AT91927B - Verfahren zur Herstellung von wasserfreiem oder wasserarmen Magnesiumchlorid. - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von wasserfreiem oder wasserarmen Magnesiumchlorid.

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   <Desc/Clms Page number 1> 
 
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Es sind verschiedene Verfahren zur Herstellung von wasserfreiem oder   wasserarmem   Magnesiumehlorid aus sauerstoffhaltigen Magnesiumverbindungen und Chlor oder Chlorverbindungen vorgeschlagen worden. 



   Die direkte Umsetzung nach der Gleichung :
2   lIgo   + 2 Cl2   == 2 Cl, 0,   ist als undurchführbar angesehen worden, da die günstigsten Gleichgewichtsbedingungen nur bei so niedriger Temperatur (unter etwa   5000 C) erfüllt werden, dass   die Reaktionsgeschwindigkeit viel zu 
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Man hat darum andere Verfahren, auf der Anwendung von Reduktionsmitteln neben Chlor beruhend, wie z.

   B. von Kohle, gewissen gasförmigen Kohlenstoffverbindungen, Kohlenstoff in chemischer Verbindung mit Chlor,   Schwefelmetallen,   vorgeschlagen, um den bei der Reaktion freigewordenen Sauerstoff zu binden und dadurch die   Durchführung   der Reaktion bei Temperaturen zu ermöglichen, bei denen die Reaktionsgeschwindigkeit gross genug ist, indem das Reduktionsmittel den Sauerstoff nach und nach, wie er nach obenstehender Gleichung frei wird, aufnehmen sollte. 



   Alle diese Methoden bieten indessen bedeutende technische Schwierigkeiten, da es nicht leicht ist, einen Apparat zu konstruieren, der bei hoher Temperatur (es werden in der Regel Temperaturen zwischen 700'und 800  C oder   darüber   vorgeschlagen) gegen die reagierenden Stoffe widerstandsfähig genug ist und weil das gebildete   Magnesiumchlorid   teils durch kostspielige Verfahren von den gleichzeitig gebildeten anderen Metallchloriden abgeschieden werden muss.

   Hiezu kommt, dass gebildetes Magnesiumchlorid, wenn bei Temperaturen gearbeitet wird, die über dem Schmelzpunkt des Magnesiumchlorids liegen, ein Hindernis für die vollständige   Durchführung   des Chlorierens bilden wird, indem die   Ausgangsmaterialien schon während   des ersten Teiles des Chlorierens mit geschmolzenem Magnesiumchlorid imprägniert werden. Diesen Schwierigkeiten entgeht man infolge vorliegender   Erfindung,   bei 
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 Ausgangsmaterial und Endprodukt bilden, sich   überwiegend   oder ganz in fester Form befinden. Dies wird dadurch ermöglicht, dass die Chlorierung in Gegenwart von elementarem Schwefel oder sauerstofffreien Verbindungen zwischen Chlor und Schwefel   ausgeführt   wird. 



   Die Einwirkung von Chlor auf Magnesiumoxyd geht dann nach folgender schematischer Gleichung vor sich : 
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 ist, ist es doch nicht als Chlorierungsmittel für   Magnesiumsauerstoffverbindungen   bekannt gewesen und man konnte auch nicht voraussehen, dass die Einwirkung von Chlor auf Magnesiumsauerstoff- 

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 Verbindungen bei so niedriger Temperatur und so schnell vorgeht, wenn Schwefel vorhanden ist, dass die   Reaktion sieh für eine technische   Herstellung von Chlormagnesium eignet. 



   Beispielsweise kann man als   Magnesiumsauerstoffverbindungen Magnesiumoxyd,-karbonat,   Kalziummagnesiumkarbonat oder Silikat anwenden, doch ist nach den bisherigen Erfahrungen da, Oxyd am besten für die technische Durchführung des Prozesses geeignet. 



