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Verfahren zur Messung des Nebensprechens.
Das Nebensprechen zwischen den einzelnen Leitungen eines Fernsprech-Mehrleitersystems wird bisher in der Weise gemessen, dass es mit der Dämpfung von Eichleitungen verglichen wird. Es wird dabei so vorgegangen, dass der Strom einer passenden Wechselstromquelle mittels einer Umschaltevorrichtung abwechselnd über die Eichleitung und über die zu prüfenden Leitungen einem Telephon zugeführt wird, wobei im letzteren Falle die Stromquelle an der induzierenden und das Telephon am gleichen Ende des Mehrleitersystems an der induzierten Leitung liegt. Diejenige Dämpfung der Eichleitung, bei der in dem Telephon in beiden Fällen gleiche Lautstärke gehört wird, wird als Stärke des Nebensprcchens bezeichnet.
Bei der eingestellten Dämpfung ss ist nach Pupin das Verhältnis der Anfangs-zur Endstrom- stärke in der Eichleitung
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Da auf gleiche Endstromstärke im Telephon eingestellt wird, gibt demnach der Wert von ss die Stärke des Nebenspreehens nur dann richtig wieder, wenn auch die Anfangsstromstärken in Eichleitung und induzierender Leitung gleich sind und ausserdem das Telephon auf die Eichleitung die gleiche Rück-
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stark verschieden sind, und sich ausserdem, namentlich bei langen und pupinisierten Leitungen, nur anähemdnachbildenlassen, folgt hieraus entwedereinegrosse KompliziertheitimAufbauundderAnwendung der Eichleitungen oder die Notwendigkeit, sich je nach den Umständen mit einer nur sehr rohen Annäherung der Messung zu begnügen.
Zur Vermeidung dieser Nachteile wird nach der Erfindung ein neuer Weg eingeschlagen, der darin besteht, dass die Stärke des Nebensprechens zwar der Definition gemäss noch auf das Dämpfungsmass einer Eichleitung bezogen wird, seine Messung aber nicht mehr durch den Vergleich mit einer Eichleitung, sondern durch die Messung des Verhältnisses der Spannung an der induzierenden zu derjenigen an der
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Nach der Erfindung geschieht dies dadurch, dass Ve durch eine einstellbare Teilspannung von Va kompensiert wird, wobei zur Erzeugung der einstellbaren Kompensationsspannung als solcher eine an sich bekannte Schaltung benutzt wird.
Das Prinzip der neuen Messschaltung ist in Fig. 1 schematisch dargestellt. Die Wechselstromquelle S erzeugt an den Klemmen 1, 2 der induzierenden Leitung die Spannung Va. Parallel dazu liegt ein hoher Widerstand (in der Grössenordnung von etwa 50. 000 Ohm), der einer symmetrischen Potential-
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daher die Spannung Ir, und an denen der beweglichen Spule n die Spannung 00 MI, wenn M den Koeffizienten der gegenseitigen Induktion und to die Kreisfrequenz bedeuten. Sind r und n so eingestellt, dass das Telephon T schweigt, so kompensiert die geometrische Summe derSpannungen von r und n
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verschiebung y der Spannungen Va und Ve.
Hieraus können bei der Untersuchung sich induzierender Stromkreise wichtige Schlüsse über die Ursachen der Störung gezogen werden, die das bisherige Messverfahren nicht ergab.
Die in Fig. 1 im Prinzip wiedergegebene neue Messsehaltung weist noch einige Mängel auf, die in der nach Fig. 2 ausgebildeten Schaltung erfindungsgemäss beseitigt sind.
Sowohl die Stromquelle S als auch der das Telephon T bedienende Beobachter besitzen eine merkliche Kapazität gegen Erde. In der Schaltung nach B ig. l würden daher durch das Telephon Ladeströme fliessen, die eine unrichtige Kompensationseinstellung zur Folge hätten.
Erfindungsgemäss wird daher nach Fig. 2 sowohl die Stromquelle S als auch das Telephon T durch Transformatoren U11 U2 und Us von der Schaltung abgetrennt, die zwischen Primär-und Sekundär- wicklung geerdete Abschirmungen s enthalten. Ist die Kompensationseinstellung von r und n von Fehlern der genannten Art frei, so darf sie sich nicht ändern, wenn das Telephon T von einem Zweig der Kompensationsleitung in den anderen verlegt wird. Um dies prüfen zu können, sind nach der Erfindung in der Schaltung nach Fig. 2 die Umschalter X und Y vorgesehen.
Der Umschalter z dient nach der Erfindung dazu, die Leitung 3, 4 stets so an die Kompensationsleitung anschliessen zu können, dass die Phase der Spannung Ve derjenigen der in !' und ? erzeugten Kompensationsspannung entgegengesetzt ist.
Die neue Messschaltung kann ausser zur Messung des Nebensprechens in Fernsprechleitungen mit gleichen Vorteilen auch zur Untersuchung beliebiger anderer sich gegenseitig beeinflussender Stromkreise verwendet werden ; so z. B. besonders zur Untersuchung der Induktionsfreiheit von S2lbstinduktions- spulenpaaren, wie sie in D. R. P. Nr. 329481 beschrieben sind und zur Ausführung des in D. R. P. Nr. 334365 für diese Spulen beschriebenen Abgeleichverfahrens,
PATENT-ANSPRÜCHE :
1.
Verfahren zur Messung des Nebensprechens zwischen den Leitungen eines Fernsprech-Mehr- leiersystems, dadurch gekennzeichnet, dass die die Stärke des Nebensprcchens charakterisierende Dämpfungszahl gemessen wird durch die Bestimmung des Verhältnisses, in dem die Spannung (Va) der induzierenden zu der Spannung (Ve) der induzierten Leitung am Anfang des Mehrleitersystemes steht.