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Die bekannten Schaumschwimmverfahren zur Aufbereitung von Erzen versagen nicht selten, z. B. bei ton-und karbonathaltigen Erzen. In der Literatur wird dieses Versagen meist damit erklärt. dass das Öl die Erzteilchen nicht oder unvollkommen benetzt. Wie dulch eingehende Versuche festgestellt wurde, hat der Misserfolg der Schaumschwimmverfahren bei ton- und karbonatha1tigen (dolomi- tischen) Erzen seinen Grund darin, dass die feinen Erzteilchen mit dem tauben Gestein umhüllt und so
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Infolgedessen können naturgemäss die Erzteilchen von dem als Schwimmittel verwendeten Öl nicht aufgenommen werden, da die Voraussetzung für die Benetzbarkeit und Entstehung verschiedener Obei- flächenspannung zwischen Erz und taubem Gestein fehlt.
Es wurde nun gefunden, dass auch derartige tonige bzw. karbonatha1tige, bisher für das Schaumschwimmverfahren als ungeeignet geltende Erze mit Erfolg nach diesem Verfahren aufbereitet werden können, wenn man dafür sorgt, dass die die Erzteilchen umhüllenden Anteile des Gesteins von diesen lösgelöst und eventuell vor Anwendung des Schwimmverfahrens abgetrennt werden. Dies geschieht gemäss der Erfindung dadurch, dass man zu dem in wässeriger Suspension befindlichen zerkleinerten Material bzw. den in Suspension zu bringenden Erzen vor oder während der Schaumschwimmaufbereitung solche Substanzen zusetzt, welche die Fähigkeit besitzen, einen Anteil oder Anteile des Gesteins in wässeriger Suspension in den Solzustand zu bringen. Geeignete Substanzen in diesem Sinne sind die bekannten Solbildner, wie z. B.
Elektrolyte, die Hydroxylionen enthalten, wenn es sich darum handelt, elektronegative Substanzen, wie Ton, Kaolin u. dgl., in Sol zu bringen. Für elektropositive Substanzen sind geeignete Substanzen z. B. wasserstoffionenhaltige Elektrolyte. Durch den Zusatz derartiger Substanzen werden die zu gewinnenden Erzteilchen von ihren Umhüllungen losgelöst und sind nun der Benetzung durch das Schwimmittel und damit dem Schwimmverfahren zugänglich.
Im einzelnen kann das vorliegende Verfahren in der Weise ausgeführt werden, dass das aufzubereitende Erz nach entsprechender Zerkleinerung zunächst in bekannter Weise suspendiert und mit einer geeigneten solbildenden Substanz versetzt wird. Durch diesen Zusatz gehen in bekannter Weise Anteile des Substanzgemisches in den Solzustand und bleiben in Suspension, während die entgegengesetzt geladenen bzw. elektrisch inaktiven Teile die Tendenz haben, sich abzusetzen. Diese so behandelten Suspensionen sind nunmehr geeignet für die Anwendung des Sehaumsehwimml erfahr cns, indem man die in Suspension gegangenen Anteile in bekannter Weise zunächst vom Abgeschiedenen abtrennt und hierauf den verbleibenden Rückstand, eventuell nach Verdünnen und nochmaligem Zusatz von Elektrolyt, nach dem Ölschwimmverfahren behandelt.
Dabei kann man sich derjenigen bekannten Schaum-und Schwimmittel, z. B. der zu diesem Zwecke bekannten öligen Substanzen, bedienen, durch welche der gemäss dem Verfahren geschaffene teilweise Solzustand nicht gestört wird. Es kommt also nicht nur auf die weitgehende Lockerung der Komponenten und auf das In-Sol-Bringen bestimmter Anteile an, sondern erfindungsgemäss des weiteren, dass der durch Elektrolytzusatz zu erzielende Zustand auch bei Gegenwart von Flotationsmitteln aufrecht erhalten bleibt.
