AT95316B - Verfahren zur Herstellung eines korkähnlichen Erzeugnisses. - Google Patents

Verfahren zur Herstellung eines korkähnlichen Erzeugnisses.

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  Verfahren zur Herstellung eines korkähnlichen Erzeugnisses. 



     Markhältige   Pflanzen oder das Mark von Pflanzen für sich allein sind für Zwecke, bei welchen als Vorbedingung ftir das Rohmaterial eine ganz besondere Leichtigkeit, hohe Elastizität, schwere
Verbrennbarkeit, Widerstandsfähigkeit gegen Feuchtigkeit, Fäulnis, Schimmelbildung u. dgl. gefordert werden, ohne vorhergehende sorgfältige Bearbeitung nicht zu verwenden, weil ihr Zellinhalt von Natur aus noch nicht jene Umwandlungen erfahren hat, die bei geeigneten Pflanzenteilen (wie z. B. Kork), welche die eben angeführten Eigenschaften auch ohne jegliche Vorbereitung besitzen, deutlieh erkennbar sind.

   Zwar sind in verschiedenen Patentschriften die mannigfachsten Rohstoffe des Pflanzenreiches angeführt, bzw. zu Ersatzzwecken vorgeschlagen worden, jedoch konnte bisher kein einziger-lediglich aus den oben angeführten   Gründen - dauernde gewerbliche Verwendung   finden. Das D. R. P. Nr. 235258 führt z.

   B. fast alle bisher zur Linoleumerzeugung in   Vorschlag gebrachten Ersatzstoffe mit   jenen Gründen an, welche eine wirkliche Verwendung   unmöglich   machten, will selbst aber verschiedene Teile der Mais- pflanze-insbesondere die entkörnten Maiskolben-als geeigneten Ersatz (lediglich nach entsprechender
Vermahlung) verwenden, ohne zu berücksichtigen, dass auch diese Pflanzenteile zu einem überwiegenden
Anteile aus verholzten Zellen bestehen, welche deren Verwendung   ausschliessen,   obzwar schon in der
Beschreibung des angeführten Patentes eine   angeblich #merkwürdige holzig-markige Beschaffenheit"   als wesentliches Merkmal der Maiskolben hervorgehoben wird.

   Da jedoch   tatsächlich   die mannigfachsten markhältigen Pflanzenteile oder Pflanzenmark selbst nach gehöriger Sichtung und Umwandlung als gute Ersatzstoff mit den eingangs   angeführten   Merkmalen verwendbar werden, so wird nach dem vor- liegenden Verfahren   zunächst   eine Trennung der noch umbildungsfähigen Anteile von jenen, die nicht mehr   umbildungsfähig sind,   vorgenommen. Zu diesem Zwecke werden die Pflanzenteile in beliebiger   Weise-zweckmässig   auf eine Korngrösse von 1 bis 4 mm - zerkleinert und in Wasser oder schwache   Salzlösungen gebracht   und darin mehrere bis 72 Stunden belassen, wobei sich bei sehr frischen Pflanzen ein mehrmaliger Wasserwechsel empfiehlt.

   Die umbildungsfähigen Stoffe vergrössern dabei ihren Raum- inhalt um ein Mehrfaches, ohne im selben Verhältnis Wasser auf-und an Gewicht zuzunehmen, so dass sie ständig an der   Oberfläche   schwimmen. Die zur Umbildung nicht geeigneten jedoch nehmen bei sehr geringer Raumvergrösserung viel mehr Wasser auf und an Gewicht so zu, dass sie sofort oder nach kurzer
Zeit zu Boden sinken. Nach dem Abschöpfen der schwimmenden Pflanzenteile werden von ihnen die wasserlöslichen Anteile-soweit sie nicht schon bei der vorhergegangenen Behandlung freiwillig an- getreten sind-nach beliebigen bekannten Verfahren ausgelaugt und die Pflanzenteile, jedoch ohne
Anwendung höherer Temperaturen als 35 bis   40  C. (zweckmässig   in mässig bewegtem Luftstrom) ge- trocknet.

   Ihr Zelleninhalt und die Zellwandung bleiben bei dieser Art der Behandlung in jenem Zustande, der ihre Koalisation durch Zufuhr von Fetten oder   Fettverbindungen,   wie Seifen u. dgl. ohne Zuhilfe- nahme höherer Wärmegrade ermöglicht und ohne dass von den Pflanzenteilen irgendein   Überschuss   an
Fett aufgenommen werden würde. Zur Ausführung dieses Verfahrensabschnittes bewegt man zweck- mässig die getrockneten Pflanzenteile bei ständigem Erwärmen auf   35-40  C.   in Förderrinnen   od.   dgl. an porösen Wänden vorbei, durch welche man von aussen das Fett od. dgl. unter Regelung der Zufuhr so durchdringen lässt, dass keine unnötigen Überschüsse austreten, die den Pflanzenteilen zugekehrte
Wandseite jedoch stets mässig fett ist, so lange, bis die Koalisation beendet ist.

   Nach deren   Durehführung   ist der so behandelte Rohstoff frei von allem gärungsfähigen oder jenem Zellinhalt, welcher Fäulnis-,
Schimmel- oder sonstige schädliche Pilzbildungen zulässt ; er lässt sich nicht vom'Wasser benetzen, ist 

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 ausserordentlich leicht, elastisch und nur in dem den gewerblichen Zwecken   entsprechenden Masse zu-     sammendrückbar   und weist auch sonst in jeder Beziehung die erwünschten, eingangs geschilderten Vor- 
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 sind.

   Bei verschiedenem Pflanzenmark   oder markhältigen Pflanzen ist-namentlich   kurz nach der Ernte-der Eiweissgehalt noch so   beträchtlich,   dass es zweckmässig ist, denselben noch vor der Koalisation in denjenigen einerseits   widerstandsfähigen, anderseits für Fettaufnahme   besonders geeigneten Zustand zu überführen, den man z. B. bei der   Lederbereitung   durch die verschiedenen Gerbe-oder sonstigen Konservierungsverfahren zu erreichen trachtet. Anwendbar sind alle Verfahren und Hilfsstoffe, die 
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 ganz gleich verhält. Es werden daher z.

   B. die Pflanzenteile nach der oben beschriebenen Abscheidung der nicht mehr umwandelbaren Anteile nach dem   nächstliegenden Vorbilde   der Lederzubereitung, gleichviel ob   Loh-oder Mineral-oder sonstigen Gerbung,   mit deren Hilfsstoffen und Vorrichtungen z. B. in 
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 der Frische der Pflanzenteile in einem oder mehreren Tagen erreicht wird. Sodann werden sie. wie oben beschrieben, getrocknet und weiterbehandelt. 



   PATENT-ANSPRÜCHE :   l.   Verfahren zur Herstellung eines korkähnlichen Erzeugnisses, dadurch gekennzeichnet, dass markhältige Pflanzenteile oder   Pflanzenmark einem Umbildungsprozess   unterworfen werden, indem 
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AT95316D 1916-08-10 1916-08-10 Verfahren zur Herstellung eines korkähnlichen Erzeugnisses. AT95316B (de)

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