AT87671B - Verfahren und Maschine zur Herstellung hornartiger, fester Körper aus mehlförmigen, eiweißhaltigen Stoffen. - Google Patents
Verfahren und Maschine zur Herstellung hornartiger, fester Körper aus mehlförmigen, eiweißhaltigen Stoffen.Info
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Description
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Verfahren und Maschine zur Herstellung hornartiger, fester Körper aus-mehlförmigen, eiweiss- haltigen Stoffen.
Den Gegenstand der Erfindung bildet ein Verfahren und eine Maschine zur Herstellung hornartiger Körper, besonders durchsichtiger oder klar durchscheinender Körper aus mehl- förmigen eiweisshaltigen Stoffen wie Kasein.
Nach dem neuen Verfahren wird der Rohstoff in feinster Mehlform mit nur so wenig
Wasser befeuchtet, dass er mehlförmig bleibt und dann nach sorgfältiger Durchmischung ohne Zusatz von Härtemitteln unter Vermeidung des Zwischenzustandes einer'plastischen Masse unmittelbar zum gewünschten Körper in der Wärme gepresst.
Die Anwendung des Rohstoffes in feinster Mehlform ist von grosser Wichtigkeit, da es sich herausgestellt hat, dass bei Verwendung gröberen Mehls für gedachten Zweck, das ist für die Erzielung eines gleichmässigen, klaren, hornartigen Materials keine brauchbaren Resultate zu erzielen sind. Es ist aber nicht notwendig, dass der Rohstoff einer kostspieligen, besonderen Nachmahlung ausgesetzt wird, vielmehr genügt die handelsübliche Korngrösse einiger im Verkehr befindlichen Fabrikate.
Von grosser Bedeutung ist ferner die äusserst innige Verteilunglder Feuchtigkeit in der Masse. Wird diese Verteilung nicht sehr sorgfältig vorgenommen, so ist gleichfalls das erzielte Produkt unbrauchbar. Die feine Verteilung kann beispielsweise dadurch erzielt werden, dass die Masse durch Dampf oder feinst zerstäubte Flüssigkeit unter gleichzeitiger Durchwirbelung angeblasen wird. Jedes einzelne Pulverkörnchen wird hierbei in losem Zustande von der fein verteilten Feuchtigkeit in kräftigem Stosse getroffen, so dass auch bei verhältnismässig niedriger Temperatur die Aufschliessung des Pulvers durch sehr wenig Feuchtigkeit gewährleistet wird. Die Menge des verwendeten Wassers ist in jedem Falle nur so gering, dass die Masse nach der Befeuchtung mehlförmig bleibt.
Versuche haben ergeben,
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billiger. je weniger Feuchtigkeit verwendet wird, weil dann um so weniger überschüssige Feuchtigkeit nachträglich verdampft werden muss und um so geringer die Zeit für das Trocknen des fertigen Produktes ist. Auch wird, je kleiner die Menge der verwendeten Feuchtigkeit ist, um so geringer auch die Gefahr, dass die aus der Masse hergestellten Gegenstände Form und Aussehen durch Schrumpfung verändern.
Es ist besonders zu betonen, dass zur Anfeuchtung gewöhnliches Wasser benutzt werden kann. und dass die Masse keinerlei chemische oder sonstige Zusätze zu erhalten braucht. Hierdurch wird das Verfahren sehr billig. Andrerseits sind aber Zusätze wie Ammoniak, gasabspaltende Salze wie doppeltkohlensaures Natron usw. nicht ausgeschlossen, welche eine Auftreibung der einzelnen Melilkörnelion der Rohmasse herbeiführen. Ebenso ist ein Zusatz von Füll-oder Färbemitteln möglich.
Das neue Verfahren wird auch dadurch sehr billig, dass es völlig vermeidet, die Rohmasse vor der Verpressung zu festen Körpern in plastische Form zu bringen und weil es die bisher üblichen geheizten Hochdruckknetmaschinen entbehrlich macht.
