Steuerung für Gleichstrom-Fahrzeuge mit wenigstens zwei verschiedenen Motorgruppier ungen. Die vorliegende Erfindung betrifft eine Steuerung für Gleichstrom-Fahrzeuge mit wenigstens zwei verschiedenen Motorgruppie rungen (Serie-, Serie-Parallel- und Parallel schaltung) und bezweckt, auf einfache Art ein rasches und sicheres Zurückschalten, sei es auf Nullstellung oder nur auf die nächst niedrigere Motorgruppierung, zu erreichen.
Beim Aufschalten von einer Motorgruppie rung auf die nächstfolgende (Anfahren) ist es bekanntlich erwünscht, dass während des Überganges die Motoren nicht oder nur teil weise abgeschaltet werden, um die Zugkraft- Schwankungen klein zu halten. und die Schaltapparate zu schonen. Da nun ein sol cher Übergang von einer Motorgruppierung auf die folgende mehrere Schaltbewegungen er fordert, die in einer ganz bestimmten Reihen folge sich vollziehen müssen, so werden zur Gewährleistung dieser Reihenfolge Verriege lungen der betreffenden Schaltorgane not wendig.
Wollte man auch für das Zurück schalten die gleichen Übergangsschaltungen verwenden, so würden, weil die Reihenfolge der Schaltvorgänge die umgekehrte ist wie beim Aufschalten, hierfür wieder eine Xnzahl Verriegelungen notwendig, was die Steuerung beträchtlich komplizieren würde.
Erfindungsgemäss werden nun beim Auf schalten die Stromkreise der Motoren auch beim Übergang von einer Motorgruppierung auf die folgende nicht oder nur teilweise un terbrochen, .dagegen beim Zurückschalten von einer Motorgruppierung auf die vorher gehende jeweilen alle Hauptschalter aus geschaltet, worauf dann die Umgruppierung ganz stromlos geschieht, und erst nach er folgter Umschaltung werden die der neuen Motorgruppierung entsprechenden Haupt schalter wieder eingeschaltet.
Ein weiterer Vorteil dieser Steuerung be steht darin, dass die Stromunterbrechungen durch die Hauptschalter, die hierfür besonders geeignet sind, besorgt und somit die übrigen Schaltapparate geschont werden.
In der Zeichnung ist ein Ausführungs beispiel des Erfindungsgegenstandes dar gestellt.
Fig. 1 stellt das prinzipielle Ilauptstrom- schema eines Fahrzeuges mit vier Motoren für drei Motorgruppierungen (Serie, Serie- Parallel und Parallel) dar. S1, S2, 83 und S4 sind die Hauptschalter (Einzelschalter); W1, lW'2, W'3 und W4 die Anfahrwiderstände; M1,, M13, M3 und M4 die Motoren. Die Schalter G, G1, G2, S5 S6 und S7 haben den Zweck, die verschiedenen Motorgruppierungen (Serie, Serie-Parallel, Parallel) herzustellen und bilden eine in sich zwangsläufige Schalter gruppe mit gemeinsamem Antrieb; dieselbe wird im Folgenden kurzweg Gruppierungs schalter genannt.
Die Einzelschalter für die Aufahrwiderstände, sowie die Fahrtrichtungs- vechsler und dergleichen sind der Einfach heit halber weggelassen.
Fug. 2 ist das zugehörige Steuerstrom schema. (Auch hier ist die Steuerung der Widerstandsschalter, Fahrtrichtungswechsler usw. weggelassen und nur die Steuerung des Gruppierungsschalters und der Hauptschalter angedeutet.) a bedeutet die Walze des Steuer- kontrollers mit 26 Einstellungen. b ist der Antrieb des Gruppierungsschalters. Entspre- ehend den drei Motorgruppierungen S, SP und P für die Serie-, Serie-Parallel- und Pa rallelschaltung besitzt letzterer drei Stellun gen A, B und C. Auf der Welle dieses An triebes sitzt auch die Steuerwalze c für sechs zugehörige Kontaktfinger.
Die Stellungen A, B und C derselben entsprechen also auch den Stellungen Serie, Serie-Parallel und Parallel des Gruppierungsschalters. In Fig. 2 ist der Antrieb des Gruppierungsschalters gedacht als ein elektropneumatisch mit drei Ventilen X, Y und Z gesteuerter Differentiallkolben, der seine Bewegungen durch Zahnstange und Zahnkolben auf die Nockenwelle der verschie denen hier vereinigten Schalter überträgt. Wenn das Elektroventil X Strom erhält, so wird der Gruppierungsschalter in Stellung A gebracht; wenn X und Z Strom erhalten, s o geht der Schalter auf Stellung B; wenn Y Strom erhält, so geht derselbe auf Stellung C.
d bedeutet die Schaltspulen zur Betätigung der Hauptschalter S1 bis S4; e und f sind Verriegelungskontakte an den Hauptschal tern S2, S3 und S4, und zwar werden die Kon takte e geschlossen bei geöffneten Haupt- schalter S, und 8, der Kontakt f dagegen geöffnet bei geöffnetem Hauptschalter S2.
