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Hülse aus Pappe für elektrische Zünder.
Die Hülsen für elektrische Zünder bestehen bekanntlich aus einem Röhrchen mit einer dünnen, bei der Zündung durchschlagbaren Querwand, und auf der einen Seite dieser
Querwand wird die Pulverladung untergebracht, in die die Stromzuführungsdrähte mit einer Glüh-oder Funkenstrecke hineinragen und auf der anderen Seite dieser Querwand wird die etwa Knallquecksilber enthaltende Kapsel eingesteckt. Der die Pulverladung ent- haltende Teil des Röhrchens ist am Ende durch eine isolierende Masse, etwa Schwefel, abgeschlossen, durch die die Stromzuführungsdrähte hindurchgehen.
Diese Hülsen wurden bisher meist aus Blei hergestellt und nur hin und wieder wurde auch eine dünne Pappe als Hülsenmaterial verwendet, die aber keine Steifigkeit besass und durch eingesteckte
Pfropfen vor dem Zerdrücktwerden bewahrt werden musste, abgesehen davon, dass solche schwache Papperöhrchen auch noch andere schwerwiegende Nachteile besassen, so dass sie mit den viel häufiger verwendeten Bleihülsen niemals in erfolgreichen Wettbewerb treten konnten.
Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist nun eine solche Hülse, die aus starker steifer Pappe hergestellt ist, deren Wandstärke ungefähr gleich ist der der bekannten Bleihülsen und die einen quer eingesetzten oder eingepressten Blechring besitzt, dessen Innenraum durch eine Schicht eines durchschlagbaren Stoffes, wie z. B. Papierstoff, Wachs o. dgl. abgeschlossen ist, wobei der zum zügigen Einstecken der Kapsel bestimmte Teil des Röhrchens von aussen nach innen schwach kegelförmig ausgebildet und das entgegengesetzte Ende des Röhrchens zum Festhalten der die Pulverladung abschliessenden isolierenden Masse am Rande etwas eingezogen werden kann.
Eine solche, grösstenteils aus Pappe bestehende Zünderhülse kann so hergestellt werden, dass in ein aussen und innen zylindrisches starkes und steifes Papperöhrehen ein kegelförmiger Blechring, dessen äusserer Durchmesser dem Innendurchmesser des Röhrchens entspricht, quer eingeführt und an der Stelle, wo die , Querwand gebildet werden soll, durch zwei von beiden Seiten her wirkende Stempel eben gepresst wird, so dass der Aussenrand des Ringes in die Röhrchenwandung einbeisst und der nunmehr ebene Ring festgehalten ist, dessen Innenraum darauf durch Einpressen einer Schicht aus einem durchschlagbaren Stoff abgeschlossen wird. Diese Schicht kann von innen bis zur Wandung des Röhrchens hin mehr oder minder allmählich an Dicke zunehmen, und zwar auf Seiten der Pulverladung.
Dadurch ist man in der Lage, bei einer gegebenen Länge der Hülse, wie sie die bestehenden Maschinen zur Herstellung der Bleihülsen erfordert, den Raum für die Pulverladung auf das allein nötige Mass zu verringern. Die kegelförmige Innenausbildung des einen Teiles des Röhrchens und die Einschnürung des Randes des anderen Teiles kann durch Pressen der Pappewandung geschehen. Diese Hülsen können also auf den bisher angewendeten Maschinen zum Pressen und Zusammensetzen der elektrischen Zünder in der gebräuchlichen Weise fertiggestellt werden, und auch darin liegt ein grosser technischer und wirtschaftlicher Vorteil gegenüber den bisher bekannt gewordenen ähnlichen Hülsen.
Die Zeichnung zeigt in den Fig. I bis 4 eine Zünderhülse gemäss der vorliegenden Erfindung in vier Verfahrensstufen ihrer Herstellung in je einem axialen Schnitt. Zunächst werden entsprechend lange Röhrchen a aus starker Pappe geschnitten und in jedes solche
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Röhrchen ein kegelförmiger Blechring b quer eingeführt, dessen äusserer Durchmesser dem lichten Durchmesser des Röhrchens entspricht (Fig. i). Dieser Blechring b wird hierauf durch von beiden'Seiten her einwirkende Stempel, wie aus Fig. 2 ersichtlich, eben gepresst, wobei sein äusserer Rand in die Innenwandung des Röhrchens einbeisst, so dass der nunmehr
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innen bei c hohlkegelförmig gepresst, um ein zügiges Einstecken der Kapsel d (Fig. 4) zu ermöglichen.
Der Innenraum des Ringes b wird, wie aus Fig. 3 ersichtlich, durch einen bei der Zündung durchschlagbaren Stoff e, etwa Papierstoff, Wachs o. dgl., abgeschlossen, und die Schicht dieses Stoffes kann auf Seiten des längeren Teiles des Röhrchens von innen bis zur Wandung mehr oder minder allmählich zunehmen. Der Rand f des längeren Teiles des Röhrchens wird etwas eingezogen, so dass die isolierende Schicht g (Fig. 4), die vorzugs- weise aus Schwefel oder Schwefelzement besteht und die Pulverladung h nach aussen hin abschliesst, am Herausfallen gehindert ist. Vor der Einbringung dieser isolierenden Schicht g werden die Stromzuleitungsdrähte i, k in das Röhrchen eingeführt, und zwar in die Pulverladung h hinein, wo sich auch die Glüh-oder Funkenstrecke l befindet.
Wie Fig. 4 zeigt, gleicht der fertiggestellte Zünder an Gestalt und Bemessungen den bisher verwendeten Zündern mit Bleihülse, und es ist klar, dass zur Fertigstellung die vorhandenen Maschinen ohne weiteres benutzt werden können.
PATENT-ANSPRÜCHE : I. Hülse aus Pappe für elektrische Zünder, bestehend aus einem mit einer dünnen, bei der Zündung durchschlagbaren Querwand versehenen Röhrchen, dadurch gekennzeichnet, dass das Röhrchen aus starker steifer Pappe hergestellt ist und einen quer eingesetzten oder eingepressten Blechring besitzt, dessen Innenraum durch eine Schicht eines durch- schlagbaren Stoffes, wie z. B. Papierstoff, Wachs o. dgl. abgeschlossen ist, wobei der zum zügigen Einstecken der Kapsel bestimmte Teil des Röhrchens von aussen nach innen schwach kegelförmig ausgebildet und das entgegengesetzte Ende des Röhrchens zum Festhalten der die Pulverladung abschliessenden isolierenden Masse am Rand etwas eingezogen werden kann.