Das Verfahren nach der Erfindung kann auch in der Weise ausgeführt werden, dass die solbildende Substanz gleichzeitig mit der Schaumsehwimm aufbereitung angewendet wird, indem zu der im Schwimm-
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aufbereitungsbehälter befindlichen und verarbeiteten Erztrübe der Solbildner zugegeben wird. Die Wirkung ist hier die gleiche wie beim vorherigen Zusatz der solbildenden Substanz, indem Anteile des Gemisches in Suspension gehen und andere sich abzusetzen suchen. Der Zusatz des Öles kann hiebei gleichzeitig mit dem Elektrolyten oder je nach den Umständen vor-oder nachher erfolgen. Vorteilhaft ist eine geringe, aber nicht zu grosse Loslichkeit des zu verwendenden Öles in der Suspension ; not-
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Ausführungsbeispiele :
1.
Ein Molybdänglanz führendes Erz, enthaltend 1-1. 3% J\foSz, dessen Gangart aus Ton und tonigen Kalken bzw. Dolomiten besteht, wurde nach feiner Mahlung in Wasser suspendiert und mit wenig Wasserglas versetzt. Hiebei geht der Ton in bekannter Weise in Suspension, während sich der Molybdänglanz mit dem übrigen tauben Gestein, namentlich von dolomitischem Charakter, absetzt.
Hierauf wird der Hauptanteil der Suspension abgetrennt, während der Rückstand von neuem mit Wasser aufgeschlämmt, eventuell nochmals, mit einem geeigneten Elektrolyten und wenig Anilin versetzt, dem Schaumschwimmverfahren unterworfen wird, wodurch sich an der Oberfläche der Molybdänglanz ab- scheidet. Auf diese Weise wird der Molybdänglanz bis zum Gehalt von 86% angereichert. Wird das zu behandelnde Erz ohne Zusatz eines Solbildners in gleicher Weise mit Anilin dem Schwimmverfahren unterworfen, so tritt praktisch eine Anreicherung des Erzes nicht ein.
2. Ein Kupferkies wird trocken aufgemahlen und dann, im Verhältnis von 1 : 4 mit Wasser vermischt, in den Schaumschwimmapparat gegeben. In diesen Apparat werden gleichzeitig wenig Wasserglas, Anilin und etwas Fuselöl gegeben. Gleichzeitig wird das ganze Gemisch unter Lufteinführung innig verrührt. Es fliesst ein bronzefarbiger grüngelber, äusserst beständiger Schaum ab. Die Anreicherung
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Dass nach dem vorliegenden Verfahren die Erzeugung bzw. Aufrechterhaltung des Solzustandes von wesentlicher Bedeutung ist, ergibt sich aus der Tatsache, dass das Verfahren vollkommen versagt, wenn man nach erzeugtem Solzustand diesen, z. B. durch Zusatz von Aluminiumsulfat, wieder vernichtet und hierauf das Schwimmverfahren wieder anwendet.
Das Verfahren ist auf alle diejenigen Erze anwendbar, welche Bestandteile enthalten, die durch die bekannten Mittel in Solzustand zu bringen sind, insbesondere bisher nicht aufbereitbare, sehr arme Erze können nach dem Verfahren der technisch'n Verwertung zugänglich gemacht werden.
Es sind bereits Verfahren bekannt, bei denen die lockernde und trennende Wirkung von Elektr) lyten auf Suspensionsgemische zum Aufschlämmen benutzt wird. Demgegenüber liegt der Erfindung die neue Erkenntnis zugrunde, dass die Anwendung dieser lockernden und trennenden Ele1.'irolytwirkung bei der Schaumschwimmaufbereitung von Erzen grosse Vorteile bietet, sei es. dass sie zur Vorbehandlung der Erze vor der Schaumschwimmaufbereitung benutzt oder gleichzeitig mit dieser Aufbereitung angewendet wird. Es wird so möglich, Erze nach dem Schaumschwimmverfahren mit Erfolg zu behandeln, bei denen dies bisher nicht möglich war.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Verfahren zur Schaumschwimmaufbereitung von ton- und karbonathaltigen Erzen, dadurch gekennzeichnet, dass die fein zerldeinerten Erze vor oder während der Behandlung nach dem Sehaur. i- schwimmverfahren in wässeriger Suspension mit geeigneten solbildenden Substanzen derart behandelt werden, dass ein Anteil oder Anteile des Gemisches in den Solzustand übergehen und sich von den sie einhüllende oder an ihnen haftenden Anteilen von anderem elektrischen Charakter loslösen.