Die Steuerungsvorgänge spielen sich nun folgendermassen ab: 1. Aufschaltenr. Wenn die Walze des Steuerkontrollers auf 0 steht, so ist der Gruppierungsschalter auf Stellung A (Serie), wobei die Schalter S@, Se, S7 eingeschal tet, die Schalter G, G1, G2, ausgeschaltet sind. Fährt man mit dem Steuerkontroller auf die erste Seriestellung I, so erhalten die Steuerstrom-Leitungen 4 und 7 Strom, und der Hauptschalter S1 schaltet ein. Hierbei sind alle Motoren und Anfahrwiderstände in Serie geschaltet. Fährt man von der letzten Serie auf die erste Serie-Parallel-Stellung NI des Steuerkontrollers, so erhält die Steuerleitung Strom und der Gruppierungsschalter schaltet auf Stellung B (Serie-Parallel) um, wobei Schalter G ein- und Schalter S5 ausgeschaltet werden.
Nach erfolgter Umschaltung erhält auch Steuerleitung 8 über die Leitung 5 und über die mit dem Gruppierungsschalter ver bundene Steuerwalze c Strom, und S2 schaltet ein. Wir haben nun Serie-Parallel-Schaltung der Triebmotoren. Der Schalter S1 öffnet sich bei diesem Übergang nicht, da seine Steuer leitung 7 durch Leitung 5 Strom erhält. Fährt man mit dem Steuerkontroller von Se rie-Parallel auf die erste Parallel-Stellung XIX, so werden die Steuerleitungen 1 und 2 unterbrochen und Leitung 3 erhält Strom, wodurch der Gruppierungsschalter auf Stel lung C (Parallel) umschaltet. Hierdurch wer- ,den die Schalter G1 und G2 ein-, die Schalter S6" und S, ausgeschaltet.
Nach dieser LTm- schaltung erhält Leitung 9 Strom durch Lei tung 6, und die Hauptschalter S3, S4 schalten ein, wodurch die Parallelschaltung aller vier 3lötoren hergestellt ist. Die Leitungen 7 und 8 der Hauptschalter S, und & bleiben unter Strom, ebenfalls von der Leitung 6 her ü be ,r die Walze e.
<I>2.</I> Za.rüclcschalten. Beim Zurückschalten von Parallel auf Serie-Parallel wird Lei tung 6 stromlos, wodurch alle vier Haupt schalter sieh öffnen, da der Gruppierungs- sclialter vorläufig noch auf Stellung C stellt. Erst naclcden die Hauptschalter S3 und ausgeschaltet haben, sind auch deren Kon takte e und somit Leitung 10 geschlossen, wodurch der Gruppierungsschalter auf Stel lung B (SP) gebracht wird, da gleichzeitig das Elektroventil Z durch Leitung 2 Strom erhält. Ist dies geschehen, so erhalten Lei tungen 7 und 8 über Leitung 5 und Steuer walze c wieder Steuerstrom, lind die Schalter S1 und S2 schalten wieder ein.
Beim Zu rückschalten arbeitet also der Gruppierungs schalter stromlos. Analog geschieht auch das Zurüclschalten von Serie-Parallel auf Serie. Leitung 5 wird unterbrochen, die Schalter S1 und S2 öffnen sich. Nachdem S2 ausgeschaltet hat, wird f unterbrochen, Lei tung 2 erhält keinen Steuerstrom mehr, und der Gruppierungsschalter schaltet auf A (Serie) um. Nach dieser Umschaltung erhält S1 wieder Steuerstrom über Leitungen 4 und 7 und schaltet wieder ein.
Durch die V erriegelungskontakte e und f wird also erreicht. dass beim Zurückschalten von einer Motorgruppierung auf die vorher gehende der Gruppierungsschalter erst um schalten kann, nachdem die Hauptschalter ausgeschaltet haben, so dass die Umgruppie rung stromlos erfolgt.
Bei der beschriebenen Schaltung arbeiten beim Aufschalten während des Überganges von einer Motorgruppierung zur folgenden jeweilen nur zwei von den vier Motoren, während die zwei andern über ihre Anfahr widerstände kurzgeschlossen sind. Für diese Übergänge, oder auch nur für einen der bei den, kann aber auch irgend eine andere Über gangsschaltung, zum Beispiel die sogenannte Brückenschaltung, bei der auch während des Überganges alle Motoren arbeiten, angewen det werden.