   Es wurde gefunden, dass die Chlorierung des Oxydes im Beisein von Schwefel respektive sauerstofffreien Verbindungen zwischen Chlor und Schwefel mit bedeutender Geschwindigkeit bei Temperaturen vor sich geht. bei denen eine Chlorierung von   Magnesiumsauerstoffverbindungen bis   jetzt niemals hatte vorgenommen werden können, so beispielsweise bei 250'C. Bei   350''-150  C   geht diese Chlorierung sn sehnell vor sieh, dass der Prozess mit Leichtigkeit technisch durchgeführt werden kann. 



   Es ist inzwischen nichts im Wege, den Prozess auch bei Temperaturen über   450'C   oder über   ,) OC)' C anzuwenden,   wenn es aus technischen Gründen für wünschenswert angesehen wird, z. B. direkt nach der Chlorierung das   Magnesiumchlolid     niederzuschmelzel1,   beispielsweise zur elektrolytisehen Magnesiumdarstellung, indem sich die Methode speziell zur Kombination mit elektrolytischer Herstellung von   Magnesium und   Chlor eignet. 
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 kann in bekannter Weise durch Schmelzen mit Kohle vom Sulphatgehalt befreit werden, indem   da- !     Magnesiumsulphat   bei hohen Temperaturen, wie bekannt, mit Kohle reagiert nach der Gleichung :

  
MgSO4 + C = MgO +   802 + CO,   und kleine   Mengen von Magnesiumoxyd   können leicht aus dem leicht schmelzbaren Magnesiumchlorid geschieden werden. Zur späteren Spaltung des Nebenproduktes Magnesiumsulphat ist es   zweckmässig.   dem angewandten Magnesiumoxyd vor der Chlorierung eine kleinere Menge Kohle zuzusetzen. 



   Wird die Chlorierung bei Temperaturen von ungefähr 500  C oder   darii. ber (zwischen 4500 und     550') vorgenommen,   so ist die bei der Nebenreaktion gebildete   Magnesiumsulphatmenge   ganz untergeordnet und aus diesem Grunde kann man es erwünscht finden, bei so hoher Temperatur die Reaktion vorzunehmen. 



   Es ist aber in jedem Falle für die Erreichung eines brauchbaren Resultates absolut notwendig. die Chlorierung unter dem Schmelzpunkt von wasserfreiem Chlormagnesium vorzunehmen, da es auf den vollständigen Verlauf der Reaktion schädlich wirkt, indem die Ausgangsmaterialien mit geschmolzenem   Chlonnagnesium   imprägniert werden. Wünscht man die Reaktionswärme zum Schmelzen des gebildeten Chlormagnesiums auszunutzen, so sollte dies erst während der letzten Stadien der Chlorierung geschehen. 



  Als eine obere Temperaturgrenze für die   zweckmässige   Durchführung des Prozesses erhält man so ungefähr   700  C. Auch   diese Temperatur ist indessen niedriger als die Temperaturen, die bei älteren Chlorierungsmethoden vorgeschlagen sind. 



    Dadurch, dass sich das Verfahren bei viel niedrigeren Temperaturen als bei den bisher vorgeschlagenen   Verfahren für Chlorierung von magnesiumsauerstoffverbindungen unter Abwesenheit von Wasser in freiem oder gebundenem Zustande durchführen lässt, wird die Apparaturfrage in   solchem   Grade vereinfacht, dass jeder Schaverständige nach bekannten Prinzipien zweckmässig feste oder rotierende Apparate zur   Ausführung   der Reaktion konstruieren kann.

   Die Reaktion kann beispielsweise nach dem Gegen- 
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 sauerstoffverbindungen und Schwefel in kaltem oder vorgewärmtem Zustande von obenher ein-   geführt werden, während   Chlor in flüssigem Zustande oder als kaltes oder warmes Gas von untenher. entweder in reinem Zustande oder mit Gasen gemischt, welche nicht selbst an der Reaktion teilnehmen.   zugefühlt witd.   so dass die Reaktion da stattfindet, wo die von obenher zugeführten Stoffe den von untenher   zugeführten   Stoffen begegnen, vorzugsweise in dem unteren Teil des Zylinders,   während   im oberen Teil 
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 sation der an der Reaktion teilnehmenden flüchtigen Stoffe stattfindet.