Die Billigkeit des Verfahrens wird erhöht durch die schnelle, ohne Materialverlust durchzuführende Verarbeitung zum Endprodukt. Wenn irgendeiner Masse während der Verarbeitung ein Härtemittel zugesetzt wird, so sind die Massereste und Pressabfälle fast vollständig wertlos, hingegen kann bei dem neuen Verfahren alles wieder ohne Verlust mitverwendet werden, da es ja die ursprüngliche Beschaffenheit unverändert beibehält.
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manchmal sogar vorteilhaft, wenn die Masse erst einige Zeit nach der Anfeuchtung verpresst wird.
Da aber die Aufbewahrung mehlförmiger Masse manchmal unbequem ist, so kann man dieselbe dadurch umgehen, dass aus der befeuchteten Rohmasse bei niedriger Temperatur oder niedrigem Druck oder bei gleichzeitigem Vorhandensein dieser beiden Bedingungen ein lagerungsfähiges geformtes Zwischenprodukt hergestellt wird, das dann, ohne an direkte Weiterverarbeitung gebunden zu sein, später durch die Anwendung hohen Druckes in der Wärme in Körper von der gewünschten Beschaffenheit übergeführt wird.
Die nach dem neuen Verfahren hergestellten Körper können in beliebiger bekannter Art nachträglich gehärtet werden.
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In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel einer zur Ausführung des neuen Verfahrens besonders geeigneten Maschine schematisch dargestellt.
In dem Mischkasten a sind unten die bekannten Schnecken b gelagert, welche das pulverförmige Arbeitsgut c kräftig durcheinanderbewegen. In der Zeichnung ist nur eine dieser Schnecken ersichtlich. Die Oberfläche der pulverförmigen Masse c wird durch einen Scharrer d bestrichen, dessen Höhenlage durch die Spindel e verstellbar ist. Mit dem Scharrer drehen sich oberhalb desselben angeordnete Wirbelflügel f,'welche die von dem Scharrer d jeweils hochgeworfene Pulvermenge in dem oberen Raum des Kastens a fein verteilen. In diesem Raum münden die Einspritzdüsen g, welche die zuzumischende Flüssigkeit, Dampf, Nebel oder Gas mit hoher Geschwindigkeit im Zustande feinster hauchfeiner Verteilung einspritzen. Die Umlaufsgeschwindigkeit und Umlaufsrichtung der Spindel e kann regelbar sein.
Um einen besonders feinen Nebel zu erzielen, ist vor die Düse g ein Vernebler h vorgeschaltet, welcher ähnlich wie die bekannten Inhalationsapparate beschaffen ist und deshalb keiner näheren Beschreibung bedarf. Die in diesem enthaltene Flüssigkeit wird durch den aus dem Behälter i mittels des Gebläses k zugeführten Dampf fein vernebelt, der Nebel wird durch die quergerichtete Düse n ferner durchwirbelt und gegen die Wand des Verneblergefässes geschleudert, um dann durch die Düse g auszuströmen.
Der zur Verneblung benutzte Dampf kann gleichzeitig auch zur Regelung der Arbeitstemperatur der Mischmaschine benutzt werden. Statt des Dampfes oder neben dem Dampf könnte auch Pressluft o. dgl. als Kraftquelle für die Verneblung benutzt werden. Diese Pressluft dient als ein Mittel, um den Nebel zu kühlen und zu verdünnen sowie die Geschwindigkeit der Einführung des Nebels in den Behälter a zu steigern. Wenn nur Dampf verwendet würde, so würde der Feuchtigkeitsgehalt und die Temperatur des Nebels zu hoch werden und es bestünde grosse Gefahr, dass die Masse in der Mischmaschine verkleistert bzw. sich in plastischen Zustand verwandelt, was nach der Erfindung gerade vermieden werden soll.
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Aus dem Vorgetragenen ergibt sich, dass bei der neuen Mischmaschine die Schnecke b nicht als eigentliches Mischorgan, sondern nur als eine Art Zubringer benutzt wird, welcher eine stets wechselnde Pulverschicht der Einwirkung der Wirbelvorrichtung aussetzt.
