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Verfahren zum selbsttätigen Einschalten einer mit Quecksilberdampf-Gleichrichtern ausgerÜsteten Anlage.
Um das selbsttätige Einschalten von mit Quecksilberdampf-Gleichrichtern ausgerüsteten Anlagen zu ermöglichen, ist es erforderlich, eine gewisse Reihenfolge der Schalt vorgänge festzulegen und Einrichtungen zu treffen, welche selbsttätig die Teilschaltungen bewirken. Dabei müssen, um das beabsichtigte Nacheinander der Teilschaltungen zu erzielen, die Einrichtungen in Abhängigkeit voneinander
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anlagen technisch brauchbar zu machen. Es treten Schwierigkeiten auf, welche in der Eigenart der physikalischen Vorgänge begründet sind, die sich im Gleichrichter abspielen. Gerade beim Einschalten und Inbetriebsetzen muss mit grosser Vorsicht vorgegangen werden, da z.
B. sofort eine Rückzündung einsetzt, wenn den Anoden nicht Zeit gegeben wird, sich bis zu einer gewissen Temperatur zu erwärmen. Auch andere Erscheinungen bedingen eine gewisse Formierungszeit, die jedesmal einzuhalten ist, wenn der Gleichrichter unter Strom gesetzt werden soll. So darf auch das Zuschalten des Gleichrichters auf das Sekundärnetz und das Abschalten der Hilfsbelastung nicht sofort nach Einschaltung des Zündumformers, sondern erst kurze Zeit danach erfolgen, da die Massenträgheit des Umformers das Einsetzen der Zündung verzögert und damit die Schutzwirkung der Hilfsbelastung illusorisch macht.
Es ist nun Gegenstand der Erfindung ein Verfahren zum selbsttätigen Einschalten einer mit
Quecksilberdampf-Gleichrichtern ausgerüsteten Anlage, nach welchem nach Betätigung des Hauptsehalters (zum Anschluss der Anlage an das Primärnetz) das weitere Schalten durch Hilfseinrichtungen geschieht, deren Betätigung sowohl in Abhängigkeit voneinander als auch in Abhängigkeit von der Zeit erfolgt. Nach diesem Verfahren wird also ein solcher zeitlicher Abstand zwischen die einzelnen Schaltvorgänge gelegt, dass beim Zuschalten der Anlage auf das Sekundärnetz die Gefahr einer sofort einsetzenden Ruckzündung vermieden wird.
Das Verfahren sei am Ausführungsbeispiel der Zeichnung näher erläutert.
In der Figur bedeutet N das Primärnetz, 81 den (primären) Hauptschalter, durch welchen der den Gleichrichter G speisende Transformator T primär an das Netz N angeschlossen wird. Der Einfachheit der Darstellung halber ist das Primärnetz schematisch durch eine stark ausgezogene Linie und der Schalter 81 einpolig dargestellt. In Wirklichkeit kann das System primär und sekundär ein-oder mehrphasig sein. Das selbsttätige Schaltverfahren ist nun folgendes : Durch Drehen des Handrades H wird mit Hilfe des Zahngetriebes D der Schalter 81 geschlossen und damit die Primärwicklung des Transformators T unter Spannung gesetzt.
Gleichzeitig wird der Schalter S1' geschlossen, welcher den am Hilfsnetz N H liegenden Stromkreis des Zeitrelais P, schliesst. Dieses Relais betätigt den Schalter . wodurch das Relais R, Strom ebenfalls vom Netz ei-hält. Das Relais R1 betätigt den Schalter 82, welcher den Hilfsbelastungswiderstand 18 zwischen den Nullpunkt 0 der Sekundärwicklung von T
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und dadurch tritt das von Netz Nr, gespeiste Zeitrelais Pz in Aktion. Dieses schliesst nach Ablauf einer gewissen Zeit den Schalter Q2 und damit den Stromkreis des Relais R2, welches die Schalter 8a und. S'/ einlegt.
