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Verfahren zur Aufbringung von Verzierungen auf gefilzte Hutstumpen.
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aus dem fertigen Hut soviel als möglich ausgeglichen ist. Nur in besonderen Fällen, in denen verzerrte und ganz unregelmässige Muster hergestellt werden sollen, mag sich eine mangelhafte Streckung, in eine unebene Lage empfehlen. Darauf wird mit geeigneten Vorrichtungen wie z. B. einer Schablone, einem Block, einer Prägeplatte oder mit Walzen ein doppelt oder mehrfach wiederkehrendes Muster aufgebracht, z. B. ein solches, das aus einer Anzahl von parallelen Linien nach Abb. 3 besteht. Eine geeignete an sich zum Drucken bekannte Vorrichtung zur Aufbringung eines Musters der letzteren Art ist in den Fig. 4 und 5 dargestellt. In diesen bezeichnet a eine Druckwalze, die mit Ringnuten b zur Aufnahme von Farbstoff versehen ist.
Dieser wird von einer Farbwalze c aufgetragen, die in einem Trog (I läuft. Ein Abstreifer e entfernt die auf die Oberfläche der Walze a gelangte Farbe. Weiter ist eine Andrückwalze/* vorgesehen.
Der flachliegende Hutstumpen wird zwischen den Walzen a und f hindurch geführt und hiebei der in den Ringnuten b enthaltene Farbstoff auf seine Oberfläche aufgetragen. Endlich wird der Hutstumpen der Wirkung eines Dampfstroms ausgesetzt, wodurch er in die Kegelform des Hutstumpens zurückschrumpft.
Der Dampf befestigt dabei die Farbe und erweicht die Fasern sowie das Versteifungsmittel.
Wenn die Streckung in die flache Lage gleichförmig war, so wird ein ursprünglich gleichförmiges Muster auch in gleichförmiger Weise verzerrt und erhält ein gefälliges, ausgeglichenes, in symmetrischer Weise verändertes Aussehen, wie es z. B. die Abb. 6 und 7 erkennen lassen.
Wenn der Hutstumpen nach dem Aufbringen des aus parallelen Linien bestehenden Musters nach Fig. 3 noch einmal zwischen die Walzen a und f gebracht wird, aber in seiner Lage um 900 verdreht gegen die frühere, so entsteht ein aus kleinen Quadraten bestehendes Muster (Fig. 8 und 9).
Wenn das Muster nach Fig. 8 durch eine Druckwalze aufgebracht wird, bei der die Ringnuten b sehr dicht aneinander liegen (z. B. 24 Nuten auf einen Zoll, wobei die Breite jeder Nute ungefähr 1/"Zoll (0-8 mm) beträgt, oder wenn es durch irgendeine andere Vorrichtung aufgetragen wird, die geeignet ist, dicht aneinanderstehende parallele Linien zu erzeugen, so erweckt das Muster den Eindruck eines grob gewebten Tuches. Man kann also auf diese Weise einen Filzhut herstellen, der aussieht, wie ein Tuchhut.
Oder wenn man ein solches Muster nur auf die obere oder die untere Seite aufträgt, so erhält man einen Filzhut, der aussieht, als ob er mit Tuch überzogen wäre.
Aus einiger Entfernung freilich geht das Aussehen des gewebten Tuches verloren und der Hut erscheint, als ob er mit einer einzigen Farbe gefärbt wäre. Das ist besonders der Fall, wenn die Linien alle dieselbe Farbe haben. Man kann so die Wirkung eines gefärbten Filzes erzielen, ohne doch den ganzen Filz in das Farbbad bringen zu müssen, kann also einen Hut herstellen, der auf der einen Seite mit einer und auf der andern Seite mit einer andern Farbe versehen ist. Selbstverständlich kann man die Farbe auch in anderer Weise als in Linie aufbringen. z. B. mit einer gepunkteten Walze und in diesem Fall erhält man eine vollere Färbung, als sie durch Aufbringen einer Farbe mit einer gepunkteten Walze auf ungestrecktem Filz hergestellt werden könnte.
Der kegelförmige Hutstumpen wird nach dem Aufbringen des Musters auf irgendeine der bekannten Arten in die marktgängige Form gebracht.
Die vorerwähnte Versteifung des Stumpes vor dem Flachlegen kann auch nach dem Flachlegen geschehen oder ganz unterlassen werden. Die Versteifung vor dem Strecken erleichtert aber die Anwendung der Erfindung, weil die Versteifung das Verbleiben der Form in der flachen Gestalt unterstützt. Zu beachten ist, dass der Hutstumpen nicht vollständig in die ursprüngliche kegelförmige Form zurückschrumpft, der Grad der Schrumpfung hängt von der verwendeten Filzart ab, sowie von der Sorgfalt, mit der man beim Ausstrecken oder Dämpfen vorgeht, sowie von den sonstigen Massnahmen dabei.
Vorstehend ist die Erfindung erläutert in ihrer Anwendung auf einen Hutstumpen, der ursprünglich fertig in die kegelförmige Gestalt gefilzt ist. Jedoch ist die Erfindung auch anwendbar auf Hutstumpen, die zunächst nur teilweise in kegelförmige Gestalt gefilzt sind. In diesem Falle wird die Filzung vollendet, nachdem das Muster aufgebracht und der ausgestreckt Hutstumpen wieder in die kegelförmige Gestalt zurückgeschrumpft ist.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Verfahren zur Aufbringung von Verzierungen auf gefilzte Hutstumpen, dadurch gekennzeichnet, dass der mehr oder weniger kegelförmig gefilzte Hutstumpen ohne Zusammenlegen flach ausgestreckt, in dieser Lage mit Farbmusterung versehen und dann der Stumpen durch Dämpfen in kegelförmige Gestalt zurüekschrumpfen gelassen wird, wodurch beispielsweise bei Verwendung einer Musterung, deren einzelne Elemente in gleicher oder annähernd gleicher Gestalt sich wiederholen, diese Elemente infolge der Zurück- schrumpfung des Stumpens auf dem fertigen Hut in verzerrter und mannigfaltiger Gestalt erscheinen.