   Es kann zweckmässig sein. einen solchen Apparat wie den obenbeschriebenen Zylinder direkt mit der Elektrolysezelle für die Magnesiumherstellung zu kombinieren, so dass   Cblor   im warmen Zustande in den Zylinder von der Elektrolysezelle geleitet wird, während Chlormagnesium, eventuell nach vorausgehender Schmelzung, in die 
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 nieht an die hier genannten Apparatanordnungen gebunden. Beispielsweise kann man auch rotierende Trommeln zur Durchführung der Reaktion anwenden. 



   Die bei der Reaktion freiwerdende Wärme genügt, um die Reaktion selbst bei verhältnismässig kleinen Apparaten ingangzuhalten, ja sogar, wenn man es wünschen sollte, zum ganzen oder teilweisen Schmelzen des gebildeten   Chlormagnesiums, doch   kann dieses Niederschmelzen nur mit Vorteil erst während des letzten Stadiums der Chlorierung ausgeführt werden. Man kann nach Wunsch die Temperatur in dem Reaktionsraum dadurch regulieren, dass die Zuführungsgeschwindigkeit der Ausgangsmaterialien reguliert wird oder durch Verändern des   Mengenverhältnisses zwischen   diesen. 

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   Die vom Reaktionsraum ausströmenden gasförmigen oder dampfförmigen Stoffe, die ausser   i-chwefeldioxyd   aus Verbindungen zwischen Chlor und Schwefel eventuell auch sauerstoffhaltigen Verbindungen zwischen Chlor und Schwefel sowie eventuell auch Schwefeldampf oder Chlor bestehen   köpnen,   werden   zweckmässig   in an sich bekannter Weise zur teilweisen Kondensation gebracht.

   Dieses kann beispielsweise im Kondensationsgebiet in dem oberen Teil eines zylinderförmigen   Behälters   vor sieh gehen, in dessen unterem Teil sich der Reaktionsraum befindet und wird die   Kondensation zweckmässig   in einer solchen Weise ausgeführt, dass Schwefel, Verbindungen zwischen Chlor und Schwefel sowie 
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 Zustande in den Reaktionsraum zurückgeführt werden, während Schwefeldioxyd und eventuell freies Chlor entweder in die Atmosphäre hinausgelassen wird oder in an sich bekannter Weise zum Gegenstand der Trennung. Gewinnung oder weiterer Verarbeitung gemacht wird. Jedoch ist es zweckmässig, den Reaktionsverlauf auf die Kondensation so zu leiten, dass freies Chlor nicht den Reaktionsraum und das Kondensationsgebiet darüber verlässt. Dies kann leicht durch Begrenzung der Chlorzufuhr erreicht werden.

   Werden solche Magnesiumsauerstoffverbindungen angewendet, die während der Reaktion in anderer als obengenannter Weise Gase abspalten, wie z. B. Magnesiumsulphat oder magnesiumhaltige Karbonate, die Kohlendioxyd, abspalten, so wird die Reaktion und die Kondensation so geleitet. dass diese Gase den Reaktionsraum in Gasform verlassen. 



   In bezug auf zweckmässige technische   Ausführung   des obengenannten Prozesses wurde die Erfahrung gemacht, dass von allen wasserfreien Magnesiumsauerstoffverbindungen sieh Magnesiumoxyd am bestehen eignet, da die Reaktion bei Anwendung dieses Stoffes bei der niedrigsten Temperatur und am schnellsten vor sich geht. Man kann es beispielsweise in Form der gewöhnlichen Handelsware. leichtes   Magnesiumoxyd"oder"schweres Magnesiumoxyd"oder   in Form von kaustischem gebrannten Magnesit mit Korngrösse von beispielsweise   0-5 mm   anwenden.

