Schaltvorrichtung für transportable Elektromotoren. Die Erfindung betrifft eine Schaltvorrich tung für transportable Elektromotoren. Bei bekannten Schaltern dieser Art sind an einem Kabelhaspel Steckdosen und Stecker nötig, ferner eine biegsame Verbindung zwischen dem Haspel und dem Schalter. Diese Ein richtungen geben zu häufigen Störungen An lass. Erfindungsgemäss werden diese Mängel dadurch beseitigt, dass der Kabelhaspel mit dem Motorschalter zu einem Apparat zu sammengebaut ist.
Auf der Zeichnung ist -als Ausführungs beispiel des Erfindungsgegenstandes eine Schaltvorrichtung für Drehstrommotoren mit Kurzschlussanker gezeigt, bei welcher in der Anlaufstellung Sternschaltung und in der Betriebsstellung Dreieckschaltung möglich ist, und zwar zeigt Fig. 1 eine Vorderansicht, zum Teil im Schnitt, Fig. 2 eine Seitenansicht, teilweise im Schnitt, Fig. 3 einen Längsschnitt, einzelne Teile weggelassen; Fig. 4 und 5 zeigen Einzelteile in Drauf sicht;
Fig. 6 und 7 sind Details im Schnitt nach den Linien A-B, C-D von Fig. 5; Fig. 8 und 9 zeigen je ein Schaltungs schema.
Es bezeichnet 1 ein Schaltergehäuse, in welchem sich eine aus Elektrizität nicht lei tendem Material bestehende.Schaltscheibe 2 befindet. Die Schaltscheibe 2 ist mittelst eines Zapfens 3 (Fig. 2 und 3) achsial ver schiebbar und drehbar in einem das Gehäuse 1 abschliessenden Deckel 4 gelagert. Auf der Schaltscheibe 2 sind, in gleichem Winkelab stand voneinander, über den Rand der Scheibe 2 vorstehende Kontaktlamellen 8 befestigt, die unter sich durch einen Draht 29 strom leitend miteinander verbunden, gegen alle andern Teile der Scheibe aber isoliert sind. Auf der Schaltscheibe 2 sind ferner, in glei chem Abstand voneinander und von den.
La mellen B entfernt, drei Lamellen 10 befestigt, die ebenfalls über den Rand der Scheibe 2 vorstehen. Die Lamellen 10 sind stromleitend je mit der Fassung 7 einer Schmelzsicherung verbunden. Jeder Sicherungsstöpsel 6 ist in einem aus Isoliermaterial bestehenden, an der Scheibe 2 befestigten Sockel 71 eingeschraubt. Dieser besitzt einen durch die Scheibe 2 geführten Metallbolzen 30. Letzterer ist mit telst eines Kontaktes 33 mit einem Kontakt stück 20 leitend verbunden, das ein federndes, von der Scheibe 2 abstehendes Endstück auf weist. Auch der Kontakt 33 besitzt ein von der Scheibe 2 abstehendes Endstück, das direkt über der Lamelle 8 liegt. Die senk recht zur Schaltscheibe 2 stehenden End stücke der Kontaktlamellen 8, 10, 33 besitzen alle denselben radialen Abstand.
Diese End stücke liegen in der Bahn von paarweise gleich weit voneinander im Kreis angeord neten, isoliert voneinander und gegen das Gehäuse befestigten Kontaktfedern 11, 12. Die Kontaktfedern 11, 12 sind mit Anschluss klemmen 13 versehen, an welche die zum Motor führenden Leitungen angeschlossen sind. Im Schaltergehäuse 1 sitzt lose dreh bar eine aus Isolationsmaterial bestehende Kontaktscheibe 14, welche mit einem Kabel haspel 15 mittelst Schrauben 16 (Fig. 3) verschraubt ist. Der Kabelhaspel 15 wird durch die Kontaktscheibe 14 im Schalterge häuse 1 geführt und kann zwecks Auf- resp. Abrollens des Kabels 17, das an die Strom quelle angeschlossen wird, leicht gedreht werden.
Der Kabelhaspel 15 wird noch von einer Welle 18 und zugehörigen Lagern ab gestützt. Das Kabel 17 besitzt drei Leiter; jeder ist mit einem von drei voneinander iso lierten Kontakten 19 leitend verbunden, wel che in der Kontaktscheibe 14 verschraubt sind. Die Köpfe der Kontakte 19 sind der Schaltscheibe 2 zugekehrt. Gegenüber diesen Kontakten 19 liegen die federnden Endstücke der Kontaktstücke 20, welche über die Siche rungen mit den Lamellen 10 elektrisch lei tend verbunden sind, folglich auch mit der Schaltscheibe 2 gegen die Kontakte 19 ver stellbar angeordnet sind. Das achsiale Ver stellen der Schaltscheibe 2 in Richtung gegen die Kontakte 19 erfolgt mittelst eines am Zapfen 3 angelenkten Schalthebels 21 mit Nase 22. Die Nase 22 liegt gegen eine Stütze des Gehäusedeckels an.
