser Steuerfrequenzen dadurch erhalten werden, dass man die zwei Verkehrswege einer Tril,gerwellentelegraphieanlage zugeord neten Trägerfrequenzen benützt. Ferner kön nen die beiden Steuerfrequenzen, wenn dies gewünscht wird, durch einen einzigen Gene rator unter Verwendung der Grundfrequenz und einer ihrer Harmonischen erzeugt werden, und selbstverständlich können die zwei im Steuerweg verwendeten Trägerfrequenzen der oben beschriebenen Einrichtung über ge trennte Stromkreise derselben Freileitung übertragen werden.
Die Einrichtung der Fig. 2 zeigt einen etwas abgeänderten Stromkreis, in welchem die Station A derjenigen der Fig. 1 gleich ist, ausgenommen darin, dass zwecks Ver einfachung die Verstärker A und A'" weg gelassen worden sind. In der Station B sind die in den Zweigen<I>X</I> und<I>Y</I> bis und mit zu den Niederfrequenzfiltern LFa, LF'b ent haltenen Elemente mit denjenigen der Fig. 1 identisch.
Der Zweig Y ist jedoch durch einen Transformator mit dem gemeinsamen Zweig eines Duplex-Röhrenstromkreises ver bunden, in welchem Gleichrichterröhren 30 und 31, die zugleich verstärken, in Gegen taktschaltung angeordnet sind. Anderseits ist der Zweig X mittelst des Transformators 12 mit den Gitterstromkreisen der Röhren in solcher Weise verbunden, dass auf diese entgegengesetzte Wirkungen ausgeübt werden. Die Austrittsstromkreise der beiden Röhren enthalten die Wicklungen eines polarisierten Relais 32. Der Zweig Y enthält auf der Niederfrequenzseite des Demodulators D6 einen Phasenregler AM, mittelst welchem ein an fänglicher Phasenausgleich hergestellt wird.
Die Stromkreise der Röhren 30 und 31 und ihr Anschluss an die Zweige<I>X</I> und<I>Y</I> sind derart, dass, wenn die Komponenten von <B>250</B> Hertz aus den Zweigen<I>X</I> und<I>Y</I> in der Phase um + oder - 90 verschieden sind, die an den Eintrittselektroden der beiden Gleichrichterröhren 30 und 31 auftretenden Potentiale ungeachtet der relativen Ampli tuden der beiden Komponenten in den Strom kreisen<I>X</I> und<I>Y</I> einander gleich sind. Wenn dies der Fall ist, so sind die die beiden Wick lungen des Relais 32 auf der Austrittsseite durchfliessenden Ströme einander gleich und entgegengesetzt, und der Anker des Relais bleibt- in der Ruhestellung.
Die anfängliche Phasenverschiebung von 90 wird, wie er .wähnt, durch Einstellung des Phasenreglers A Fr, erhalten, wobei keine Potentiometerein- stellung erforderlich ist. Darnach wird die gleiche Beziehung durch die gleichzeitige Steuerung der beiden Phasenregler PAr, und PA'b in den Hochfrequenzabschnitten der Zweige X und Y erhalten.
Während das Relais 32 kaum als An .zeigevorrichturrg dienen kann, nach welcher ein Wärter die Hochfrequenzphasenregler von Hand einstellen könnte, so kann jedoch das dargestellte Relais zur Steuerung einer sche matisch durch das Rechteck 40 dargestellten automatischen Einstellvorrichtung benützt werden. Diese Einstellvorrichtung kann irgend einer bekannten Type entsprechen. Wenn der Anker des Relais 32 auf dein einen Kontakt ruht, erfolgt die Nachregelung der Einrichtung im einen Sinne und wenn der Anker äuf dem gegenüberliegenden Kontakt ruht, im andern Sinne.
Die .Fig. 2a zeigt eine beispielsweise Ausführungsform einer solchen Vorrichtung, in welcher der Anker des Relais 32, wenn er auf dem einen Kontakt liegt, ein Relais 41 erregt, und wenn er auf dem .gegenüberliegenden Kontakt liegt, ein Relais 42. Wenn das Relais 41 erregt wird, so werden die Stromkreise des Motors 43 in solcher Weise mit einer Kraftquelle verbun den, dass sich der Motor in einer bestimmten Richtung dreht. Wenn das Relais 42 erregt wird, so werden die Stromkreise des Motors derart an die Kraftquelle angeschlossen, dass der Motor sich in entgegengesetzter Richtung dreht.
Der Motor ist wie üblich durch ein Schneckenradgetriebe mit der Antriebswelle der beiden Phasenregler .Ar, und PA'r, ge-. kuppelt. Bei diesem Stromkreis erfolgen keine .Einstellungen der Phasenregler, sobald der Anker des Relais 32 in der Ruhe ist. Wenn jedoch eine Ungleichheit auftritt und der Anker mit dem einen oder andern Kontakt in Berührung gebracht wird, so wird der Einstellmechanismus betätigt, und die Phasen regler werden derart eingestellt; dass die nor malen Phasenverhältnisse wieder hergestellt werden.
Die Anordnung kann natürlich auch in andern Einrichtungen als in Gleichwellen rundfunkanlagen angewendet werden.