   Das   Mengenverhältnis   zwischen Magnesiumoxyd und Schwefel kann bei kontinuierlichem Betrieb auf ungefähr 40 Gewichtsteile Magnesiumoxyd und 16 Gewichtsteile Schwefel gesetzt werden, doch kann man durch die Reaktionstemperatur und die Art des angewandten Apparats genötigt werden, von diesem   Mengenverhältnis abzuweichen,   da sich auf der einen Seite Schwefel in Form von Sulphat anstatt in Form von   Schwefeldioxyd   binden kann, während auf der andern Seite etwas Schwefel bei Zufuhr von Sauerstoff zur Apparatur verloren gehen kann. 



  Das angewandte   Magnesiumoxyd kann zweckmässig   mit einer kleinen Menge Kohlenstoff gemischt werden. beispielsweise in Form vonHolzkohle, in einer Menge entsprechend 1-3 Gewichtsprozenten des   Magnesium-   oxyds, welche zur Spaltung des   Magnesiumsulphats   dient, das neben dem Magnesiumchlorid gebildet werden kann. Die während des kontinuierlichen Betriebes zugeführte Chlormenge, 40 Gewichtsteilen Magnesiumoxyd entsprechend, kann   zweckmässig   zwischen 53 und 71 Gewichtsteilen Chlor liegen.   \l1e   zur Reaktion angewandten Stoffe sollten, wenn sie nicht von vornherein wasserfrei sind, einer sorgfältigen Trocknung unterworfen werden, bevor sie in den Reaktionsraum   eingeführt   werden, wenn man wünscht. ganz wasserfreies Magnesiumchlorid herzustellen.

   Wird die Reaktion mit den in diesem Beispiele angeführten Stoffen nach dem Gegenstromprinzip ausgeführt, so ist es zweckmässig, die Reaktion bei ungefähr   200 -300  C anfangen zulassen,   dann die Chlorierung der Hauptmenge im Temperaturintervall zwischen   3000   C und   6000 C durchzuführen,   um zum Schlusse während des letzten Stadiums der Reaktion ganz oder teilweise das Produkt durch Erhitzung auf etwas über   700  C   zu schmelzen. Doch ist die Durchführung der einzelnen Stadien des Prozesses selbstverständlich nicht an die in diesem Beispiel angeführten Temperaturen gebunden. 



   PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Verfahren zur Herstellung von wasserfreiem oder wasserarmem Magnesiumchlorid durch Chlorierung von wasserfreien   oder wasserarmen Magnesiumsauerstoffverbindungen   in Gegenwart von Schwefelverbindungen, dadurch gekennzeichnet, dass die Chlorierung bei Temperaturen erfolgt, bei welchen die Magnesiumverbindungen, die das Ausgangsmaterial und Endprodukt bilden, sieh ganz oder überwiegend in fester Form befinden und Sehwefel in elementarer Form oder in Form sauerstoffreier Verbindungen zwischen Chlor und Schwefel zugegen ist.

Claims (1)

  1. 2. Verfahren wie in Anspruch 1 angegeben, dadurch gekennzeichnet, dass die Chlorierung bei Temperaturen zwischen 2000 und 700" ausgeführt wird.
    3. Ausführungsform des im Anspruch 1 angegebenen Verfahrens, dadurch gekennzeichnet, dass die Chlorierung bei niedriger Temperatur kombiniert wird mit einer abschliessenden Chlorierung bei einer Temperatur, bei der das gebildete Chlormagnesium schmilzt.
    4. Verfahren nach Anspruch l zur direkten Herstellung eines magnesiull1sulphatarmen Produktes, dadurch gekennzeichnet, dass die Chlorierung bei Temperaturen zwischen 450" C und 550" C EMI3.2
AT91927D 1920-03-29 1921-02-25 Verfahren zur Herstellung von wasserfreiem oder wasserarmen Magnesiumchlorid. AT91927B (de)

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