Durch Schwen ken des Schalthebels 21 in der Richtung ge mäss Pfeil I (Fig. 3), kann der Zapfen 3 samt der Schaltscheibe 2 mit ihren zugehörigen Teilen gegen die Kontakte 19 bewegt und mittelst einer zweiten Nase 23 in der Ein schaltschaltung gehalten werden, und zwar in der Weise, dass durch Drehen des Schalt hebels 21 die Nase 23 hinter einen Flansch des Deckels 4 geschoben wird, nämlich hinter den Flansch, auf dem die Nase 22 sich ab stützt. Der Sehalthebel 21 wird dann in der Schaltstellung verbleiben. Beim Drehen des Schalthebels 21 wird ein am Deckel 4 an gelenkter Hebel 26 verstellt.
Ein Federbol zen 24, der einerseits im Schaltergehäuse 1, anderends in dessen Deckel 4 achsial ver stellbar geführt ist, und der unter der Wir kung einer Feder 25 steht, liegt gegen den Hebel 26 an. Beim Verschwenken des Schalt hebels 21 drückt die Nase 23 auf den Hebel 26 und verstellt den Bolzen 24 entgegen der Wirkung der Feder 25. Der Federbolzen 24 dient zur Verriegelung des Haspels 15 mit dem Schaltergehäuse 1. Zu diesem Zwecke sind im Haspel 15 zwei diametral zueinander liegende Bohrungen 27, 28 vorgesehen, in welche das diesen Bohrungen zugekehrte Ende des Federbolzens 24 gebracht werden kann.
Ein Verstellen des Schalthebels 21 aus der Lage in Fig. 3 und damit das Einschalten überhaupt ist nur dann möglich, wenn der Federbolzen 24 in eine der Bohrungen 27, 28 eintreten kann, in welchem Falle die Kontakte 19 die richtige Lage in bezug auf die Kontaktstücke 20 einnehmen. Der Haspel 15 kann also nach erfolgtem Einschalten in bezug zum Schaltergehäuse 1 nicht mehr ver dreht werden und bleibt in dieser Betriebs stellung gesichert. Die Sicherungsstöpsel 6 folgen der Schaltscheibe 2 bei der Einschalt bewegung ins Innere des Schaltergehäuses durch die Öffnungen 5. In dieser Lage sind die Sicherungen unzugänglich, sie können nur bei offenem Schalter bedient werden.
Zum Schutz der Sicherungen und um das Eindringen von Fremdkörpern zu verhüten, ist ein Schutzdeckel 32 (Fig. 2) angebracht. Zur Beaufsichtigung der Kontakte können noch Löcher seitlich im Gehäuse 1 vorge- sehen sein, die durch einen gemeinsamen Deckel verschlossen werden.
Die Wirkungsweise ist nun folgende Das Schaltergehäuse 1 ist fest zum Beispiel am Motorengestell montiert, während der Kabelhaspel 15 sich drehen kann, insofern der Motor nicht im Betrieb und der Schalter also offen ist. Es kann nun die nötige Kabel länge vom Haspel 15 abgerollt und dessen Ende an die Stromquelle angeschlossen wer den, deren Strom bis in die Kontakte 19 fliesst. Der Haspel 15 wird nun noch so weit verstellt, dass eine der Bohrungen 27, 28 in die Bahn des Federbolzens 24 zu liegen kommt, wobei diese Stellungen durch irgend ein Kennzeichen angedeutet sein können. Der Schalthebel 21 wird gemäss Pfeil I ge schwenkt, wobei der Federbolzen 24 durch die Hebel 21, 26 in die Bohrung des Haspels 15 eingeführt wird und die Kontakte 19; 20 aufeinander gepresst werden.
Da gleichzeitig die Schaltscheibe 2 nach innen verstellt wird, so kommen die Kontaktstücke 8 und 33 mit den Kontaktfedern 11 und 12 in Berührung (Anlaufstellung) Fig. 6 und B. Der Strom fliesst durch die Kontakte 19, 20, 33 zu den Kontakten 12, über die Klemmen 13 zur Motorwicklung und zurück zu den Feder kontakten 11. Da die Kontakte 8 mittelst Draht 29 unter sich leitend verbunden sind, sind die Motorwicklungen in Stern geschaltet (Fig. 8). Wird nun mit dem Hebel 21 die Schaltscheibe 2 gemäss Pfeil II gedreht, so verlassen die Kontaktstücke 8, 33 die zuge hörigen Kontaktfedern 11, 12, wofür alsdann die Lamellen 10 je mit den Kontaktfedern 11, 12 (Fig. 7, 9) in Kontakt gebracht wer den.
Der Strom fliesst nun von den Kontak ten 19, 20 über die Sicherungen zu den La mellen 10 und den zusammengehörigen, nebeneinander liegenden Federkontakten 11, 12, wodurch die Motorwicklungen in Dreieck geschaltet werden (Fig. 9).
Die Verriegelung verhindert ein Drehen des Kabelhaspels zwecks Auf- oder Abhaspeln des Kabels während des Betriebes. Dadurch und infolge der gesicherten Lage der Siche rungen während des Betriebes gewährleistet die Schaltvorrichtung neben der Einfachheit und Übersichtlichkeit der Bauart und der In stallation eine hohe Betriebssicherheit.
Durch das jeweilige Drehen des Kabel- haspels 15 um 180 wird infolge Vertauschens der zwei äussern Pole 19 die Drehrichtung des Motors gewechselt.