Der Kasten a ist oben mit einer Decke 1 aus Leinwand, Gaze, Holz, Metall o. dgl. versehen, in welche Schaugläser m eingesetzt sein können.
Die bei dem neuen Verfahren zu verwendenden Temperaturen und Drucke können in weiten Grenzen variieren. Lediglich beispielshalber sei das Folgende erwähnt :
Bei der Herstellung von Platten von 40 X 40 cm Grösse und i bis 8 mm Dicke hat für die Bildung des oben erwähnten Vorproduktes eine Temperatur von 30 bis 400 C und ein Druck von 60 kg pro kg/ gute Resultate gezeitigt, während bei Herstellung des fertigen
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sich bewährt hat.
Selbstverständlich soll durch diese lediglich beispielshalber gemachten Angaben die Tragweite des Schutzes in keiner Weise eingeschränkt werden.
PATENT-ANSPRÜCHE : I. Verfahren zur Herstellung hornartiger Körper, besonders durchsichtiger oder klar durchscheinender Körper aus mehlförmigen eiweisshaltigen Stoffen wie Kasein, die mit nur so wenig Wasser befeuchtet werden, dass sie mehlförmig bleiben, dadurch gekennzeichnet, dass der Rohstoff in feinster Mehlform durchfeuchtet und durchmischt, darauf ohne Zusatz von Härtungsmitteln und unter Vermeidung einer Plastizierung unmittelbar zum gewünschten Körper in der Wärme gepresst wird.
Claims (1)
- 2. Verfahren nach Anspruch i,'dadurch gekennzeichnet, dass die Durchmischung mittels Durchwirbelns und gleichzeitigen scharfen Anblasens des Rohstoffes mit Dampf oder Nebel bewirkt wird.3. Verfahren nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, dass aus der befeuchteten Rohmasse bei niedriger Temperatur oder niedrigem Druck oder bei gleichzeitigem Vorhandensein dieser beiden Bedingungen ein lagerungsfähiges geformtes Zwischenprodukt hergestellt wird, das dann später durch die Anwendung hohen Druckes in der Wärme in Körper von der gewünschten Beschaffenheit überführt werden kann.4. Mischmaschine zur Durchführung des Verfahrens nach den Ansprüchen i und 2, dadurch gekennzeichnet, dass sich in dem Mischtrog ausser der mit steilgestellten, rasch umlaufenden R, ührschnecken (b) versehenen Rührvorrichtung, welche die ganze im Trog enthaltene Pulvermenge dauernd durcheinanderwirft, eine durch mechanischen Schlag wirkende <Desc/Clms Page number 3> Wirbelvorrichtung (d, f) befindet, die die vermöge der Rührvorrichtung (b) stets wechselnde Oberschicht des Pulvers in den oberen freien Raum des Troges hochwirbelt, und dass in diesen Raum Düsen (g) einmünden, durch die die zuzumischende Feuchtigkeit in feinster nebelartiger Verteilung eingespritzt wird, worauf dieser befeuchtete Teil des Pulvers auf die Hauptmenge herabfällt und mit ihr weiter durchgerührt wird, 5.Mischmaschine nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Wirbelvorrichtung aus einem in seiner Höhenlage einstellbaren Scharrer (d) besteht, der jeweils einen kleinen Teil des Arbeitsgutes absondert und darüber angeordneten Wirbelflügeln (fj zuwirft.6. Mischmaschine nach Anspruch 4, bei der mit Flüssigkeitsnebel gearbeitet wird, dadurch gekennzeichnet, dass der für die Einspritzung benutzten Verteilungsdüse (g) ein besonderer Vernebler (h) vorgeschaltet ist.7. Mischmaschine nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass in dem Vernebler (h) oberhalb seines Flüssigkeitsspiegels eine gleichfalls mit dem zerstäubenden Mittel gespeiste quer gerichtete Düse vorgesehen ist, die die vom Vernebler gebildete Mischung nochmals durchwirbelt und gegen die Wand des Verneblers schleudert.8. Mischmaschine nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Vernebler gleich- EMI3.1
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