Der Schalter 8a dient gleichzeitig zum Einschalten der Zündeinrichtung X und zum Einschalten der Erregereinrichtung E. Erhält so die Zündanode az und die Erregeranode as Strom, dann fliesst
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Zeitrelais P 3 Strom vom Netz NI, und betätigt nach Ablauf der eingestellten Zeit den Schalter Q3 und damit das Relais ssg. Dieses Relais legt nun erst den sekundären Hauptschalter 84 ein, durch welchen der Gleichrichter auf das Sekundärnetz L-M geschaltet wird, wobei L den-Leiter. Af den + Leiter des Gleichstromnetzes darstellt.
Der an das Gleichstromnetz (Sekundärnetz) abgegebene Gleichstrom durchfliesst aber das Relais R4, welches den Schalter S 5 öffnet und damit den Hilfsbelastungswiderstand abschaltet. Bei diesem Verfahren wird nicht nur die Abhängigkeit der in der gewählten Reihenfolge aufeinanderfolgenden Teilverfahren voneinander gewahrt, sondern es ist durch die Zwischenschaltung der Zeitrelais dafür Sorge getragen, dass den besonderen physikalischen Eigenschaften des Gleichrichters Rechnung getragen wird, welche für jeden Teilvorgang eine gewisse Formierungszeit der wirksam werdenden Teile erfordern.
In dem gewählten Beispiel war vorausgesetzt, dass die Betätigung des Hauptsehalters von Hand erfolgt. Aber es kann in gewissen Fällen vorteilhafter sein, das Einlegen auch dieser Schalter nach Einleitung des Schaltvorganges (z. B. durch Betätigung eines Steuerrelais) selbsttätig und in Abhängigkeit von der Zeit erfolgen zu lassen. In dem oben angegebenen Ausführungsbeispiel war eine gewisse Reihenfolge der Teilsehaltungen angenommen worden. Während bei einigen dieser Teilvorgänge des Schaltverfahrens das Nacheinander unbedingt gewahrt werden muss, sind doch andere dabei, deren Zeitpunkt keine wesentliche Bedeutung für das Verfahren hat. So wird das Luftpumpenaggregat unter Umständen dauernd arbeiten müssen, unter Umständen kann es sogar ganz abgestellt sein.
Der Hilfsbelastungswiderstand kann sogar zweckmässig sofort mit Einlegen des primären Hauptschalters angeschlossen werden, wenn nur seine Abschaltung nicht vor Schliessen des sekundären Hauptschalters erfolgt. Es ist durchaus vorteilhaft, wenn alle diese an keinen bestimmten Zeitpunkt gebundenen Vorgänge gleichzeitig mit dem Einlegen des primären Hauptschalters eingeleitet werden, damit die Zahl der voneinander und von der Zeit abhängigen Einrichtungen möglichst gering wird. Dieses Prinzip lässt sich noch dahin erweitern. dass das Schaltverfahren in zeitlich aufeinanderfolgende Gruppen gleichzeitig getätigter Teilverfahren zerlegt wird, wobei die einzelnen Gruppen voneinander und von der Zeit abhängig zur Wirkung kommen.
So kann z. B. gleichzeitig 1. das Einlegen des primären Hauptschalters und der Anschluss des Hilfsbelastungswiderstandes, 2. das Einschalten der Erregungs- und Zündugnseinrichtung, 3. das Einlegen des sekundären Hauptschalters und das Abschalten der Hilfsbelastung erfolgen. Damit ist das Verfahren auf eine sehr geringe Anzahl abhängiger Teile beschränkt. Für die Abschaltung der Anlage kann es zweckmässig sein, die Reihenfolge und Art der Funktionen umzukehren, oder die ganze Anlage durch unmittelbares Herausnehmen der beiden Hauptschalter auf einmal ausser Betrieb zu setzen. Der letztgenannte Fall wird sich empfehlen, wenn eine Fehlerstelle auftritt, welche die Anlage und das Netz gefährdet.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Verfahren zum selbsttätigen Einschalten einer mit Quecksilberdampf-Gleichrichtern aus- gerüsteten Anlage, dadurch gekennzeichnet, dass nach Betätigung des Hauptschalters für das Primärnetz
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und von der Zeit erfolgt.